Monatsarchiv: Juli 2018

Blick in den Wandel

1.Aprilaugust 2018

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Das Lied zum Tag

Das Lied zum Tag

Blick in den Wandel – Juli 2018

Juli 2018

Zum Tag

Gestern am Abend ein kurzer Regen, Hoffnung bringt er mit.

Zwei Mal in der Woche kann unsere Schaukelinhaberin ihr Blumenfeldchen beernten, stolz trägt sie ihre bunten Schätze, stellt sie auf ihren Platz am Esstisch.

Gurken und Tomaten vertragen sich in einem Gewächshaus nicht. Mein Mann hat eine Lösung gefunden. Hinten stehen die Gurken, vorn die Tomaten. Dazwischen befindet sich ein Plastikvorhang, mit Klammern verschlossen. So können wir gut giessen und die Gurken haben das von ihnen gemochte, feuchte Umfeld, während die Tomaten trockenere Luft haben. Eine besonders schöne Gurke pflücke ich als unsere Mädels uns besuchen. Sie verschmausen die Hälfte davon sofort, unserer Guggi läuft der Gurkensaft über die kleinen Fingerchen…so eine Freude.

Ab August wird sie die ersten Stunden zur Tagesmama gehen, auf den selben Bauernhof, auf dem schon die Schaukelinhaberin war. Darüber bin ich glücklich, besser kann die Kleine nicht untergebracht sein.

Noch grüne Tomaten versprechen reichliche Ernte, bald gibt es Relish und Salat davon.

Trotz der Hitze liegt für mich schon Herbst in der Luft. Was machen wir nur im Winter ohne den Garten? Ganz klar…Feuer im Kamin. Mein Mann hat mit seinem Holzwerbeschein schon gefallene, oder kranke Bäume im Wald erworben. Nach und nach holt er sie heim zu uns.

Alles hat seine Zeit.

Das Lied zum Tag

Reinhard Mey, Mein Testament

Kaltes für Heißes – Meeresfrüchtesalat

Irgend etwas muss man auch bei diesem heißen Wetter essen. Frisch möchte ich es und leicht.

Meeresfrüchte scheinen mir ideal, dazu frische Zutaten aus dem Garten, zubereitet in meiner schattigen Wohnküche, deren Rollo’s momentan fast ganztags geschlossen bleiben.

Es braucht für meinen Meeresfrüchtesalat:

1 Glas sauer in Öl eingelegte Meeresfrüchte

1 Freilandgurke

1 Stengel Borretsch

2 Anchovies

2 getrocknete Tomaten

1 Zehe Knoblauch, gepresst

weissen Balsamico

Olivenöl

Salz/Pfeffer

Puderzucker

Die Zubereitung ist einfach und dauert keine 10 Minuten.

Geschält ist die Freilandgurke leichter verdaulich, ihre Schale knackt zwar beim Hineinbeissen herrlich, ist für den Salat aber zu hart. Ich schneide sie in kleine Würfel. Etwas von dem Öl, in das die Meeresfrüchte eingelegt waren habe ich in die Schüssel getan, dann die Tierchen selber und die geschnittene Gurke.

In Öl eingelegte, getrocknete Tomaten geben zusätzlich Aroma und kommen, klein geschnitten, mit hinein.

Gepresste Knoblauchzehe gebe ich dazu und zwei in Ministückchen zerlegte Anchovies.

Besondere Frische bringt Borrteschkraut, auch unter dem Namen Gurkenkraut bekannt. Seine Blätter schneide ich mit der Kräuterschere, die Knospen und Blüten zupfe ich ab und gebe sie dazu. Die Blüten sind lecker und ein wundervoller Farbtupfer im Salat. Kleine Knospen des Krautes eignen sich hervorragend dazu, als Kapernersatz eingelegt zu werden. Ich liebe dieses kornblumenblau blühende Gewürzkraut genauso wie die Bienen und Hummeln es tun. Borretsch ist ein Heilkraut, dazu ein ander Mal mehr.

Etwas Olivenöl gebe ich dazu und ganz wenig weissen Balsamico. Mit Salz, Pfeffer und Puderzucker schmecke ich ab und stelle den Meeresfrüchtesalat kühl.

Mit Brot ist er eine ausreichende Sommermahlzeit. Bei uns gibt es ihn am Abend mit gegrillten Lachs und Schmortomaten.

