Archiv der Kategorie: Geschichten

Gänseblümchengeschichte

Die alte Frau war schon vor Stunden gegangen.
Nachdem ich das dicke Bündel Geldscheine aus der Hand gelegt hatte, sichtete ich den weiteren Inhalt der von ihr zurück gelassenen Kiste.
Das war nicht eine, nicht zwei…das waren unzählige Geschichten. Eine besser als die andere. All das, was mein Kopf in den letzten Tagen nicht zum Ende verbringen zu vermochte, lag vor mir.
Jede der Geschichten war in sich geschlossen wie ein gut gebundener Blumenstrauß. Die Worte glitten nur so dahin, vergleichbar mit funkelnden Regentropfen, die sich auf den samtigen Blättern des Frauenmantels sammelten.
Meine Fantasie spielt mir einen Streich, anders kann es nicht sein… Warum und vor allem was sollte ich hier vollenden?
Eine Welle der Unruhe strömte durch meinen Körper.
Sollte meine Loyalität in Frage gestellt werden? Was steckte hinter diesem – augenscheinlich so wichtigem – Auftrag. Das Bündel Scheine war genug, um die Mietschulden abzuzahlen und es würde den Rest des Jahres absichern. Und wir hatten gerade erst Mai. Ertragreiche Schreibtischstunden – in der Ruhe und Gelassenheit die finanzielle Sicherheit mit sich bringt – warteten auf mich.
Nein, so fällt mir nichts ein, dachte ich von Vorahnungen geplagt.
Unter all den Papieren fand sich eine Adresse, gelegen am Ausgang der Stadt, fast schon im angrenzendem Waldgebiet. Dort musste sie wohnen, die alte Frau.
Zumindest versuchen wollte ich, zu erkunden, ob dem so ist.
Noch in der beginnenden Dämmerung machte ich mich mit meinem klapprigen, unverwechselbar gelbem Fahrrad auf den Weg. Die Kiste und den Umschlag im Rucksack fest an den Körper gepresst.
Das Haus, auf welches die Adresse
lautete, lag am Ende des Weges, verlassen hinter einer Mauer aus blickdichtem Roseneibisch.
Durch das runde Eingangstor aus farblos gewordenem Holz tretend, fand ich mich – vor allen Blicken geschützt – im Garten wieder, der eine Größe besaß, welche von außen nicht zu ahnen gewesen war.
Sanft schloß sich das Tor hinter mir, hakte ein und verschwand in einer weißen Wolke aus Jasmin und ich, ich war gefangen – von und in dem üppigen Garten.
Harmonisch vereint, wuchsen die verschiedensten Pflanzen und schufen ein Bild der Vollkommenheit, das an einen anderen, viel älteren Garten erinnerte. Glitzerte in einer Ecke der Tau wie Diamanten auf den weichen Blättern des Frauenmantels, schmiegten sich gleich daneben – im lauen Abendwind tanzend – tieflila Iris aneinander. Zwischen sattgrünen Blättern dufteten weißköpfige Maiglöckchen und verbreiteten einen Geruch, der benommen und zugleich frei machte. Buttergelbe Trollblumen standen überall und als wären ihre kugelförmigen Blüten Lampions, war der Garten auf wundervolle Weise in warmes, versöhnlich stimmendes Abendlicht getaucht, dessen von ihm ausgehende Ruhe zum dauerhaften Verweilen aufzufordern schien.
Die – den größten Teil des Gartens einnehmende – Wiese, war übersät mit Gänseblümchen, wie Sterne am Nachthimmel strahlten sie aus dem – durch seine Üppigkeit fast schwarz wirkendem – Gras.
Dort saß die alte Frau und schien nichts anderes als meine Ankunft erwartet zu haben.
„Ah, wusste ich es doch, dass du zu mir finden würdest“ sagte sie und forderte mich auf „Setz dich, nah zu mir.“
Dieser Einladung folgte ich sofort, die Knie waren mir schwach geworden und ich sank in das weicheste Gras auf dem ich je Platz genommen hatte. Achtsam wollte ich vermeiden die Gänseblümchen zu zerdrücken, doch wichen sie wie von selbst aus und machten einen Sitzplatz für mich frei.
„Wundere dich nicht“ sagte die alte Frau, deren Gesicht in dieser Umgebung viel weicher als in meiner Wohnung wirkte und das trotz ihres Alters voller Lebendigkeit war und fast zu leuchten schien.
Das sind keine gewöhnlichen Gänseblümchen… sie erzählen Geschichten. Immer wenn den Menschen hinter meiner Hecke die Gedanken verloren zu gehen scheinen, zaubern sie mit ihrem sanften Geruch und ihrer kindlich reinen Schönheit, neue Erzählungen in die von Alltagssorgen geplagten, leeren Köpfe der Schriftsteller. Im Traum erscheinen sie ihnen. Ist der Morgen da, scheint alles ein Leichtes und die Gedanken fließen wieder. Mit den entstandenen Geschichten war immer gutes Geld zu verdienen. Soviel, dass eine Spende für die Gänseblümchenstiftung, deren Anzeige stets in’s Auge fallend platziert war, möglich wurde. Gänseblümchen gingen den Schreibenden nämlich nicht mehr aus dem Kopf. Der Gedanke an ihr sonniges Gesicht war stetig vorhanden und schuf Lebensfreude.
„Dieses Geld, meine Liebe, sammle ich und bringe es zu Schriftstellern, immer hoffend, das einmal einer dabei ist, der nicht dem Geld verfällt und es zurückbringt. Ich werde alt, ich brauche jemand, der meinen Platz einnimmt. Bleibe hier, hilf mir die Gänseblümchen zu versorgen und Geschichten in die Welt zu bringen. Was wäre die Welt ohne Geschichten? “
Für mich gab es nichts zu überlegen.
Außer meinem alten Fahrrad würde mich keiner vermissen.
Jahre später, als ich einem Schriftsteller eine Kiste mit Geschichten und einen Umschlag mit Geldscheinen vorbei brachte, fiel mein Blick auf eine alte Zeitung.
Das Bild eines alten, gelben Fahrrads sah ich sofort, daneben stand:
Mysteriöses Verschwinden einer verschrobenen Schriftstellerin bleibt weiterhin ungeklärt.

