Archiv der Kategorie: Düfte

Danke Herr Lagerfeld oder Zeit der Bälle und ein Duft dazu oder tanzen Sie wohl..und jetzt kann ich’s ja sagen…ich liebe Sie

Zeit der Bälle … und ein Duft dazu…

Karl Lagerfeld…“For her“…

Es ist an der Zeit für eine Ballnacht, denn das so rauschende Feste wie ein Tanzball das Tageslicht scheuen, steht für mich fest.

Die Nacht hat einen ganz besonderen Duft, nur er vermag ihre Verlockungen zu verdeutlichen.

Die Verführungen der Nacht, das Schimmern der edlen Stoffe im strahlenden Glanz der Kronlüster, das ist es, was die Ballnächte ausmacht.
Luxus und Pracht.

Nicht umsonst waren sie in vergangenen Zeiten – und in einigen Gesellschaftsschichten sind sie es noch – der Heiratsmarkt überlebter Dynastien.

Vor dem 18.Jahrhundert ging man zum Dantz, zu einem Tanzfest.
Das Wort Ball stammt vom französischen Wort bal ab und ist eine Ableitung des Verbes baller – tanzen.
Dies kommt wiederum vom spätlateinischem ballare – tanzen, hüpfen.

Die Ballsaison liegt zwischen November und Faschingsdienstag.
Ihren Höhepunkt hat sie zwischen Silvester und dem Dreikönigstag am 6. Januar.
Ein Tanzball ist eine gehobene, festlich gestaltete Veranstaltung.
Er verlangt nach entsprechender Kleidung.
Die Kleidung verlangt nach einem entsprechenden Duft.

Hier habe ich einen gefunden, vom Meister der Kleider – Karl Lagerfeld – .
Sein Damenduft für 2014 hieß…For her.

Das ist auch schon alles was schlicht an diesem Duft ist.
Der Meister spricht für sich und braucht kein großes Chi-Chi, er ist es einfach selbst.
Die Nasen hinter ihm sind Christine Nagel und Serge Majoullier.
Sie schufen einen Duft der in die Kategorie blumig – frisch fällt.
Was sind Kategorien für einen Karl Lagerfeld…

Die erste Begegnung mit dem Duft ist sprudelnd.
Anders kann ich die Energie, die mir direkt entgegenspringt nicht bezeichnen.
Kopfüber falle ich hinein, noch eh ich zur Besinnung komme, bin ich schon drin.
Die reife Zitrone der Kopfnote eröffnet mit einem Knall, ist sofort da, sie bleibt energetisch im gesamten Duftverlauf erhalten.

Dieses sprudeln überdauert eine lange Ballnacht und nur der leichte Pfirsichduft, ebenfalls in der Kopfnote vorhanden, lässt zarte Pausen zu.
Pudrig mildert er die Frische und macht den Duft von Anfang an sehr elegant, sehr weiblich, sehr verführerisch.
Die Frau als Königin der Nacht.
Mit Rosenblüten am Ballkleid und Magnolienblüten im Haar.

Cremig, süss duftet es bei jeder Bewegung des Kopfes, die Magnolie lockt und verbindet sich mit ihrer leichten Zitrusnote mit der Zitrone der Kopfnote. Neben Magnolie und Rose befindet sich im Herzen dieses glamourösen Duftes Frangipani.
Die einzigartige Schönheit dieser exotischen Blüte ist wahrhaftig das Herz des Duftes und bestimmt seine Wirkung.
Aphrodisierend, die Fantasie beflügelnd strahlt dieser Duft und schöpft seine Kraft doch weiter aus der Zitrone.
Nimmt mich in Beschlag ohne zu erschlagen.

Ich will leben, will erleben, der Duft verführt zum tanzen, Spannungen fallen ab, ich will genießen mit allen Sinnen. Das Leben in all seiner Exotik und Erotik.

Dieser Duft ist wie die Frangipaniblüte selbst, riecht nachts stärker als am Tag, weil er von der Nacht und ihrem Zauber lebt.
Im mittleren Osten ist die zarte, selten schöne Blüte oft Friedhofsschmuck. Riecht es nach ihr, kündigt sich ein Vampir an.
Mit seiner ganzen Schönheit und seinem Durst nach viel mehr.

Die hölzernen Töne der Basisnote bleiben mir verborgen.
Ich tanze in der Energie der Zitrone und dem Animalischen der Frangipani.
Würzig und nur sehr, sehr leicht holzig bildet Moschus die Basis und beruhigt, lässt den Duft nicht zur schrillen Modekönnigin werden.

Ambra unterstützt dabei und haftet weich und dauerhaft.
Was ist Ambra eigentlich? Es besteht aus 3 Teilen die korrekt gemischt eine einzigartige Harmonie ergeben.
3 Teelöffel Benzoeharz, 3/4 Teelöffel Ladanharz und 1/2 Teelöffel Vanilie ergeben in ihrer Kombination Ambra.
Das ursprüngliche Ambra aus dem Verdauungstrakt der Pottwale findet in der Parfumindustrie nur noch seltenst Verwendung.
Warm lässt es diesen Duft werden, ohne von seiner Energie und seiner Leuchtkraft abzulenken.

