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Zu den Märchen in meinem Blog

Ich liebe Altes, ich liebe die Erfahrung die mir dadurch vermittelt wird, ebendieses möchte ich gern teilen.

Schon als Kind brauchte ich, wenn meine Mutter gerade nicht die Zeit hatte selber zu erzählen, nichts anderes als einen Schallplattenspieler und Märchenplatten. Mit 4 Jahren konnte ich jedes gehörte Märchen in der gehörten Tonlage wiedergeben. Noch heute ist mein Gedächtnis für einmal gelesene Geschichten und Gedichte erstaunlich.

Nun kenne ich viele Märchen, längst und nie alle. Und manchmal begegnet mir am Tag ein Hinweis, etwas Besonderes. Ich mache dann ein Foto davon und krame in meinem Gedächtnis oder suche nach noch nicht gelesenen Märchen.

Gestern verflog sich eine Taube in meinen Garten und brachte das Sonntagsmärchen für diese Woche mit.

Und da sage noch einer Märchen seien nicht wahr.

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Sonnabendmärchen

Liebe Blogger, ich tue mich sehr schwer mit mir und euch momentan.

Manches fehlt, vieles tut gut.

Heute haben wir begonnen die Wohnung meiner Mutter auszuräumen. Mir fiel ein Bild von mir als Kind in die Hände und eines meiner Lieblingsdinge…eine Figur des Baron Münchhausen.

Sehr bitte ich euch darum keine Kommentare zu hinterlassen.

Münchhausen
Der Ritt auf der Kanonenkugel

Im gleichen Feldzug belagerten wir eine Stadt – ich habe vor lauter Belagerungen vergessen, welche Stadt es war -, und Marschall Münnich hätte gerne gewusst, wie es in der Festung stünde. Aber es war unmöglich, durch all die Vorposten, Gräben und spanischen Reiter hineinzugelangen.

Vor lauter Mut und Dienstelfer, und eigentlich etwas voreilig, stellte ich mich neben eine unserer größten Kanonen, die in die Stadt hineinschoss, und als sie wieder abgefeuert wurde, sprang ich im Hui auf die aus dem Rohr herauszischende Kugel! Ich wollte mitsamt der Kugel in die Festung hineinfliegen! Während des sausenden Flugs wuchsen allerdings meine Bedenken. Hinein kommst du leicht, dachte ich, aber wie kommst du wieder heraus? Man wird dich in deiner Uniform als Feind erkennen und an den nächsten Galgen hängen!

Diese Überlegungen machten mir sehr zu schaffen. Und als eine türkische Kanonenkugel, die auf unser Feldlager gemünzt, war, an mir vorüberflog, schwang ich mich auf sie hinüber und kam, wenn auch unverrichteter Sache, so doch gesund und munter wieder bei meinen Husaren an.

Im Springen über Zäune, Mauern und Gräben war mein Pferd nicht zu schlagen. Hindernisse gab es für uns nicht. Wir ritten immer den geradesten Weg. Als ich einmal einen Hasen verfolgte, der quer über die Heerstraße lief, fuhr zwischen ihm und mir dummerweise eine Kutsche mit zwei schönen Damen vorüber. Da die Kutschenfenster heruntergelassen waren und ich den Hasen nicht aufgeben wollte, sprang ich samt dem Gaul kurz entschlossen durch die Kutsche hindurch! Das ging so schnell, dass ich mit knapper Mühe und Not die Zeit fand, den Hut zu ziehen und die Damen um Entschuldigung zu bitten.

Ein anderes Mal wollte ich mit meinem Litauer über einen Sumpf springen. Bevor ich sprang, fand ich ihn lange nicht so breit wie während des Sprungs. Nun, wir wendeten mitten in der Luft um und landeten mit heiler Haut auf dem Trocknen. Aber auch beim zweiten Anlauf sprangen wir zu kurz und sanken, nicht weit vom anderen Ufer, bis an den Hals in den Morast! Und wir wären rettungslos umgekommen, wenn ich mich nicht, ohne mich lange zu besinnen, mit der eignen Hand am eignen Haarzopf aus dem Sumpf herausgezogen hätte! Und nicht nur mich, sondern auch mein Pferd! Es ist manchmal ganz nützlich, kräftige Muskeln zu besitzen.

