Monatsarchiv: September 2015

Das Lied zum Tag

Herr Lunapikt arbeitet daran, es zu wissen.
Danke dafür und meine besten Grüße.

http://wp.me/p4qWyK-1Ig

Weißt du wieviel Sternlein stehen

Das Schöne vom Tag

…war heute eindeutig die Post für mich.
Trotz Baustress hat der geschätzte Herr Ärmel
https://fotografieundtext.wordpress.com/
mich nicht vergessen und mir in einem mit feinster Handschrift adressierten Kuvert Veilchenpastillen geschickt.
Nun wird nicht nur der Winter grün, sondern auch Halsschmerz frei.
Köstlich sind sie, Ihre – oder besser meine – Pastillen.
Dankeschön. Ihr Stollen ist Ihnen sicher.

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Freudige Grüße, Ihre Arabella

Das Letzte vom Tag

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Ach ja. Ich werde älter. ..und vergesslicher…
Da lege ich beim diensttäglichen Morgenputz einen Zahn zu, um Zeit für einen Abstecher in die Pafümerie zu schinden…
Klappt auch alles hervorragend und ich bin 10 Minuten bevor der Bus abfährt an der Haltestelle.
Zeit genug, mich in die warme Sonne zu setzen.
Der Bus fährt wie immer 5 Minuten vor der vollen Stunde los. Er dreht eine kleine Stadttour und kommt dann genau 00 zur Haltestelle zurück.
Heute nicht.
Wahrscheinlich hat mich die Fahrerin übersehen, obwohl ich längst am korrekten Platz stehe.
Ach ja.
In meine Handtasche schauend, stelle ich fest: ich habe mein „Begleitmich“, das ist mein Handy, vergessen.
Ach ja.
Zeit habe ich nun genug, ich laufe also den gerade erklommenen Berg wieder runter, hole mein Handy und laufe die gute 1000 m lange Strecke zum dritten Mal.
Ach ja.
Den nächsten Bus habe ich durch meinen Morgensport auch noch verpasst.
Ach ja.
Fahre ich eben mit der Bahn.
Auch gut, den verpassten Einkaufsbummel hole ich nach.
Vergesslichkeit macht sportlich…
Ach ja.
Der Blick aus dem Zugfenster ist wie immer.
Umwerfend.
Ah! Ja!

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Das Lied zum Tag

I’m yours

Grünes für den Winter

Ein grüner Duft taugt nicht für den Winter?
Und ob!
Im Garten beim Kräuter bündeln gingen mir verschiedene Duftrichtungen durch den Kopf…
Einen tiefen Herbst-Winter Duft, den ich nie wieder hergebe, habe ich.
Eau Du Soir von Sisley.
https://arabella50.wordpress.com/2014/10/30/das-parfum/
Manchmal brauche ich Leichteres.
Als mir der Rosmarin durch die Finger gleitet, weiß ich, wonach ich mich sehne.
Seinen Duft will ich auch im Winter um mich haben.

Vor vielen Jahren war ich zu Gast in Frankfurt am Main.
Seit kurzem verfügten wir über DM und nicht nur über die 100 DM Besuchergeld.
Es war ein Verwandtenbesuch der uns in diese Stadt führte und so sind wir nicht dazu gekommen, die Stadt selbst zu besichtigen.
Wendige Zeiten waren das. Mein Kopf musste erst klar kommen mit den vielen neuen Dingen.
Heute würde ich darauf bestehen, mir die Stadt ansehen zu wollen. Damals gingen die Verwandten vor.
Schließlich durfen wir bei ihnen schlafen und essen und sie wollten uns ihr Leben zeigen.
Manches machte mich damals schon stutzig.
Was hat Frankfurt nun mit meinem Duft zu tun?
Ein Einkaufsbummel gehörte zum Programm. Ich bin, was ich hab…
Das Wirtschaftswunder war noch nicht gänzlich vorbei und die Glitzerwelt des Konsums ist eine Bunte.
Mich zog es in eine Pafümerie.
Damals war es nicht schwer zu erkennen, wer aus dem östlichen Teil Deutschlands kam.
Wessis trugen Mantel, Ossis Anorak.
Ganz einfach…
Mein Anorak wies also deutlich meine Zugehörigkeit aus und so kam es, dass die Verkäuferin mich mit skeptischen Blick, aber eben dennoch, nach meinen Wünschen fragte.
„Ein Parfum, das zu mir passt.“
„Tja, welcher Typ ( außer aus dem Osten ) sind Sie denn“ gurrte die Dame zurück.
„Ein Grüner.“
Wenn ich nichts wusste, das wusste ich.
„Da habe ich nicht allzuviel.“
Nun erinnere ich mich nicht mehr, was der gängige Hit der frühen 90er Jahre war, aber so ungewöhnlich dürfte das auch damals nicht gewesen sein.
Nichts desto Trotz hielt sie mir ein Fläschchen mit grünen Inhalt unter die Nase und ich…ich war hingerissen.
Liebe auf den ersten Duft.
Lange Zeit war er mein einziger Begleiter, seit vielen Jahren benutze ich ihn nicht mehr.
Zeit zurückzukehren.
Zurück zu