Ein Tropfen von ihm auf meiner Haut beflügelt meine Fantasie, bringt mich in einen geschmückten Festsaal, ausgeschlagen mit weichem Samt.
Macht mich zur strahlenden, verführerischen Königin der Nacht, ohne das ich mich dabei verstellen muss.
Ich bleibe elegant und edel und bei mir, wie der gelungene Flakon.

Für viele Tänze…aber nicht nur …

Werbeanzeigen

Mitten im Winter am Nil oder Un Jardins sur le Nil von Hermès

Jahreszeiten sind etwas ganz Wunderbares. Wechsel im Spiel der Natur. Warum sollte ein Sommerparfum nicht im Winter Freude bringen können? Leichtigkeit braucht jede Jahreszeit. Und so grün dieser Duft auch ist, er ist ganz besonders anders darin.

2005 schuf Jean-Claude Ellena seinen ganz eigenen Garten am Nil.

Fruchtbarkeit und Erneuerung bringt der Nil. Heiß ist es dort. Entspannung bringen Gärten. Ich gehe hinein.

Ein Hauch des Parfums auf die Haut gesprüht..ah…Grapefruit. Frisch ist sie, hell und herb. Ihre Intensität hilft loszulassen. Psychische Wärme bringt sie die vor jeder Hitze (und Kälte) bewahrt. Kühlend und reinigend löst sie Kummer, zieht Gifte aus dem Körper und fördert die Leichtigkeit des Seins. Sie befindet sich in der Kopfnote des Duftes und ist von Anfang an da, mischt sich mit Karotte, deren ätherisches Öl aus den Samen gewonnen wird. Würzig, erdig und krautartig umspielt es Tomatenranken, rundet ihre grasig-grüne, sauere Fruchtigkeit ab. Ein tiefes Luftholen bleibt zurück und ein Erwachen. Grüne Mango verlockt exotisch, bleibt unaufdringlich in ihrer aromatischen Süße, weckt weitere Lebensfreude.

Mitten in’s Herz trifft Kalmus. Aus seinem knolligen Wurzelstock wird sein ätherisches Öl gewonnen. Und wieder fühle ich Stärke, bin weniger erschöpft und versinke in dieser linden, leicht süßen Modrigkeit, die kein Vergehen sondern ein Erwachen ist. Lotus hilft dabei. Der reinste und sinnlichste aller Düfte klärt mit seiner makellosen Schönheit. Alles leuchtet rein und klar. Mit seiner besonderen Exotik würzt er den Duft auf seine ganz eigene warme Weise. Weiblich, sinnlich und berauschend lässt sein Geruch Streß vergessen und schenkt Geborgenheit und innere Harmonie. Was für ein Luxus! Dazu gesellt sich die „Blume des Regens“ – die Hyazinthe. Wie keine andere Blume symbolisiert sie das Sterben und Wiedererstehens der Natur. Tiefgründig wie sie wird das Parfum in seinem Herz, intensiv wird das Blumige jetzt dunkel. Herb, würzig kommt die Pfingsrose zu Hilfe. Aus den kaiserlichen Gärten Chinas kommend, unterstützt sie das Gefühl von Wohlstand und Wohlbeagen, bleibt Rose ohne Dorn und macht die Mitte des Duftes zu einem Ort des Stillstehens im Wohlwollen.

Auch danach bleibt alles stärkend und haftet an meiner Haut. Das dem nicht zuviel wird, schafft Bergahorn holzige, milde Süße. Weihrauch, das Geschenk des Abendlandes an das Morgenland ohnehin, schwert balsamisch die grüne Frische. Sein sehr alter Duft, schwächt die vorherigen jungen Ausflüge des Parfums, ist Gegensatz von Verführung und Heiligkeit in einem. Zeitlos in seiner Opulenz verbringe ich, selbst entspannt, vertraute Zeit im Garten am Nil.

Dieses Parfum ist, meiner Meinung nach, für reife Frauen gemacht. Die um den Wert von Entspannung wissen und den Preis dafür kennen gelernt haben. Nichts für verspiele Naturen und auch nicht auf jeder Haut, die man zu Markte trägt, willkommen.

Sanftes oder Nivea Eau De Toilette

Nun habe ich diesen guten Geist schon eine geraume Weile, wollte mich lang schon dazu äußern, fand die Worte nicht dafür.

Ein Parfum baut sich auf. Hat einen Kopf, ein Herz und eine Basis. Nimmt dich mit in eine Welt, in der Geist zählt, nicht Sein.

Ein Eau De Toilette sollte zumindest Abglanz sein, schwächer, nichts desto Trotz…echt.

Hm, dieses Eau de Toilette rühmt sich dessen und besitzt nichts davon. Dennoch möchte ich es nicht missen, an Tagen, an denen ich niemand anderem begegnenen möchte als den warmen, vom Leben gezeichneten Händen meiner Mutter.

Dieser sehr schwache Duft ist ein Geheimnis, gleicht einem Versteck.

Darum verzeihe ich, darum liebe ich.

Kopf:

Mandarine, Bergamotte, Lavendel

Herz:

Maiglöckchen, Rose, Freesie, Ylang-Ylang

Basis:

Sandelholz,Moschusnoten

Aha!

Nichts davon ist wahrnehmbar.

Außer vielleicht, dass Mandarine den Geist fördert, die Kreativität anregt. Das sie aufmunternd wirkt und die Unternehmungslust fördert.

Nichts finde ich von der leicht bitteren Bergamotte, denke ich beim Riechen und habe ihre belebende Wirkung dennoch schon tief in mir.