Nepomuk Hastig springt über seinen Schatten

Nepomuk Hastig lebt allein. Seine Einsamkeit hat er sich nur bedingt ausgesucht. Er ist ein ruhiger Mensch, tut sich schwer beim Öffnen. Etwas trennt ihn von innen heraus von den Anderen. Wo immer nur weiter gestebt wird, bleibt er zurück. Zäh bleiben die Bemühungen der Anderen um all die Leichtigkeit an ihm kleben. Neben ihm gibt es Menschen denen es ähnlich geht. Vielleicht.

Sein neuer Wohnungsnachbar wirkt stattlich. Die grossporige Haut fällt unter der Solariumsbräune weniger auf. Sein Körper ist schlank, im Gesicht zeichnen sich schwere Furchen ab, wer sich auskennt ahnt sofort, diese Schlankheit ist schwer erkämpft, sie soll die nicht vorhandene Körpergröße ausgleichen. Nepomuk Hastig kennt sich aus. Zumindest damit. Im Treppenhaus hat der schlank trainierte Mann ihm freundlich, aber uninteressiert einen guten Tag gewünscht. Schneller als sein Duft war er hinter seiner Wohnungstür verschwunden. Was verschlägt einen solchen Menschen in sein stilles Haus, das abgelegen ist und nicht mit großen Fensterfronten für sich wirbt. Immer denkt Nepomuk daran wie es wäre, hinter ganzflächig verlaufenden Glasscheiben zu wohnen, deren Sicht auf einen großzügigen Park fällt, in dem Spaziergänger sich leicht wie Schmetterlinge tummeln. Nepomuk verbringt einen großen Teil seiner Freizeit in dem Park, der von den großzügigen Wohnfenstern begrenzt ist. Immer ist er auf der anderen Seite, auf jener von der aus dem Park in die großen Fenster geschaut werden kann. Die Menschen dahinter tun sich nicht schwer damit, diese intimen Einblicke zuzulassen. Nepomuk sucht, auf einer Bank am Springbrunnen sitztend, zu verstehen, wie es sich anfühlt, so großzügig, verschwenderisch geradezu, mit seinem Innersten nach außen zu treten. Er vermeidet wie die anderen zu flanieren, zu schwer sein Gang neben all den Leichtfüssigen.

All die gardinenlosen Glasfronten bieten Einblicke in ein zur Schau gestelltes Stück gelebten Erfolges. Wer so stilvoll dekorierte Arbeits- und Wohnräume sein Eigen nennt, zählt zu den Gewinnern. Nepomuk kann sich selbst die Frage nicht beantworten, ob er es wert fände, so viel Lebenszeit mit Arbeit zu verbringen, um die wenig verbliebene Freizeit dann mit diesem Lebensgefühl des Wohnens zu krönen. Dann muss man das wohl ausstellen, damit jeder sehen kann wie gut es mir geht, denkt sich Neomuk. Nein, für ihn kommt das so nicht in Frage und dennoch bleibt der Traum durch ein solches Fenster als Besitzer und nicht als Beobachter zu schauen. Nepomuk steht von seiner Bank auf und geht wie immer mit Trennungsschmerz von diesem Ort. Er läuft nicht die beschatteten Alleen im Park direkt entlang, er geht dicht unter den Fenstern vorbei, als könnte noch mehr Nähe ihm Antwort bringen.

