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Zum Tag

In der alte Heimatstadt gewesen, den Brunnen – geliebter Treffpunkt – besucht, kein Geldstück hineingeworfen, immer werden wir zurückkommen.

Kindheitslieblingsläden stehen noch mit altmodisch deutschem Schriftzug darüber. Kein Fun, kein to go, einfach Süßwaren. Beruhigend.

Heimat

Weich wiegt im Wind Schilf sich, streckt Blüten in die klare Luft,

Johanniskraut strahlt hellstes Gelb aus,

schwarz antworten die Beeren. Dunkel leuchten Trauben aus einem Grün, das immer blasser wird,

Äpfel säumen alle Wege.

Im Gras verstecken sich Mücken,

bis flirrend Sonne sie weckt. Knollen haben ihre Zeit gehabt, trocknen dem nächsten Jahr entgegen.

Aus gelichteten Rabatten lilat es heiter,

ein Häher brachte einen Baum der seinen Vornamen trägt,

seine Eicheln werden fallen, wenn ich lange nicht mehr bin.

Noch offenene Fenster lassen Herbstluft ins Innere, bis der kühle Abend sie schliesst.

Schätze…

…finden sich allerorten.

Nicht in überfüllten Einkaufscentern, Erlebnis- und Bespassungsparks, in denen die Fantasie der Kinder keinen Raum hat, eigene Gedanken zu entwickeln. Nicht mehr als einen autofreien Platz zum Laufen brauchen sie.

Türen in vergangene Zeiten, die ermöglichen in der neuen Zeit bewusst Fuß zu fassen, mit dem Wissen um gestern und der Freude auf morgen.

Kinderglück nicht im drehenden Rummel von Disneyfiguren, sondern auf Treppen, auf denen Aschenputtels Schuh liegen könnte.

Überschäumende Freude und handwerklicher Meisterleistung,

laufen auf Steinen, von denen jeder einzelne Geschichte(n) erzählen kann.

Fassen die Schönheit eines heißen Sommertages am geschützten Ort.

Schätze finden und bewahren.

Im Heute und im Gestern…

…nein nicht im Morgen, die Zukunft macht mir keine Angst, aber Sorgen.

Zu viele Warnschüsse, zuviel beharren auf der eigenen Meinung. Austausch finde ich wichtig, bedeutend scheint mir –  das Korregieren von Fehlern zulassen zu können. Das wird auch weiterhin Zukunftsmusik sein, oder? Bleibe ich also im Heute in meinem Leben.

Mit dem Garten haben wir uns ein Stück “ angekommen sein “ geschaffen. Er wächst langsam aber stetig. Neues kommt hinzu, so mein diesjähriges Geburtstagsgeschenk des Gärtnergatten…ein grüner Blumentopf, den ich mir schon lange wünsche. Gefüllt ist er mit dem Hinweis, die Pflanze dafür möge ich mir selbst aussuchen.

Sofort weiß ich, was ich mag…eine gelbe Rose. Keine stolze Edelschönheit, eine buschig blühende, duftende Rose wünsche ich mir. Also fahren wir in meine Lieblingsgärtnerei. Ein altes Ehepaar bewirtschaftet sie gemeinsam mit ihrem Sohn. Hier gibt es keine Schließzeiten. Die Familie lebt in und für ihre Gärtnerei. Geöffnet ist von Montag bis Sonntag, auch an Feiertagen. Drei Tage im Jahr ist lediglich geschlossen. Vor so viel Liebe zum Beruf habe ich Respekt. Alle seine schönen Rosen zeigt mir der Gärtner, erklärt genau ihre Vor- und Nachteile, ihre Ansprüche und Besonderheiten. Ich entscheide mich wieder für die Buschrose Lucia, die ich vor kurzem schon für meine Schwester hier gekauft habe.

