Archiv der Kategorie: Das Letzte vom Tag

Zum Tag

Allerliebstorte fehlen im Winter sehr. Himmel, Pflanzen, Licht…

Nur gut, dass ich meine Dachkemenate habe. Mit dem Avocadobäumchen schaue ich in’s Freie, beide wollen wir in die Frühlingssonne…bald.

Hier kann ich hören was ich will…Hörspiele, Musik…hihi

Dabei mangle ich meiner Mutter ihre Wäsche, für meine bin ich viel zu faul dazu…

Mein Mann hat hier nur Zutritt auf Anfrage oder Einladung…dafür sind seine Hemden oft hier…

Schnickschnack wir 634 Schals, 31 Parfums und 1001 Creme wohnen auch hier…

Lieblingsplätze eben…

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Zum Tag

Da habe ich nun einen Nachtstuhl neben das Bett meiner Mutter gestellt…“ irgendwann fällst du sonst Nachts im Bad hin“…

Um sie in solchen eventuellen Situationen zu schützen, habe ich ein Notruftelefon installieren lassen. Dazu hat sie ein Armband. Das Armband trägt sie nicht, nach meinem Hinweis hat sie es ins Badregal gelegt. So hoch, dass sie nicht rankommt, wenn sie auf dem Fußboden liegt…“das Armband liegt zu hoch Mutti“…“nee, anders stört es“…

Montagnacht ist meine Mutter im Bad gestürzt, den Notruf konnte sie nicht betätigen, weil sie nicht an das Armband kam.

Zum Glück ist sie mit Hilfe eines Hockers wieder hoch und ins Bett gekommen. Angerufen hat sie niemanden. Meine Schwester hat sie nach ihrem morgendlichen Anruf sofort zum Arzt gefahren. Zum Glück nur starke Prellungen.

Einen Rollator hat sie jetzt noch bekommen, um in der Wohnung sicher laufen zu können. Nach einem eindringlichen Gespräch trägt sie jetzt das Notrufarmband und benutzt den Nachtstuhl.

Heute hab ich einen Tag Urlaub genommen, organisiere eine Schwester, die täglich zusätzlich vorbei schaut…

Ich bin froh, dass ich meine Mama noch habe.

Das Lied zur Nacht

Wer die Rose ehrt…

Zum Tag

Vergangene Woche nah am Abgrund gewesen. Urplötzlich tut er sich zur Zeit bei mir auf. Ein Freund reicht die Hand, hilft mir zu springen, dabei verletzt er mich. So ist das Leben.

Die Schaukelinhaberin bestreicht Rouladen mit Senf, essen tut sie diese nicht. Der Anfang vom für andere dasein…früh bei einer fast Fünfjährigen. Dafür trägt sie dabei ein Sommerkleid, Mutterschutzhände drängen eine Strickjacke darüber.

Ihr zu Füßen schaut neugierig die kleine Schwester, nein, sie ist nicht die Schaukelerobererin, sie ist unsere Guggi, ihre blauen Augen saugen die Welt um sie her förmlich auf.

Neue Ideen für den lang geplanten Einbau eines zweiten Bades…

Bücherplandurcheinander – Leben, ja.

Zum Tag

Manche Tage sind ein Fest des Lebens.

Auf Arbeit ein gemeinsames Frühstück. Jeder bringt etwas mit, was einem Anderen besonders gut schmeckt. Ein Tisch voller Lieblingsspeisen ist das Resultat. Und Lachen beim Essen…viel und laut.

Den Weg nach Hause laufen, nicht an den fehlenden Schnee denken, die laue Luft einatmen. Auf der Frühblüherwiese im Garten leuchten mir Winterlinge entgegen. Lächeln bringen sie mir, ganz tief drinnen.

Mein Aufruf für Emil

https://wp.me/p5ifjF-3qz

zeigt, WP ist doch ein besonderer Ort.

