Schlagwort-Archive: Familie

Platz zum Leben

Hinter unserem Haus beginnt der Wald. Neben dem Wald liegen Felder. Ich bin dankbar, so leben zu können. Der Wald muss geschützt werden. Aufforsten können wir nicht selbst. Wir tun etwas anderes, zur Waldhege und auch zu unserem Nutzen. Immer gibt es Windbruch, damit der Wald gesund nachwachsen kann, muss er beseitigt werden. 

Mein Mann hat einen Motorsägenschein und wir kaufen Holzwerbescheine beim zuständigen Forstamt. Holz das Bruch ist und somit den gesunden Wald gefährdet, dürfen wir damit für unseren Eigenbedarf nutzen. Den größten Teil hat das Forstamt selbst gefällt, für eine einzelne Person ist das zu gefährlich.

Dennoch ist das Zerlegen der Stämme und deren Abtransport eine Menge an Arbeit.

Mein Mann braucht Kraft und Zeit dafür. Zurück bekommen wir alle einen gesunden Wald und wir selber unser Feuerholz. Wenn die Stämme in transporttaugliche Stücke gesägt sind wird unser Sohn helfen, sie nach Hause zu bringen.

Vorerst besuchen wir Mädels unseren Mann, Vater und Großvater, wir bringen ihm Kaffee und Schokolade. Den knappen Kilometer schafft unsere Tochter mit der Kutsche, unser Baby gehört von Anfang an dazu. Für meine geliebte Schaukelinhaberin ist das ein wunderbarer Ausflug. Mit Gummistiefeln ausgerüstet, läuft es sich bestens in Matsch und Pfützen. Und erst recht über Stoppelfelder.

Den Rückweg nehmen wir durch den Wald, am Bach machen wir Pause. Soviel sonnenglitzerndes Wasser will durchlaufen sein.

Das ist unser Vaterland, Muttersprache inbegriffen. Gern auch umgekehrt.

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Ein Sommermärchen oder Kräuterbutter

Um mit den vorgeschriebenen Beiträgen nicht gar zu weit an Zeit zu verlieren, mach ich heute mal was und dann wieder nix.

Mitten im Jahr gibt es einen besonderen Tag – den 24.Juni. Gerechnet zu Weihnachten – dem Winterfest – ist dieser Tag das Gegenstück – das Sommerfest.

In den alten Zeiten war der 24.Juni der Göttin Fortuna geweiht und ein Feiertag. Nach der Zeit des Wachsens folgt die Zeit des Erntens. Damit diese gut ausfällt, wurde die Glücksgöttin Fortuna gefeiert. Auch das bestens Ausgesäte braucht Glück für eine reiche Ernte. Das Christentum hat den Feiertag einer Göttin gestrichen und den 24.Juni zum Tag Johannes des Täufers erklärt. Dennoch blieben Fruchtbarkeitsrituale, wie der Sprung über’s Feuer in der Nacht vor Johanni, erhalten.

Für mich ist dieser Tag nochmals besonders – er ist mein Geburtstag.

Zeit also für ein Sommerfest mit der ganzen Familie im Garten.

Fortuna hilft mir, kaum habe ich je einen verregneten Geburtstag begangen. Dieses Jahr feiert zum ersten Mal die Schaukelerobererin mit meiner Familie und mir mit.

Wir grillen, ich habe ein Brot dazu gebacken

und darauf schmeckt eine Kräuterbutter bestens. Diese ist schnell und einfach selbst gemacht. Was an Gartenkräutern da ist, kommt hinein.

Wenig Thymian und Salbei, etwas Basilikum, viel Petersilie und Schnittlauch. Mit der Kräuterschere sind alle gut geschnitten bald bereit, gemeinsam mit etwas Meersalz mit der weichen Butter vermischt zu werden.

In ein Gläschen gestrichen, sieht alles einladend frisch und lecker aus.

Auf dem Brot ist das ein sommerlicher Genuss.

Eine Thüringer Rostbratwurst mit viel Bautz’ner Senf darf genauso wenig fehlen, wie Kartoffelsalat und ein gut mariniertes Steak.

Ein paar andere Kräuter, wie Fenchelkraut, Oregano, Zitronenmelisse, Pfefferminze und marokkanische Minze geben einen guten Tee dazu.

Nach so viel Schmausigem muss man wahrlich ein wenig ausruhen

und dann weiter feiern bis in die Nacht hinein.

Feine Geschenke habe ich zu meinem Sommerfeiertag auch bekommen.

Bald gibt’s ein neues Fest – mit selbst gemachten Nudeln.