Die Lichtbringerin – das ist ein guter Name – nicht nur für eine Rose. Beim Verlassen der Gärtnerei zeigen die beiden Leutchen uns ihre riesige Königin der Nacht. Mehrere Blüten hat sie angesetzt, wir werden eingeladen, sie zu bestaunen, wenn es soweit ist. Ich glaube nicht, dass wir der Einladung folgen. Menschenaufläufe, gleich welcher Art, sind nicht meins.

Von diesem ruhigen Ort fahren wir zu einem noch stilleren. Die Anderen besuchen, die die nicht mehr bei uns sind, aber in meinen Gedanken immer anwesend. Meinen Vater, meine Großeltern, meinen Stiefvater. Manchmal fehlen sie mir körperlich.

Weite Alleen alter Bäume gibt es, sie öffnen sich und meine Gedanken. Als wäre der Herr der Gläubigen nur noch hier bereit Stille zu schenken, breitet er seine Arme aus. Mir scheint nur für die Toten, nicht für die Lebendigen.

Im Schatten einer Tanne haben sich alle meine Lieben versammelt und warten auf mich, die ich regelmäßig, aber selten, zu ihnen komme.

An Sonnenblumen fehlt es auf den reich mit Blumen bedeckten Gräbern. Eine lasse ich zurück und gehe zu den Lebenden. Mein Garten ist meine eigentliche Heimat, nicht das Haus, nicht die Stadt in der ich lebe. Das ist seit meiner Kindheit so.

Die Lichtbringerin findet ihren Platz im Topf. Auch wenn sie nicht in voller Blüte steht, wie es die Rosen beim Jedermanngärtner tun, weiß ich sicher, dass die liebevoll gezogene Pflanze das nachholen wird.

Sie wächst der Sonne entgegen.

In welche Zukunft?

Heimisches

Die eigene Heimat hat für jeden das Fundament der Erinnerungen und des sich dazugehörig fühlens.

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Meine, im Vorerzgebirge gelegene, zeigt landschaftliche Schönheit und natürlich regionale Spezialitäten.
Einfache, sättigende Küche, die Mägen der Berg- und Industriearbeiter der vergangenen Zeiten füllend.
Einige Gasthöfe erinnern sich und bieten sehr gute, regionale Gerichte und Übernachtung, bei denen das Preis – Leistungs – Verhältnis nicht unter der Einführung des Euros gelitten hat.
Gestärkt und ausgeruht laden Wanderungen durch Sachsens Berge und Täler in die Natur.
Im Flöhatal, nahe der Augustusburg, findet sich im kleinen Ort Falkenau ein solcher Gasthof.
“ Zur Falkenhöhe “ bietet beste Küche, bequeme Übernachtung und aufmerksamen Service in Gaststube, Wintergarten und Veranda.
Der Inhaber ist der Chefkoch selbst und er versteht sein Handwerk.
https://www.hotel-falkenhoehe.de/
Von den Außenplätzen, die mit den ersten Sonnenstrahlen zu nutzen sind,
fällt der Blick frei und weit in’s Flöhatal.

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Im Untergeschoss des Hauses an der Außenseite findet sich ein Forellenbasin, die Fische landen nach Wunsch des Gastes frisch in der Pfanne.
Wir zählen die Fischlein wenn wir kommen und sind froh, wenn deren Anzahl noch genauso groß ist, wenn wir gehen.
Alle Speisen werden frisch und aus regionalen Zutaten bereitet, die Preise liegen in einer erschwinglichen Höhe.
Keine ellenlange Speisekarte wartet hier, sondern eine kleine, feine Auswahl erzgebirgischer Gerichte, ergänzt um einige Küchenklassiker.
Mein Urteil über Gasthöfe beginnt nicht mit der Sichtung des Toilettenpapiers, sondern mit der Schau der Blumen.
Hier stehen immer frische auf dem Tisch und die Blumenkästen an den Fenstern sind zu jeder Jahreszeit auf’s Liebevollste dekoriert.
Eines meiner Lieblingsgerichte findet sich auf der Karte…Buttermilchgetzen.

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Hier im Tiegel gebraten, anstatt in der Auflaufform, geschmacklich großartig.