Ô de Lancôme.
Dem ursprünglichen Duft wohlgemerkt, keine seiner im Handel erhältlichen Variationen kommt für mich an das grüne Original von 1969 heran. Geschaffen wurde es von Robert Gonnon.

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Frisch, spritzig springt die Bergamotte beim ersten Hautkontakt direkt in die Blutbahn und macht den Tagesbeginn heiter. Unterstützt von der Säure der Zitrone, gemildert von der Süße der Mandarine kommt die Kopfnote in belebenden Zitrustönen daher.
Grün geht es weiter.
Im Herzen ruht Basilikum.
Aromatisch, würzig bringt es mit seinem balsamischen Duft den Sommer in Erinnerung.
Das diese nicht wehmütig wird, dafür sorgt der Koriander.
Er macht den Zitrusstart ausgeglichener, bringt Sinnlichkeit und Begehren in den Duft.
Kaum kann ich noch meine Nase von ihm lassen, denn was mich jetzt umgibt, ist der Garten, so wie ich ihn liebe.
Rosmarin dringt anregend warm durch und belebt mich so wie ein Bad im Meer. Rosmarin bedeutet übersetzt Tau des Meeres und als würden seine Tropfen von meiner – in seinem Wasser gebadeten – Haut perlen, spüre ich geistige Klarheit und innere Stärke.
Der perfekte Start in den Tag für einen Morgenmuffel wie mich.
Das alles ist leicht, unaufdringlich und hält doch über den Tag, immer weiter Frische verströmend.
Eichenmoos sorgt dafür und unterstreicht die Sinnlichkeit des Korianders.
Aromatisch grün endet der Duft in der Wurzelfülle des Vetivers.
Erdig-holzig bleibt er noch lange nach dem Auftragen auf meiner Haut zurück.
Das Sandelholz nimmt meine vom Rosmarin verführte Nase kaum wahr.

Und warum sollte dieser herrlich grüne Duft mir nicht den Winter beleben?
Der Strauch selber wird spätestens Ende Januar zu blühen beginnen.

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Das Lied zum Tag

„Ein Männlein steht im Walde“ aus Hänsel und Gretel

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1,2,3…Mittagszeit oder Rosenkohl

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Die Rosenkohlzeit beginnt.
Bei diesem Gemüse scheiden sich die Geister. Die Einen lieben, die Anderen hassen es. Wir gehören zu den Ersteren.
Noch besser wird der Rosenkohl, wenn er den ersten Frost abbekommen hat. Dadurch verliert er seine Bitterkeit.
Ein gesundes Gemüse ist er auch jetzt schon.
Die hohe Konzentration von Vitamin B1 und Folsäure helfen bei Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, verleihen Lebenskraft und Vitalität. Vitamin B1 bildet zusammen mit Mangan und Proteinen im Stoffwechsel lebenswichtige Enzyme, die vor allem Gehirn und Nerven mit Glucose versorgen. Rosenkohl ist außerordentlich reich an Mangan. Zusätzlich besitzt er auch viel Kalium, das entwässernd wirkt.
Rosenkohl entsäuert und entschlackt. Seine Ballaststoffe wirken darmregulierend und beseitigen Verstopfungen.
Der hohe Vitamin C Gehalt kräftigt das Immunsystem.
Zurück zu meinem Mittagseinszweidrei…
Den geputzten Rosenkohl gebe ich für 10 Minuten in einen Topf mit sprudelnd kochendem Wasser.

