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„Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ – ein Film von Freya und Nadja Klier zur Gleichberechtigung und Doppelbelastung von Frauen in der DDR

Eine wahrhaftige Gleichberechtigung der Frauen hat es in der DDR nicht gegeben. Was unter dem Namen Gleichberechtigung betrieben wurde, hatte hauptsächlich den Sinn der herrschenden Klasse, und das waren keinesfalls die Arbeiter und Bauern, in die von ihr betriebene Propaganda zu passen. Typisch dafür ist auch das Fehlen von Frauen in der Regierung. Die blauhaarige Margot schwamm nur im Fahrtwasser ihres Vorsitzenden. Darum singt dieses Lied auch kein Männerchor – Männer waren voll als Arbeitskräfte zum „Wohle des Sozialismus“ eingeplant – sondern ein Kinderchor singt das Lied, das der überforderten, berufstätigen Hausfrau Unterstützung bringen sollte. Beeinflussung zum „Wohle des Volkes“ war ab frühster Kindheit eingeplant, auch das ein Grund für das Vorhandensein der staatlichen Einrichtungen zur Kinderbetreuung ab dem Säuglingsalter im ausreichenden Maß.

Denke ich über Gleichberechtigung nach, denke ich gleichzeitig an die Art wie in der DDR Gleichberechtigung zwangsmäßig und unabänderlich vorgeschrieben wurde. Eine Wahl zwischen Beruf und/oder Kindern gab es für DDR-Frauen nicht. Ihnen wurde beides abverlangt und staatlich verordnet. Einer Studie aus dem Jahr 1965 nach lag die Verteilung der Hausarbeit in der DDR bei 7 : 1. Sieben Teile erledigte die Frau, die gleichzeitig arbeiten ging. Durch ihre Berufstätigkeit abgesichert, nahmen ab den 70er Jahren das viele Frauen nicht mehr einfach hin. Allerdings konnten sie an der eigentlichen Doppelbelastung nichts ändern. Ändern konnten sie lediglich etwas an ihrer Partnerschaft. Da der männliche Partner das Problem der Frau oft nicht erkannte oder ignorierte, ließ DDR-Frau sich scheiden. Eine Scheidung war in der DDR ohne Anwalt und Gerichtskosten möglich. Es gab keine Rentenausgleichszahlungen. Diese vereinfachte Form der formellen Möglichkeit einer offiziell beglaubigten Trennung führte dazu, dass die DDR in den 70er Jahren die höchste Scheidungsrate in Europa aufwies. Die Möglichkeit des legalen Schwangerschaftsabruches ohne vorherigen Zwang zur Beratung wurde genutzt und das in einem Umfang den ich persönlich für fahrlässig halte.

Wie Frauen in der DDR ihren vielfältigen Belastungen versuchten gerecht zu werden, schildert der Film „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ von Freya Klier und ihrer Tochter Nadja Klier.

http://www.rbb-online.de/doku/u-w/wenn-mutti-frueh-zur-arbeit-geht.html

Die Erstausstrahlung dieses Filmes läuft am 7.März 2017, 22.45 Uhr auf RBB.

Selbst erinnere ich mich an beides. An die Belastungen durch die doppelte Pflicht und an die mir zuteil werdende erleichternde Unterstützung. Meine Ausbildung konnte ich während der Schwangerschaft unterbrechen und dannach erfolgreich beenden. 1983 gab es für mich und meine Tochter allerdings nur 6 Wochen Schonzeit vor und 20 Wochen nach der Geburt. Dannach mussten ich mein Kind zur Betreuung in eine der ausreichend vorhanden Kinderbetreuungseinrichtungen bringen. Mir ist das schwer gefallen. Ich erinnere mich an die Müdigkeit meiner kleinen Tochter und an meine eigene, wenn ich wochentags 4.30 Uhr aufstehen musste, um mein Kind bis 6.00 Uhr in die Kinderkrippe gebracht zu haben. 6.08 Uhr fuhr mein Bus, 6.00 Uhr öffnete die Krippe. Oft habe ich mein Kind, wartend auf die Kindergärtnerin, allein auf der Bank im Vorraum sitzend zurück lassen müssen, um den Bus zu erreichen, der mich auf Arbeit brachte. Natürlich hat mich die Kindergärtnerin dafür gerügt, ich mich selbst noch mehr, aber was sollte ich tun? Meine Stationsschwester hatte keinerlei Nachsicht, mein Mann war zum Studium, ich musste die Fehlzeiten nacharbeiten, wenn mein Mann da war und die Betreuung übernehmen konnte. Erst ein von mir eingefordertes, klärendes Gespräch mit der Oberschwester brachte mir geringfügig Erleichterung „Es muss in unserem Staat garantiert sein, dass eine allein erziehende Mutter (und das war ich durch das Studium meines Mannes) ihr Kind aus der Einrichtung abholen kann“. Damit hatte sie mir einen Vorteil gegenüber der kinderlosen, alleinstehenden Stationsschwester verschafft. Zu verdanken hatte ich diese Aussage ihrerseits einem vorausgegangenen Ereignis. Wir Schwesternschülerinnen wurden für eine gewisse Zeit von unserer praktischen Lernarbeit „beurlaubt“, um als kostenlose Reinigungskräfte das neuerbaute Bezirkskrankenhaus zur Übergabe zu säubern. Ich war der dies kontrollierenden Oberschwester durch meinen Fleiß aufgefallen und in ihrem Gedächtnis geblieben. In einigen meiner Erinnerungen habe ich ausführlicher über diese Zeit geschrieben.

https://www.google.de/amp/s/teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/02/06/erinnerungen-vom-leben-und-vom-sterben/amp/

Freya Klier ist eine der bekanntesten DDR-Bürgerrechtlerinnen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Freya_Klier

Für alle, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen interessieren und/oder einsetzten, ist dieser – ihr ureigenst erlebter – Film eine Hilfe bzw. Erinnerung, um das Leben der Frauen in der DDR besser zu verstehen oder überhaupt kennen lernen zu können.