Vor ihm geht ein Mann, er kommt ihm bekannt vor. Beladen mit Umzugskisten verliert die schlanke Silhouette vor ihm ihre Unnahbarkeit, ein Blick beim Überholen ins Gesicht des schwer Beladenen lässt Nepomuk seine Vermutung bestätigen, ja, das ist er – das ist sein neuer Nachbar. Nepomuk beginnt vor Erregung zu zittern, das ist sie, das ist seine Chance einmal auf die andere Seite zu gelangen. Der Wunsch in ihm ist so stark, dass er seine Unsicherheit, seine Ängstlichkeit überwindet. Er geht auf den Mann zu, ich helfe ihnen tragen, sagt er. Ehrlich fügt er hinzu, ich tue das nicht aus Hilfsbereitschaft, ich tue das aus dem Verlangen in mir heraus, einmal auf der anderen Seite dieser Fensterfront zu stehen. Der Blick des Beladenen fällt auf Nepomuks gedrungene Gestalt, bleibt in den bittenden Blicken hängen. Nepomuk hat in seiner jahrelangen Stille lebend gelernt, Gesten anderer – die diese selbst längst nicht mehr wahrnehmen – zu lesen. Dem Umziehenden gefällt sein Anliegen nicht, jedoch ist dieser fähig in Sekundenschnelle erkennbaren Vorteil zum eigenen Nutzen wahrzunehmen. Seine Kisten absetzend, nimmt er beim neuen Weg in die zu beräumende Wohnung den unsagbar still werdenden Nepomuk mit sich. Dieser betritt die Räume, von innen wirkt die äußerlich zur Schau gestellte, aufgeräumte Modernheit leer. Zielsicher findet Nepomuk den Weg zu dem oft erträumten Ausblicke. Er steht am Fenster, blickt durch es und sieht in den Park. Einzigartig liegt seine gesamte Schönheit vor ihm. Sie ist ohne Geräusche und Gerüche, als wäre es eine gut arrangierte Fotografie. Sehnsucht ergreift Nepomuk. Er muss zurück auf seine Seite, unbedingt und sofort.

Ein Lächeln zieht über das Gesicht des zurückgebliebenen ehemaligen Mieters. Dann lässt er die Umzugskisten unberäumt stehen und geht hinaus, geht auf die andere Seite. Zögerlich wird in ihm ein Lied dabei laut.


 