Noch ein Lächeln…

Zum Tag

Ein ganz normaler Tag…

5.45 klingelt der erste Wecker. Kurze Stockstarre meinerseits. Es ist noch nicht der dringliche Weckerton, der kein Träumen mehr zulässt. Der ertönt melodisch, aber gnadenlos 6.00 Uhr. Nichts hilft mehr. Licht an, aufstehen. Ins Bad schleppen, duschen. Danach geht ein Tee und Marmeladenbrötchen. Gedeckt habe ich den Tisch gestern abend, mein Mann füllt mir Wasser in meine vorbereitete Teekanne. Ich versuche mich mit ihm zu unterhalten…Morgenmuffel wie ich sind ’ne schlimme Sache. Tee getrunken, an der Marmelade geleckt, husch in’s Bad, Haare föhnen, Gesicht mit Creme wach streicheln. Anziehen, Parfum des Tages aufsprühen, hach, eine Minute innehalten. Schnell mit dem Mob durch die Frühstückskrümmelwohnung, Müll rausbringen. Husch in’s Auto, mein Mann nimmt mich morges mit zur Arbeit, eine halbe Stunde gespart. Im Auto langsame Gespräche, ich werde munter. 8.00 Uhr am Schreibtisch sitzen und bis 13. 30 Uhr lächeln, immer, und reden und reden. 13.50 Uhr zum Bus sausen, umsteigen, im Eiswind warten bis der Anschluss kommt. Zur Mama flitzen, vorher schnell dringend benötigtes, eigenes Rezept beim Arzt abholen. Mama wartet schon. Montags ist oft ihr Chemotag, sie ist erschöpft, froh, dass sie darüber mit jemand sprechen kann. Ihr Bett frisch beziehen, Wäsche in Taschen packen, Küche und Bad wischen. Es klingelt, hurra, meine Schwester. Sie holt ein Rezept meiner Mutter, bringt mir meins mit. Staubsaugen werde ich Mittwoch, so kann meine Schwester mich heim fahren, ohne zu warten, sie muss noch einiges erledigen und ich muss den Kilometer nicht wie sonst mit der Wäschetasche heimlaufen. 16.45 Uhr daheim. Uhhh, 45 Minuten gespart. Wäsche in die Waschmaschine. Draußen hat der Wind die Wäsche von gestern getrocknet, abnehmen, legen. Das Bad sieht aus wie Bombenschlag, Bad putzen, hurra, dazu ein Hörspiel. Wäsche aufhängen, Mann pfeift das kalt! Geschirrspüler ausräumen, Frühstückstisch decken. Den Kamin putzen, neu bestücken, den Fußboden ordentlich säubern, Staub wischen. Ich habe Hunger, ich brauche ein Bad. Ein ganz normaler Montag eben…

Zum Tag

https://amp.welt.de/amp/politik/deutschland/article172374698/Angela-Merkel-Mehrheit-erwartet-dass-sie-noch-vor-2021-aufgibt.html

Viel mehr als 100 Tage nach der Wahl gibt es keine demokratisch gewählte, neue Regierung.

Die Zeichen der Zeit werden in endlosen Debatten auf ein enormes Maß an Nichtachtung der Wähler gebracht.

Warum?

Weil nicht Regierungen entscheiden, sondern die Macht des Kapitals, vor dem auch die geschäftsführende Bundeskanzlerin niederkniet.

Was für ein Hohn!

Zum Tag

Gerade die Weihnachtszeit hat mich wieder darauf besinnen lasssen, wie unwichtig Religionen sind.

Sie dienen, meiner Meinung nach, dazu Menschen in Ängsten zu halten. Oder ihnen in einer anderen Welt lebenswerte Werte zu verheißen.

Liebe verzeiht alles…

Warum?

Warum nicht besser das tun, was keiner Verzeihung bedarf?

Zum Tag

Bedacht überlegen, gesteuert vom Fühlen.

Friede im Herzen und den Menschen ein Wohlgefallen.

Wie, in dieser digitalisierten Welt, ist das zu finden?

Indem wir uns nicht mehr steuern lassen, indem wir aufbrechen.

Aufbrechen…die Torheit und Doktrin der Eliten und Regierungen hinter uns lassend.

Aufbrechen ungenau überlieferte Vorstellungen von einem Gott, der straft.

Selbst wissen wir um unser Fehltun. Nur wir ändern, keine Beichte hilft.