Für einen Buttermilchgetzen braucht es:
1 kg Kartoffeln, roh und feingerieben
1/2 kg Kartoffeln, gekocht, gerieben (oder durch die Kartoffelpresse gedrückt)
500 ml Buttermilch
100 g Speck
1 Ei
Salz

Die rohen Kartoffeln sehr fein reiben und mit den gekochten, abgekühlten Kartoffeln vermischen. Die Buttermilch in die Kartoffelmasse geben und das Ei, alles zu einem glatten Teig verrühren und kräftig salzen.
Den Speck in feine Würfel schneiden und in einer Auflaufform auslassen. Etwas Lein- oder Rapsöl dazugeben und die Kartoffelmasse darauf geben.
Im Backofen bei ca.200 Grad Umluft eine knappe Stunde backen, bis die Kruste knusprig braun ist.
Dann mit dem Messer Scheiben abstechen.
Bei uns hier werden die Scheiben mit Zucker bestreut und Apfelmus dazu gereicht. Das kann aber auch, wie von mir, weggelassen werden.
Solche Gerichte verspeisten die im Kalkbruch arbeitenden Männer gern, genauso wie ihre fleißigen Frauen und hungrigen Kinder.
Sie sind wohlschmeckend und sättigend.
In dem ursprünglichen Waldhufendorf Falkenau wurde seit 1453 Kalkstein gebrochen.
In geringen Mengen wurde im Zechengrund Falkenau auch Kohle und Silber gefördert.
Zwischen 1586 und 1588 lag die Fördermenge an reinem Silber bei 120 kg.
Die Silbergruben trugen Namen wie “ Beschert Glück „, “ Junger Fürst zu Sachsen “ …
In den nachfolgenden Jahrhunderten ging die Ausbeute deutlich zurück.
Bis 1842 als letzte Grube die “ Hilfe Gottes “ ausgelassen wurde, waren über den gesamten Zeitraum bis dahin nur weitere 250 kg Silber gefördert worden.
In der 2. Hälfte des 19.Jahrunderts ernährte eine Baumwollspinnerei die Menschen.
Wanderungen in die nähere Umgebung führen in die verwitterten, sehenswerten Kalkbrüche.
Auch das Gebäude der Baumwollspinnerei steht noch, die Wende hat der Betrieb, wie so viele andere, nicht überlebt.
Die Schwedenlöcher im Schweddytal sind einen Ausflug wert.
Im 30jährigen Krieg sollen sich Bürger in den Kalklöchern vor den Schweden versteckt haben, daher der Name.
Der abgebaute Kalk diente zur Ausbesserung der Chemnitzer Stadtmauer, auch auf dem nahegelegenen Jagdschloss Augustusburg wurde er zu dessen Erbau verwendet. 

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Sehenswert ist auch die unter Denkmalschutz stehende Eisenbahnbrücke in der Hetzdorfer Schweiz das Hetzdorfer Viadukt.

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( Foto: Stadtführer der Stadt Oederan )

Im Sommer finden die müden Füße Abkühlung in einem kleinen, im Wald gelegenen Naturbad, das aus einer kühlen Quelle gespeist wird.
Weiterwandern lohnt sich.
Nicht weit entfernt, im Zschopautal, gibt es idyllische Orte, die Ruhe bringen und die staunen lassen über die Schönheit der Natur, an der sich schon der Stülpner, Karl – das ist Sachsens Robin Hood – gelabt hat.
Empfehlenswerte, ländliche Gasthöfe finden sich auch hier.

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Heimat…gute Lieder über sie habe ich gelernt, wenn auch unter fadenscheinigen Fahnen.

Das Letzte vom Tag

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Jeden Tag begrüßt er mich als Erster.
Oft gehe ich in ihm in mich.
Er ist älter als ich und auch jünger.
Seine Kleider wechselt er regelmäßig, ohne den Moden zu folgen.
Vielen bietet er Heimat, so auch mir.

Der Wald vor meinem Fenster.