Trotz meiner Tapferkeit und Klugheit und trotz meines Litauers Schnelligkeit und Ausdauer geriet ich, nach einem Kampf mit einer vielfachen Übermacht, in Kriegsgefangenschaft. Und was noch schlimmer ist: ich wurde als Sklave verkauft! Das war ein rechtes Unglück, und wenn meine Arbeit auch nicht gerade als Schwerarbeit zu bezeichnen war, so war sie nicht nur recht seltsam, sondern auch ein bisschen lächerlich oder ärgerlich, wie man will. Ich musste nämlich die Bienen des türkischen Sultans jeden Morgen auf die Weide treiben! Dort musste ich sie, als wären’s Ziegen oder Schafe, den ganzen Tag über hüten. Und am Abend musste ich sie wieder in ihre Bienenstöcke zurückscheuchen.

Eines Abends sah ich nun, dass zwei Bären eine der Bienen angefallen hatten und sie, ihres eingesammelten Honigs wegen, zerreißen wollten. Da ich nichts in der Hand hatte als meine silberne Axt, die das Kennzeichen für die Sultansgärtner ist, so warf ich die Axt mit aller Wucht nach den beiden Räubern. Doch sie traf die Bären nicht, sondern flog an ihnen vorbei, stieg, infolge des gewaltigen Schwungs, höher und höher und fiel erst, wo glaubt ihr, nieder? Auf dem Mond!

Was tun? Wie sollte ich sie wiederkriegen? Wo gab es so lange Leitern? Zum Glück fiel mir ein, dass die türkischen Bohnen in kürzester Frist erstaunlich emporwachsen. Ich pflanzte sofort eine solche Bohne, und sie wuchs doch tatsächlich bis zum Mond hinauf und rankte sich um die eine Spitze der Mondsichel! Nun war es eine Kleinigkeit, hinaufzuklettern, und eine halbe Stunde später fand ich auch meine Axt wieder, die auf einem Haufen Spreu und Häcksel lag.

Ich war heilfroh und wollte schleunigst in die Türkei zurückklettern, aber ach! die Sonnenhitze hatte meine Kletterbohne völlig ausgetrocknet, und sie war zu nichts mehr zu gebrauchen! Ohne langes Federlesen flocht ich mir aus dem Mondhäcksel einen Strick, den ich an einem der Mondhörner festband. Dann ließ ich mich vorsichtig hinunter. Nach einiger Zeit hieb ich mit meiner silbernen Axt das überflüssig gewordene Stück über mir ab und knüpfte es unter mir wieder an. Das ging eine ganze Weile gut, aber mit einem Male, als ich noch in den Wolken hing, riss der Strick! Und ich stürzte mit solcher Gewalt auf Gottes Erdboden, dass ich etwa zehn Meter tief in die Erde hineinfiel! Mir taten alle Knochen weh. Doch nachdem ich mich etwas erholt hatte, grub ich mir mit den Fingernägeln, die ich glücklicherweise zehn Jahre nicht geschnitten hatte, eine Treppe ins Erdreich, stieg auf dieser hoch und kehrte zu meinen Bienen zurück.

Das nächste Mal fing ich’s mit den Bären gescheiter an. Ich bestrich die Deichsel eines Erntewagens mit Bienenhonig und legte mich nicht weit davon in den Hinterhalt. Was ich erwartet hatte, trat ein. Vom Duft des Honigs angelockt, erschien bald darauf ein riesiger Bär und begann an der Deichselspitze so gierig zu lecken, dass er sich nach und nach die ganze Deichselstange durch den Rachen, den Magen und den Bauch hindurch und am Hinterteil wieder herausleckte. Er stak wie am Spieße. Nun lief ich rasch hinzu, steckte durch das vordere Deichselende einen Pflock und ließ Meister Petz bis zum nächsten Morgen zappeln. Der Sultan, der zufällig vorbeispazierte, wollte sich fast totlachen.

Kurz darauf schlossen die Russen und die Türken Frieden, und ich wurde als einer der ersten Gefangenen ausgeliefert und nach Petersburg zurückgeschickt. Dort nahm ich meinen Abschied und kehrte nach Deutschland zurück. Es war ein so strenger Winter, dass sogar die Sonne Frostbeulen bekam, und ich fror noch viel mehr als auf der Hinreise.

