Archiv der Kategorie: Das Letzte vom Tag

Zum Tag

Immer noch ist die Wohnung meiner Mama nicht ganz ausgeräumt.

Es bricht mir jedes Mal fast das Herz.

Ein Leben kann man doch nicht einfach weg werfen…

Alles können weder meine Schwester noch ich nehmen.

Einen Großteil der Möbel holt am Dienstag das Netzwerk, so können Menschen mit wenig Geld sich einrichten.

In den städtischen Bücherschrank haben wir heute Kisten voller Bücher gebracht…an jedem hängt ein Stück Erinnerung…ach ja…

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Zum Tag

Es gibt keinen Ort der mir so nah ist wie mein Zuhause.

Zuhause ist am Morgen mit Eisblumen geweckt zu werden.

Zuhause ist, den Adventsstern leuchten zu sehen, heute zum ersten Mal in diesem Advent.

Zuhause ist ein Lichterbäumchen im Garten, von meinem Lieblingsplatz aus kann ich es sehen und aus der Badewanne.

Zuhause ist ein warmes Feuer zu fühlen.

Zuhause ist unser Weihnachtsbaum, selbst gebaut. Darunter steht in diesem Jahr erstmals die Engelskapelle meiner Mutter.

Zuhause ist Erinnerung.

Zum Tag

Zingst im November ist still. Kaum Menschen in dem kleinen Dörfchen direkt an der Ostseeküste.

Auf dem Darß gibt es keine Promenaden wie auf Rügen oder Usedom. Nur Stille. Selbst die Ostsee verbirgt sich, greifbar nah, hinter Dünen, bleibt verborgen.

Schlummernd einladend erzählt der Ort von vergangenen, ruhigen Zeiten.

Mondän ist hier nichts, beruhigend einiges.

Zum Tag

Gestern fiel der erste Schnee. Er blieb nicht, schenkte mir dennoch Entspannung.

Immer noch bin ich sehr emotional, angespannt, reagiere über. Sehe oft Angriff, wo keiner ist.

Mir fehlen die Gespräche und Telefonate mit meiner Mutter. Rief ich sie an, dauerte es manchmal bis sie an’s Telefon ging. Mich wartend wissend sagte sie immer:“bin schon da“. Zur Zeit sitze ich oft auf meiner Lieblingsbank im kühlen Garten und hole mir die Erinnerung an ihre Stimme zurück, sehe ihr verschmitztes Lächeln dabei.

Zum Tag

Mir liegt diese lange Sonnenzeit nicht.

So sehr sehne ich mich nach Novembernebel, ein Hinüberdämmern in den nur angeblich unwirtsamen Winter bringt er.

Mit sanften Wassern umhüllend, die Natur zum Ruhen bewegen.

Statt Nebel gab es heute Frost. Mir willkommen.

Zum Tag

Kaum hab‘ ich Lust zum Blog lesen, zum selber bloggen noch weniger.

Lieber bin ich auf Wegen, in offenen Gärten und allein zu zwein…

Zum Tag

Was war das für ein Sommer!

Die in ihm vorhandene Trockenheit machte den Bauern zu schaffen. Mir scheint es an der Zeit, über den Umgang und die Planung der Verwendung von Wasser nachzudenken. Im Garten sind wir mit dem in Tonnen und einer Zisterne gesammelten Regenwasser hingekommen.

Ein Sommer voller Licht war es, voller Wärme. Ein Sommer voller langer, lauer und heller Abende im Garten.

Ein Sommer in von uns so gern getragenen Kleidern war es für die Schaukelinhaberin und mich. „Oma Grauhaar, ich hab‘ nur ein Kleid und ’nen Schlüpi an, ist das schön.“ Hosen mag die Kleine nicht, immer drücken sie irgendwo. Sogar ihre Gummistiefel tauscht sie freiweillig aus, nicht gegen die vorhandenen Sandalen, wenigstens aber gegen Schlappen. Tägliche Besuche am Fluß und in Schwimmbädern bringen unseren Mädels Erfrischung. Die Schaukelinhaberin lernt in diesem Sommer das Schwimmen.