Stark aufstehen für die Unterschiedlichkeit des Einzelnen.

Frohe Weihnachten – Pause

Liebe Blogger, mein lieber Freund Arno, lieber Emil, liebe Karfunkelfee, liebe Gerda, sehr gemochter Herr Plietsche, liebe Annemarie, liebes Eulchen,

nichts wünsche ich mir mehr als Ruhe.

Mein Sonntagsmärchen gibt es darum schon heute.

Geniesst die Adventszeit. Geniesst die Weihnacht. Geniesst die Stille

Nikolause

Es war Niklausabend-Tag, und soeben hatte der Bäcker ein großes Kuchenblech voll frischgebackener Nikolause aus dem Ofen gezogen.

Die Augen standen ihnen – dass Gott erbarm! – so dick wie Froschaugen aus dem Kopfe heraus. Eine Nase hatte der Bäcker überhaupt für überflüssig gehalten – auch Ohren. Der Mund aber saß dem einen rechts – dem andern links, und hatte eine
verzweifelte Ähnlichkeit mit den Westenknöpfen.
Von den Armen und Beinen gar nicht zu reden! Was kümmerten die den Bäcker? Er hatte ja alle seine vier Glieder – und nicht zu knapp! Die Nikolause, die würde er auf alle Fälle verkaufen, ob sie nun wulstige oder spindeldürre Arme – gerade Beine oder nur zwei zugespitzte Klumpen hatten.
Zuerst waren nun die Frischgebackenen da eine Weile still. Sie mussten sich die Welt ringsum doch erst ein wenig ansehn. Da merkten die, die das Glück hatten, geradeaus sehn zu können, dass die Decke der Backstube lachte.
„Warum lachen Chie?“ fragte einer, der einen bedauerlich schiefen Mund bekommen hatte.
„Ach“ – entschuldigte sich die Decke – „ich wunderte mich nur darüber, dass der Bäcker es in keinem Jahre fertig bringt, tadellose Nikolause zu backen.“
„Tadelloch – wach choll dach heichen?“ fragte der Nikolaus und rollte seine schwarzen Korinthenaugen.
Nun mischten sich auch die andern ein. „Ja – wollen Sie uns bitte eine Erklärung geben, was sie mit dem Worte „tadellos“ gemeint haben?“
„Ach – ich meinte ja nur so – so – na ja: eben so, wie sich’s gehört. Arme und Beine hübsch regelmäßig geformt, der Mund in der Mitte und auch die Augen auf ihrem richtigen Platz. Aber es ist noch nie vorgekommen, dass der Bäcker solche Männer zustande gebracht hat. Der heilige Nikolaus wird sich bedanken für seine gebackenen Photographien!“
Inzwischen hatte der Bäckermeister sich daran gemacht, ein zweites Blech mit Teigmännern zu belegen. Sie fielen nicht besser aus. Im Gegenteil! Es war haarsträubend, was der Bäcker sich in seiner Schöpferlaune leistete! Klebten zwei Korinthen zusammen – „Da: hast de zwei Münder.“
„Es ist empörend!“ rief der Tisch. „Ein Doppelmund! Aber der wäre dem schwatzhaften Bäcker selber sicher sehr angenehm. Dass ihm doch der heilige Nikolaus den eigenen Kopf so tief zwischen die Schultern steckte!“
„Ja – und ihn recht kräftig an den Ohren zwickte,“ grollte der Stuhl. „Dann würde er sich seiner Hörorgane vielleicht erinnern.“
Am hitzigsten war aber der Backofen. „Die Augen sollte man ihm auskratzen und sie ihm hüben und drüben auf die Backen kleistern“ – schrie er wütend. „Ein Skandal ist es! Und schließlich bleibt ja doch alles an mir hängen.“
Nun kam die Frau Bäckermeisterin mit einem Körbchen, stellte die Nikolause hinein und trug sie in das Schaufenster des Lädchens.
„Aah – aah – aah -,“ kam es von allen Seiten, „die Herren Nikolause!“ Gleich kam auch ein Trupp Schulbuben die Straße daher, drückte sich die Nase an den Scheiben platt, rief: „Nikkelees! Nikkelees!“ und verschlang mit den Augen das ganze Körbchen.
