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Ich denke laut…

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir! 
Gar schöne Spiele spiel‘ ich mit dir; 
manch bunte Blumen sind an dem Strand, 
meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

An Herrn Ärmel und an Goethe’s Erlkönig dachte ich heute oft.

Verlockungen… Allerorten… 

Ich seh‘ kaum welche. 

Auf den berummelten Weihnachtsmärkten ziehen Nepper, Schlepper, Bauernfängern den Leuten das Geld aus der Tasche. Wie eigentlich…wenn die Taschen denn leer sind.

Überfüllte Stadtbusse, gerammelt voll von Zerstreuung suchenden Rentnern, die es wohl nur in diesem Jahrzehnt noch geben wird. Unterbezahlte Busfahrer achten nicht auf Fahrgäste, die mit Rollatoren schubsend, dennoch nicht rechtzeitig aus sich zu früh schließenden Türen kommen.

Kinderwagenschiebende Mütter drängen sich durch den Ausstieg ins Innere, rechtzeitig vorm Türschließen lassen sie die Kippe fallen. Genervte Schulkinder steigen ein, jedes einzelne von ihnen sucht den zum Fahrschein gehörigen Ausweis erst am Einstieg. 

Ich bin kurz vorm Ausrasten.

„Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind, 
er hält in den Armen das ächzende Kind, 
erreicht den Hof mit Mühe und Not; 
in seinen Armen das Kind war tot.“


Büßende, nicht betende Backgedanken

Ja nun, bis 1995 hatten wir alle heute frei, um zu büßen und zu beten. Während alle anderen Bundesländer dies, mehr oder weniger, bei ihrer täglichen Arbeit tun, machen die Sachsen frei und bezahlen das teuer. Ich kann am Besten denken, wenn ich die Hände bewege. Also hole ich mir 300g Mehl, 300g Zucker, 4 Eier, 250g Butter, 250g griechischen Joghurt, 2 EL Kakao und 2 Pkg. Natron.

Gestrichen wurde der Feiertag, um eine Mehrbelastung der Arbeitgeber durch Beiträge zur damals neu eingeführten Pflegeversicherung durch Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen. Ja klar, der kleine Mann zahlt wie immer drauf. Ich köpfe die Eier und werfe sie in eine große Schüssel, das Aufschlagen mit dem Zucker gelingt heute besonders. Sachsens abhängig Beschäftigte, nicht jedoch der Arbeitgeber, zahlen 0,5% des Bruttoarbeitsentgelts mehr zur Pflegeversicherung als die abhängig Beschäftigten der anderen Bundesländer. Die Butter siedet im Töpfchen dahin, ich auch. Munter hebe ich sie unter die Ei-Zucker-Masse, das schaumig schlagen geht heute wirklich gut von der Hand.

Dieser zusätzliche Beitrag ist höher als die Kosten eines Arbeitstages. Ordentlich siebe ich das Mehl und Natron in den Teig.

Mein Bundesverfassungsgericht hält diese Mehrleistung der Arbeitnehmer für zumutbar. Das Mehl hebt sich erstaunlich schwer unter den Teig, ich arbeite gern…nicht jedoch umsonst. Das zu verdauen braucht Schokolade, gebe ich also 2 EL Kakao in den Teig.

Was ist noch so los in der bunten Republik…ach ja…Herr Steinmeier ist als Bundespräsident vorgeschlagen. Büßen durften unter seiner maßgeblichen Beteiligung bereits unzählige Arbeitslose, Steinmeier verschärfte mit der Agenda 2010 das Arbeitslosenmanagement deutlich. Trotzdem muss ich eine große Kastenform ausbuttern, solange noch Butter da ist.

In der Ukraine dürfte sie bereits mangeln, nicht desto Trotz hält Steinmeier sich im Ukrainekonflikt sehr bedeckt. Seine Haltung zu Erdogan bringt mich dazu meinen Teig ordentlich aufzuschlagen bis er glänzt. Während Steinmeier sich weigert ( und das als amtierenden Außenminister) dem neu gewählten US-Präsidenten zu seiner Wahl zu gratuliere, weigere ich mich Ungerechtigkeit zu akzeptieren, ich bin ein kleines Licht, das jetzt den Teig seines Schokoladenkuchens in die gebutterte Form füllt.

Oh, pardon…falsches Foto…so ist’s richtig.