Das Letzte vom Tag

Mein kleiner Garten ist in meinen Augen so schön, wie der große Hotelpark den ich im Urlaub genießen konnte.
Und immer hat er, obwohl ich glaube jede Ecke zu kennen, eine Überraschung für mich.
Unsere Holzvorräte für’s abendliche Kaminfeuer sind ausreichend groß und gut nach Trockenheitsgrad geordnet.
In diesem Jahr werden wir den Stapel an der Terrassenseite verheizen.
Die ersten Lage Holz ist schon in‘ s Haus getragen und zwischen den weniger werdenden Scheiten entdeckt mein Gärtnergatte etwas Feines.
In den Kuhlen der gespalteten Hölzer haben sich Vögel, wahrscheinlich Rotschwänzchen, ihre Nester gebaut.

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Immer birgt die Natur, auch im schon Totem, Lebendiges.

Das Schöne vom Tag, Das Lied zum Tag, Das Letzte vom Tag

All in One.

So ein guter Tag !
Der keine Zeit zum bloggen lässt.
Fast;-)

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Give Peace a Chance

Erinnerungen und ein abgelassener Teich

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Auch wenn es so aussieht, nein, das ist kein Bild ländlicher Idylle.
Was hier anmutet wie eine Auwiese vor einem Waldstück ist in Wahrheit ein Teich.
Ein abgelassener Teich.
Der Schilfteich.