Den Alleskönner Lavendel erkenne ich noch schwach, er beruhigt mich, mich über dieses Nichtparfum nicht aufzuregen.

Maiglöckchen, ja! Die sind da. Nicht mit ihrem Geruch, aber mit ihrem Seelenbalsam.

Rose, hallo??? wo sollst du hier sein? Ein erahnter Hauch von dir versucht zu harmonisieren.

Freesie, Blume der Unschuld, ja. So aufdringlich dein Geruch, hier besänftigst du. Nicht mehr, nicht weniger.

Vergesse ich Ylang-Ylang und ihre betörende Sinnlichkeit.

Dieser Duft hat nicht die Basis von warmem, samtigen Sandelholz und fein holzigem Moschus, daran wurde zuviel gespart.

Ich trage den Duft auf meinen Hals auf, spüre nicht viel.

Vorerst.

Lehne ich mich tagsüber zurück, kommt mir immer wieder die Erinnerung an die Hände meiner Mutter.

Niemand riecht mich und dennoch bin ich beschützt.

Das! muss ein Parfum erstmal hinbekommen.

Schafft es.

Meine Mutter fragt mich am Abend eines viel zu langen Tages;

Hast du dir gerade die Hände eimgecremt?

Ha!!!

Der Duft der Frauen

…ist einer meiner Lieblingsfilme. Unvergesslich die Tanzszene mir Al Pacino. Wenn ich die Augen schließe, kann ich die verführerische Erotik des Moments riechen.

Ein Duft ist ein Versprechen, ein zarter Hinweis auf die Einzigartigeit einer Person. Mit ihm will ich mich abheben, ohne aufzufallen.
Mir sind übertriebene Gerüche genauso unangenehm wie schlechte. Schwere, intensive Parfume – welche die Trägerin, die noch Meter weit entfernt ist – ankündigen, weisen eher auf eine laute Persönlichkeit denn auf guten Geschmack hin.

Unangenehm sind mir auch Deodorantwolken die nicht nur ihre Benutzerin in Aerosolschwaden zweifelhaften Inhalts hüllen. Den eventuell vorhandenen Schweißgeruch beheben sie nicht, sondern überdecken ihn nur mangelhaft.
Was tun?

Eine von mir bevorzugte Alternative sind Körperpuder. In Deutschland seit Jahren aus der Mode, vielleicht auch aus einer Zeit verachtet, in der Körperpuder Wasser ersetzte, wird mit ihrer Benutzung zugleich Körpercreme – die auch gern an den Kleidern kleben bleibt – überflüssig
Allererste Wahl für mich sind die Körperpuder der englischen Firma Yardley.
In 20 cm hohen Dosen gibt es feine, seidige, zart parfümierte Puder in den verschiedensten Duftrichtungen.
Natürliche Inhaltsstoffe wie z.B. Talc,  Calcium carbonat,  Magnesium carbonat,  Linalool und diverse edle Pflanzenöle lassen den Gebrauch selbst für Allergiker und mit Neurodermitis Geplagten zu. Die Körnchengröße der zerriebenen Inhaltsstoffe ist dabei so klein, dass sie sich direkt mit der Haut verbinden und nicht in den Stoff wechseln, so bieten sie sicheren, dauerhaften Schutz. Talk ist eines der weichesten Mineralien und wirkt wasserabweisend, dadurch verdichtet sich der Schutz auf der Haut zu einer sicheren Barriere, dennoch kann die Haut atmen.
Die Palette der Duftsorten ist groß und reicht von blumigen Düften – die auf’s Lieblingsparfum abstimmbar sind – wie English Rose, Lilly of the Vally, English Lavender, Iris oder April Violets bis zu sanften oder herben Duftnuancen wie White Satin oder Taylor of Lodon Chique.
Mein Favorit ist April Vilolets – Veilchen.
Nach dem Duschen oder Baden auf die feuchte oder trockene Haut (ganz nach Vorliebe) aufgetragen, trocknet, glättet, schützt und parfumiert es meine Haut auf sanfteste Weise. Nach dem Gebrauch bleibt ein Gefühl von geschützter Weichheit und zarter Frische zurück und ein Gefühl, das mir den ganzen Tag klare Reinheit bringt. Eingehüllt in einen unaufdringlichen dennoch unverwechselbaren, zarten Duft bin ich auch im größten Alltagsstress ganz bei mir. Zudem schützt das Körperpuder intensiv vor lästigem Wundreiben durch schwitzen an vielen – allen Frauen gut bekannten – Stellen.

Mit einer Dose deren Inhalt 200g beträgt, komme ich bei täglicher Anwendung ca. drei Monate aus, auch hier kein Vergleich zu Deodorants.
Zart, frisch und gepflegt, in einen sanften Duft gehüllt, der ganz ich bin, fühle ich mich in beim lauten Trubel des Alltags in die regenfrische Ruhe meines Gartens versetzt und laufe mit einem lächeln durch meinen Tag.

Zucker für die Seele…

… nein, nichts zum Naschen.
Ein Duft.
Für Männer und Frauen.

Traverse Bosphore von L’Artisan.

