Monatsarchiv: Juni 2017

Zum Tag

Draußen essen…

…geht bei jedem Wetter…

…wirklich, zumindest im Sommer.

My fair Lady auf dem Chemnitzer Theaterplatz

Nein, es ist nicht die Straße in der ich wohne, aber eine die ich tagtäglich laufe.

Ein Stück davon hat sich für eine Woche abgekapselt. Der Theaterplatz verwandelt sich vor den Sommerkinotagen eine kurze Zeit lang in’s Londoner Eastend oder in’s Westend – je nach Kulisse. „My fair Lady“ ist zu hören, zu sehen und zu bestaunen.

http://www.theater-chemnitz.de/oper/premieren/repertoire/infos/my-fair-lady/

Der Besucherstrom flutet auf den sommerlichen Platz,

der für einen Abend abgeschottetes, sicheres Vergnügen bietet.

Beste Kulisse – mittend in Chemnitz gelegener Ort erster Güte dafür. Bevor das mit bequemen Sitzplätzen bestückte Gerüst bestiegen wird, lädt eine biergartenartige Oase mit Liegestühlen und schattigen Bänken zum Verweilen ein.

Ein Platz, der nur mit Eintrittskarte genutzt werden kann und der den Alltag dieser nicht reichen, sächsische Großstadt außen vor lässt. Bei all den wunderbar dargebotenen Liedern meines liebsten Musical muss ich an Purple Schulz denken…guck mal…nur schöne Leute…

Diese Gedanken trüben nicht meine Vorfreude auf das Spektakel. Und es ist eins…und was für eins! Wer erlebt schon in einer My fair Lady – Aufführung die Ascot Gavotte

in einer Darbietung mit echten Reitern auf lebendigen Pferden! Ein Meisterstück der Inszenierung, belohnt mit viel Applaus. Auch das Taxi mit dem Elisa beim Professor vorfährt ist ein echtes. Großartiger Inszenierungsspaß einer Freilichtaufführung, die vor allem durch ihre musikalische Klasse besticht.

Im Opernhaus spielt das Orchester, ungesehen, live. Die angrenzende Kirche öffnet ihr Tor für das Hochzeitspaar, 

Architektur wird zur Musicalbühne und sofort lebendig. Bezaubernd- frisch die Elisa, unangestaubt Henry Highins, ein fabelhaftes Ballett – ein Abend voll von Vergnügen.

So ein Geflattere, Liebe liegt in der Luft, ansteckend – wie’s scheint.

Besonders beeindruckend – der Dirigent ist nicht zu sehen, ebenso wie das Orchester – aber ihm kann über Video zugeschaut werden.

Eine gelungene Vorstellung, ein guter Abend mit viel Applaus für die Sänger und Darsteller und das famose – nun sich zeigende – Orchester.

Wie immer bleibt nach dem Hören in mir eine Frage offen…

Wann gelingt es uns mit Sprache selbst gesetzte Grenzen zu überwinden?

Ein Sommermärchen oder Kräuterbutter

Um mit den vorgeschriebenen Beiträgen nicht gar zu weit an Zeit zu verlieren, mach ich heute mal was und dann wieder nix.

Mitten im Jahr gibt es einen besonderen Tag – den 24.Juni. Gerechnet zu Weihnachten – dem Winterfest – ist dieser Tag das Gegenstück – das Sommerfest.

In den alten Zeiten war der 24.Juni der Göttin Fortuna geweiht und ein Feiertag. Nach der Zeit des Wachsens folgt die Zeit des Erntens. Damit diese gut ausfällt, wurde die Glücksgöttin Fortuna gefeiert. Auch das bestens Ausgesäte braucht Glück für eine reiche Ernte. Das Christentum hat den Feiertag einer Göttin gestrichen und den 24.Juni zum Tag Johannes des Täufers erklärt. Dennoch blieben Fruchtbarkeitsrituale, wie der Sprung über’s Feuer in der Nacht vor Johanni, erhalten.