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Dann kommen die Köhlchen zum abschrecken in kaltes Wasser, dem gern Eiswürfel beigegeben werden können. So behalten sie ihre schöne grüne Farbe.

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Das war 1…
Die heiße Gemüsebrühe verwende ich weiter.
In sie kommt nun 2… Das sind ausgesucht kleine Kartöffelchen mit feiner, zarter Schale. Das ist wichtig, weil die Schale mitgegessen werden soll.

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Auch sie kochen 10 Minuten und werden dann abgegossen.
Bis sie ausgekühlt sind, mache ich mit dem Rosenkohl weiter.
In einer Pfanne zerlasse ich Butter. Wenn diese leicht gebräunt ist, kommt der Rosenkohl hinein und wird weiter gebraten.
Mit Salz, Pfeffer und ein wenig Muskat gewürzt, kann er in aller Ruhe weitergaren.
Wenn die Köhlchen angeröstet sind, gebe ich einen knappen Eßlöffel Zucker darüber und noch ein Stückchen kalte Butter in die Pfanne und karamelisiere sie so. Mit einem winzigen Minischluck Sekt ablöschen und einreduzieren lassen.

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Die Kartöffelchen viertele ich und gebe sie mit ihrer Schale auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech.

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Mit Olivernöl beträufelt und mit Meersalz, Pfeffer und Paprika gewürzt, kommen sie nun für ca. 45 Minuten bei 200 Grad Umluft in den Backofen und werden dort knusprig gebacken. Nach der Hälfte der Zeit wende ich sie.
Der Rosenkohl ist inzwischen auch gar und wird zum Schluß mit geriebenen Käse bestreut, der bei kleiner Temperatur vor sich hin schmelzen kann.

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Fehlt noch 3.
In diesem Fall eigentlich 3 und 4. Für den Gärtnergatten gibt es heute gebratene Zunge. Da ich das nicht mag, gibt es für mich gebratene Putenbrüstchen.
Die Zunge habe ich am Vortag gekocht. Dazu Zwiebeln, Pfefferkörner, Selleriekraut und Salz gemeinsam mit der Zunge ca. 1 – 1,5 Stunden kalt aufgesetzt in Wasser kochen.
Wie beim Würzfleisch also.
https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/09/24/waermendes-oder-wuerzfleisch/
Jetzt schneide ich die Zunge, nachdem ich sie gehäutet habe, in Scheiben und brate diese in brauner Butter an. Dabei pfeffere ich sie noch einmal leicht. Gesalzen sind sie durch das Kochen ausreichend.

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Nebenbei brate ich meine Extrawurst.

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1, 2, 3…fertig.
Die gebackenen Kartoffeln sind knusprig braun und der Käse im Rosenkohl zieht feine Fäden.

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So mögen wir das
Dazu noch die gebratene Zunge

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bzw. meine Putenbrust und ein gutes Herbstessen ist bereitet.

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Das Fleisch noch mit brauner Butter begießen und…1, 2, 3…aufessen.

Das Letzte vom Tag

Ein strahlender Herbstsonntag voller Genüße war und ist das.
Am Morgen sitze ich im Garten in der Sonne und gucke.
Stundenlang könnte ich den gltzernden Tautropfen zuschauen, die sich im warmen Sonnenlicht langsam in aufsteigenden Nebel verwandeln.
Nach einer kleinen Weile gucke ich auch nicht mehr, sondern träume nur noch vor mich hin.
Herrliches Nichtstun.
Eine handvoll Brombeeren nehme ich mit ins Haus.
Der Mittagsschmaus wartet auf seine Fertigstellung.
Zeit dabei Musik zu hören, die Antje
http://wp.me/s5wKb3-wohin
mir wieder in Erinnerung brachte.