Die Überquerung des Bosporus,
der innereurasischen Grenze also.
Jean-François Laporte gründete 1976 in Paris die Marke L’Artisan.
Der Name bürgt für ein Nischenprodukt kunsthandwerklicher Parfumeherstellung.
Bertraund Duchaufour ist der Künstler hinter dieser Überquerung des Bosporus. Inspiriert wurde er von einer Reise nach Istanbul.

Es ist fast Winter, ich suche Wärme, ich brauche Süßes.
Die Farbe der Flüssigkeit schimmert rotgolden im schlicht, edlem Flakon, das eine klare, rote Linie ziert.
Einen Tropfen gebe ich auf meine Haut und schließe die Augen.
Der Wirbel beginnt, ich lasse mich treiben,  treiben durch alle Düfte des Orients. Alle Sinne öffnen sich.
Die Kopfnote – unmittelbar nach dem Auftragen wahrzunehmen – verspricht rote, reife Äpfel und Granatapfel, Safran und Ingwer.
Ich jedoch bin sofort im Herzen des Duftes und fühle mich in einen exklusiven Herrenclub versetzt.
Tabak der edelsten Sorte mischt sich mit dem Geruch von Leder gediegener Sessel. Aber der Tabak duftet süß, mir ist wohl dabei, ich fühle mich angezogen davon.
Das liegt an der Iris, die neben dem Tabak und dem Leder in der Herznote ruht.
Kaum ein Duft, den ich mag, kommt ohne Iris aus.
Dabei ist es nicht die Blüte, welche die pudrige Süße bringt, die harmonisiert. Die Wurzel der Iris liefert das Duftöl, so bleibt der Duft geerdet,elegant, wirkt buttrig,  weich und schwingt schon in die Basis, greift dort den weißen Nougat auf und die Süße des Lokum – einer türkischen Süßspeise auf der Basis von gelierter Stärke und Zucker –  und erweitert sofort die Männerrunde, bringt Mauern zum Fall und lässt den Weg frei in die umliegenden Gärten, in denen nun der Safran das Gold seines Öles aus den tieforanggoldenen Fäden seiner zarten Blüten freigibt und sich mit der nach Honig duftenden türkischen Rose vermischt.
Jetzt erst tauchen sanft, kaum wahrnehmbar die rosa Tulpen auf und verhindern mit ihrer Frische, dass der Duft in’s Süße, Schwere abdriftet und mich betäubt.
Ich bleibe die Herrin des Duftes,  ich trage ihn, nicht er mich.
Der Granatapfel schwingt eher rauchig als fruchtig und das Parfum kommt mir so prall vor, wie es die Kerne dieser Frucht sind.
Der Duft haftet gut, über Stunden habe ich das Gefühl gerade an einem Pistazieneis zu riechen, das mir mit lederbehandschuhter Hand gereicht wird.
Ich lasse mich fallen, öffne mich, spüre die Sonne in der die Pistazien reiften. Selten habe ich Pistazie in einem Duft so angenehm heraus gespürt.
Die Basisnote nimmt mich völlig gefangen.
Atlaszedernholz ist lang anhaltend , tief, und gepaart mit Moschus – der belebt und die Schwere runder macht – den ganzen Tag spürbar.
Der dunkle Duft mischt sich mit dem Schmelz weißen Nougats und lässt die Sinnlichkeit der Frauen ahnen, die mit weichen Schritten auf die Männer zugehen und dabei orientalische Süssigkeiten – Lokum – bringen.
Dieser Duft vermittelt mir Animalisches, Aphrodisierendes, lässt jede Kälte vergessen, gibt mit seinem Ledergeruch die Kraft eines starken Tieres, das sich der Majestät seines Wesens bewusst ist.
Ich drehe den Kopf, öffne die Augen und bade in der Süße von Zucker, der mich weich und gelassen stimmt, den der Ingwer aber nicht dominieren lässt und der mich weiter wärmt.
Mit diesem Duft ist mir vor stärkster Kälte nicht bange.
Einem Mann der Pistazieneis mag, kann ich vertrauen, mit einer Frau, die die Kraft des Leders zu nutzen weiß, kann ich Pferde stehlen.
Beide vereint die Liebe zur Intensität des Lebens,  die nur die Sonne des Orients seinen Farben und Gerüchen bringt.
Ein Duft, wie ein Weihnachtsgeschenk an den/die Liebste/n.