Für mich ist dieser Tag nochmals besonders – er ist mein Geburtstag.

Zeit also für ein Sommerfest mit der ganzen Familie im Garten.

Fortuna hilft mir, kaum habe ich je einen verregneten Geburtstag begangen. Dieses Jahr feiert zum ersten Mal die Schaukelerobererin mit meiner Familie und mir mit.

Wir grillen, ich habe ein Brot dazu gebacken

und darauf schmeckt eine Kräuterbutter bestens. Diese ist schnell und einfach selbst gemacht. Was an Gartenkräutern da ist, kommt hinein.

Wenig Thymian und Salbei, etwas Basilikum, viel Petersilie und Schnittlauch. Mit der Kräuterschere sind alle gut geschnitten bald bereit, gemeinsam mit etwas Meersalz mit der weichen Butter vermischt zu werden.

In ein Gläschen gestrichen, sieht alles einladend frisch und lecker aus.

Auf dem Brot ist das ein sommerlicher Genuss.

Eine Thüringer Rostbratwurst mit viel Bautz’ner Senf darf genauso wenig fehlen, wie Kartoffelsalat und ein gut mariniertes Steak.

Ein paar andere Kräuter, wie Fenchelkraut, Oregano, Zitronenmelisse, Pfefferminze und marokkanische Minze geben einen guten Tee dazu.

Nach so viel Schmausigem muss man wahrlich ein wenig ausruhen

und dann weiter feiern bis in die Nacht hinein.

Feine Geschenke habe ich zu meinem Sommerfeiertag auch bekommen.

Bald gibt’s ein neues Fest – mit selbst gemachten Nudeln.

Letztes vor der Pause

Das Jahr zwischen die Finger nehmen im Juni – innehalten – Erinnerung fühlen im Einklang mit dem Wesen der Natur.

Jahreszeiten haben ihre eigene Allmacht, alle lassen sich fassen in diesem Zaubermonat.

Uraltes Wissen vereint er. Gibt mit seiner Sommerhöhe den Kalender der Patriarchen dem Lachen preis.

Den Johannistag feierten die Alten schon in der Nacht davor, sprangen über Feuer, um den Absprung nicht zu verpassen – den in andere Zeiten.

24.Juni – letzter Schnitt für frühblühende Pflanzen und Kräuter. Zu stark wird die brennende Sonne, ihre Kraft verwandelt sich in ihnen zu Schaden.

24.Juni – nichts was in diesem Jahr noch wachsen soll, darf gepflanzt werden. Der Erdboden biegt sich der Reife zu, gibt letzte Kraft dem Wachsendem, kein Raum für Neues ist in dieser Zeit. Alles ist richtig am besonnenen Ort. Alles will gewonnen sein.

24.Juni – nichts in dieser Welt ist ohne Hoffnung. Während das Eine geht, kommt das Andere in’s Dasein. Johanniskraut sammle jetzt, füge sein Gold in den Winter ein. Immer ist sie mit dir – die Natur – liebst du ihre Regeln 

Folge – dem Kreislauf – folge der Natur.

Zum Tag oder Pause

Im Zuge des anstehenden G20 Gipfels und eines daraus resultierenden Anschlages fuhren sie gestern teilweise nicht mehr – die Züge. 

Bei den Zerstörungen durch Unbekannte! kam auch das Telefon- und Internetnetz zu Schaden. Dadurch lag gestern hier vieles lahm. Kein Telefon, geringer Handyempfang oder gar keiner und kein Internet. Zum Glück ging mein Handy und das meiner Mutter. Nachdem sie stundenlang vergeblich auf meinen Anruf gewartet hat, war sie so schlau ihr Handy einzuschalten und ich konnte ihr alles erklären. Es ist nicht leicht, wenn man über 80 Jahre alt ist diese Welt zu verstehen. Wobei, ich versteh‘ sie auch nicht.