(Listen to the Man)

Am Abend gibt es Eis und heiß.
Vanilleeis mit Eierlikör und den morgens gepflückten Brombeeren, aufgeschleckt vorm wärmenden Kamin.

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So können von mir aus gern alle Sonntage sein…

Sonntagsmärchen – Der gestiefelte Kater

Märchen – zauberhafte Geschichten und Erzählungen mit tieferem Sinn.
Mie nach wie vor Lieblingslektüre und Mußestunde in einem.

Brüder Grimm: Die schönsten Kinder- und Hausmärchen

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Der gestiefelte Kater

Es war einmal ein Müller, der hatte drei Söhne, seine Mühle, einen Esel und einen Kater; die Söhne mußten mahlen, der Esel Getreide holen und Mehl forttragen, die Katze dagegen die Mäuse wegfangen. Als der Müller starb, teilten sich die drei Söhne in die Erbschaft: der älteste bekam die Mühle, der zweite den Esel, der dritte den Kater; weiter blieb nichts für ihn übrig. Da war er traurig und sprach zu sich selbst: »Mir ist es doch recht schlimm ergangen, mein ältester Bruder kann mahlen, mein zweiter auf seinem Esel reiten – was kann ich mit dem Kater anfangen? Ich laß mir ein Paar Pelzhandschuhe aus seinem Fell machen, dann ist’s vorbei.«

»Hör«, fing der Kater an, der alles verstanden hatte, »du brauchst mich nicht zu töten, um ein Paar schlechte Handschuhe aus meinem Pelz zu kriegen; laß mir nur ein Paar Stiefel machen, daß ich ausgehen und mich unter den Leuten sehen lassen kann, dann soll dir bald geholfen sein.« Der Müllersohn verwunderte sich, daß der Kater so sprach, weil aber eben der Schuster vorbeiging, rief er ihn herein und ließ ihm die Stiefel anmessen. Als sie fertig waren, zog sie der Kater an, nahm einen Sack, machte dessen Boden voll Korn, band aber eine Schnur drum, womit man ihn zuziehen konnte, dann warf er ihn über den Rücken und ging auf zwei Beinen, wie ein Mensch, zur Tür hinaus.

Damals regierte ein König im Land, der aß so gerne Rebhühner: es war aber eine Not, daß keine zu kriegen waren. Der ganze Wald war voll, aber sie waren so scheu, daß kein Jäger sie erreichen konnte. Das wußte der Kater, und gedachte seine Sache besserzumachen; als er in den Wald kam, machte er seinen Sack auf, breitete das Korn auseinander, die Schnur aber legte er ins Gras und leitete sie hinter eine Hecke. Da versteckte er sich selber, schlich herum und lauerte. Die Rebhühner kamen bald gelaufen, fanden das Korn – und eins nach dem andern hüpfte in den Sack hinein. Als eine gute Anzahl drinnen war, zog der Kater den Strick zu, lief herbei und drehte ihnen den Hals um; dann warf er den Sack auf den Rücken und ging geradewegs zum Schloß des Königs. Die Wache rief. »Halt! Wohin?« – »Zum König!« antwortete der Kater kurzweg. »Bist du toll, ein Kater und zum König?« – »Laß ihn nur gehen«, sagte ein anderer, »der König hat doch oft Langeweile, vielleicht macht ihm der Kater mit seinem Brummen und Spinnen Vergnügen.« Als der Kater vor den König kam, machte er eine tiefe Verbeugung und sagte: »Mein Herr, der Graf« – dabei nannte er einen langen und vornehmen Namen – »läßt sich dem Herrn König empfehlen und schickt ihm hier Rebhühner«; wußte der sich vor Freude nicht zu fassen und befahl dem Kater, soviel Gold aus der Schatzkammer in seinen Sack zu tun, wie er nur tragen könne: »Das bringe deinem Herrn, und danke ihm vielmals für sein Geschenk.«