Das Unentbehrlichste oder Badesalz

Das Unentbehrlichste ist der Name eines Märchens.
Zu finden ist es in der Sammlung der Volksmärchen von Ludwig Bechstein.
Ein fast identisches Märchen gibt es unter dem Namen Mäusehaut auch bei den Gebrüdern Grimm.
Ein König hat drei Töchter, die beweisen sollen, wie sehr sie ihn lieben.
Als die jüngste Königstochter ihre Liebe zum Vater mit Salz vergleicht, verweist er sie seines Hofes.
Später treffen Vater und Tochter bei einer Hochzeit aufeinander, die Prinzessin – inzwischen Köchin – tischt Speisen ohne Salz auf.
Nicht ahnend, dass es seine Tochter ist, wird die Köchin herbeigeholt und hat nun Gelegenheit sich zu rechtfertigen.
Der König erkennt hierauf den Wert des Salzes und der Tochter und es gibt eine Versöhnung und einen glücklichen Ausgang.
Ein Märchen eben.
Die Nützlichkeit von Salz ist wahrhaftig sagenhaft.
Und das nicht nur zum Würzen von Speisen.
Mich interessiert besonders – wie könnte es anders sein – Badesalz.
Und das wiederum am Liebsten aus Meersalz.
Das Meer ist die Wiege des Lebens.
Auch wir inzwischen an Land lebenden Wesen können nur überleben, weil unser Körper zum Großteil aus dem Ursprung besteht.
Aus salziger Flüssigkeit.
Blut ist, mit wichtigen Zusätzen natürlich,  auch nichts anderes als eine einprotzentige Salzlösung.
Damit hat es die gleiche Salzkonzentration wie das Wasser der früheren Urmeere.
Ohne Salz gibt es kein Leben.
Alle Vorgänge im Körper basieren auf Salzen bzw. auf Mineralstoffen.
Salze helfen unserem Körper bei den unterschiedlichsten Erkrankungen.
Es lindert Asthma, Erkältungen, Heuschnupfen, Arthritis und Gicht, Arthrose,  Nieren – und Blasenbeschwerden, Augenprobleme und sogar Fußpilz.
Man kann es lindernd einatmen, zu Spülungen und Umschlägen verwenden oder ganz einfach darin baden.
Ein Bad in Meersalz hilft dem Körper zu entschlacken, regt den Stoffwechsel an und fördert so die allgemeine Durchblutung.
Hilfreich ist das u.a. bei Cellulitis.
Atmungserkrankungen werden gelindert und das Immunsystem gestärkt.
Die Meersalzbäder haben einen kosmetischen Einfluss auf die Haut und eine regelmäßige Anwendung führt zu einer deutlich verbesserten Hautdurchblutung. Die Haut wird strahlender, gesünder und reiner.
Neurodermitis wird gelindert.
Auch die Weichteile profitieren von Meersalzbädern und Gelenkerkrankungen werden gebessert.
Die ideale Badetemperatur liegt bei 40 Grad, die Badedauer bei ca. 15 Minuten.
Mit der Temperatur des Badewassers lässt sich die Wirkung des Bades steuern. Temperaturen um die 34 Grad wirken anregend, alle höheren Temperaturen verhelfen zur Entspannung. Auch die 15 Minuten Badedauer sind nur eine Richtlinie. Auf den eigenen Instinkt zu hören ist wichtig und richtig. Wenn er sagt, es reicht, ist das Bad beendet.
Ein ganz spezielles Bad ist ein Bad in Bittersalz (Magnesiumsulfat ).
Hier sollte man 40 Minuten Badezeit einplanen.
Die Haut wird als dritte Niere genutzt und Giftstoffe werden durch Schwitzen ausgeschieden.
Dem 40 Grad warmen Badewasser werden 2 – 3 Tassen Bittersalz zugefügt. Das Bittersalz füllt den Magnesiumhaushalt auf und spült Giftstoffe aus. Dadurch werden Eiweißketten im Gehirn und in den Gelenken unterstützt. Eine regelmässige Anwendung führt zur Verbesserung von arthritischen Beschwerden.
Wird dem Wasser noch 1 Tasse Kaiser Natron zugefügt,  erhöht sich die reinigende und pilzhemmende Wirkung.
Hinterher kann in Decken gehüllt mit Ingwertee das Ausschwitzen entspannt fortgesetzt werden.
Doch zurück zum Meersalz.
Meersalz gibt es in den verschiedensten Qualitäten, mit oder ohne Beimischungen und Duft.
Das recht grobe einfache Meersalz, meist als Totes Meer Salz bezeichnet, benutze ich oft und gern.
Und dann gibt es Außnahmen.
Manchmal muss es einfach mehr me(e)hr sein.
Von den vielen Möglichkeiten Meersalz mit Duftzusätzen zu benutzen, wähle ich eine, die mich in einen Dufthauch der besonderen Güte hüllt.
Heute gönne ich mir den Duft von Leinen und Baumwolle.

Die Badesalze von Senture et beaute überraschen mit großer Auswahl und bester Qualität.
Es gibt unter anderem Salze mit Beimengungen von Bernstein oder Lavendel.
Mein Favorit ist Cotton linen.
Beim Öffnen der Dose finde ich mich auf einer sonnigen Wiese wieder, auf der die weißen Wäschestücke von lauem Maiwind getrocknet werden.
Alles ist leicht, luftig, frisch.
Wunderbar sauber riecht es, nach klarer Luft.
Der Duft frisch gewaschener Leinentücher vermischt sich angenehm mit den Düften der zarten Baumwollblüte.
Sanfte Kühle lädt zum Entspannen ein.
Rein riecht es auf die ganz besondere Art, die sonst nur an der Luft getrocknete Wäsche hat.
Die Salzkristalle sind schneeweiß, wie frisch gefallenen Schnee und deutlich filigraner als bei normalen Badesalzen.
Das Salz ist bestes Meersalz aus der Bretagne, von dort, wo auch die Salzblumen – die Fleur de Sale – herkommen.
So löst sich das Badesalz fast sofort auf, als ich es ins warme Wasser gebe.
Das Wasser wird ganz weich dadurch und schmeichelt meiner Haut, die sich nach dem Bad zart und gepflegt anfühlt.
Schließe ich meine Augen, ist von Dunkelheit und Winter nichts mehr zu spüren.
Der frische Duft nimmt mich mit ins Märchenland.
Das Märchen von der Salzprinzessin endet mit den Worten : „Salz ist heilig.“
In meiner Wanne liegend –  genießend entspannend – denke ich gleiches.