Erinnerungen – winters

Früher war der Winter eine Jahreszeit, nicht wie heute ein Zustand, von dem erwartet wird, das er so schnell wie möglich vorübergeht, damit wieder alles wie gewohnt und eben schnell geht. Schnee gehörte selbstverständlich dazu. Die Glätte auch. Auf den Straßen war sie weit weniger gefährlich, nicht weil sie eben das nicht war, sondern weil der Verkehr an sich weniger war. Hatte man 15 Jahre auf ein Auto gewartet, riskierte man keinen Glatteisunfall und lies den Trabi oder Skoda in der Garage und ging zu Fuß. Auf Fußwegen die von den Anwohnern beräumt worden waren. Das in jeder Familie jedes Familienmitglied ein Paar Langläufer besaß, war normal und kein Luxus. Obwohl die jüngeren Familienmitglieder meist die ausgewachsenen Modelle älterer Geschwister übernehmen mussten. Das waren auch keine hypermodernen Skier, sondern Brettln. Mit einfachster Bindung und ohne dazugehörigen Skistiefel, die nochmal den Preis eines Winterurlaubs an sich kosten. Was dagegen jeder hatte, war Wachs für die Skier. Welches Wachs bei welchem Wetter zu verwenden war, ist eine Wissenschaft für sich gewesen, die besonders gern von den Vätern betrieben wurde. Sie waren auch oft diejenigen welche die Skier der gesamten Familie präparierten. Mit Ehrgeiz natürlich. Dann fuhr man mit seinem einen Paar Winterstiefel in die Bindung, einfache Stöcke aus Holz dazu und gemächlich zog man seine Bahnen durch’s verschneite Land, dessen Schönheit zu erleben Sinn des Ausflugs war. Die Zeiten von bunter Skikleidung, deren Hauptzweck darin besteht, gesehen zu werden, lag noch in weiter Ferne. Nach dem Ausflug ging es nach Hause und nicht zum Apresski. Waren die Skiausflüge in den Familien meist den Wochenenden vorbehalten, gingen wir Kinder in der Woche rodeln. Einen Schlitten besaß jeder und jeder nutze ihn. Nach der Schule trafen sich alle am Rodelhang. Dazu war kein Anruf, keine Whatsapp notwendig, in den Pausen hatten wir abgesprochen, wann und wo wir uns treffen wollten. Den Rodelberg hoch gestapft und runtergesaust. Wer fährt am Schnellsten, wer kommt am Weitesten? Wer kann so gut bremsen, dass er dabei nicht in den Schnee kippt? Was haben wir dabei für Spaß gehabt! Ich erinnere mich ungern an meine rote Strickhose die ich dabei trug. Eine Zeit lang waren Strickmaschinen in Mode gekommen. Wer eine besaß, strickte wie wild und verkaufte die Hosen dann für kleines Geld. Meine Mutter war stolz, eine für mich erstanden zu haben. Ich habe das kratzende Ding gehasst. Gekauft hatte sie diese bei meiner zukünftigen Schwiegermutter, das wusste damals natürlich noch niemand. Gefetzt, alles was „in“ war „fetzte“ damals, haben mir nur die in einer weiten Glocke endenden Hosenbeine, die der Modehit der frühen 70er Jahre waren. War ich mit der Hose dreimal in den Schnee gefallen, war sie so nass geworden, dass sie an den Beinen hart gefror. Dicke Schneeklumpen sammelten sich daran und froren fest. Darunter trug ich eine dicke Wollstrumpfhose, auch die war am Ende nass gefroren, genau wie meine selbst gestrickten Wollfäustlinge. Die Finger darunter zur Faust geballt, um sie zu wärmen, stapfte ich in der einbrechenden Dunkelheit, völlig durchgefroren aber selig, nach Hause. Vor der Haustüre klopfte ich den überall an mir fest gefrorenen Schnee vom Leib, niemals wäre ich auf den Gedanken gekommen, ihn meiner Mutter ins Haus zu schleppen. Das hätte was gegeben! Im Wohnzimmer war der Kachelofen geheizt und verströmte wohlige Wärme. Meine rot gefrorenen Füße daran gewärmt, taute ich langsam wieder auf. Niemals wäre mir die Idee gekommen, ein heißes Vollbad einzufordern. Gebadet wurde Freitags, nur an diesem Tag wurde der dafür im Bad hängende Boiler überhaut angesteckt. Manchmal ließ sich ein Fußbad rauschinden. Dann goß mir meine Mutter heißes Wasser aus dem Teekessel, der immer gefüllt auf dem Küchenherd vor ich hin pfiff, in die große Aluminiumschüssel, in der sie Sonntags die grünen Klöße für’s Mittagessen zubereitete. Mit etwas Glück konnte ich meine Mutter dazu überreden, mir zum Abendessen einen Vanillepudding zu kochen, ihn noch warm in einen Suppenteller zu geben und in die Mitte einen See aus Himbeersoße zu gießen. So rot wie meine Winterluftwangen.

Kleine Gute Nacht Geschichten

Das Leben das er führt ist geteilt. Zwei Teile die kein Ganzes ergeben. Vor dem Trinken und beim Trinken. Vor dem Trinken ist nur Gier. Gier nach dem zuschlagenden Rausch. Vergessen bringt er. Es ist nicht so, dass er Übles vergessen muss. Nur die Sucht muss er vergessen. Sie schleicht unter seine Haut, dringt ein – tiefer als Liebe – umfasst klammerhaft sein gesamtes Ich. Loslassen geschieht nicht mehr. Mehr, mehr. Der zweite Teil seines Lebens – das Trinken – ist blasenhaft einfach. Immer nur mehr einfüllen, solange bis der Zustand des Nichtmehrwahrnehmens der eigenen, von sich selbst verachteten Person erreicht ist. Aufgeblähte Freundlichkeit zeigt sich dann in seinen zerrütteten Worten, lange liegt sein Verstand begraben unter den täglichen Dröhnungen. Der Weg zur Ruhestatt führt ihn nicht mehr am Bad vorbei, welcher Person sollte er Zähne putzen, wen waschen? Stundenlang fällt er aus, taumelnd sich im Halbsitzen in ein schwimmendes Unsicherheitsland begebend, griffbereit neben sich die nächste Flasche. Wachwerden ohne diese erträgt sein gemarterter Körper nicht mehr. Nur der Kopf fühlt sich endlich freier, ohne gelöst zu sein. Morgen schon muss er neu sehen woher der unersetzbare Alkohol herkommen soll. Morgen schon wird er eine Zeit ohne ihn sein müssen. Wer die Menschen um ihn sind ist ihm seit langen nicht mehr wichtig. Wichtig ist nur, ob sie sein Verhalten tolerieren oder nicht. Kaum einer derer die er einmal liebte tut das. Er denkt nicht mehr an sie. Was sollen ihm Menschen…der Rausch ist wichtig. Er ist mehr als Menschen je sein können, er akzeptiert ihn, macht ihn zum Größten. Diesen seinen einzigen Freund muss er füttern. Nicht jetzt daran denken, nicht jetzt, wenn sein letzter Freund ihn umarmt und mitnimmt auf die Reise ohne Ende.