Zum Tag

Momentan telefoniere ich entweder für meine Mutter oder bin bei ihr und auf dem Weg zu ihr. Damit ich das nicht alles laufen muss und nicht mit meiner alten, gelben Möhre fahren muss, hat mir meine Schwiegermutter ein neues Fahrrad gesponsert und meine Tochter Helm und Handschuhe dafür. Ich liebe meine Familie! 15kg bin ich mit der Radelei und gesundem Essen auch losgeworden.

Ich radle dann mal los.

Märchenhaftes oder meine Tochter hat Geburtstag

Es war einmal ein kleiner Cremefrosch, in der Glasvitrine eines Bäckers stand er und schaute blauäugig in die Welt. Zwischen den vielfarbigen Baiserhäufchen, Mandarinenschnittchen, Nussecken und Nougatstängchen kam er sich eintönig vor. Plötzlich drückt sich ein kleines Näschen an die Scheibe, darüber befinden sich glänzende Schwarzaugen unter dunklen Haaren. Der Cremefrosch ist ein großer Märchenliebhaber, echt. „Das ist Schneewittchen“ denkt er und rückt sich vorteilhaft glänzend in’s Licht. Vor der Theke des Ladens beginnen Diskussionen. „Die Oma backt Kuchen, wir brauchen nur Brot.“ meint die blondhaarige, kugelrunde Mama von Schneewittchen. Joj, bis jetzt muss sie nur mit der Schaukelinhaberin debattieren, bald gibt es noch eine Schaukelerobererin, das wird was werden! Der Cremefrosch begreift sofort, wer hier die Entscheidungsgewalt innehat. Er schickt der Mama von Schneewittchen ein Lächeln und den Gedanken an ihre eigene Kindheit. Ihr Gesicht wird weich und lächelnd lässt sie ihn in wunderbar zartes Papier einschlagen.

Ende gut, alles gut. Und aus pädagogischen Gründen baut sie einen Teller voller Obst, welches sich sehr bemüht mithalten zu können und das tatsächlich schafft.


Das Märchen ist aus, da läuft ’ne Maus. Wer sie fängt darf Oma’s Kuchen essen.

Das Schöne vom Tag

Familienostern

Frühlingsgeburtstage

Der Frühling bringt in meiner Familie einen wahren Geburtstagsmarathon mit sich. Angeführt vom ältesten Enkelkind meiner Schwester, folgen kurz darauf meine Schaukelinhaberin und meine Mama. Meine Schwiegermutter setzt den Feiermodus eine Woche später fort, den meine Tochter kurz darauf aufrecht erhält. Im Mai jubeliert die Tochter meiner Schwester und kurz darauf sie selbst. Bis zum Juni, in dem ich Geburtstag habe, können wir uns bei „normalen“ Essen erholen. Geburtstagsfeiern im Familienkreis sind für mich etwas großartiges. Ich finde die Tradition seinen Geburtstag mit der Fanilie zu begehen bewahrenswert. Das wir dabei ausgiebig schlemmen ist klar. Ich erinnere mich gern an die fröhlichen Geburtstagsfeiern meiner Großmutter, deren Geburtstag auf Silvester fiel. Wo jetzt mein Küchentresen steht, war früher ihr Wohnzimmer. Heute ist mir schwer vorstellbar, wo all die Gäste untergekommen sind. Familie, Freunde und deren Kinder…alle hatten Platz und gemeinsam einen Riesenspass. Diese heiteren Feste haben den Grundstein für meine Liebe zur Familie und den Feiern mit ihr gelegt.

Meine liebe Mama feierte gestern mit ihrer gesamten Familie ihren 82.Geburtstag nach. Dass alle gekommen sind, war ihre größte Freude dabei. Selten gelingt es ihr, die im ganzen Land verstreut lebenden Mitglieder an einen gemeinsamen Tisch zu bringen. Ihr eigener ist für ihre gewachsene Familie zu klein geworden, deshalb hat sie uns in eine im herrlichen Flöhatal gelegene Gaststätte eingeladen.

Fast immer feiern wir dort ihren Geburtstag, als mein Stiefvater noch lebte auch den seinen. Der Wirt ist mit meinem Mann in die Schule gegangen…fast gehört dieser Ort also schon zu meiner Familie dazu.