Grünes für den Winter oder Ô de Lancôme

Ein grüner Duft taugt nicht für den Winter?
Und ob!
Im Garten beim Kräuter bündeln gingen mir verschiedene Duftrichtungen durch den Kopf…

Manchmal brauche ich Leichteres.

Als mir der Rosmarin durch die Finger gleitet, weiß ich, wonach ich mich sehne.
Seinen Duft will ich auch im Winter um mich haben.

Vor vielen Jahren war ich zu Gast in Frankfurt am Main.
Seit kurzem verfügten wir über DM und nicht nur über die 100 DM Besuchergeld.
Es war ein Verwandtenbesuch der uns in diese Stadt führte und so sind wir nicht dazu gekommen, die Stadt selbst zu besichtigen.
Wendige Zeiten waren das. Mein Kopf musste erst klar kommen mit den vielen neuen Dingen.
Heute würde ich darauf bestehen, mir die Stadt ansehen zu wollen. Damals gingen die Verwandten vor.
Schließlich durfen wir bei ihnen schlafen und essen und sie wollten uns ihr Leben zeigen.
Manches machte mich damals schon stutzig.
Was hat Frankfurt nun mit meinem Duft zu tun?
Ein Einkaufsbummel gehörte zum Programm. Ich bin, was ich hab…
Das Wirtschaftswunder war noch nicht gänzlich vorbei und die Glitzerwelt des Konsums ist eine Bunte.
Mich zog es in eine Pafümerie.
Damals war es nicht schwer zu erkennen, wer aus dem östlichen Teil Deutschlands kam.
Wessis trugen Mantel, Ossis Anorak.
Ganz einfach…
Mein Anorak wies also deutlich meine Zugehörigkeit aus und so kam es, dass die Verkäuferin mich mit skeptischen Blick, aber eben dennoch, nach meinen Wünschen fragte.
„Ein Parfum, das zu mir passt.“
„Tja, welcher Typ ( außer aus dem Osten ) sind Sie denn“ gurrte die Dame zurück.
„Ein Grüner.“
Wenn ich nichts wusste, das wusste ich.
„Da habe ich nicht allzuviel.“
Nun erinnere ich mich nicht mehr, was der gängige Hit der frühen 90er Jahre war, aber so ungewöhnlich dürfte das auch damals nicht gewesen sein.
Nichts desto Trotz hielt sie mir ein Fläschchen mit grünen Inhalt unter die Nase und ich…ich war hingerissen.
Liebe auf den ersten Duft.
Lange Zeit war er mein einziger Begleiter, seit vielen Jahren benutze ich ihn nicht mehr.
Zeit zurückzukehren.
Zurück zu

Ô de Lancôme.

Dem ursprünglichen Duft wohlgemerkt, keine seiner im Handel erhältlichen Variationen kommt für mich an das grüne Original von 1969 heran. Geschaffen wurde es von Robert Gonnon.
Frisch, spritzig springt die Bergamotte beim ersten Hautkontakt direkt in die Blutbahn und macht den Tagesbeginn heiter. Unterstützt von der Säure der Zitrone, gemildert von der Süße der Mandarine kommt die Kopfnote in belebenden Zitrustönen daher.
Grün geht es weiter.
Im Herzen ruht Basilikum.
Aromatisch, würzig bringt es mit seinem balsamischen Duft den Sommer in Erinnerung.
Das diese nicht wehmütig wird, dafür sorgt der Koriander.
Er macht den Zitrusstart ausgeglichener, bringt Sinnlichkeit und Begehren in den Duft.
Kaum kann ich noch meine Nase von ihm lassen, denn was mich jetzt umgibt, ist der Garten, so wie ich ihn liebe.
Rosmarin dringt anregend warm durch und belebt mich so wie ein Bad im Meer. Rosmarin bedeutet übersetzt Tau des Meeres und als würden seine Tropfen von meiner – in seinem Wasser gebadeten – Haut perlen, spüre ich geistige Klarheit und innere Stärke.
Der perfekte Start in den Tag für einen Morgenmuffel wie mich.

Das alles ist leicht, unaufdringlich und hält doch über den Tag, immer weiter Frische verströmend.
Eichenmoos sorgt dafür und unterstreicht die Sinnlichkeit des Korianders.
Aromatisch grün endet der Duft in der Wurzelfülle des Vetivers.
Erdig-holzig bleibt er noch lange nach dem Auftragen auf meiner Haut zurück.
Das Sandelholz nimmt meine vom Rosmarin verführte Nase kaum wahr.

Und warum sollte dieser herrlich grüne Duft mir nicht den Winter beleben?
Der Strauch selber wird spätestens Ende Januar zu blühen beginnen. Bis dahin habe ich seinen Duft.

Zeit der Bälle und ein Duft dazu oder Karl Lagerfeld – For her –

Zeit der Bälle … und ein Duft dazu…

Karl Lagerfeld…“For her“…

Es ist an der Zeit für eine Ballnacht, denn das so rauschende Feste wie ein Tanzball das Tageslicht scheuen, steht für mich fest.

Die Nacht hat einen ganz besonderen Duft, nur er vermag ihre Verlockungen zu verdeutlichen.

Die Verführungen der Nacht, das Schimmern edlen Stoffe im strahlenden Glanz der Kronlüster, das ist es, was die Ballnächte ausmacht.
Luxus und Pracht.