War ich bei den Großeltern, war mir jeder Tag ein Fest.
Alle Freiheiten genießen durfte ich und die Großmutter kochte nur, was ich gern aß.
Zusätzlich dazu gab es im Sommer allerorten kleine Feste, die auch rege besucht wurden. Da gab es nichts. Wer arbeitet, soll auch feiern. Und die Kinder sollen sowieso fröhlich sein – das Leben ist noch hart genug. So dachten meine Großeltern und danach handelten sie. Zu meinem Glück.
In den verschiedenen Gartenanlagen gab es Gartenfeste. Jedes wurde von einem Lampionumzug der Kinder gekrönt. „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Dort oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus…rabimmel,  rabammel,  rabum. “
Wie oft meine Vollmondlaterne aus Papier abbrannte und erneuert werden musste weiß ich nicht mehr. Gebrannt hat sie immer, manchmal eben auch im Ganzen, das gehörte dazu.
Selbstverständlich besuchten die Kleingärtner der unterschiedlichen Anlagen einander zu den Festen. Wer weiß, vielleicht – nein eigentlich ganz sicher – waren die eigenen Tomaten doch die schönsten.
Wenn kein Gartenfest war, konnte man den Sommersamstagabend am Schilfteich verbringen, der – wie könnte es anders sein – direkt an eine Kleingartenanlage grenzte. Durch einen kleinen Tunnel gelangte man an das weitläufige Ufer der in der Nähe fließenden Zschopau und in dieser schönen Gegend lag der kleine Teich. Weiter am Fluss entlang spazierend kommt man zu einem – an ihm gelegenen – Freibad. Doch so weit mussten wir für unsere Vergnügen gar nicht laufen. Denn… da war ja unser Teich. Sein mit Schilf begrenztes Ufer gab ihm seinen Namen. Mein Großvater war ein großer Freund von Schilf und Rußbutten, immer hat er meiner Großmutter Sträuße davon für ihre hohe Vase mitgebracht. Und auch im Garten hat er versucht es anzusiedeln, genau wie er das mit Moos probierte. Würde er heute meinen dichten Schilfbusch sehen, wäre er zufrieden und im Schatten der inzwischen hoch gewachsenen Bäume im hinteren Teil des Gartens findet sich auch sein geliebtes Moos – grün und weich wie kein Samtkissen es sein kann.
Von hohen Bäumen begrenzt lag auch der vordere Teil des Teiches im Schatten und dort fanden sich zwei Buden. In einer gab es Bier, Limo und Bockwurst und in der anderen befand sich der Verleih der Ruderboote, die am Teichufer darauf warteten, fröhliche Großväter mit ihren sie dafür abhimmelnden Enkeltöchtern aufzunehmen. Eine kleine Rudertour bis zur Teichinsel, die Hände durch das grünschillernde Wasser gleiten lassen und dann zurück zu den anderen, die am Ufer auf den Bänken sitzend warteten. Eine Gartenkantine mit einfachsten Mobilar und offenem Fenster zum Straßenverkauf bot Hausmannskost. Wir haben dort Strammen Max – das sind Spiegeleier auf Schinkenbrot – oder warmes Eckchen – Scheiben von Schweinebraten auf Brot, das von der darübergegossenen Soße herrlich aufgeweicht wird – gegessen. Viele Male.
Später war ich dann mit meinem Mann dort.
Manchmal war abends Tanz. Ein kleines Podium wurde geschmückt mit farbigen Glühbirnen, mehr brauchte es nicht.
An den Schilfteich zu laufen – undenkbar für meinen Großvater war eine Strecke von ca. einem Kilometer mit dem Auto zu fahren , sein Vater war viel mehr Kilometer täglich zur Arbeit gelaufen – zählte zu den Lieblingsunternehmungen meines Großvaters. Die Familien feierten dort zusammen kleine Feste, in der Gaststätte wurden größere Familienfeiern ausgerichtet und über alles wachte der Schilfteich und bot Abwechslung für uns Kinder, die wir so leicht dem steifen Stillsitzen entfliehen konnten. Steif blieb es in der Kantine nie lange. Ein Glas Wein löst die Zunge, die Liebsten sind alle aufeinander, macht nichts…wird es drinnen zu eng oder es gibt Unterhaltungen denen man lieber entflieht, flüchtet man an den Teich. Nicht wie heute um draußen zu rauchen, das war ja auch in der kleinen Kneipe möglich, sondern um am Teich zu stehen, auf’s Wasser schauend zu träumen, sich heimlich zu küssen…um all die schönen Dinge also zu tun, zu denen ein Sommerabend im Freien verlockt.
Eine Weile nach der Wende gab es den Teich und die Gaststätte an ihm noch. Als Reisen in den Schwarzwald und nach Bayern lockten, Inseln ständige Sonne versprachen, wurden vielen die einfachen Stühle zu unbequem. Ohne Gäste hat ein Lokal keinen Sinn und kein Auskommen und so schloss es.
Seit diesem Jahr ist das Wasser des Teiches abgelassen, aus hygienischen Gründen…
War das in früheren Jahren so, gingen der Großvater und ich zum schauen hin, so ein Ereignis durften wir uns nicht entgehen lassen. Vielleicht war im Schlick noch ein Fisch…oder wer weiß, was man alles verpasste…also hin.
Die Hoffnung,  dass ich in den nächsten Jahren mit meiner Schaukelinhaberin dorthin spazieren werde habe ich.
Fest.

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Wasser und Grün…

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…so würde ich antworten,  fragte mich jemand nach dem, was ich am liebsten mag.
Ganz in meiner Nähe liegt das Schloss Lichtenwalde, das über eine der schönsten barocken Parkanlagen Deuschlands verfügt.
1230 vom Markgrafen von Meißen erstmals als Burg erbaut, wechselte es häufig seine Besitzer und sein Aussehen.
1439 bis 1447 war es kurzzeitig im Besitz der Grafen von Vitzthum, die es auch weiterverkaufen mussten, 1764 aber erneut in den Besitz des Schlosses kamen und bis zur Enteignung 1945 auch Besitzer blieben.

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Die Parkanlage, die in ihrem Übergang vom Barock zum Rokoko einzigartig ist, wurde 1730 vom damaligen Besitzer Carl von Watzdorf angelegt und ist in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten.
Zu der auf dem oberen Bild zu sehenden Tischgesellschaft komme ich später zurück.