Das Letzte vom Tag

Frauendarstellungen spielen in Märchen eine große Rolle. Ihre Figuren sind darin belegt mit Grundsätzlichem. Gut oder Böse, Spielraum bleibt kaum. Frauen in der Geschichte spielen eine gänzlich andere Rolle. Lebensspenderinnen, Schattenfrauen, Hintergrundspersonen, kluge Wissenschaftlerinnen, diplomatische Vermittlerinen. Vor dem Mittelalter war die Rolle welche Frauen innehatten größer als heute wahrgenommen. Wann und warum ist das Wissen darum abhanden gekommen?

Parallel zu meiner Kategorie Klostermedizin plane ich eine Reihe über Frauen im Lauf der Geschichte. Ich freue mich drauf.

Zum Tag

Was würde mit einer europäischen Frau geschehen, die in arabischen Landen im Bikini am öffentlichen Strand baden geht? Es würde ihr (mindestens) verboten werden.

Was geschieht einer arabischen Frau die in europäischen Landen im Burkini badet?

Gleiches Recht für alle! Hauptsächlich fordere ich die Gleichstellung und Achtung von Frauen in der gesamten Welt ohne vorgeschobene religöse Gründe.

Das Letzte vom Tag

Draußen Einheitssuppe.
Trotzdem, es frühlingt.
Das Lungenkraut blüht und die Himmelschlüßelchen, die Iris zeigt grün und auch der Mohn.
Meine Kräuter treiben aus.
Im vergangenen Frühjahr überraschte mich ein Päckchen der Schlemmerbalkonjer.
https://schlemmerbalkon.wordpress.com/
Waldmeister war darin. Im Herbst habe ich ihn aus seiner Schale in den Garten umgesetzt, nun treibt er zu meiner Freude aus.

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In der Zeitung lese ich, dass auf der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig Frauenabteile eingeführt worden sind.
Oft las ich in der letzten Zeit von eigenwilligen Anmachversuchen junger ausländischer Männer, gerade in den Zügen…
Sollte das der Grund sein?
Ach wo, schlechte Gedanken gehören aussortiert und welche Wahrheiten stehen schon in den Zeitungen!?
Frauenparkplätze gibt es ja auch…
Auch die britisch-irakische Architektin Zaha Hadid ist gestorben.
Ein forderndes erstes Quartal des Jahres geht zu Ende.

Weltengleicher Unterschied

Geboren wurde ich in einem kleinen Ort.
Noch keine Stadt, kein Dorf mehr.
Eine schmale Straße führt wenige Autofahrer an weit hinten in Wiesen geborgenen Häusern vorbei.
Zäune dienen dazu, Ziegen und Hühner nicht auf die Straße laufen zu lassen.
Das sieht nach Unschuld aus, nach Einvernehmen.
Jeder grüßt jeden, weil er ihn kennt.
Und schaut.
Nach allem und jedem Detail.
Weihnachtsfunkelnde Beleuchtung, das Auto steht in der Garage…
Die Kinder dieser Generation gehen entweder in die Städte oder werden eigenbrödlerischer als ihre Eltern je waren.
Und dennoch ist da Einklang.
Nachrichten werden gesehen, sie bedrängen nicht den persönlichen Alltag.
Schlimm ist, was in der Welt geschieht, gern hilft man dem SOS Kinderdorf.
Der eigene Alltag ist voll täglicher Last.
Waren es früher Kinder, Küche, Kirche ist zumindest das letzte K weggebrochen, wird ersetzt durch Berufstätigkeit.
Mein Gott…in der Kirche konnte man wenigstens noch gemeinsam mit anderen singen.
Die Arbeit frisst auf, für Frauen nach wie vor mit anderem Lohn.
Dafür braucht weniger gekocht zu werden, ganze Industriezweige bieten Nahrung aus der Dose, mit fertigen Zutaten und alles ganz fix.
Wertigkeit? Keine Zeit!
Und doch geht es mir als Frau gut in dieser Art der Gesellschaftsform. Immerhin darf ich seit einigen Jahrzehnten frei wählen.
Ich trage, was ich will. Dass die Nachbarn tuscheln, stört nur bedingt.
Oder ich bin die in die Stadt Gezogene.
Treibe täglich Sport, ernähre mich biologisch-ökologisch. Fit im Körper und im Hirn.
Mir gehört die Welt.
Kinder? Um Himmels Willen…in dieser Zeit…auf dieser Welt?
Außerdem habe ich gerade eine Stunde bei meinem Psychoanalytiker…“Warum wollten meine Eltern Kinder ?“ versucht er mir in der 60. Stunde zu erklären.
Und dann kommst du – Schwester – mir auf der Straße entgegen.
Genau wie ich kommst du aus einem Ort, der nicht Stadt und auch nicht Dorf ist.
Du hast Mut. Du hast Kraft. Du hast ein Ziel.
Dir selbst eine bessere Zukunft zu schaffen.
Gib mir deine Hand.
Ich nehme meine Mütze ab und du dein Kopftuch.
Unsere Haare wehen im Wind.
Das fühlt sich an…wie…Freiheit.