Garniert habe ich meine säuerlich, würzige Erfrischung mit Borretsche- und Taglilienblüten. Meine Kapuzinerkresse muckert in diesem Jahr, die Blüten der Taglilie sind guter Ersatz und schmecken ähnlich der Kapuzinerkresse, nur fester und weniger scharf.

Im Garten ist es am Abend schattig und wir geniessen unseren Schmaus.

Sonntagsmärchen

Die Leute im Wippertale sagen, es liege ein Königreich in dem Berge, darauf die Arnsburg stand, oder so viel des Goldes und der Kleinodien, daß damit eines Königsreiches Wert erlangt würde. In zwei steinernen Kisten wäre das alles wohl verwahrt. Nach diesem großen Schatze trugen viele schon Verlangen, unter andern auch eine Gräfin von Schwarzburg. Sie hatte einen Burghauptmann, der ein überaus kluger und weiser Mann war. Er besaß den Erdspiegel, in dem sich alles zeigte, was sich im Innern des Erdreiches und der Berge an edlen Metallen und vergrabenen Schätzen befand. Mit diesem Erdspiegel kam er auf die Arnsburg und sah die Kisten deutlich stehen, merkte aber auch, daß der Schatz so versetzt war, daß es allzu viele Seelen kostete, wenn man ihn heben wollte. Deshalb stand die fromme Gräfin von ihrem Vorhaben ab; die Seelen blieben unverloren und das Königreich im Berge ungefunden. – Den Erdspiegel zu gewinnen, war nicht leicht. Das zeigt die Geschichte eines Mannes aus Salzungen, namens Adam. Er kaufte sich einen kleinen Spiegel mit einem Schieber, ohne beim Krämer zu handeln oder zu mäkeln, und bewahrte ihn bis zum günstigen Zeitpunkte auf. Endlich starb eine Wöchnerin, die am Karfreitag beerdigt -wurde, und nun konnte er ans Werk gehen. Nachts mit dem Glockenschlag elf stand er am Kirchhof, zog die bloßen Füße aus den Pantoffeln, ließ den Mantel zur Erde fallen und schwang sich nackt, den Spiegel in der Hand, über die Mauer. Erreichte das frische Grab der Wöchnerin und arbeitete den Spiegel im Namen des dreieinigen Gottes hinein und zwar das Glas dem Sarge zugekehrt. Mühseliger war sein Rückweg, da er beim Gehen das Grab immer im Gesicht behalten mußte. Doch erreichte er glücklich die Mauer und bald darauf auch seine Wohnung. Als er am dritten Abend wieder beim hellsten Mondschein den Kirchhof in derselben Stunde betrat, war um ihn plötzlich schwarze Nacht, dann und wann von grellen Blitzen durchzuckt. Auch vernahm er ein unheimliches Geräusch, als ob jemand vor ihm mit einem Besen den Erdboden fege, um ihn von dem Grabe der Wöchnerin abzuleiten. Doch ließ er sich durch das alles nicht irre machen, fand nach einer Weile das Grab und zog, diesmal aber in Dreiteufels Namen, den Spiegel wieder heraus, drückte ihn sorgfältig mit dem Glas auf seinen Leib und trat in gewohnter Weise den Rückweg an. Der Böse suchte ihn zu hindern und den Spiegel zu vernichten. Braun und blau geschlagen, dankte der Mann dem Himmel, als er wieder jenseits der Kirchhofsmauer stand. Doch hatte er nun einen Erdspiegel und wurde durch denselben bald einer der gesuchtesten weisen Männer der Gegend. Keine Hexe, kein Dieb war sicher vor seiner Kunst. Er konnte sie und noch viel mehr in seinem Erdspiegel erblicken.

Streng geheim

Kind bin ich geworden in den letzten Wochen.

Barfuss laufend, Erde wahr nehmend, auch verbrannte.

Bewusster Umgang mit dem wertvollen Gut Wasser. Überreichlich den Vögelchen davon anbietend.

So diesen Sommer geniessend, wieder lernen zu hacken, vor dem Gießen, um nichts zu verschwenden.

Schau dir „Söhne Mannheims – Und wenn ein Lied // Waldbühne Berlin 2009 [Live]“ auf YouTube an