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Zum Tag

Mit Nebel beginnt kühl das Wochenende. Gestern Abend habe ich Hefeteig angesetzt, zum Frühstück gibt es Mohnzöpfe, watteweich und ofenwarm. Lächelgedanken dabei an die Schaukelinhaberin…Oma, ich kann aus drei Strängen Zöpfe flechten…

Es wird milder, Sonnenfinger streicheln seelenzart. Erstes Sitzen im freien Gartenraum. Weinblätter leuchten von der Hauswand, trösten über den Verlust der Rhododendronsterne, die braun verfroren, glanzlose Vorsicht anmahnen.

Zum Tag

Zwischen frisch geschnittenen Hecken den Gang zum gefegten, wiederbelebten Lieblingsplätzchen geschlendert.

Tief die milde Frühlingsluft eingeatmet, dem Summen der Bienen gelauscht und einem einzelnen Zitronenflaterding begegnet. Sich öffnende Blüten bestaunt und die sich in Hoffnung schwelgenden bewundert.

Gutes geschmaust,

Altes erneuert.

Gelebt und wieder gelacht 

Zum Tag

Heiß und trocken flirrt endlich der Sommer, färbt die Hollunderbeeren schwarz. Am Sonntag verwandle ich sie in Eis und Gelee, juchhej.

Morgen die Altenhainer Weißbiermeile…10 km Lauf für meinen hitzestabilen Gärtnergatten. Das erste Mal wird die Schaukelinhaberin bei der Zwergenmeile starten. Beiden werde ich Weißbier trinkend zujubeln…alkoholfrei und im Schatten.

Das Letzte vom Tag

Am Morgen läuft gleich 2x hintereinander die Eismaschine. Ich brauche eine größere Menge als üblich.
Himbeerrot leuchtet mir bald ein Sorbet entgegen.
Am Montag nehme ich es mit auf Arbeit, es ist meine Urlaubsrunde.
Die Mädels freuen sich darauf genauso wie ich mich auf meine freien Tage.
Nebenbei bereite ich alles für die Sommerküche vor.
Ein Schauer jagt den anderen.
Ob sich das noch ändert?
Tut es.

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Von Männertreu und Maitagen

Warme, erdige Luft gemischt mit dem Duft vielerlei Blüten dringt mir entgegen, als ich am Morgen den kleinen Gartenbaubetrieb meiner Stadt betrete.
Männertreu will ich kaufen, ohne ihn wird es für mich nicht Sommer.
Vielerlei bietet der sehr gern plaudernde Chef des Familienbetriebes. 4 kleine Pflänzchen hat er noch für mich, keinen hängenden Männertreu. „Zu teuer für mich, die Leute kaufen dann nicht“ entschuldigt er sich. Dafür hat er marokkanische Minze und eine herrlich große Ananasminze, die ich ihm gern abkaufe. Von seinen Rosen schwärmt er mir vor. Im Herbst veranstaltet der kleine Betrieb jährlich eine Rosenschau, bei der es selbst gemachte Rosenbowle gibt. Selten bin ich dann bei ihm Gast, zu viel Gedränge meide ich gern.
Eine seiner schönen Rosen, eine gelbe Buschrose, nehme ich für meine Schwester mit, für mich noch gelb rankende Minipetunien.

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Mir selbst reicht meine Kletterrose. In diesem Jahr hat sie einen dicken neuen Austrieb und unzählige Blütenknospen.
Eine andere Gärtnerei hat meinen gewünschten hängenden Männertreu und so schöne Erbeerpflanzen, dass ich schwach werde und 3 Stück mitnehme.
Im Garten wuchsen früher, als die Großeltern noch lebten, unzählig viele davon. Damit besserten sich meine Großeltern ihr Einkommen auf. Die süßen Früchte verkauften sie an einen befreundeten Konditor.
Die riesige Erdbeerplantage in meinem Garten gibt es lange schon nicht mehr.
Ein paar Zeilen wird es demnächst wieder geben, damit meine Schaukelinhaberin sonnenwarme, selbst gepflückte Erdbeeren ernten kann.
Zu Hause breite ich meine Schätze aus.
Mein Gärtnergatte baut mir einen Hochtisch, damit ich den Rücken nicht so oft beugen muss.

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Mir wird behaglich bei dem Gedanken, den ganzen Tag pflanzen zu können.
Meine Fensterkästen sind bald befüllt.
In Gedanken sehe ich schon die üppig blühende Pracht.