Die Männer aus dem feurigen Ofen mussten durchaus den Eindruck gewinnen, als werde ihnen hier unverhohlene – ja begeisterte Bewunderung zuteil.
Einer von ihnen, dem die Augen ungefähr in gleicher Höhe mit dem Munde saßen, dessen obere Kopfhälfte aber dafür außerordentlich viel Platz zum Denken ließ, philosophierte: „Der Geschmack und die Ansichten dieser Welt scheinen sehr geteilt zu sein. Was von dem einem verlacht wird, wird von den andern bewundert.“
Mit dieser Erkenntnis suchten seine Kameraden – je nach Veranlagung – (d.h.: je nachdem man ihnen die Korinthen in den Kopf gedrückt und dadurch ihren Gesichtern Ausdruck verliehen hatte) fertig zu werden. Die einen mit Humor, die andern mit Pessimismus, die dritten mit dem Grundsatz der allgemeinen Wurschtigkeit.
„Was aber mag der eigentliche Zweck des Lebens – des Lebens eines Nikolauses – sein?“ grübelte der mit der Denkerstirne weiter.
Er brauchte nicht lange auf die Antwort zuwarten. Die Ladentür klingelte, und herein trat eine Frau in Schürze, Pantoffeln und Kopftuch. „Gewwe Se mer mal sechs Stick von dene Nikkeleese“, sagte sie zur Bäckermeisterin. „Mer muss doch merkke, dass heit Nikkeleesabend is. Awwer von dene große – zu 10 Pfennig.“
„Aha!“ dachte der Philosoph aus Kuchenteig. „Die Dinge des Lebens werden also verschieden bewertet. Je nach Größe und Umfang – sehr vernünftig!“
Er verschwand mit fünf Kollegen in einer Tüte. „Zuhause“ wurde er ausgepackt.
„Wie groß ist doch die Welt! Nicht nur einen Geburtsort und einen Kaufladen – nein: auch noch eine Straße und ein „Zuhause“ gibt es darin -“ dachte er begeistert.
Nun verbreitete sich in der Stube ein würziger Duft; Tassen wurden auf den Tisch gestellt und in jede derselben ein Nikolaus hineingesteckt. Recht stattlich nahm er sich doch aus, dieser Kreis von wackeren Kumpanen! Herzerquickend war denn auch die Freude der Kinderschar.
Unser Held wollte gerade ausrufen: „Kameraden – O Gott – das Leben ist doch schön!“ da verzogen sich seine drei Münder – oder seine drei Augen – wie man’s nehmen will – und er spürte einen Riss in seiner Kopfhaut. „Ach nein – kurz scheint’s zu sein,“ konnte er merkwürdigerweise doch noch denken. „Und der Hunger scheint mächtiger zu sein als die Liebe.“
Hierin hatte er nicht unbedingt recht – glücklicherweise. Denn wenn auch seine fünf Genossen geköpft, gevierteilt oder sonst wie misshandelt und dann aus kannibalische Weise verspeist wurden – er kam mit einer leichten Verletzung davon.
„Ich will mein Nikkelees doch liewer erst mal dem werkliche Nikkelees heit abend zeige -“ sagte seine kleine Besitzerin liebevoll.
„Tu des – tu des nur, mei Herzche,“ nickte die Mutter.
Also ward dem Glücklichen noch eine Galgenfrist beschert. Er benutzte sie natürlich sofort wieder zum philosophieren. „Nur die Gedanken scheinen ewig,“ meinte er. –
Nun: Der Abend kam, und der wirkliche Nikolaus kam. Er betrachtete sein Kuchen-Konterfei – lange und prüfend; und schüttelte dann sein ehrwürdiges Haupt.
Plötzlich aber hellte sich die Miene des wirklichen Nikolaus auf. „Ich armer Nikolaus – soll ich schon klagen?“ rief er aus. „Du lieber Gott – – – was musst du erst alles an deinen Ebenbildern erleben!“

Autor: Sophie Reinheimer