Da ich nun gestern meine restlichen mobilen Daten vertaudelt habe, mache ich das was erst für Ende der Woche geplant war – Urlaubspause.

Schwimmt, sonnt und schattet euch gut. Wir lesen uns im Juli

Blick in den Wandel – Juni

Juni 2017

Koch doch !  oder Tagliatelle mit Champignons und Kräutern

Koch doch!

Wirklich!

Wenn nix da ist, nimm Reste und Reserven…

bissel Frisches gib dazu.. 

Olivenöl, Knoblauch und Schalotten sind immer da…

Hühnerbrühe auch..

Sahne sowieso…

frisch pflückst du die Kräuter hinein

Guten Appetit!

Zum Tag

Uff, heiß. Viel zu heiß. Im Bus ist die Klimaanlage ausgefallen. Gefühlt sind das 40 Grad, real nicht viel weniger.

Danach durch die Glut weit durch die Stadt laufen, den Pflegedienstvertrag zum Notruftelefon meiner Mutter abschließen. Weiter durch die Hitze, meinen eigenen Arzttermin wahrnehmen. Ich laufe nur noch an die schattigen Häuserwände gedrückt.

Zu Hause. Gartenlüftchen, kühle Küche.

Birkenblätter und der Tee daraus

Zu Ostern, wenn es draußen noch nicht grünt, die Sehnsucht danach aber groß ist, holen wir uns Birkenzweige in’s Haus. Der geschmückte Maibaum ist eine Birke und auch zum Richtfest steht auf dem Dach eine Birke. Dabei kann die Birke viel mehr als schmückendes Beiwerk sein. Ihre medizinischen Wirkstoffe finden sich in ihren getrockneten Laubblättern und in der entkorkten Rinde. Rinde „mause“ ich meinen Birken nicht, habe ich sie doch vor vielen Jahren auf der Terasse meines Büro’s ausgegraben und mit Erfolg im Garten eingesetzt. 

Bleibe ich als beiden Blättern und ihrer Wirkung die ich kurz mit leicht entwässernd und die Harnwege durchspülend beschreiben kann. Birkenblätter sind demnach hilfreich bei bakteriellen und entzündlichen Krankheiten der ableitenden Harnwege. Zudem unterstützen sie Behandlungen gegen rheumatische Beschwerden.

Die Volksmedizin empfielt sie innerlich gegen Gicht und äußerlich gegen Haarausfall und Schuppen. Erinnert ihr euch an das Birkenhaarwasser eueres Großvaters?

Wichtigster Inhaltsstoff sind die Flavonoide, vin denen besonder die Komponente Quercetin hervorzuheben ist. 

Birkenblätter haben direkt nur eine schwach entwässernde Wirkung, dafür greifen sie aktiv in das Hormonsystem ein. Wichtigste Rolle dabei übernehmen die Flavonoide. Die Wiederaufnahme und -ausscheidung im Körper ist an verschiedenste Mechanismen gebunden, so an kleine Eiweißbausteine – die Enzyme oder Biokatalysatoren. Birkenblätter hemmen drei verschiedene Enzyme, die den Wasseehaushalt steuern. ACE bewirkt in mehreren Schritten die Verengung kleinster Gefäße, das führt zu erhöhten Blutdruck, zudem steigert sich nach der Hormonausschüttung die Wasserresorption im Körper. Nun kommen die Birkenblätter die mit ihren Wirkstoffen das ACE hemmen, die Wasserausscheidung fördern und damit blutdrucksenkend wirken. Wichtig ist, dass Birkenblätter durch Hemmung der Enzyme und Hormone und über die vermehrte Wasserausscheidung die Harnwege von Krankheitserregern entlasten.

Der Volksmund sagt den Blättern eine blutreinigende Wirkung nach, zu Recht. Das Blut wird durch Birkenblätter schneller als gewöhnlich gefiltert, dadurch kann teilweise die entzündungsauslösrnde Substanz, die Rheuma verursacht, ausgeschwemmt werden und die Symptome kurzzeitig gelindert.