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Die Erdbeerpflanzen stelle ich in einen Topf gepflanzt ans Lieblingsplätzchen. So kann ich sie mit der Schaukelinhaberin, an unserem liebsten Ort sitzend, gemeinsam naschen.

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Das kleine Fenster am Vorhaus hat als einziges noch keine Blumenkastenumrandung.
Mein geschickter Gärtnergatte baut sie mir.

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Später, während ich weiter mit meiner Pflanzerei beschäftigt bin, liegt er träumend in der Sonne.

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Ich habe es gern, wenn ich ihn ihn meiner Nähe habe und weiß, dass er sich wohl fühlt.
Das Lieblingsfenster hat sein grünes Kleid aus Weinblättern angezogen. Bald wird blau der Männertreu dazwischen ranken.

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In allen Blumenkästen habe ich Kräuter zwischen den Blumen. Hier zieht der zitronige Geruch der Duftgeranie durchs geöffnete Fenster, im anderen Blumenkasten hat die marokkanische Minze über den Sommer ihren Platz gefunden. Im Herbst wird sie umziehen ins Kräuterbeet.
Am Weg zur Terrasse treiben die Hortensien nun das zweite Jahr. Im vergangenen Frühjahr sind sie während der Eisheiligen erfroren und trieben nur spärlich aufholend aus.
Dieses Jahr stehen sie gut. Veilchen und Himmelschlüsselchen setzt ich zwischen sie. Die Himmelschlüsselchen habe ich aus dem Hofgarten der Eltern mitgenommen, als sie umziehen mussten. Inzwischen haben sie sich so vermehrt, das ich beginnen kann, sie überall im Garten zu verteilen. Ein Lungenkrautsenker findet Platz und Lavendel.
Narzissen und Hyazinthen aus dem Frühlingskasten der Frau Schwiegermutter habe ich dazwischen gesteckt.
In der Mitte ist ein guter Ort für die Ananasminze.
Gelbe und orange Ringelblumensamen verteile ich in alle Zwischenräume, beim Wäsche aufhängen habe ich dann fröhliche Grüße von ihnen.

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Sonnig und heiter vergeht der Tag darüber.
Für den Abend, der so warm ist, dass wir draußen sitzen können, hat mein liebes Töchterliesel uns alle zum Italiener eingeladen.
Vergnügt, beeinander zu sein schmausen wir bestens.

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Den gut gelaunten Gästen bietet sich ein heiteres Schauspiel.
Eine Gruppe junger Männer feiert Junggesellenabschied.
Sie kommen lachend und sichtlich angeheitert an die Tische und sammeln Münzen in einen Hut. Dafür, so ihr Versprechen, werden sie uns gleich erheitern.
Das tun sie wahrhaftig. Der Bräutigam zieht sich (fast) aus und ein Baderöckchen an und ertaucht unter dem Applaus aller die von seinen Freunden in den Brunnen geworfenen Münzen.

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Fröhlich zieht die lustige Truppe dann weiter. Weit werden sie nicht mehr kommen.
Einen guten Tag hat er mir geschenkt – dieser leuchtend grüne Mai.

Das Letzte vom Tag

Die gesamte Sippe ist auf Reisen.
Eine Familienfeier im fernen Frankfurt ist der Grund.
Der Gärtnergatte und ich bleiben als Einzige daheim und reiben uns die Hände.
Ein ganzes Wochenende nur für uns zwei. Juchhu!
Wenn da nicht der Störteufel wäre…
Mein automatisch gesteuertes Außenrollo sagt nichts mehr. Gar nichts mehr.
Wollen wir nicht im Dunkeln sitzen, muss der Gärtnergatte ran und dem Abhilfe schaffen.
Statt trautem Kuscheln also pochen, hämmern, bauen. Gelegentliches fluchen ist auch dabei.
Da ist er…mein Termirollotor…

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Tagesgedanken

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Still ist es im Haus und warm.
Emsig fliegen vorm Fenster allerlei Vögel, sich ihre Frühstückskörnchen zu holen.
In all ihrer Geschäftigkeit vermitteln sie Ruhe.
Einfach ist ihre Welt.
Futter besorgen, Brut aufziehen, überleben.
Das unterscheidet sich nicht von menschlichen Bedürfnissen.
Ruhig wäre es in der Menschenwelt, bliebe es dabei. Wir kriegen den Hals nicht voll…meine Auto, mein Haus, mein Boot…
Die Medien verbreiten dieses Bild vom vermeintlichen Glück schnell und weit, andere wollen auch ein Stück vom Kuchen und streben dem gelobten Land entgegen…
Im Garten weht ein starker Wind, er trocknet den schneegetauten, nassen Boden.
Hinter den Wolken bricht eine strahlend klare Fastfrühlingsonne durch.
Meinen Rosmarin bringt sie zum Blühen.
Manchmal wünsche ich mir das Leben leichter – mit klaren Ansagen – so wie in Kinderliedern.