Der arme Müllersohn aber saß zu Haus am Fenster, stützte den Kopf auf die Hand und dachte, daß er nun sein letztes Geld für die Stiefel des Katers weggegeben habe, und der ihm wohl nichts besseres dafür bringen könne. Da trat der Kater herein, warf den Sack vom Rücken, schnürte ihn auf und schüttete das Gold vor den Müller hin: »Da hast du etwas Gold vom König, der dich grüßen läßt und sich für die Rebhühner bei dir bedankt.« Der Müller war froh über den Reichtum, ohne daß er noch recht begreifen konnte, wie es zugegangen war. Der Kater aber, während er seine Stiefel auszog, erzählte ihm alles; dann sagte er: »Du hast jetzt zwar Geld genug, aber dabei soll es nicht bleiben; morgen ziehe ich meine Stiefel wieder an, dann sollst du noch reicher werden; dem König habe ich nämlich gesagt, daß du ein Graf bist.« Am andern Tag ging der Kater, wie er gesagt hatte, wohl gestiefelt, wieder auf die Jagd, und brachte dem König einen reichen Fang. So ging es alle Tage, und der Kater brachte alle Tage Gold heim und ward so beliebt beim König, daß er im Schlosse ein- und ausgehen durfte. Einmal stand der Kater in der Küche des Schlosses beim Herd und wärmte sich, da kam der Kutscher und fluchte: »Ich wünsche, der König mit der Prinzessin wäre beim Henker! Ich wollte ins Wirtshaus gehen, einmal einen trinken und Karten spielen, da sollt ich sie spazierenfahren an den See.« Wie der Kater das hörte, schlich er nach Haus und sagte zu seinem Herrn: »Wenn du ein Graf und reich werden willst, so komm mit mir hinaus an den See und bade darin.« Der Müller wußte nicht, was er dazu sagen sollte, doch folgte er dem Kater, ging mit ihm, zog sich splitternackt aus und sprang ins Wasser. Der Kater aber nahm seine Kleider, trug sie fort und versteckte sie. Kaum war er damit fertig, da kam der König dahergefahren; der Kater fing sogleich an, erbärmlich zu lamentieren: »Ach! Allergnädigster König! Mein Herr, der hat sich hier im See zum Baden begeben, da ist ein Dieb gekommen und hat ihm die Kleider gestohlen, die am Ufer lagen; nun ist der Herr Graf im Wasser und kann nicht heraus, und wenn er sich noch länger darin aufhält, wird er sich erkälten und sterben.« Wie der König das hörte, ließ er anhalten und einer seiner Leute mußte zurückjagen und von des Königs Kleider holen. Der Herr Graf zog dann auch die prächtigen Kleider an, und weil ihm ohnehin der König wegen der Rebhühner, die er meinte, von ihm empfangen zu haben, gewogen war, so mußte er sich zu ihm in die Kutsche setzen. Die Prinzessin war auch nicht bös darüber, denn der Graf war jung und schön, und er gefiel ihr recht gut.