Feenlicht

Für Stefanie mit Dank

Wenn du den stillen, dunklen Wald hinter dir gelassen hast, kommst du in einen lichten Garten. Platz ist in ihm für deine Träume. Zwischen den alten Bäumen bricht sich das helle Sonnenlicht seinen Weg.

Klar ist die Luft darin, wie gute Gedanken die sich dort leicht finden lassen. Raureif ersetzt den Schmuck der Sommerblumen. Jetzt fehlen sie hier nicht…alles hat seine Zeit. 

Filigran ist die vergängliche Schönheit, zart und kostbar wie das Leben. Hier schläft nichts einen Todesschlaf, hier träumt alles, ruht nur.

Lichtblicke allerorten, auch tief drinnen in mir selbst. Niemand ist an diesem Ort allein. Immer gibt es jemanden, eine Äpfel pickende Amsel, eine Körnchen suchende Meise. Nicht zu vergessen die hungrige Maus, die im hohen Graß sicheres Versteck findet und fallengelassenes.

Das geschenkte Licht trage ich in mein Innerstes, schmücke es mit Gartenzweigen und entzünde an ihm die Feenkerze.

Wärme durchdringt mich. Tief.

Kleine Gute Nacht Geschichten

Draußen ist es kalt. Feuchte minus sechs Grad hinterlassen Kältespuren wie es sonst nur eisiger Januarwind kann.

Sie friert, tief von innen heraus. Solche Kälte kann keine Natur erzeugen, nur die von innerlich zerstörten Menschen erreichte Achtlosigkeit schafft diesen tiefsten Punkt.

Wieder hat er getrunken. Eklig schleimt sich das falsche Werben in seiner nicht mehr von ihm selbst geführten Stimme.

Weg, weg, weg.

Sie übertüncht die Glanzlosigkeit ihrer Augen mit silbernem Lidschatten. Schliest sie ihre Augen, bleibt für Außenstehende lockendes Flirren, sie selbst ist tief in ihrem Inneren erfroren. Ohne die Anerkennung der Anderen kann sie nicht sein. Tribut – den sie ungern zahlt.

Enge erzeugt das Gefühl, verachtet zu werden, weil sie einen Trinker liebt. Aschfahl wird ihr Gesicht, hinter jedem Tuscheln ahnt sie die lauernde Gefahr des vernichtenden Urteils der Nächsten, sich gern blind Stellenden.

Weg, weg, weg.

Dahin wo Alkohol Spaß macht. In die kurzen Momente musikklingender Bars, in denen jeder dieses Laster leicht zu nehmen scheint. Immer gleich dudelnde Lieder, die kein Feuer in abgestumpfte Augen bringen. 

Weg, weg, weg.

Still die Augen geschlossen, lässt sie sich in die Arme eines warm duftenden Mannes treiben. Halt ist das keiner, wohl aber Zuflucht. Sehen muss nicht können wer fühlt. Die Freiheit ist nicht mit ihr, sie hat sie verloren zwischen dem Beseitigen der Spuren des Alkoholmißbrauchs ihres Gefährten. Krampfhaft eng wird ihr Herz, wenn sie lächelnd den Geschichten zuhören muss, die er seiner Familie erzählt, wenn er sich wieder im Rausch nicht unter Kontrolle hatte, sich bei Stürzen verletzte, nicht zu verbergende Blesuren davon trug. 

Weg, weg, weg.

Gut liegt es sich beim Tanz in den Armen dieses fremden, sie begehrenden Mannes. Sie würde ihm gern folgen, kann es nicht. Noch ist ihr das Wort Liebe mehr als eben nur solches.

Weg, weg, weg.

Draußen ist es eisig. Feuchte minus sechs Grad hinterlassen Kältespuren. Sie geht ohne Mantel an den Rand dessen was sie noch ertragen kann und einen Schritt weiter.

Klirrend ist der nächste Morgen. Er bringt dem verlassenen Trinker die Nachricht von ihrem Fall an der Klippe. Für den Abend, er trinkt niemals vor 18.00 Uhr, hat er sich mehrere Flaschen Wein bereit gestellt.

Er lässt sie unbeachtet, wie er es mit seiner Liebsten getan hat. 

Sie ist endlich frei.

Große Jung’s weinen nicht!