Da mein Litauer von den Türken beschlagnahmt worden war, musste ich mit der Schlittenpost reisen. In einem Hohlweg, der kein Ende nehmen wollte, bat ich den Postillon, mit seinem Horn ein Signal zu blasen, damit wir nicht etwa mit einem uns entgegenkommenden Fuhrwerk zusammenstießen. Er setzte das Posthorn an die Lippen und blies aus Leibeskräften hinein. Aber sosehr er sich anstrengte, es kam kein Ton heraus! Trotzdem erreichten wir die nächste Poststation gesund und munter und beschlossen, Rast zu machen und uns von den Strapazen zu erholen. Der Postillon hängte sein Horn an einen Nagel beim Küchenfeuer. Und wir setzten uns zum Essen.

Auf einmal erklang’s »Tereng, tereng, tereng, tengteng!« Wir sperrten die Ohren auf und machten große Augen. Dann merkten wir, warum der Postillon nicht hatte blasen können. Die Töne waren in dem Horn festgefroren! Nun tauten sie nach und nach auf, und es wurde ein richtiges Tafelkonzert daraus. Wir hörten unter anderem »Ohne Lieb‘ und ohne Wein«, »Gestern abend war Vetter Michel da« und sogar das schöne Abendlied »Nun ruhen alle Wälder«.

So endete der Spaß mit dem Posthorn, und damit endet zugleich meine russische Reisegeschichte. Sollten womöglich einige Leser glauben, ich hätte bis hierher dann und wann gelogen, so rate ich ihnen in ihrem eigensten Interesse, das Buch zuzuschlagen. Denn auf der nächsten Seite bereits folgen Abenteuer, die noch wunderbarer als die bisherigen, aber ebenso wahr sind.

Das Unentbehrlichste oder Badesalz

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…ist der Name eines Märchens.
Zu finden ist es in der Sammlung der Volksmärchen von Ludwig Bechstein.
Ein fast identisches Märchen gibt es unter dem Namen Mäusehaut auch bei den Gebrüdern Grimm.
Ein König hat drei Töchter, die beweisen sollen, wie sehr sie ihn lieben.
Als die jüngste Königstochter ihre Liebe zum Vater mit Salz vergleicht, verweist er sie seines Hofes.
Später treffen Vater und Tochter bei einer Hochzeit aufeinander, die Prinzessin – inzwischen Köchin – tischt Speisen ohne Salz auf.
Nicht ahnend, dass es seine Tochter ist, wird die Köchin herbeigeholt und hat nun Gelegenheit sich zu rechtfertigen.
Der König erkennt hierauf den Wert des Salzes und der Tochter und es gibt eine Versöhnung und einen glücklichen Ausgang.
Ein Märchen eben.
Die Nützlichkeit von Salz ist wahrhaftig sagenhaft.
Und das nicht nur zum Würzen von Speisen.
Mich interessiert besonders – wie könnte es anders sein – Badesalz.
Und das wiederum am Liebsten aus Meersalz.
Das Meer ist die Wiege des Lebens.
Auch wir inzwischen an Land lebenden Wesen können nur überleben, weil unser Körper zum Großteil aus dem Ursprung besteht.
Aus salziger Flüssigkeit.
Blut ist, mit wichtigen Zusätzen natürlich,  auch nichts anderes als eine einprotzentige Salzlösung.
Damit hat es die gleiche Salzkonzentration wie das Wasser der früheren Urmeere.
Ohne Salz gibt es kein Leben.
Alle Vorgänge im Körper basieren auf Salzen bzw. auf Mineralstoffen.
Salze helfen unserem Körper bei den unterschiedlichsten Erkrankungen.
Es lindert Asthma, Erkältungen, Heuschnupfen, Arthritis und Gicht, Arthrose,  Nieren – und Blasenbeschwerden, Augenprobleme und sogar Fußpilz.
Man kann es lindernd einatmen, zu Spülungen und Umschlägen verwenden oder ganz einfach darin baden.
Ein Bad in Meersalz hilft dem Körper zu entschlacken, regt den Stoffwechsel an und fördert so die allgemeine Durchblutung.
Hilfreich ist das u.a. bei Cellulitis.
Atmungserkrankungen werden gelindert und das Immunsystem gestärkt.
Die Meersalzbäder haben einen kosmetischen Einfluss auf die Haut und eine regelmäßige Anwendung führt zu einer deutlich verbesserten Hautdurchblutung. Die Haut wird strahlender, gesünder und reiner.
Neurodermitis wird gelindert.
Auch die Weichteile profitieren von Meersalzbädern und Gelenkerkrankungen werden gebessert.
Die ideale Badetemperatur liegt bei 40 Grad, die Badedauer bei ca. 15 Minuten.
Mit der Temperatur des Badewassers lässt sich die Wirkung des Bades steuern. Temperaturen um die 34 Grad wirken anregend, alle höheren Temperaturen verhelfen zur Entspannung. Auch die 15 Minuten Badedauer sind nur eine Richtlinie. Auf den eigenen Instinkt zu hören ist wichtig und richtig. Wenn er sagt, es reicht, ist das Bad beendet.
Ein ganz spezielles Bad ist ein Bad in Bittersalz (Magnesiumsulfat ).
Hier sollte man 40 Minuten Badezeit einplanen.
Die Haut wird als dritte Niere genutzt und Giftstoffe werden durch Schwitzen ausgeschieden.
Dem 40 Grad warmen Badewasser werden 2 – 3 Tassen Bittersalz zugefügt. Das Bittersalz füllt den Magnesiumhaushalt auf und spült Giftstoffe aus. Dadurch werden Eiweißketten im Gehirn und in den Gelenken unterstützt. Eine regelmässige Anwendung führt zur Verbesserung von arthritischen Beschwerden.
Wird dem Wasser noch 1 Tasse Kaiser Natron zugefügt,  erhöht sich die reinigende und pilzhemmende Wirkung.
Hinterher kann in Decken gehüllt mit Ingwertee das Ausschwitzen entspannt fortgesetzt werden.
Doch zurück zum Meersalz.
Meersalz gibt es in den verschiedensten Qualitäten, mit oder ohne Beimischungen und Duft.
Das recht grobe einfache Meersalz, meist als Totes Meer Salz bezeichnet, benutze ich oft und gern.
Und dann gibt es Außnahmen.
Manchmal muss es einfach mehr Meer sein.
Von den vielen Möglichkeiten Meersalz mit Duftzusätzen zu benutzen, wähle ich eine, die mich in einen Dufthauch der besonderen Güte hüllt.
Heute gönne ich mir den Duft von Leinen und Baumwolle.