Zu einer Teekur aus Birkenblättern sollten zusätzlich zwei Liter Wasser am Tag getrunken werden und selbstverständlich ersetzten die Blätter keinesfalls eine ärztliche Behandlung, können jedoch unterstützend helfen.

Birkenpollenallergiker sollten auf Goldrutenkraut ausweichen, 

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/goldrute-und-der-tee-daraus/

Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren den Tee aus Birkenblättern ganz meiden.

Mir fehlte in diesem Jahr die Zeit, sie zu zum richtigen Termin zu sammeln.

Erinnerungen – Zu Hause

Zu Hause ist bei mir – der Garten.

Wann immer Ferien oder Wochenende war, fuhr ich zu den Großeltern. Oft kam mein Großvater, mit seiner Schwalbe mich abzuholen. Später fuhr ich die 25 km von meiner Elternstadt mit dem Fahrrad zu den Großeltern. Auf dem Moped meines Großvaters begann schon die Freiheit. Nicht wie bei den Eltern Fahrten im nach Benzin und nach Garage riechenden Auto, dessen Fenster nicht geöffnet werden durften, sauste mir der Wind durch die Haare. Gut und sicher sass ich, durch den Rücken des alten Mannes vor einem zuviel von Wind geschützt. Die Großmutter wartete schon auf uns, einen Marmorkuchen in der Backröhre als Willkommensgruss.

Ab in den Garten, ab in’s dahinter gelegene Lützeltal. Eine Fläche des Gartens, die mir damals riesig erschien, war mit Erdbeeren bepflant. Zum Verkauf und zur Aufbesserung der Rente gedacht, durfte ich davon essen soviel ich wollte. Vorn am Haus stand meines Großvaters Geräteschuppen. An seinen Wänden habe ich Nägel einschlagen geübt. Um dahin zu gelangen, musste ich über die Haustür gehend eine halbe Gartenrunde drehen. Die Verandatür, die mich heute direkt in den Garten lässt, hat erst viele Jahre später mein Mann eingebaut.

Umrahmt war die Haustür mit einem Busch roter Kletterrosen, duftend leuchteten sie und wuchsen üppig im hohen Bogen, den Eingang gleichsam beschützend. Nach einem Frost schnitt meine Großmutter sie zurück, was nach und nach ihr Eingehen zur Folge hatte. Die weiße Rose, die jetzt an meiner Tür wächst, ist der Erinnerung an die andere, verlorene Rose gewidmet.

Sie selber, sowie auch die Veranda stehen auf dem Platz an dem sich mein Kinderbeet befunden hat. Was ich darauf gepflanzt habe, ist genauso vergangen wie die rote Rose.

Neben meinem Beet befand sich der Wasserhahn. Den Schlauch daran gesteckt, war er Ursprung lustiger Wasserspritzerein. Daneben stand auf einem Tischchen der Entsafter meiner Großmutter oder ihr Einkochtopf. An einem schmalen Tisch im Schatten der Garagenwand sitzend, haben sie, der Großvater und ich im Freien die Früchte zum Einwecken vorbereitet. Bei mir sind immer mehr im Bauch als in den Topf gewandert. Gelacht darüber haben die Großeltern, nicht geschimpft.

Zwei Gärten weiter lebt seit einigen Jahren eine junge Familie mit zwei kleinen Mädchen, deren Lachen und Toben meinem Garten Lebenstöne bringt. Vor kurzem hat der Vater einen Gemüsegarten angelegt. Von weitem höre ich wie er seinen Mädels das Gießen erklärt:“den Wasserschlauch müsst ihr danach leer laufen lassen, sonst liegt er in der Sonne und das Wasser dehnt sich durch die Wärme aus, dann platzt er…“.

Die Erinnerung lebt. Beruhigend.