Der letzte Sommer mit meiner Mutter war diese helle Zeit. Oft war sie bei meiner Schwester, hat deren Garten und den Schatten in ihm genossen. Wir haben mit ihr kleine Ausflüge gemacht, dannach bei uns im Garten zusammen gegessen. Immer war meiner Mutter, die Hunger durch den Krieg kannte, Essen wichtig. Nicht ohne vorher von irgendetwas vom Tisch zu naschen, konnte sie warten, bis alle am Tisch waren.

Auf der Dampferfahrt die wir mit ihr unternehmen, begleiten uns meine Tochter und ihre Mädels. Die Freude meiner Mutter sie dabei zu haben, machen diesen Tag für sie zu einem glücklichen. Dennoch will sie auf dem Schiff allein sitzen. Ganz still ist sie, ganz in sich selbst versunken.

Langsam bricht der Herbst an. Mir ist er die liebste Jahreszeit. Ich mag das Licht in dieser Zeit, das soviel ruhiger ist als das Gleißen des Sommers. Mir sind die ersten dunklen Abende lieb, ich empfinde Geborgenheit in ihrem frühen Gleiten in die Dämmerung. Meine Mutter mochte diese Zeit nicht. Ihr behagte das Dunkle nicht. Selbst ein einzelner Regentag konnte sie in letzter Zeit trübsinnig werden lassen. Sie ist in der hellsten, ihrer liebsten Zeit von uns gegangen. Mir ist das Trost. So wie der Herbst es mir ist.

Zum Tag

»Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die so singen oder küssen
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und die in die Welt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten
Und man in Märchen und Gedichten
erkennt die ewgen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.«

– Novalis –

Zum Tag

Zu dem Schmerz den ich über die Verleumdung von Chemnitz und seinen Bürgern empfinde kommt seit Sonnabend ein anderer, noch tieferer Schmerz hinzu.

Die Geschehnisse in Chemnitz, die daraus resultierenden Falschmeldungen von Medien und Politikern zeigen mir auf, dass es fast keinen Rechtsstaat mehr gibt, die Demokratie ist gestorben.

Dass hinter den Medien und Politikern ganz andere Mächte stehen welche die Fäden ziehen, nämlich die Geldeliten, scheinen nur wenige Menschen wahr zu nehmen.

Was in meiner Kraft steht dafür zu sorgen, dass die Wahrheit nicht auch noch stirbt, werde ich tun, auch wenn mir das persönliche Angriffe bringen wird.

Gestorben ist am Sonnabendmorgen meine geliebte Mutter.

Trost ist mir nicht nur meine Familie, sondern auch das Wissen, gemeinsam mit meiner Familie meiner Mutter ihren letzten Sommer gut gemacht zu haben.

Trotz ihrer schweren Erkrankung konnte sie bis zuletzt in ihrer eigenen Wohnung leben. Ein langes Krankenlager in einem Krankenhaus oder Pflegeheim ist ihr erspart geblieben. Dafür bin ich dankbar, daraus schöpfe ich Kraft.

Unsere Schaukelinhaberin, unsere Guggi haben meiner Mutter Lebenskraft und damit Lebenszeit geschenkt.

Lebensmut hatte meine Mutter selbst. Immer. Das ist mir jetzt Kraft und Vorbild.

Im Garten beginnt die Jahreszeit die ich am meisten liebe – der Herbst.

Wo viel Schatten ist, ist auch viel Licht.

Zum Tag

Dieses Foto stammt vom Mai 2017.

Ich mag dieses Ort in meiner Stadt Chemnitz.

Seit Tagen ist er Platz von Demonstrationen.

Gemeinsam mit vielen anderen friedlichen Bürgern der Stadt Chemnitz wünsche ich mir Ruhe und Ordnung zurück.