Erinnerungen Post

Die Post in der DDR war eine wichtige Einrichtung. In vielen Haushalten fehlte ein eigener Telefonanschluss. Die Post bot nicht nur die Möglichkeit, Briefe, Telegramme und Pakete zu versenden, in jedem Postamt gab es mehrere Telefonkabinen. Wollte man einen Anruf tätigen, stellte man sich in die Reihe der Wartenden. Hinter einem Schalter, der mit einer Trennscheibe zu dem öffentlichen Raum versehen war, saßen die Postangestellten. Eine Öffnung in der Scheibe, die verschliesbar war, ermöglichte den Kontakt. War man endlich an der Reihe, konnte man seinen Wunsch äußern. Also einen Brief aufgeben oder Briefmarken kaufen. Für 20 Pfennige ging der Brief dann auf die Reise. Bis zu seiner Ankunft beim Adressanten vergingen in der Regel einige Tage. Wollte man seine Nachricht schneller versenden, schickte man den Brief per Eilpost. Der Umschlag bekam dann einen roten Streifen aufgeklebt, kostete einiges mehr und war dafür am nächsten Tag am Zielort. Meinem Mann habe ich in seiner Armeezeit und während des Studiums unzählige solcher Briefe geschrieben, er ebenso an mich. Postkarten gingen für 5 Pfennige auf die Reise. Für ganz eilige Nachrichten gab es das Telegramm. In einer großen Mappe lagen Muster zum Aussuchen bereit. Für ein Glückwunschtelegramm zur Hochzeit oder zum Geburtstag. Wenige Zeilen konnte man schreiben, die dann innerhalb von Stunden am gewünschten Ort eintrafen. Das Telegramm wurde von Postboten schnell direkt ins Haus gebracht. An Preise erinnere ich mich hier nicht mehr, diese Variante nutzten wir nur, wenn sich ein vereinbarter Termin absolut nicht einhalten ließ. Hatten nun alle Kunden in der Schlange vor einem ihre Wünsche erfüllt bekommen, was durchaus dauerte, konnte man seinen Anruf anmelden. Die Schalterfrau notierte die Telefonnummer, wählte sie und leitete den Anruf in eine der Kabinen weiter, so sie frei war. Klingelte es in der zugewiesenen Kabine, konnte man endlich sein Telefonat führen. Die Zeit dabei nicht zu überziehen, mahnte ein Aufkleber mit der Aufschrift…fasse dich kurz… Nach erledigtem Anruf, ging man zurück zum Schalter und bezahlte die Gebühr. Ortsvorwahlen in der DDR waren nicht zentral geregelt, je nachdem von welchem Ort aus man anrief, änderte sich die Vorwahl der betreffenden Stadt. Ein Wirrwarr von Nummern also, denen nur mit Hilfe eines örtlichen Telefonbuchs beizukommen war. Die Postgebäude selbst waren meist große, architektonisch schöne Häuser, die in vielen Orten eine zentrale Lage hatten, gern in Bahnhofsnähe. Das Foto oben zeigt das Postamt meiner Heimatstadt. Vor den Postämtern stand in der Regel eine gelbe Telefonzelle mit Münzeinwurf. Mit 20 oder 50 Pfennigen konnte man dort Orts- und ortsnahe Telefongespräche führen. War das Geld verbraucht, konnte man Münzen nachwerfen. 

Heute ist es kaum vorstellbar, dass es nicht selbstverständlich war, Termine über Telefon zu vereinbaren oder zu verändern. Verabredungen wurden langfristig geplant, abgesprochen und eingehalten. Wer wie ich, über längere Zeit von seinem Partner getrennt war, hatte nicht die Möglichkeit des täglichen Gedankenaustausches per Handyanruf oder schneller Kurznachricht per SMS. Da alle anderen auch so lebten, war das kein Verlust. In Briefen teilten wir uns mit, was in der Zwischenzeit geschah und natürlich wie groß unsere Vorfreude auf das nächste Wiedersehen ist. Ein wenig trauere ich dieser Langsamkeit und der Verbindlichkeit getroffener Verabredungen von damals nach.

Nepomuk Hastig 


Keinen Schritt geht Nepomuk Hastig zu Fuß. Dafür hat er keine Zeit. 

