Sonntagmittagsnachtisch oder Himbeersorbet

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Erinnere ich mich an die sonntäglichen Mittagessen zu Hause, fällt mir zuerst meine bei der Küchenarbeit singende Frau Mutter ein. Den Sonntagvormittag habe ich gern bei ihr in der Küche verbracht, ihr bei den Vorbereitungen zuschauend. Wenn sie besonders gut gelaunt war, tanzten wir einen Schieber durch die Küche. Meine kleine, rundliche Frau Mutter streckte einen Arm lang aus, ich lange, dünne Bohnenstange streckte den Arm – die Hand fest in ihre gelegt – so lang ich eben konnte – die beiden anderen Arme fest um die Hüfte des anderen gelegt, schieberten wir dahin. Und sangen und lachten dazu.
Am meisten freute ich mich schon damals auf den Nachtisch. Bei uns zu Hause wurden im Sommer Früchte eingekocht. Jeden Sonntag gab es zum Nachtisch Kompott. Süße Erdbeeren mit Vanillesoße und saftige Kirschen, die in ihrem eigenen Saft schwammen, blau leuchtende Pflaumen mit gelbem Fruchtfleisch und Birnen mit Gewürznelken kamen dann in kleine Glasschüsselchen gefüllt auf den Sonntagsmittagstisch.
Gute Zeiten behüteter Kindertage waren das.
Unser Sonntagmittagessen ist mir heilig.
Im Trubel der Woche wird das Mittagessen vernachlässigt, am Wochenende bringt es mir ein Stück Geborgenheit in den Alltag. Zudem festigten gemeinsame Rituale eine Beziehung.
Wir verspeisten zum Sonntagsschmaus Steinpilzrisotto und eine geschmorte Schweinelende. Deftig, kräftig, gut war’s.

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Ein frischer Nachtisch, sommerlich leicht wäre ein feiner Abschluss dachte ich mir.
Beim stöbern in der Bloggerwelt fand ich ein Rezept für ein grandioses Dessert.
http://neue-ess-klasse.de/2012/04/03/selbstgemachtes-himbeersorbet-mit-frizzante-und-minze/
Als ich das Foto des Himbeersorbet sah, schlug mein Herz schneller.
Das ist meins!
Leicht abgewandelt brauche ich dafür:

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500 g Himbeeren
200 ml Wasser
100 g Zucker
100 ml Sekt,  rosè
1/2 Zitrone
1/2 Vanilleschote
Minze

Die Himbeeren werden püriert und danach gesiebt. Das duftet verlockend frisch, fruchtig und wenn ich die Farbe der Früchte sehe, komme ich in’s schwärmen.
200 ml Wasser mit 100 g Zucker aufkochen. 1/2 Vanilleschote auskratzen und dazugeben, nochmals aufkochen und dann abkühlen lassen.
Wenn der Vanillesirup kalt geworden ist, denn genau das ist die Wasser-Zucker-Vanille-Mischung, unter die Himbeermasse geben, gut vermischen.

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Selbstverständlich muss die Vanilleschote vorher wieder entfernt werden.
Dann kommt der Zitronensaft hinzu, es muss nicht die ganze halbe Zitrone hinein, aber besonders mag ich ihr Fruchtfleisch im Sorbet.

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Zum Schluss 100 ml Rosèsekt dazu geben und alles in die Eismaschine füllen, die ich ca. 50 Minuten laufen lasse.
Kurz vorm Ende gebe ich durch die kleine Öffnung im Deckel ein paar Minzeblätter hinzu, die ich vorher gewaschen, abgetrocknet und klein gehackt habe. Nicht viel, nur ein paar Blättchen, zum auffrischen des Geschmacks und weil das Minzgrün so herrlich aus dem Himbeerrot leuchtet.

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Ein Augenschmaus.
Den fülle ich jetzt um. Einen Teil in eine Dose für kleine Auszeiten innerhalb der Woche und zwei Portionen zum Dessert.

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In kleine Gläser gefüllt, die am besten vorher für eine kurze Zeit im Tiefkühlfach gelegen haben – um den leicht schmelzenden Himbeertraum bestmöglich aufnehmen zu können –  gebe ich noch ein Minzblatt zur Dekoration dazu und lasse einen Eßlöffel Sekt über das Sorbet laufen, bevor mir der wohlschmeckende Nachtisch auf der Zunge zergeht.
Himbeerig, nicht zu süß, mit einem Hauch Vanille prickelt das Sorbet beim schlemmen…das ist eine der besten Nachspeisen, die ich kenne. Gut kann ich mir dazu auch Panna Cotta vorstellen.

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Eins ist sicher, das gibt es öfter.
Ein feines, edles Dessert, das auf der Zunge zergeht wie ein sanfter Kuss.
Ein Himbeerroter.

31 Antworten zu “Sonntagmittagsnachtisch oder Himbeersorbet

  1. Das schmeckte sicherlich köstlich!!!
    Und das Risotto sowieso.
    Mmmhhh!

    Hab du eine gute Woche! 😊☀️

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  2. Mhmm es sieht schon so köstlich aus.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche!
    LG Sabrina

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  3. das sieht sehr lecker aus und ich mag die geschichte, die du dazu geschrieben hast. ich hab dich mit deiner mama in der küche tanzen sehen. 🙂 liebe grüße und einen schönen wochenstart für dich.

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  4. Rezepte mit anrührender Muttertochtertanzgeschichte! Hast du die kleinen Glasschüsseln der Mutter noch? Wie sahen die aus? – Ach, wie hat mir das jetzt gefallen!
    Es regnet-Gruß von Sonja

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    • Meine Frau Mutter ist zum großen Glück noch dabei, die Schüsseln selber zu befüllen.
      Flache, teetassengleiche Schälchen, mit eingeschliffenen Glasmuster, für mich der Inbegriff von Sonntagsnachtischsglück.

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  5. Schieber tanzen, das möchte ich auch können ,,,,, 🙂

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  6. Guten Morgen….lustig ging es auch bei uns zu, deine Küchenstory erinnert mich daran, wie meine Mutter einen Witz erzählte, so wippelte und vom Küchenstuhl fiel..sie lie? sich dabei nicht unterbrechen und erzählte eifrig bis zum Schluß weiter 😉 ein doppelter Witz!
    Ein sehr leckeres Rezept, der Anblick läßt mich dahinschmelzen …mmmmh!

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  7. Das sieht lecker aus. Und schmeckt bestimmt auch so.
    Das Kompott nach dem sonntäglichen Mittagessen war auch ein wichtiger Teil meiner Kindheit. Das gehörte einfach dazu. Da waren die Sonntagsessen immer was Besonderes. Und der Keller stand voll von eingemachtem Obst, Was der Garten, den wir damals hatten, eben hergab, Äpfel, Kirschen, Erdbeeren und vor allem Pflaumen.
    Sind schöne Erinnerungen, ja. Und viele scheinen sich hier zu gleichen.
    LG, Eberhard

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  8. bitte 2 mal für mich, eine gute Woche, Klaus

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  9. Da schicke ich doch gleich mal *himbeersüße Grüsse zu dir
    und danke, für’s Appetit machen, jetzt muss die Truhe herhalten…….ein Eis bitte 😉

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  10. Das sieht ja alles mal wieder einfach nur köstlich aus!

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  11. Himbeeren sind auch total meins – egal in welcher Variation. Sieht wieder äußerst lecker aus hier bei Dir.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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  12. Das sieht so lecker aus, da könnte ich gleich anfangen mit verputzen. Dir noch einen schönen Tag. L.G.

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