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Die Badesalze von Senture et beaute überraschen mit großer Auswahl und bester Qualität.
Es gibt unter anderem Salze mit Beimengungen von Bernstein oder Lavendel.
Mein Favorit ist Cotton linen.
Beim Öffnen der Dose finde ich mich auf einer sonnigen Wiese wieder, auf der die weißen Wäschestücke von lauem Maiwind getrocknet werden.
Alles ist leicht, luftig, frisch.
Wunderbar sauber riecht es, nach klarer Luft.
Der Duft frisch gewaschener Leinentücher vermischt sich angenehm mit den Düften der zarten Baumwollblüte.
Sanfte Kühle lädt zum Entspannen ein.
Rein riecht es auf die ganz besondere Art, die sonst nur an der Luft getrocknete Wäsche hat.
Die Salzkristalle sind schneeweiß, wie frisch gefallenen Schnee und deutlich filigraner als bei normalen Badesalzen.
Das Salz ist bestes Meersalz aus der Bretagne, von dort, wo auch die Salzblumen – die Fleur de Sale – herkommen.
So löst sich das Badesalz fast sofort auf, als ich es ins warme Wasser gebe.
Das Wasser wird ganz weich dadurch und schmeichelt meiner Haut, die sich nach dem Bad zart und gepflegt anfühlt.
Schließe ich meine Augen, ist von Dunkelheit und Winter nichts mehr zu spüren.
Der frische Duft nimmt mich mit ins Märchenland.
Das Märchen von der Salzprinzessin endet mit den Worten : „Salz ist heilig.“
In meiner Wanne liegend –  genießend entspannend – denke ich gleiches.

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Wer das Märchen nachlesen möchte, findet über dem Artikel einen Link.

Die gold(brau)ne Gans

Es gab bei uns im vergangenem Jahr weder Martinsgans noch Weihnachtsgans. Auf meinem Speiseplan für das neue Jahr steht dieses Gericht deshalb unbedingt.
Meine Frau Mutter pflegt zu sagen:“ Die Gans ist ein hohler Braten.“
Dessen eingedenk erstehe ich 4 Gänsekeulen, anstatt eines ganzen hohlen Vogels.
Salz, Pfeffer, Beifuß, ein saurer Apfel, etwas Gänseschmalz und Gänsefond mehr braucht es nicht.
Beifuß macht den fetten Braten durch seine Bitterstoffe leichter verdaulich. Sie regen durch die Bildung von Gallesäften die Magen- und Darmfunktion an.
Wenn man ihn selber erntet, achtet man darauf, das die Blütenköpfe sich noch nicht geöffnet haben, sonst schmeckt er nur noch bitter.