Am Morgen hastig den löslichen Kaffee in die Tasse geworfen, füllt er schnell mit heißem Wasser auf. Im Stehen würgt er das Gebräu hinunter, den fahlen Geschmack noch im Mund setzt er sich in sein Auto. Zum nächsten Supermarkt sind es 10 Minuten, mit dem Auto 3. Nepomuk hat keine Zeit, der nächste Termin im Büro wartet. Wie soll er seinem Chef erklären, dass er heute noch Blumen braucht. Der würde antworten, dass er sie im Blumenladen kaufen kann. Gut reden hat der, schickt selber seine Sekretärin los, wenn ein Jubiläum in der eigenen Familie ansteht. Blumenläden schliessen 18.00 Uhr, er sitzt dann noch am Bürotisch, Aufgebündeltes des Tages erledigen, in unbezahlten Überstunden. Beim Einfahren in die Einfahrt übersieht er einen Radfahrer. Die Geschwindigkeit seines Autos ist schon gedrosselt, der Radfahrer prallt nur leicht an den Kotflügel. Unverletzt steht er auf. Nepomuk Hastig springt aus dem  Auto, seine Füße treten zum ersten Mal nach langer Zeit auf Laub. Das Laub ist feucht. Ungewohnt auf anderes als Gaspedal und Bremse zu treten, können Nepomuks Füße keinen Halt finden, sie gleiten ihm einfach weg. Er stürzt. Der Radfahrer ruft den Notdienst, Nepomuk Hastig hat sich sein linkes Bein gebrochen. In der Klinik wird der Bruch versorgt. Neumodisch, ohne Gips, wird das Bein vernagelt. Bis das Bein wieder Teillast tragen kann, muss er im Krankenhaus bleiben. Er hat niemand, der ihm zu Hause behilflich sein kann. Seit langer Zeit lebt er allein. Der Ausgangspunkt dieses, seines jetzigem Desasters sind Erinnerungen an den Geburtstag seiner Mutter. Vor Jahren ist sie verstorben, ihr Grab hat er das letzte Mal im Frühjahr besucht. Ansonsten zahlt er dem Friedhof eine kleine Gebühr zur Grabpflege. Das ist mehr, als es die meisten seiner Kollegen tun. Waldfriedhöfe, Seebestattungen, Allgemeingräber sind die übliche Lösung, um mit der Altlast Leiche kostensparend umzugehen. Das Sterbegeld ist vom Staat lange schon gestrichen. Nepomuk Hastig liegt im Krankenbett und bekommt dreimal am Tag zu essen. Der Kaffee schmeckt hier ähnlich wie bei ihm zu Hause. Trotz der vitaminarmen Kost, anders lebt er zu Hause auch nicht, ist seine Beweglichkeit bald so hergestellt, dass er das Krankenhaus verlassen kann. Kurze Verweildauer bei effektiver Bettenauslastung ist das Prinzip. Immerhin hat es dieses Haus im Gegensatz zu zwei weiteren Krankenhäusern in der näheren, ländlichen Umgebung überleben lassen. Nepomuk liegt zu Hause auf dem Sofa, die notwendigen Spritzen zur Verhütung einer Thrombose setzt er sich selbst. Im Krankenhaus wurde ihm beigebracht wie das geht. Das teuere Medikament lässt die Umsätze der Pharmaindustrie jubeln. Nepomuk hat endlich Zeit nachzudenken. Mit Hilfe seiner Gehstöcke hüpft er los. Geht den Weg zum Friedhof, der ihm sonst zu lang war. Seine Schritte sind langsam, sie brauchen Zeit. Der stille Ort ist anders. Duft liegt über ihm.

Hohe Bäume breiten sich, bieten Obdach.Lange Alleen voller Grün schaffen einmal im Leben, aber eben erst danach, Freiraum.

Nepomuk Hastig wird ruhig. Seine Krücken schlagen kräftig und sicher auf, wie sein gesunder Fuß. 

Er findet den Weg zurück.

50:1

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Arabella zu Freya:

Gerade komme ich von deiner Schwester Frigg, sie hat sich mit dem Todes- und Kriegsgott zusammengetan. Ärger trägt sie in sich, auf dich, Freya, vielleicht…weil die Hälfte der gefallenen Recken beanspruchst du für dich. Sie muss Hüterin des Herdes sein, Ehe und Mutterschaft beschützen und auch noch den Haushalt führen.

Freya:

Willkommen Arabella, du hast dich mit der Alten doch lange schon zusammengetan. Was willst du hier? Bei mir der Herrin des Zaubers?

Arabella:

Gerade schlag ich mich mit Anbetungen an dich rum. Vielleicht…wenn ich dich beim richtigen Namen nenne… Freyja…glaubst du mir, dass ich zu dir als Bittstellende komme, welche die Herrin um Rat und Hilfe bittet?

Freya:

So nicht, meine liebe Arabella, mich als Herrin nennend, nur weil ich ein von Zwergen geschmiedetes Halsband besitze. Tu nicht so scheinheilig, du weisst sehr wohl um meinen Ruf als Liebesgöttin. Frigg hat sich freiwillig für die Asen entschieden, ich gehöre zu den Wanen.

Arabella:

Orrrr, Trägerin des Falkengewandes du, kannst du nicht endlich diese elenden Bruderkriege vergessen? Mir reicht das gerade hier auf Erden! Nocheinmal. Herrin, ich bitte um Gehör!

Freya:

Meine Güte Arabella, du schleppst so einen Apfelgeruch mit dir rum, du erinnerst mich an Eva. Sie ist ja Friggs Tochter, meine Tochter Lillith hat das Männergedöns nicht ausgehalten. Der Apfel fällt nun mal nicht weit vom Stamm. Wie die Alte mischst du Vanille drunter, glaubt ihr beiden mich mit eigenen Kräften schlagen zu können?

Arabella:

Herrin, du trägst nicht nur ein Falkengewand, du hast nicht nur dessen scharfen Blick dadurch…du hast auch noch eine extrem gute Nase. Erinnere dich. Erinnere dich an deinen treusten Diener, erinnere dich an das Staunen der Welt…an Friedrich. Der Zweite seines Namens war er und der Erste der den Falken ein Buch widmete, er liebte dich mehr als jede Frau, er liebte dich wie seine Königin Konstanze von Aragon. Nun, da ich ihren Namen kenne…darf ich bitten?

Freya:

Du nervst ganz schön Arabella, das von dir Angeführte ist erst so kurz her, die Menschen erinnern sich noch nicht, ich brauch was für mein eigenes Unvergessen, ich bin nur eine Göttin.

Arabella:

Huij, du Große, die du im von Waldkatzen gezogenen Wagen fährst, du sprichst ja wie eine Politikerin der Neuzeit. Mir wird solangsam bange um den Sinn meiner Bitte.

Freya:

Eine Bedingung Arabella, du nervst mich eh solange wie es die Gralsträgerin tat, nur…sie schwieg und verheimlichte damit… du schnatterst, das mir schwindlig wird, arbeitest du vielleicht in einem Callcenter mit deiner geölten Stimme?

Arabella:

Orrrr Herrin, nur weil ich alles über dich ausplaudere, musst du doch nicht Gleiches tun. Manno..bzw. Freya…nun aber…ich w i l l was von dir!

Freya:

Tja meine liebe Arabella, bist nur ein kleines Menschlein, aber da ich dich nun aus der Reserve gelockt habe…ja…du kannst deine Bitte aussprechen. Wenn du sie in 3 Worte fassen kannst.

Arabella:

Frigg hat mir verraten, wie ich dich rumkriege…allein wäre ich wohl nicht darauf gekommen… so ist es eben wenn sich Reales mit Zauber mischt. Meine Fee schlägt sich mit dir rum, gnädige Freya, du hast bestimmt keine Zeit alle ihre 50 Sonette an dich zu lesen, Herrin, sie will dir ihr Haaröl opfern ! Hast du ne Ahnung was 50ml Arganöl kosten? Und was…drei Worte, Manno…ich Schnattchen…also.

Erhöre die Fee!!!

Die Traumspinnerin – Ende

Arabella’s Märchen – für meine Schaukelinhaberin.

Die Traumspinnerin – Teil 3

Dem Jagenden wurde die Gier nach immer mehr öde…so wie alles öde wird, dessen Ziel im Selbstnutz liegt.

Um sich gesammelt hatte er die Bedeutungslosen, diejenigen, denen Träume unbekannt sind, weil sie weder im Gestern noch im Heute leben. Einzig das gewinnversprechende Morgen scheint ihnen Ziel. 

Wem aber sollte er strafen mit Traumlosigkeit, wenn denn der Wunsch nach Träumen fehlt?

Unter den um ihn versammelten, grobschlächtigen Menschen war es ein sinnloses Herrschen. Ihre verlogene Untertänigkeit begann ihn zu langweilen. Die Traumspinnerin hatte es verstanden ihm die Stirn zu bieten, ihn gereizt, sich mit ihr zu messen. 

Gedanken sind frei. 

Sobald ebendieser sich in seinem Kopf bildete, flog er schon fort. War mehr als sein Besitzer und voller Mut. Wie ein Sprießen der Blätter im Frühjahr gewann er von Sekunde zu Sekunde an Kraft. So wie das Wachsen des Korns im Sommer schoss er in die Höhe und erstarkte. Als ob ihn Herbststürme tragen würden, so schnell verbreitete er sich. Mit der eisigen Kälte des Winters setze sich der Gedanke durch.

Mit gebündelter Stärke floss der Gedanke zur Behüterin der Träume. Ihr schmal gewordenes Gesicht neigte sich mit all der ihr verbliebenen Hoffnung dem Willen des Guten zu. Schwach lag sie immer noch gefangen in den Fängen des Jagenden. Die leise um sie trauernden Vögel nahmen ihren ganzen Mut zusammen. Bündelten ihn in einem lauten, gemeinsamen Aufschrei, der alle Gefangenheit der Traumspinnerin zeriss. 

Erstarkt stand sie auf, begleitet vom Gesang der Vögel, die nicht mehr in Ehrfurcht vor ihr verstummten. Kraftvoll voran schritten sie gemeinsam, den Jagenden zu suchen, immer seinem Gedanken folgend. Träume wollen sie ihm bringen, denen die Einsicht folgen wird.

Vereint gingen sie, getragen von ihrem guten Willen streuten sie ihn überflutent aus. Das Licht welches dabei aus ihnen strömte, teilte den Himmel farbig und bildete eine Brücke zur Erde. 

Wer immer sie sieht, kann darauf gehen, so er will.

Zu Teil 2:

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/die-traumspinnerin-teil-2/