Nicht umsonst waren sie in vergangenen Zeiten – und in einigen Gesellschaftsschichten sind sie es noch – der Heiratsmarkt überlebter Dynastien.

Vor dem 18.Jahrhundert ging man zum Dantz,  zu einem Tanzfest.
Das Wort Ball stammt vom französischen Wort bal ab und ist eine Ableitung des Verbes baller – tanzen.
Dies kommt wiederum vom spätlateinischem ballare – tanzen, hüpfen.

Die Ballsaison liegt zwischen November und Faschingsdienstag.
Ihren Höhepunkt hat sie zwischen Silvester und dem Dreikönigstag am 6. Januar.
Ein Tanzball ist eine gehobene, festlich gestaltete Veranstaltung.
Er verlangt nach entsprechender Kleidung.
Die Kleidung verlangt nach einem entsprechenden Duft.

Hier habe ich einen gefunden, vom Meister der Kleider – Karl Lagerfeld – .
Sein Damenduft für 2014 hieß…For her.

Das ist auch schon alles was schlicht an diesem Duft ist.
Der Meister spricht für sich und braucht kein großes Chi-Chi, er ist es einfach selbst.
Die Nasen hinter ihm sind Christine Nagel und Serge Majoullier.
Sie schufen einen Duft der in die Kategorie blumig – frisch fällt.
Was sind Kategorien für einen Karl Lagerfeld…

Die erste Begegnung mit dem Duft ist sprudelnd.
Anders kann ich die Energie, die mir direkt entgegenspringt nicht bezeichnen.
Kopfüber falle ich hinein, noch eh ich zur Besinnung komme, bin ich schon drin.
Die reife Zitrone der Kopfnote eröffnet mit einem Knall, ist sofort da, sie bleibt energetisch im gesamten Duftverlauf erhalten. 

Dieses sprudeln überdauert eine lange Ballnacht und nur der leichte Pfirsichduft, ebenfalls in der Kopfnote vorhanden, lässt zarte Pausen zu.
Pudrig mildert er die Frische und macht den Duft von Anfang an sehr elegant, sehr weiblich, sehr verführerisch.
Die Frau als Königin der Nacht.
Mit Rosenblüten am Ballkleid und Magnolienblüten im Haar.

Cremig, süss duftet es bei jeder Bewegung des Kopfes, die Magnolie lockt und verbindet sich mit ihrer leichten Zitrusnote mit der Zitrone der Kopfnote. Neben Magnolie und Rose befindet sich im Herzen dieses glamourösen Duftes Frangipani.
Die einzigartige Schönheit dieser exotischen Blüte ist wahrhaftig das Herz des Duftes und bestimmt seine Wirkung.
Aphrodisierend, die Fantasie beflügelnd strahlt dieser Duft und schöpft seine Kraft doch weiter aus der Zitrone.
Nimmt mich in Beschlag ohne zu erschlagen.

Ich will leben, will erleben, der Duft verführt zum tanzen, Spannungen fallen ab, ich will genießen mit allen Sinnen. Das Leben in all seiner Exotik und Erotik.

Dieser Duft ist wie die Frangipaniblüte selbst, riecht nachts stärker als am Tag, weil er von der Nacht und ihrem Zauber lebt.
Im mittleren Osten ist die zarte, selten schöne Blüte oft Friedhofsschmuck. Riecht es nach ihr, kündigt sich ein Vampir an.
Mit seiner ganzen Schönheit und seinem Durst nach viel mehr.

Die hölzernen Töne der Basisnote bleiben mir verborgen.
Ich tanze in der Energie der Zitrone und dem Animalischen der Frangipani.
Würzig und nur sehr, sehr leicht holzig bildet Moschus die Basis und beruhigt, lässt den Duft nicht zur schrillen Modekönnigin werden.

Ambra unterstützt dabei und haftet weich und dauerhaft.
Was ist Ambra eigentlich? Es besteht aus 3 Teilen die korrekt gemischt eine einzigartige Harmonie ergeben.
3 Teelöffel Benzoeharz, 3/4 Teelöffel Ladanharz und 1/2 Teelöffel Vanilie ergeben in ihrer Kombination Ambra.
Das ursprüngliche Ambra aus dem Verdauungstrakt der Pottwale findet in der Parfumindustrie nur noch seltenst Verwendung.
Warm lässt es diesen Duft werden, ohne von seiner Energie und seiner Leuchtkraft abzulenken.

Ein Tropfen von ihm auf meiner Haut beflügelt meine Fantasie,  bringt mich in einen geschmückten Festsaal, ausgeschlagen mit weichem Samt. 
Macht mich zur strahlenden, verführerischen Königin der Nacht, ohne das ich mich dabei verstellen muss.
Ich bleibe elegant und edel und bei mir, wie der gelungene Flakon.

Für viele Tänze…aber nicht nur …

Das Parfum

Das Parfum

Nein, nicht das bekannte Buch von Patrick Süskind.

Mein Parfum.