Klasse Teig ist es geworden, mit viel aufgeschlagener Wut…äh…Luft. Gut, dass ich den Kuchen – der meine Urlaubsrunde auf Arbeit sein wird, per Landstraße dahin transportieren werde. Das Thema Autobahn liegt mir schwer im Magen, seitdem Herr Schäuble versucht sie, zu verscherbeln. Anders kann ich die von ihm angedachte Privatisierung der aus Steuergeldern erbauten Bundesautobahn nicht bezeichnen. Obwohl doch, ich könnte sagen, der Versuch diese Infrastruktur Versicherungskonzernen anzubieten, kommt einer Enteignung von Volkseigentum gleich. Jetzt wird’s heiß, im Ofen, 30 Minuten bei 180 Grad Umluft muss der Schokoladenkuchen backen.

Komme ich zum Schluss. Dekoration ist abschließend wieder einmal die Bundesblockflötenspielerin, die schon 2011 wusste was der Bundesrepublik in Bezug auf die Flüchtlingswelle bevorsteht. Zitat Frau Merkel: „Wir müssen akzeptieren, Straftaten bei Migranten sind besonders hoch.“

Da ziehe ich mir meine liebevoll aufgetragene Schokoladenkuvertüre deutlich vor. Mein Kuchen lässt sich wunderbar einfrieren, warum kommt mir bei Gedanken an Frau Merkel eigentlich immer Frost in den Sinn … so kann ich den größten Teil für meine Kolleginnen frisch halten, bis ich den Kuchen brauche, bedachte Planung ist viel wert. Natürlich lege ich etwas von dem Schokoladenkuchen für meinen Gärtnergatten weg, wie die Eliten hat auch er gerne das größte Stück davon, wobei ich da gerechter handele.

Ich denke laut…

Mir ist flau im Magen. Irgendwie kann ich zur Zeit die Dinge nicht einordnen, schon gar nicht die Nachrichten.

Die Bundeskanzlerin lächelt mir schlapp in der Tagesschau entgegen. Etwas an ihrer Haltung bringt mich dazu zu denken…halte durch, denke offen, du schaffst das. Sekunden später flimmert das Leid minderjähriger Flüchtlinge, die noch nicht angekommen sind über den Schirm. Mich erinnert das Ganze an RTL-Shows, die ich schon ewig nicht mehr gugge. Nicht das wir uns mißverstehen, nicht das Leid empfinde ich als Show, die Abfolge der Nachrichten ist es, die ich gezielt als manipulierend empfinde. 

Ratlos schalte ich den Kasten aus. Selber denken…

Streng geheim

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Zeiten in denen alles schwarz-weiß ist,
gehören umgedreht.
Das geht einfacher, wenn vorher gelernt wurde, das Bunte schwarz-weiß zu sehen.

Ich denke laut…

Vorläufiges Wahlergebnis Sachsen-Anhalt:

AfD – 23%

Danke Mutti
http://www.faz.net/-gpf-8eoz2

Heinrich Heine

Nachtgedanken
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land,
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd‘ ich es immer wiederfinden.

Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt — wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.

Und zählen muß ich — Mit der Zahl 
Schwillt immer höher meine Qual;
Mir ist, als wälzten sich die Leichen,
Auf meine Brust — Gottlob! Sie weichen!

Gottlob! Durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.

Ich denke laut…

Amsterdam…oder…die Liebe hat total versagt…

1984

2016

http://www.zeit.de/news/2016-01/25/eu-eu-innenminister-beraten-ueber-grenzschutz-25080602

Ich denke laut…

In früheren Jahren habe ich mich gewundert, wie es Hitler gelingen konnte, an die Macht zu kommen.

Schaue ich heutzutage in die Medien,  wird mir klar warum.

Gezielt werden Parolen gesetzt, die für mich nur ein Ziel haben, Unruhe zu verbreiten und die Voksmassen zu verwirren und zu spalten.
So lassen sich im Hintergrund die wirklichen Ziele noch besser umsetzen.
Ich finde das alles nur noch, pardon, zum mich übergeben.
Die „Gespräche“ denen ich allerorten folgen muss, bezeugen, dass diese Rechnung aufzugehen scheint.

Zu Hause liegt im Briefkasten eine überraschende, duftende Gabe.
Meine Stimmung bessert sich, nicht wegen der Gabe, sondern wegen der Klugheit und Weitsicht des Spenders.
Ich danke Ihnen verehrerter Herr Ärmel, im richtigen Moment haben Sie mir Mut gemacht.

https://fotografieundtext.wordpress.com/2016/01/02/veraenderungen-in-sachen-alles-bleibt-beim-alten/

Ich denke laut…

Bewaffneter Friede

Ganz unverhofft, an einem Hügel,
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
 
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.
 
Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!
 
Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
Bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch

 

Ich denke laut…

Geschafft.
Sie nehmen der Brot und Spiele Gesellschaft die Spiele weg.
Tor.