Schlagwort-Archive: Alltag

Zum Tag

Auf Arbeit eine nervige Kollegin. Beschwert sich starkhals, dass ich zu laut dienstlich telefoniere. Sie stört das beim privaten Simsen…orrrr. 

Frühlingssonne macht das sofort nach Arbeitsende wett. Die Schaukelinhaberin hole ich aus dem Kindergarten ab. Schneeglöckchen sehen wir noch keine. Bald.

Zum Tag

Eisig ist es draußen. Allerorten rodelnde Kinder. Mit Handschuhen die nicht wie unsere früher selbstgestrickt sind, beim Nachhause gehen längst zu Eis gefroren waren. 

Das Jahr läuft kalt an, der Schnee tröstet darüber hinweg. Warme Blicke nach drinnen schützen über den Alltag, der mehr gefrieren lässt als Eis.

Das Letzte vom Tag

Das Kleinunternehmen, für das ich arbeite, hat insgesamt 115 Mitarbeiter, verteilt auf 6 Filialen.
Wir sind die Einzige in den neuen Bundesländern.
Vor 2 Jahren hat uns ein mittelständischer Verlag aufgekauft.
Das Unternehmen ist gut situiert.
Mit der Einführung des Mindestlohnes rauschte die Chefetage an.
Unsere Arbeitszeit wurde, bei Anforderung gleichbleibender Leistung, soweit herabgesetzt, dass die Zahlen auf dem Gehaltszettel gleich blieben.
Heute ein erneuter Besuch der Geschäftsleitung.
Nach 15 Jahren bekommen wir nun neue Stühle.
Die alten Stühle waren vorher aus einem abgelegten Büro übernommen wurden.
Die Neuen werden im blau-gelben Möbelgeschäft gekauft.
Allein die Übernachtung der beiden Führungskräfte kostet die Hälfte des Neuerwerbs der Stühle.

Unterm Dach haben sich Schwalben eingenistet.
Machen wir’s den Schwalben nach…baun wir uns ein Nest…

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Das Letzte vom Tag

Beim Frühstück sagt der Gärtnergatte einen Satz, der mir tagsüber nicht aus dem Kopf geht.
Sinngemäß war er: “ Unser alltägliches Leid, kann mit dem Leid der Flüchtlinge  nicht verglichen werden.
Er hat ihn irgendwo gelesen. Das er ihn mir erzählt zeigt, dass er ihn beschäftigt.
Morgens bin ich müde. Nicht mehr.
Deswegen sage ich dazu nicht viel.
Aber er lässt mich nicht los, dieser Satz.
Für mich stimmt er nicht.
Leid lässt sich nicht kategorisieren.
Am Tag ergibt sich bei der Arbeit ein Gespräch mit einer mir fremden Frau.
Die 65jährige hat vor kurzem durch eine heimtückische Krankheit ihren 37jährigen Sohn verloren.
Ihr Herz ist voller Leid. Es fließt aus jedem der vielen Worte, die sie verliert.
Leid ist immer gleich stark oder schwach. Egal wem es in welcher Situationen trifft. Vielleicht gibt es Abstufungen in der Stärke…
Während mir all das durch den Kopf geht, liege ich in meiner, mit wohltemperierten Wasser gefüllten, Badewanne. Der Duft der im Wasser gelösten Öle beruhigt und mein Blick kann frei in den Garten fallen.
Ich sauge all das in mich ein, um gewappnet zu sein und wach.
Wenn das Leid kommt.
Das Anderer oder das Eigene.

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Das Letzte vom Tag

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Ach ja. Ich werde älter. ..und vergesslicher…
Da lege ich beim diensttäglichen Morgenputz einen Zahn zu, um Zeit für einen Abstecher in die Pafümerie zu schinden…
Klappt auch alles hervorragend und ich bin 10 Minuten bevor der Bus abfährt an der Haltestelle.
Zeit genug, mich in die warme Sonne zu setzen.
Der Bus fährt wie immer 5 Minuten vor der vollen Stunde los. Er dreht eine kleine Stadttour und kommt dann genau 00 zur Haltestelle zurück.
Heute nicht.
Wahrscheinlich hat mich die Fahrerin übersehen, obwohl ich längst am korrekten Platz stehe.
Ach ja.
In meine Handtasche schauend, stelle ich fest: ich habe mein „Begleitmich“, das ist mein Handy, vergessen.
Ach ja.
Zeit habe ich nun genug, ich laufe also den gerade erklommenen Berg wieder runter, hole mein Handy und laufe die gute 1000 m lange Strecke zum dritten Mal.
Ach ja.
Den nächsten Bus habe ich durch meinen Morgensport auch noch verpasst.
Ach ja.
Fahre ich eben mit der Bahn.
Auch gut, den verpassten Einkaufsbummel hole ich nach.
Vergesslichkeit macht sportlich…
Ach ja.
Der Blick aus dem Zugfenster ist wie immer.
Umwerfend.
Ah! Ja!

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Das Letzte vom Tag

Wenn du jung bist und hundemüde und hast eine kleine Tochter…
Schaff‘ sie zu deiner Mutter und erhol dich.
Wenn du älter bist und hundemüde, hol dir deine kleine Enkeltochter, sie lacht dir die Müdigkeit weg.
Wenn du alt bist und hundemüde, lad dir deine Tochter, Enkeltochter und Urenkeltochter ein. Sie werden dir die Zeit vertreiben und du vergisst die schlaflose Nacht, die das Alter manchmal mit sich bringt.
Wenn ihr nah beieinander wohnt, trefft euch und verbringt einen gemeinsamen Nachmittag.
Alle vier haben wir den Nachmittag bei meiner Frau Mutter genossen.
Die Schaukelinhaberin hat uns für diese kurze Zeit mit Purzelbäumen und Lachsalven in ihre heile Welt mitgenommen.
Dafür haben wir sie mir ihrer Lieblingsleckerei versorgt…

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…es gibt nicht viel, dass sie mehr liebt als Cremefrösche mit Schokoladenüberzug, selbst wenn die ein leichtes Matschauge haben.
Na ja, ihre Mama vielleicht, aber die darf dann auch den Rest essen.
Bevor es nach Hause geht, gibt es einen Abstecher zum Lieblingsspielzeug.
Groß ist sie geworden unsere Kleine,
noch größer will sie sein…
Ganz alleine schafft sie die Schaukelstange nicht hoch…
Wenn du ein Mann und hundemüde bist, vergisst du das für den Moment, in dem du deiner Enkeltochter hilfst, über sich hinauszuwachsen…

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…und tust es selbst dabei.