Ein Duft ist eine Idee, ein mit den Augen nicht zu fassender, trotzdem vorhandener, wahr gewordener Traum.
Das Bindeglied zwischen Himmel und Erde.
An einem Nachmittag im Garten, als ich meine Blumenkästen für den Herbst dekorierte, sann ich über einen Duft nach, der mich in den kommenden kühlen, dunkleren Monaten begleiten könnte und mich mit der Erinnerung an herbstliche Gartentage umhüllt.
Düfte vermitteln mir Geborgenheit.
Die meisten von ihnen spielte ich im Kopf durch, bevor sie in meinen Besitz kommen.
Die Inhaltsstoffe kennend, lasse ich mich erst danach auf einen Geruchstest in der Parfumerie ein.
Ist das nicht möglich,  wäge ich ab, wie gut der Duft zu mir passen könnte und versuche erstmalige Bestellungen mit kleineren Mengen. Ein Nachbestellen bei Gefallen ist leicht. Nie bin ich so bisher enttäuscht gewesen.
Dabei orientiere ich mich gern an Aromen, die auch in meinem Garten zu finden sind und die dann um edle Zutaten ergänzt werden.
Was käme meinen Wünschen also näher, als ein Duft, der ebenfalls in einem Garten kreiert wurde.
1987 schufen Hubert und Isabelle d’Ornano – die Gründer der Marke Sisley – aus einem Nachmittag im Garten heraus Eau Du Soir.

Dieses Parfum könnte es treffen, dachte ich.

Der Karton in Schwarz und Gold gefällt mir, er wirkt edel.
Beim Öffnen des Deckels fällt dezent das Wappen der Hersteller ins Auge und ein leichter Hauch steigert meine Vorfreude.
Der Flakon liegt gut in der Hand. Die Skulptur eines Frauenkopfes als Verschluss unterstreicht das Besondere.
Zusätzlich zu diesem schönen Flakon, gibt es jedes Jahr eine kleine, limitierte Edition mit besonderer Gestaltung.
Es besteht Suchtgefahr.

Mein Hautkontakt mit dem Parfum ist Liebe auf den ersten Blick.
Ich bin hingerissen von dem rauchigen, dunklen Duft und fühle mich in einen nebligen Garten versetzt,  der alle Gerüche des Lebens freigibt.
Ein Duft ohne Iris kommt für mich nur in Ausnahmen in Frage und so ist diese Schönheit natürlich in Eau Du Soir enthalten. Zart nach Veilchen duftet Iris,  das Duftöl wird aus ihrer Wurzel (Veilchenwurz) gewonnen.
Der herbe erste Eindruck kommt vom Eichenmoos – welches dafür sorgt, dass ich nach Stunden den Duft noch wahrnehme – bleibt aber elegant und verliert nie seine Weiblichkeit, wirkt geheimnisvoll, nicht kühl.
Nach einer Weile kommt auf meiner Haut ganz leicht die Mandarine durch, sanft schwingt dahinter Grapefruit nach.

Ich bin begeistert und könnte immer wieder an mir riechen.

Dieser Duft ist nichts für verspielte Frauen.
Ohne schwer oder süß zu sein, verleiht er seiner Trägerin herbe Eleganz.

Wie fast alle meine Parfume ist Eau Du Soir ein Chypreparfum.
Diese Art von Parfum hat ihren Namen nach dem 1917 kreierten Parfum Chypre von Francois Coty, der es wiederum nach der Insel Zypern benannte, da die meisten der Inhaltsstoffe aus dem Mittelmeerraum kommen.
Diese Düfte tragen Zitrusöle in der Kopfnote und Rosen – bzw. Jasminöle in der Herznote.
Als Basisnote findet sich Eichenmoos oder Moschus.

Zum besseren Verständnis sei gesagt.
Die Kopfnote setzt die fruchtigen Akzente.
In der Basisnote befinden sich die Bestandteile die am Längsten auf der Haut verweilen.
Dazwischen liegt die Herznote, die beide elegant verbinden soll.

Eau Du Soir trägt Mandarine und Grapefruite in der Kopfnote,  trotzdem ich sie erst nach einer Weile und auch nur schwach wahrnehme.

Die Herznote hat mich sofort berauscht.
Da ist Eichenmoos, das erdig und intensiv ist und gestützt wird von Wacholder. Duftpaare folgen .
Zart ist in diesem herbstlichen Duft Flieder und Jasmin,  sie bringen Frische und unterstreichen das Feminine.
Maiglöckchen und Iris sind da und die Iris strahlt und harmonisiert sofort.
Rose und Ylang-Ylang geben dem Duft Sinnlichkeit und Entspannung gleichzeitig.
Labdanum,  das Harz der Zistrosen, sorgt lieblich nach Honig duftend für langen Halt.
Für mich runden Gewürznelke und Pfeffer diesen Duft vollendet ab.

Die Basisnote bilden Ambra und Moschus.
Ambra macht den Duft wieder erdig, warm, holzig und führt tief in den Garten und in den Duft hinein.
Moschus harmonisiert und belebt.
Dieser Duft gleitet nie ab und ist keinesfalls nur für den Abend geeignet.

Das Rauchige, Neblige bleibt mit herber, eleganter Linie erhalten und verliert dabei nie seine Weiblichkeit.

Kein alltäglicher Duft, sondern einer mit starkem Charakter,  den auch seine Trägerin haben sollte.

Er gibt mir mit seiner rauchigen Eleganz die Geborgenheit des herbstlichen Gartens und erinnert an ihn.

Noch nie hat ein Duft auf Anhieb so gut zu mir gepasst.

Zu jungen Frauen passt das Parfum eher weniger. Aber wer weiss…