Wenn man sich selten sieht, gibt es jede Menge zu erzählen. Die drei kleinen Mädels unserer Familie können ungestört spielen und durchaus auch rumtoben, auf der großen Terrasse der Gaststätte haben sie genügend Raum dafür. Bald gibt es ein viertes kleines Mädchen, wir alle freuen uns sehr auf sie. Es war ein wichtiger, guter Abend für uns alle und natürlich haben wir das wie immer dort ausgezeichnete Essen und Trinken genossen.

Meiner Mama hat dieser Abend mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln gut getan. Wir alle hoffen, sie wird die folgenden, für sie ihrer Erkrankung wegen, anstrengenden Monate gut überstehen. So wie sie immer für uns da ist sind wir es für sie – eine Familie eben.

Das Schöne vom Tag

Sohnes Abendglückseeligkeit

Das Schöne vom Tag

Glücksmomente

Sonntagsschmaus – mit Saus und Braus

…und Weihnachtsbeleuchtung😂

…und den Lieblingsleckerein der Schaukelinhaberin.

😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

Besuch der älteren Generation oder Pistazieneis

Was mache ich an langen Winterabenden – Nüsse knacken natürlich und Pistazien. Am Wochenende besuchen uns die Eltern und meine Schwester mit ihrem Mann, wir wollen bei einem gemütlichen Adventskaffee mit selber gebackenen Stollen den Geburtstag meines Gärtnergatten nachfeiern.

Zu Stollen passt Marzipan, Marzipan passt zu Pistazien und die habe ich gerade geknackt. Ich möchte meinen Gästen ein feines Pistazieneis servieren, diese Eis ist wohl eine der beliebtesten Sorten überhaupt. Mein Pisazieneis wird dem grünen Eis vom Büdchen kaum ähneln, ich verzichte gern auf die dafür notwendige Lebensmittelfarbe und konzentriere mich auf den Geschmack.

Die Pistazien habe ich geschält und klein gehackt. Über Nacht weiche ich die gehackten Kernchen in 250ml Milch ein, damit die Milch den Geschmack annehmen kann. Zudem werden sie so fein weich zum späteren Pürieren. Die Milch mit den Pistazien koche ich kurz auf und püriere danach alles.

Zum Pistazieneis herstellen braucht es:

100g Pistazienkerne

250ml Milch

200ml Sahne

80ml gezuckerte Kondensmilch

30g Marzipanrohmasse

2 Eigelb

Abrieb einer Orange

Mit der gezuckerten Milch habe ich die Eigelbe aufgeschlagen, die Pistazienmilch gebe ich danach hinein und schlage alles schaumig auf.

Von einer Orange ziehe ich mir duftende Zisten und gebe sie dazu, der Rest der Orange findet sich wenig später im Glühwein wieder. 

Marzipan schneide ich klein, gebe es dazu und schlage alles nochmals mit dem Pürierstab auf. Schlagsahne kommt zum Schluss dazu, die nur leicht angeschlagen sein soll.

Ich hebe sie unter und gebe die Eismasse für 35 Minuten in die Maschine.

Gut ist mein Eis geworden, leicht grün und winterlich, nach Pistazien, Marzipan und ein klein wenig Orange schmeckend und duftend. Es passt zum Stollen, Earl Grey, Kaffee und einem Becher Glühwein, auch zu einem Glas meines Brombeerlikörs. Das Würzfleisch zum Abschluss dieses Nachmittags ist unseren Gästen willkommen.

Differenzen in diese familiäre Runde bringen meine laut geäußerten Gedanken zum „Fernsehabusus“ der Generation „Ein Kessel Buntes“ (diese Sendung des Fernsehens der DDR entspricht in etwa dem „Blaunen Bock“), persönlich kann ich dem Kleben an der Mattscheibe und der daraus resultierenden Zwangsabgabe nichts positives abgewinnen. Immer werde ich diese Meinung verbreiten. Nun…kennt irgendwer eine Familie ohne Generationsdebatten… Gut ist es dann, meine mir wieder sehr nah gewordene Schwester an meiner Seite zu haben. Wie früher, als wir noch klein waren und in unseren Betten nebeneinander liegend alle Geheimnisse miteinander teilten, verschwinden wir beide kurz, um den zum Glück nicht gefällten, beleuchteten Weihnachtsbaum eines Nachbarn zu bewundern.

Wer in dieser Runde fehlt, ist mein lieber Stiefvater. Noch immer decke ich den Tisch für acht Personen, erst mein Mann verweist mich auf die falsche Anzahl. Wie kein anderer Mensch hat mein Stiefvater meine Besonderheiten und Vorlieben erkannt und gefördert. Er ist unvergessen und sein letztes Geschenk an uns, der Herrenhuter Adventstern, leuchtet.