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Der Park wirkt durch seine Terrassen und die Aufteilung in Gartenräume großzügig und bietet auf 10 Hektar viel grünen Raum.
Die Ausrichtung der Anlage geht ein auf die Beschaffenheit der Landschaft. In’s Zschopautal eingebettet, war das abfallende Gelände wichtiger Gestaltungspunkt.

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Einhundert Wasserspiele mit vierhundert Springstrahlen sind die Besonderheit der meisterlich gepflegten Anlage.

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Der Höhepunkt des Gartens ist die „Große Fer á Cherval“.
Die große Mittelfontäne ist von sieben Springstrahlen umgeben, die den sieben Künsten gewidmet sind.
Das muschelförmige Becken ist eingefasst von zwei Pavillons, dort davor sitzend fällt der Blick in’s Zschopautal.

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Der Fluß schlängelt sich durch die grüne Tallandschaft, ein Ort des Wohlbehagens und der Ruhe. Wer Stille sucht, kann sie hier an einem Wochentag finden. Im Park erklingt leise passende Musik und an keinem anderen Ort hörte ich Händel’s Wassermusik mit solchem Vergnügen.
An den Wochenenden und in den Sommermonaten ist es hier voller. Sommernachtsträume werden auch musikalisch inszeniert und locken zahlreiche Besucher an.
Jetzt möchte ich auf die eingangs erwähnte Tischgesellschaft zurück kommen.
Es sind Plastiken der derzeitigen, im Park befindlichen, Ausstellung „Alltagsmenschen“ der Künstlerin Christel Lechner. Noch bis zum 1. November sind die lebensgroßen Figuren im Park zu bewundern und tauchen auf den nächsten Fotos immer wieder auf.

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Überall im Park verstreut finden sich Brunnen – und Springbrunnenanlagen, bis 2004 wurde der gesamte Park restauriert und zeigt sich wieder in seiner ganzen Schönheit.
Einzigartig auch dieser Springbrunnen, mit den sich drehenden Eisenfontänen.

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Die jubelnden Polonaiseteilnehmer sind selbstverständlich Plastiken, wir konnten es nicht lassen, uns dazwischen zu stellen.
Sie ziehen weiter und geben den Blick auf einen neuen Springbrunnen frei.

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Das „Kronenbasin“ trägt in seiner Mitte Seerosenschmuck

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und auch von ihm aus fällt der Blick über die Terrassen auf das Zschopautal.
Statuen laden zum Anschauen ein, ein Bach rieselt leise dahin, eine kleine Brücke lädt zum überqueren, Bänke zum verweilen…dies alles in Bilder zu fassen, sprengt hier den Rahmen.
Eins muss ich unbedingt noch erwähnen. ..fest verwurzelt mit seinem Standort und mir wie immer Sicherheit und Schutz bietend, stand mein Gärtnergatte als Plastik da. Ich musste mich sofort an ihn schmiegen…

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Einen wundervollen Geburtstag habe ich mit ihm und Wasser und Grün verbracht, meine Geburtstagsgesellschaft kommt am Wochenende, ich probe schon für die Gespräche…

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Der Park vom Schloss Lichtenwalde liegt direkt vor den Toren von Chemnitz und hat in der Sommerzeit von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.
Ein Eintritt von 3,50 Euro ist berechtigter Beitrag zu seinem Unterhalt.
Das Schloss und der Park bieten Führungen und Ausstellungen an und im Innenhof des Schlosses befindet sich ein empfehlenswertes Restaurant. Im Sommer kann man im Innenhof der Orangerie an einem Springbrunnen speisen.

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Für den kleinen Hunger und Durst befindet sich im Parkinneren ein Kiosk.
Entlang der ehemaligen Stallungen der Gesamtanlage bieten sich weitere Möglichkeiten sich kulinarisch und künstlerisch verwöhnen und unterhalten zu lassen.

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Mit diesem Beitrag möchte ich mich bei allen Bloggern und Lesern für die liebevollen Geburtstagswünsche bedanken.
Es ist mir eine Freude, Teil unserer Gemeinschaft zu sein.
Danke.