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Das Letzte vom Tag

Freitagabend

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Das Letzte vom Tag

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Heute morgen Punkt 8.00 Uhr, die Sonne flutet gerade gleißend über das Frühstück, steht der vom Kundenservice gesandte Fahrer vor der Haustür, holt mein defektes Smartphon  und bringt Ersatz, der akzeptabel ist.
Klasse Service, wirklich.
Heiter geht der Tag weiter, milde Spätsommerwärme treibt die Kinder in den morgendlichen Garten, der unter reinstem Himmelblau liegend, geradezu verlockend wirkt.
Der Apfelkuchen ist noch nicht gebacken, sie müssen morgen wiederkommen.
Die dafür eingesammelten Äpfel knacken beim schälen auseinander das es nur so spritzt und verströmen ihren reifen Herbstduft.
Gegen Abend bleibt es mild, doch Regenwolken lassen den Eindruck von Herbst, den die sich schon rot färbenden Blätter des wilden Weins bringen, noch wachsen.
Mit einem Stück warmen Apfelkuchen im Magen lässt sich der Regen gut aushalten.
„Oma und Opa sitzen in ihrem Garten unterm Apfelbaum“ hat die Schaukelinhaberin mit ihrer Mama aus Legosteinen gebaut.
Für mich ein beruhigender Gedanke, dass sie uns so sehen.

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Das Letzte vom Tag

Ich verstecke mich einfach.
Im Haus ist es noch relativ frisch, durch die halb geschlossen Fensterläden goldflittert das Sonnenlicht und zaubert Muster, die nicht an die Schönheit arabischer Fenster heranreichen, mir jedoch die Erinnerung daran schenken.
Am zeitigen Morgen bin ich durch’s kaum taufeuchte Gras gelaufen und habe mit Wassergaben versucht den Pflanzen Mut zu machen. Die meisten halten durch.
Ein freundlicher Nachbar teilt seinen Überfluss und bringt

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Spillinge – daumenkopfgroße, wilde Pflaumen. Der Baum blüht im Frühjahr als erster, jede seiner tausenden von Blüten ist eine Frucht geworden. Als ich ihm ein Glas von der daraus gemachten Marmelade zum Dank bringe, pflückt er noch immer die duftenden Sommergaben.
Mein schattiges Versteck wird zur Leckerhöhle, vor der Marmelade mache ich Haselnusseis.
Es gelingt nicht sofort, erst nachdem ich die Masse nochmal der Eismachine entnommen habe und sie glatt siebe, wird im 2.Anlauf ein cremiges Nusseis, das heute unser Mittagessen ist. Das ausgiebige Wochenendfrühstück sättigt bei dieser Hitze lang.

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Da ich gerade so schön im Kochflow bin, bereite ich für morgen das Mittagessen vor, so kann ich den Sonntagmorgen verbummeln. Wie meine Mutter habe ich bei der Küchenarbeit kein Radio an, sondern singe mir selbst was. Die Texte der Volkslieder – die ich der Schaukelinhaberin beibringen will –  müssen aufgefrischt werden. Der Schwarzbiergulasch mischt seine deftigen Aromen mit denen der Marmelade und der Nusseismasse, eine Geruchs-Berg-und Talbahn!
Draußen bewegen sich die Temperaturen im 35 Grad Bereich und sonst nicht viel.
Ein Mittagschlaf und mein Bad – in Meersalz mit Wildrosenblüten parfümiert – halten mich frisch.
Der Abend wird entspannt und kühlt mich weiter ab. Wir fahren an die nahegelegene Talsperre – dem Kinderwochenendparadies des Gärtnergatten.
Das Wasser schenkt mir Gelassenheit.

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Wir werden noch Freunde – die Hitze und ich!

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