Der Kater aber war vorausgegangen und zu einer großen Wiese gekommen, wo über hundert Leute waren und Heu machten. »Wem ist die Wiese, ihr Leute?« fragte der Kater. »Dem großen Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem die Wiese gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Darauf ging der Kater weiter und kam an ein Kornfeld, so groß, daß es niemand übersehen konnte; da standen mehr als zweihundert Leute und schnitten das Korn. »Wem gehört das Korn, ihr Leute?« – »Dem Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem das Korn gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Endlich kam der Kater an einen prächtigen Wald, da standen mehr als dreihundert Leute, fällten die großen Eichen und machten Holz. »Wem ist der Wald, ihr Leute?« – »Dem Zauberer.« – »Hört, jetzt wird gleich der König vorbeifahren, wenn er wissen will, wem der Wald gehört, so antwortet: dem Grafen; und wenn ihr das nicht tut, so werdet ihr alle erschlagen.« Der Kater ging noch weiter, die Leute sahen ihm alle nach, und weil er so wunderlich aussah, und wie ein Mensch in Stiefeln daherging, fürchteten sie sich vor ihm. Er kam bald an des Zauberers Schloß, trat keck hinein und vor diesen hin. Der Zauberer sah ihn verächtlich an, dann fragte er ihn, was er wolle. Der Kater verbeugte sich tief und sagte: »Ich habe gehört, daß du dich in jedes Tier ganz nach deinem Belieben verwandeln könntest; was einen Hund, Fuchs oder auch Wolf betrifft, da will ich es wohl glauben, aber von einem Elefant, das scheint mir ganz unmöglich, und deshalb bin ich gekommen, um mich selbst zu überzeugen.« Der Zauberer sagte stolz: »Das ist für mich eine Kleinigkeit«, und war in dem Augenblick in einen Elefant verwandelt. »Das ist viel«, sagte der Kater, »aber auch in einen Löwen?« – »Das ist auch nichts«, sagte der Zauberer, dann stand er als Löwe vor dem Kater. Der Kater stellte sich erschrocken und rief: »Das ist unglaublich und unerhört, dergleichen hätt ich mir nicht im Traume in die Gedanken kommen lassen; aber noch mehr, als alles andere, wär es, wenn du dich auch in ein so kleines Tier, wie eine Maus ist, verwandeln könntest. Du kannst gewiß mehr, als irgendein Zauberer auf der Welt, aber das wird dir doch zu hoch sein.« Der Zauberer ward ganz freundlich von den süßen Worten und sagte: »O ja, liebes Kätzchen, das kann ich auch«, und sprang als eine Maus im Zimmer herum. Der Kater war hinter ihm her, fing die Maus mit einem Satz und fraß sie auf.

Der König aber war mit dem Grafen und der Prinzessin weiter spazierengefahren, und kam zu der großen Wiese. »Wem gehört das Heu?« fragte der König. »Dem Herrn Grafen«, riefen alle, wie der Kater ihnen befohlen hatte. »Ihr habt da ein schön Stück Land, Herr Graf«, sagte der König. Danach kamen sie an das große Kornfeld. »Wem gehört das Korn, ihr Leute?« – »Dem Herrn Grafen.« – »Ei! Herr Graf! Große, schöne Ländereien!« – Darauf zu dem Wald: »Wem gehört das Holz, ihr Leute?« – »Dem Herrn Grafen.« Der König verwunderte sich noch mehr und sagte: »Ihr müßt ein reicher Mann sein, Herr Graf, ich glaube nicht, daß ich einen so prächtigen Wald habe.« Endlich kamen sie an das Schloß, der Kater stand oben an der Treppe, und als der Wagen unten hielt, sprang er herab, machte die Türe auf und sagte: »Herr König, Ihr gelangt hier in das Schloß meines Herrn, des Grafen, den diese Ehre für sein Lebtag glücklich machen wird.« Der König stieg aus und verwunderte sich über das prächtige Gebäude, das fast größer und schöner war als sein Schloß; der Graf aber führte die Prinzessin die Treppe hinauf in den Saal, der ganz von Gold und Edelsteinen flimmerte.

Da ward die Prinzessin mit dem Grafen versprochen, und als der König starb, ward er König, der gestiefelte Kater aber erster Minister.

Das Letzte vom Tag

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1956 von meinen Großeltern gepflanzt, tragen unsere Apfelbäume immer noch in jedem Jahr reiche Frucht.
Das liegt auch am jährlichen, fachgerechten Schnitt, den mein Gärtnergatte ihnen in jedem Frühjahr zukommen lässt.
Den Großteil der Äpfel verschenke ich. Saftig, wunderbar süß-säuerlich-knackig schmeckend, sind sie jedoch nicht allzulange lagerbar.
Meine Großeltern belieferten einen befreundeten Konditor damit. Für sie war das eine gute Möglichkeit eines kleinen Nebengewinns.
Meist pflücke ich nach und nach, je nach Wunsch des Abholers.
Der schönste Apfel war und ist für mich immer der „Silberrückenapfel“.
Den bekam immer mein lieber Stiefvater. Als ältestes, männliches Familienmitglied war er für mich mein „Silberrücken“.
Nun ist er nicht mehr bei uns.
An ihn denkend, reiche ich meinen schönsten Apfel seither meinem Gärtnergarten, der nun unser neuer „Silberrücken“ ist.
Alles und jedes hat seine Zeit.

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( Bei einem Wirte wundermild )