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Das Gänseschmalz nehme ich zum Anbraten. Wenn es zerlaufen ist, streiche ich etwas davon mit einem Pinsel über die Gänsekeulen, bevor ich sie salze und pfeffere. So werden sie besonders knusprig,  sagt meine Frau Schwiegermutter.

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Während die Beinchen anbraten,  überlege ich mir,  wie das Märchen von der goldenen Gans begann.
Mit es war einmal. .., das ist klar.
Und dann?
Ein Mann hatte 3 Söhne, der jüngste war – wie in vielen Märchen – der Dummerjan.
Alle werden nacheinander zum Holz hacken und den Wald geschickt.
Während die beiden älteren Söhne feine Eierkuchen und Wein mitbekommen,  erhält der Dummerjan Aschekuchen und Sauerbier zur Wegzehrung.
Allen Dreien begegnen ein Männlein, welches bittet, das Mal zu teilen. Die „klugen“Söhne lehnen ab, daraufhin verwünscht der Waldgeist die Axt und beide verletzen sich damit beim Versuch des Baumfällens.
Der Dummerjan teilt und sein dürftiges Mahl verwandelt sich in Eierkuchen und Wein.
Unter dem Baum, der sich für ihn leicht fällen lässt, findet er eine goldene Gans.
Meine Gänsekeulen sind inzwischen von beiden Seiten knusprig angebraten.

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Ich lösche mit dem Gänsefond ab, das ergibt eine gute Soße. Nun füge ich Beifuß und einen geschälten, in Stücke geschnittenen Apfel hinzu. Ein Boskopp eignet sich dafür hervorragend.

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Der Dummerjan im Märchen zieht mit seiner goldenen Gans in die Welt, um Abenteuer zu erleben.
In einem Gasthof übernachtet er und der habgierigen Wirt und dessen ebenso gierige Töchter wollen eine goldene Feder stehlen und bleiben bei dem Versuch an der Gans kleben. Jeder der sie befreien will klebt ebenso fest.
Ein lustiger, bunter Zug Habgieriger entsteht so.
Ein wenig gierig schaue ich auch auf meine Gans.

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Schön schwimmt sie. Und kommt jetzt für 90 Minuten in den Backofen bei 180 Grad Umluft und mit offenem Deckel.
Danach schliesse ich die Pfanne und lasse sie erkalten, um die Soße dann von überschüssigen Fett zu befreien.
Mein Dummerjan zieht indes mit seiner bunten Schar zum Königsschloss. Die dort lebende Königstochter hat das Lachen verlernt, der König hat sie demjenigen zur Braut versprochen, der sie wieder zum lachen bringen kann.
Als sie den lustigen Zug sieht, lacht sie aus vollem Herzen.
Nun bricht der König sein Versprechen und stellt dem Dummerjan, der ihm nicht gut genug ist, drei Aufgaben.
Er soll riesige Mengen Essen verzehren, einen Keller voller Wein leer trinken und ein Schiff bauen, welches zu Wasser und zu Land fahren kann.
Mit Hilfe des Waldmännleins löst der Dummerjan die Aufgaben.
Nun ist der König zufrieden, es wird gehochzeitet und der Dummerjan wird König.
Ende gut alles gut.

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Bei meinem Gänsebraten noch nicht.
Nachdem das Fett abgeschöpft ist, passiere ich die Soße durch ein Sieb um den Beifuss zu entfernen und die Apfelstücke zu pürieren. Sie geben einen guten Beigeschmack. Die Keulen kommen wieder für eine knappe halbe Stunde in den Backofen,  bis sie knusprig braun sind.
Köstlich sehen sie aus.

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Zum Verspeisen lade ich mir meinen Jüngsten in’s Haus, der, wie es das Geschick will, auch Jan heißt und genauso wenig dumm ist, wie der zum Teilen bereite und dafür reichlich belohnte, Dummerjan es im Märchen war.
Weil ich das so fein erzählt habe gibt es zum Nachtisch Marzipan – Schokoladen – Eis.

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Himmlisch.
Für alle die nachlesen möchten, führt über dem Artikel ein Link zum Märchen aus der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm.