Archiv der Kategorie: Suppen

Heißes für Kaltes oder Linsensuppe

Niemals gab es bei meiner Mutter zu Hause Linsensuppe. Obwohl ich diese sehr gerne esse, kann ich sie also auch nicht kochen. Habe ich Appetit darauf, bestelle ich mir welche beim Kantinenlieferdienst. Meist ist die auch lecker,aber irgendwie…

Na gut, dann frage ich eben mal ein paar freundliche Menschen, wie z.B. meinen Freund Arno und eine liebe Arbeitskollegin, und braue mir endlich mit 55 Jahren und deren Hinweisen meine erste eigene Linsensuppe.

Es braucht dafür für ca. 6 Personen:

Für die Brühe:

2 Kaßlerkottelets

2 Liter Wasser

2 Schalotten

2 Lorbeerblätter

Pfefferkörner

Für die Linsen:

500 g Linsen

1,5 Liter Wasser

Für die gesamte Suppe:

6 Kartoffeln

3 Möhren

6 Schalotten

2 TL Salz

Pfeffer aus der Mühle

1 EL Puderzucker

6 EL Weißweinessig

3 EL Olivenöl

2 Zitronen

Die Kaßlerkottelets setze ich in kaltem Wasser mit den Gewürzen an, lasse aufkochen und gare alles für 45 Minuten im Schnellkochtopf.

Die Linsen gebe ich in das Wasser und koche sie OHNE Salz in 45 Minuten auf kleinster Stufe gar.

In dieser Zeit schneide ich Kartoffeln, Möhren und Schalotten in kleine, gleichgroße Stückchen und röste diese in einem großen Topf in Olivenöl an.

Deckel drauf und gar ziehen lassen. Dann gebe ich die Linsen dazu.

Die Brühe habe ich inzwischen gesiebt und das so fein mürbe Fleisch in kleine Stücke geschnitten.

Auch das Fleisch gebe ich jetzt in den Topf und fülle mit der Brühe auf.

Jetzt erst würze ich mit den o.g. Zutaten, koche alles auf und lasse es wieder für 45 Minuten ziehen.

Jetzt ist meine duftende Linsensuppe fast fertig. Damit sich die Brühe mit den Linsen noch besser verbindet und die Suppe eine dicke Konsistenz bekommt, püriere ich sie. Gaaaanz kurz.

Das war’s auch schon.

Süß-säuerlich, mit ganz leichtem Rächergeschmack durch das Kaßler und seine Brühe, mit dem einzigartigen Linsengeschmack ist mir doch, dank der lieben Tipps, ein wunderbarer Eintopf gelungen.

Perfekterweise gehört hier frisch gehackte Petersilie darauf. Hab ich aber nicht.

Wer braucht schon perfekt, wenn er seine erste selbergemachte Linsensuppe genießt?

Feiertagssuppe mit Eierstich

Festtagsessen ohne Suppe… nicht mit mir.

Es muss für mich da auch kein allzugroßer Aufwand betrieben werden, für mich ist einfach gleich gut.

Da Festtagsessen üppig ausfallen, möchte ich eine leichte Suppe zur Vorspeise, ideal für mich dazu eine klassische klare Rinderbrühe mit Einlage.

Es braucht dafür für 6 Erwachsene:

Für die Brühe:

1 große Beinscheibe oder 2 kleinere

2 rote Zwiebeln

2 kleine Knoblauchzehen

Thymian

Lorbeerblatt

Salz/Pfeffer

so viel Wasser, dass die Beinscheibe(n) gut bedeckt sind

Ich will die Brühe haben, nicht das Fleisch ( aus dem mache ich einen Salat ), darum setze ich die Beinscheibe mit kaltem Wasser an und koche sie so lange auf kleiner Temperatur bis kein Schaum mehr auf der Brühe zu sehen ist. Durch ein mit Küchentuch ausgelegtes Sieb gieße ich sie ab und habe so eine klare Brühe. Die Zwiebel im Kochtopf vorher mit Schale anzurösten, bringt eine wundervolle, goldgelbe Farbe in meine Brühe.

Als Einlage nehme ich Eierstich, leicht ist er so zu machen.

Es braucht dafür:

6 Eier

Muskat/Salz

Die Eier aufschlagen und mit Salz und Muskatnuss würzen.

Es gibt feine Weckgläser mit Deckel, ich serviere Suppe gern in ihnen, hier erfüllen sie einen anderen Zweck sehr gut.

Die Eier hineingefüllt, Deckel drauf und im Wasserbad stocken lassen.

So kann ich alles auch schon einen Tag vorher zubereiten und nichts verdirbt.

Den Eierstich wirklich gut abkühlen lassen, dann lässt er sich hervorragend schneiden.

Wieder in ein sauberes Weckglas gegeben, lässt er sich in der Mikrobing leicht erwärmen und kann dann, dem der ihn mag, in die Suppe gegeben werden.

Ein paar grüne Erbsen, auch im Weckglas erwärmt und frische Petersilie geben grüne Farbe in die Suppe.

Einfach und gut.

Heißes für Kaltes oder Möhrensuppe mit Ingwer und Schinkenspeck

Der Frühwinter ist da – November – endlich kehrt Ruhe ein.

Für mich – Suppenzeit.

Um diese Jahreszeit habe ich immer selber gemachte Hühnerbrühe im Haus – schwups – egal was sonst noch da ist, immer ist so eine gute Suppe schnell gemacht.

Möhren habe ich da, Ingwer… also gibt es daraus eine Suppe.

In einer halben Stunde ist dieses leichte Abendessen für zwei Personen fertig.

Es braucht dafür:

500 ml Hühnerbrühe

500 g Möhren

Ingwer

Knoblauch

Schinkenspeck

Dill

1/4 Zitrone

20 ml Sahne

Fix die Möhren geschält, 2 Knoblauchzehen geteilt und wie die Möhren kleingeschnitten, der Ingwer ebenso. Alles rein in einen Topf, mit der Hühnerbrühe auffüllen und 20 Minuten weich köcheln lassen.

Alles danach pürieren und mit Zitrone und Sahne verfeinern.

Was in meiner Hühnerbrühe drin ist, weiß ich, Salz und Pfeffer brauche ich nicht mehr. Schärfe gibt der Ingwer, salzigen Geschmack der Schinkenspeck, den ich in einer Pfanne ausgelassen habe.

In der Farbe der letzten Herbstblätter leuchtet mir meine Suppe aus dem Topf entgegen und sanft zieht Ingwerduft durchs Haus.

So durch sich selbst sämige Suppen liebe ich, habe aber gern ein wenig Biss dazu. Diesen bringt mir der Schinkenspeck, den ich obenauf gebe. Einen Tippser Feinfrostdill dazu… gut.

Ihr glaubt nicht wie gut!

Hunger oder schnelle Küche oder ein Süppchen für mich allein

https://youtu.be/EPDy4NOSA1w

(Musik: Reinhard Lakomy, Heute bin ich allein)

Orrr. Ich habe Hunger. Nicht viel da im Haus, es war nicht geplant, dass ich heute zu Hause bin.Was mache ich jetzt? Essen gehen, Lieferdienst? Ach nee, findet sich schon was…Was? Na das!

300 ml Hühnerbrühe

1/3 des Inhaltes einer Packung Chinanudeln

Schnittlauch

Basilikum

Thymian

Petersilie

1 Schalotte

Ingwer

1 EiSchwuppdiwupp schneide ich das Schalottchen klein, röste es in Olivenöl an und reibe den Ingwer hinein.Mit der Hühnerbrühe fülle ich auf und gebe die Kräuter dazu.Thymian und Basilikum zerkleinere ich mit der Hand, damit sie nicht bitter werden, Schnittlauch und Petersilie hacke ich fein.In der Zwischenzeit habe ich die Chinanudeln in Salzwasser gegart, das alles dauert kaum 10 Minuten. Die Nudeln gebe ich in die Brühe, dann die Kräuter dazu. Hier muss nichts kochen, alles soll frisch und grün bleiben.Sanft lasse ich das Ei in die warme Suppe gleiten, gebe etwas Hitze dazu und pochiere das Ei so in der Suppe.Das ist so schnell gemacht wie zufrieden verspeist, ist frisch und grün, sättigt und macht froh auf köstlich leichte Art.

Heißes für Kaltes oder Champignonsuppe mit Hackfleischbällchen

https://youtu.be/6ZKAfj8arXo

(Musik: Schneeflöckchen,Weißröckchen)

Heute habe ich mir ja Schneeurlaub gegönnt. Ich darf also daheim sein, mich am Schnee erfreuen und meinem Hobby nachgehen – kochen.

Im Winter liebe ich Suppen. Sie wärmen tief von innen und es gibt unzählige Varianten davon. Gern denke ich mir neue dazu aus. Immer habe ich um diese Jahreszeit eine gute Hühnerbrühe dafür im Haus.

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2017/01/25/rumgeschnupfe-oder-huehnerbruehe/

Für meine Champignonsuppe mit Hackfleischbällchen braucht es:

Für die Hackfleischbällchen:

250g Hackfleisch (halb Schwein, halb Rind)

1 trockenes Brötchen

1 rote Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 Ei

1 TL Senf

Salz/Pfeffer

Die Zwiebeln röste ich kleingeschnitten in einer Pfanne an. Den Knoblauch habe ich grob gehackt, gebe etwas Meersalz dazu und drücke alles mit dem Messerrücken breit, dann röste ich auch ihn leicht an. Diese Mischung gebe ich dann zu allen anderen o.g.Zutaten und knete ordentlich durch. Kleine Kügelchen forme ich aus dem Teig und brate sie knusprig in Butterschmalz aus.

Damit nicht zu viel Fett in die Suppe kommt, lasse ich die Bällchen auf Küchentuch abkühlen.

Nun kann ich die Suppe bereiten. Es braucht dafür:

2 Dosen Champignons mit dem Sud

500 ml Hühnerbrühe

2EL Mehl

25g Butter

frischen Thymian

In die Pfanne, in der ich die Hackfleischbällchen gebraten habe, gebe ich den Sud der Champignons aus der Dose und koche kurz auf.

Butter zerlasse ich in einem Topf und bereite mit Mehl darin eine Mehlschwitze.

Diese lösche ich mit dem Bratansatz der Pfanne ab.

Dazu gebe ich soviel Hühnerbrühe, bis die Suppe die von mir gewünschte Konsistenz hat.

Die Champignons selbst schneide ich in Stücke von denen ich ein Viertel aufhebe.

Das andere Dreiviertel gebe ich in die Suppe und püriere alles. Mein Süppchen wird so cremig und bleibt weich. Zudem verstärkt das den Champignongeschmack in der Suppe.

In diese leicht angedickte Suppe gebe ich jetzt das Viertel der geschnittenen Champignonköpfe und die Hackfleischbällchen.

Ebenso gut wie ein Beefsteak (wie Frikadellen oder Buletten in Sachsen heißen) mit Champignons schmeckt, ist auch diese Suppe. Herzhaft und deftig.

Etwas Frisches brauche ich noch dazu. Ich liebe Kräuter. Thymian rundet hier den Geschmack perfekt ab und ist zudem gesund.

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/07/11/thymian-als-heilkraut-und-in-der-frischen-tomatensuppe/

Im eingeschneiten Kräuterbeet habe ich welchen. Tief verborgen unter Schnee grünt er, durch ihn geschützt.

Zwei Zweiglein hole ich mir davon und gebe sie zu meiner Wintersuppe.

Im Haus verbreitet sich ein aromatischer Duft aller Zutaten meiner Suppe. Einen Teller davon gönne ich mir gleich.

So gestärkt kann ich warmen Herzens und Bauches den Schnee, der immer weiter fällt, vom Fußweg schippen.

Den Rest verspeisen wir heute Abend gemeinsam. Aufgewärmt schmeckt fast jede Suppe nochmal so gut. Aber bitte daran denken…aufwärmen heißt warm machen, nicht aufkochen.

P.S.

Auch am Schnee schippen sollte man nicht die Last sehen. Lieber die Freude an den Bildern die er schenkt. Gehe ich in’s Haus zurück, steht unter dem Vordach geschützt meine Ketterrose und hat noch immer grüne Blätter. An ihren zu Hagebutten gewordenen Blüten sammeln sich Schneeflocken und gerinnen zu Eiszapfen.

Wunder über Wunder…

Schneeweißchen und Rosenrot oder bei diesem Wetter braucht man eine warme Suppe

Allen ist es bekannt – das Märchen von den zwei gleich guten und schönen Schwestern Schneeweißchen und Rosenrot.
Zum Symbol ihrer schwesterlichen Liebe stehen zwei Rosenbüsche vor der Hütte in der sie mit ihrer Mutter leben. Einer weiß, einer rosenrot – rosa also – denn für rosa steht in den vergangenen Zeiten das Wort rosenrot.
So sind es sicher auch keine Edelrosenbäumchen die da vor der Hütte wachsen,  sondern Wildrosen –  Hagebutten.
Was auch viel logischer ist, bedenkt man die Armut der Hütte und ihrer Bewohner. Die Hagebutten sind gleichzeitig wichtige Ergänzung des einfaches Mahles. Schönheit und Nützlichkeit vereint also, wie bei den beiden Schwestern Schönheit und Güte beieinander sind.
Zwei gleich gute und schöne Schwestern – das ist die Besonderheit in diesem Märchen.
Die anderen gleichgeschlechtlichen Geschwisterpaare haben einen mit gut und einen mit böse besetzten Part.
Am bekanntesten zu lesen in „Aschenputtel“, weniger bekannt, jedoch von märchenhafter Schönheit ist die Geschichte von „Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein“.
Bei ihren Ausflügen in den Wald begegnen Schneeweißchen und Rosenrot einem bösem Zwerg, der Tieren Schätze entreißen will und dabei in Gefahr gerät und dem sie trotz seiner Boshaftigkeit Hilfe leisten.
Von einem ihrer Streifzüge bringen sie gesammelte Pilze mit.
Gewiss hat ihnen ihre gütige Mutter daraus eine die Winterkälte vertreibende, wohlschmeckende Suppe bereitet, so wie ich es heute aus unseren gesammelten Pilzen tue.
Am Vorabend weiche ich dafür eine größere Menge getrockneter Pilze in kaltem Wasser ein.
Über Nacht ziehen diese im Wasser und geben ihm dunkle Farbe und intensiven Pilzgeschmack.
In einem größeren Topf lasse ich Butter zerlaufen und bereite durch hinzugeben von Mehl eine Mehlschwitze zu.

Das geschieht bei kleinster Temperatur damit nichts anbrennt.
Wenn die Butter und das Mehl sich cremig verbunden haben, gebe ich löffelweise,  zuerst in kleineren Mengen, dann mehr,  die Pilzbrühe hinzu.

Immer dabei mit dem Schneebesen weiter rühren, damit sich keine Klümpchen bilden.
Zum Schluss die eingeweichten Pilze mit dem restlichen Sud

hineingeben und aufkochen lassen.

Zum würzen verwende ich Salz,  Pfeffer und ein klein wenig Muskat. Auch ein ganz kleiner Schluck Sherry schmeckt in dieser Suppe prächtig.
Wenn dies alles drin ist, mixe ich mit dem Pürrierstab auf, die so zerkleinerten Pilze intensivieren den Geschmack der Suppe.

Eine cremige, nach Waldpilzen duftende und schmeckende Suppe ist entstanden, der ich mit dem Hinzugeben süßer Sahne den letzten, runden Geschmack gebe.

Die beiden Schwestern ließen im Winter einen Bären in ihre Hütte, dem sie den Schnee aus seinem Fell klopften.
„Schneeweißchen, Rosenrot, schlägst dir den Freier tot.“, brummte der Bär freundlich dazu.
Als er im Frühjahr wieder in die Wälder zog, riß sein Fell ein wenig und darunter, so schien es, schimmerte Gold.
Später treffen die Mädchen im Wald wieder auf den Zwerg, dessen Zauberkraft sie durch das Abschneiden seines Bartes besiegen und der Bär tötet schließlich den Zwerg.
Ist das Abschneiden der Barthaare ein Hinweis auf die biblische Geschichte von Samson, dem seine Geliebte Delila die Kraft raubte, indem sie ihm die Haare abschnitt?
Auch hier ist mit dem Abschneiden der Haare die Zauberkraft erloschen und der in einen Bären verwunschene Prinz erhält seine menschliche Gestalt zurück.
Er freit Schneeweißchen, sein Bruder Rosenrot und zu ihrer Hochzeit gab es meine vorzügliche Waldpilzsuppe.

Das Märchen ist aus, da rennt eine Maus.
Wer sie fängt darf sich aus ihrem Fell ein Pelzchen machen.
Das jedoch ist schon wieder ein anderes Märchen.

Fast aus der Dose oder Champignon-Sahne-Suppe

Wer wie ich in der DDR geboren wurde, weiss um den Wert einer Dose Champignons.

Frische Champignons gab es nicht zu kaufen. Aus dem Westen (ob sie das waren???) importierte Dosenchampignons gab es nur im „Delikat“. Das waren Läden, die für die Meisten zu unerschwinglichen Preisen, importierte Waren oder DDR eigene Spezialitäten verkauften. Eine Dose Champignons kostete in den 80er Jahren dort 6 Ostmark. Zum Vergleich, ich verdiente damals in Vollzeitbeschäftigung als Krankenschwester in der Poliklinik 480 Ostmark im Monat.

Mein Stiefvater war ein großzügiger Mensch. Immer hat er mir, mit seinem bescheidenem Einkommen, kleine Wünsche erfüllt. Auch immer noch besitze ich die beiden Bände Alice im Wunder- und im Spiegelland, die er mir kaufte, ein Buch hat in den 70er Jahren 12 Ostmark gekostet und er hat sie mir „nebenbei“ geschenkt. Selbst ging er gern mit uns auf den Rummel. Die dort vorhandenen Losbuden waren sein und mein liebstes Ziel. Losglück hatte und habe ich noch nie gehabt. Dennoch fand ich es ungeheuer spannend, ein oder zwei Lose kaufen zu dürfen. Wenn ich mich recht erinnere, lag der Preis für ein Los bei 25 Pfennigen. Für eine Alu-DDR-Mark konnte man also 4 Lose erwerben. Ich bekam meistens 50 Pfennige und war mit meinen 2 Losen zufrieden, eine Kleinigkeit gewann ich gelegentlich. Ein einziges Mal zog ich einen der Hauptgewinne, einen großen Teddybären. Glücklich wie selten lief ich damit zu meinem Stiefvater. Der sonst so großzügige Mann hat mir nicht gestattet, den Teddy zu behalten. Ich musste ihn gegen einen anderen Hauptgewinn, eine Dose Champignons, eintauschen. Ich habe so geweint. 

Mein Stiefvater, der im 2.Weltkrieg in Rußland schwer verletzt worden war, war kein böser Mensch, nur hart geworden. Die Kriegs- und damit verbundenen Hungerjahre haben ihn, wie viele seiner Zeitgenossen, geprägt. 

Meine Tränen müssen ihn berührt haben, nicht jedoch mich verstehend. Ich durfte die Dose Champignons umtauschen. Nicht in den ersehnten und eigentlich von mir gewonnenen Teddy, sondern in eine Dose Himbeeren (diese hatten damals den selben Wert wie eine Dose Champignons, in eben diesen Delikatläden gekauft.) Als es die Himbeeren Sonntag’s zum Nachtisch für alle gab, fragte er mich…“ nun bist du aber froh, dass du die Himbeeren und nicht den Teddy hast!?“ Seit dieser Zeit mag ich kein Himbeerkompott.

Nun aber zu meiner Suppe.

Draußen novembert und stürmt es heftig. Mir ist nach einer warmen Suppe, ich habe aber gerade nicht viel dafür im Haus. Macht nix, ich hab Fantasie und zwei Dosen Champignons. Mache ich daraus also unsere warme Abendsuppe. Es braucht nicht viel mehr dazu als:

2 Dosen Champignons und deren Sud

200ml Schlagsahne

100g Butter

frischen Thymian

1 Schalotte

Salz und Pfeffer

Zu Beginn meines Kochspieles glaubte ich noch die Suppe andicken zu müssen, erst dachte ich dies mit Vollkornmehl, dann mit Kartoffelstärke zu tun, im Nachhinein brauchte ich nichts von beiden, auf den Fotos sind sie jedoch zu sehen.

Schnell und einfach ist die Suppe selbst gemacht.

In Butter schwitze ich die Schalotte an.

Ebenfalls ich Butter brate ich, ohne jedes Gewürz, die größten der in Scheiben geschnittenen Champignons, bis die Butter braun geworden und die Pilze kross gebraten sind. Diese stelle ich zum Abkühlen beiseite.

Den Großteil der Champignons schneide ich klein 

und gebe sie zu der Schalotte, 

mit dem Absud der Pilze fülle ich auf 

und gare alles bei geschlossenem Deckel für 10 Minuten. Jetzt habe ich Salz und Pfeffer dazu gegeben.

Dannach püriere ich und stelle dabei fest, dass ein Andicken der Suppe nicht nötig sein wird.

Mit 200ml Sahne bringe ich meine Suppe auf eine sämige Konsistenz und schmecke nochmal mit Salz und Pfeffer ab. Das schmeckt richtig gut. Intensiv nach Champignons, mild durch die Sahne.

In meine fast Dosen – Suppe gebe ich die krossen Champignonsstückchen und die braune Butter vom Braten.

Frischen Thymian zupfe ich hinein, er macht mein Dosensüppchen duftig-aromatisch.

Das ist so ein leckeres Süppchen geworden, dass es trübe Novembertage und traurige Erinnerungen wett macht. Die gebratenen Pilzscheiben geben Biss und das gehaltvolle Ganze sättigt so gut, dass man vorm Kamin einschläft.
November eben.

Vegetarisch ist meine Dosensuppe auch, wobei…bei Pilzen streiten sich ja so manche Geister.

Diätkost oder Blumenkohlsuppe

Blumenkohl ist brennstoffarm. 100 g enthalten ca.25 Kalorien. Sein Wasseranteil und der hohe Anteil an Biostoffen macht ihn zu einem der gesündesten Gemüse. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Folsäure, einem B-Vitamin, welches im Stoffwechsel eng mit Vitamin B12 zusammenwirkt und für Zellwachstum und Blutbildung unerlässlich ist. Seine heilsame Wirkung auf die Dickdarmschleimhäute ist die beste Vorbeugung gegen Darmkrebs, speziell bei Männern. Das in ihm enthaltene Vitamin B5 unterstützt den Körper bei der Herstellung von Kortisol. Aus diesem Stoff baut der Organismus Kortison, welches wichtig ist bei der Hemmung von Entzündungen. Vitamin B5 ist stark säureempfindlich, deswegen sollten Essig und Zitrone bei der Zubereitung von Blumenkohl vermieden werden. Das Gemüse ist für Schonkost geeignet.

Das ist genau das Richtige für mich, nachdem ich des Norovirus wegen drei Tage nichts essen konnte, weil es sowieso nicht drin blieb. Ich mache die Suppe ohne Schnickschnack. Es braucht nicht viel dafür:

1 Blumenkohl

Wasser

Salz/ Pfeffer

Muskatnuss

Die Röschen wasche ich

und setze sie mit Wasser, Salz und Pfeffer und geriebener Muskatnuss auf.

Die aromatische Muskatnuss würzt nicht nur gut, sie nimmt auch den etwas dumpfen Blumenkohlgeruch. Nach reichlich 30 Minuten ist er gar. Ich nehme die Röschen aus dem Sud und püriere sie. Mein neuer Pürierstab macht das sehr fein.

In das Mus gebe ich einen kleinen Stich Butter und fülle solange mit der Brühe auf, bis meine Suppe die gewünschte Konsistenz hat.

Reste eignen sich sehr gut zum Weiterverwenden als Gemüsebrühe.

Das Süppchen schmeckt lauwarm am Besten und ist so gut verdaulich, mit Petersilie bestreut sieht es auch hübsch aus und es hat mir sehr gut getan als erstes Essen nach dem unfreiwilligem Fasten. Leider aß ich danach einen Vanillepudding, er brachte mir wieder längeren Aufenthalt im Bad 

Wintergemüse im Frühlingssüppchen oder Petersilienwurzelsuppe

Petersilienwurzel – Kaiser Karl der Große hat vor rund 1300 Jahren ihren Anbau per Dekret befohlen haben, mit gutem Grund. In ihr stecken reichlich wertvolle Inhaltsstoffe. Neben B-Vitaminen, Eiweiß, Kalzium und Eisen glänzen die gelblich-weißen bis hellbraunen Wurzeln vor allem durch einen hohen Gehalt an Folsäure und Vitamin E (rund 40 %). Ihr intensiv würziges Aroma stammt von ätherischen Ölen, die das Gemüse besonders leicht verdaulich machen. Und Schlankmacher sind es auch noch, ideal also für eine Frühlingsdiät oder überhaupt zur gesunden Ernährung.

Für meine Suppe braucht es:

1Topf Petersilie

3 Petersilienwurzeln

1 rote Zwiebel

3 Knoblauchzehen

2 El Olivenöl

600ml Hühnerbrühe

https://www.google.de/amp/s/teil2einfachesleben.wordpress.com/2017/01/25/rumgeschnupfe-oder-huehnerbruehe/amp/

100ml Sahne

1 Spritzer Weißwein

1/2 Zitrone

1/2 EL Zucker

Salz/Pfeffer

1EL Kartoffelstärke

Schnell und einfach ist die Zubereitung. Zwiebeln und Knoblauch schneide ich klein und schwitze sie in Olivenöl an. Die Petersilienwurzel schäle ich und zerteile sie in kleine Stücke,

die ebenfalls angeröstet werden. Mit Weißwein lösche ich ab und reduziere ihn wieder. Zucker und Zitrone gebe ich dazu und dann die Hühnerbrühe und die Sahne.

Bei geschlossenem Deckel muss alles 20 Minuten leise vor sich hinköcheln. Den Topf nehme ich dann vom Herd und gebe einen Großteil der kleingehackten Petersilie dazu, bevor ich die Suppe püriere. Dannach bitte nicht mehr aufkochen lassen.

Mir wäre die Suppe auch so recht, mein Mann mag sie lieber angedickt, was ich mit einem Eßlöffel Kartoffelmehl tue. Mit der restlichen Petersilie garniere ich dieses schmackhafte Süppchen.

Allerletztes Heißes für Kaltes, hoffentlich oder Steinpilzsuppe

Ich spare mir den Aprilspruch, kennt ihr sowieso. Mir ist kalt, ich brauche eine Suppe. Da bald Mai ist und die Steinpilze in meiner Gegend seit Jahren in diesem Monat die Besten sind, schröpfe ich meine Steinpilzvorräte und koche eine feine Suppe daraus. 

Es braucht dafür:

1große Hand voll Steinpilze

600ml Wasser

400ml Hühnerbrühe

100 ml Sahne

20g Butter

1 EL Kartoffelstärke

1/2 Zitrone

Salz/ Pfeffer

saure Sahne

Schnittlauch

Die Steinpilze weiche ich in Wasser ein und lasse sie mindestens 6 Stunden ziehen. Mit Butter bereite ich eine Mehlschwitze, dabei nehme ich zum Abbinden statt Mehl Kartoffelmehl, dieses hat keinen Eigengeschmack und bindet meiner Meinung nach sämiger.

Die Mehlschwitze nur bei geringer Hitze zubereiten, damit nichts anbrennt.

Mit der Pilzbrühe lösche ich ab und gebe die Pilze dazu.

Dann gebe ich soviel Hühnerbrühe dazu, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat. Mit Salz, Pfeffer und Zitrone schmecke ich ab.

Ein kleiner Schuss Sahne tut der Suppe gut, also gebe ich ihn hinein und lasse alles bei geschlossenem Deckel 20 Minuten vor sich hin köcheln.

Dem Geschmack tut es gut, wenn die Suppe vor dem Pürieren in Ruhe abkühlen kann.

Schaumig aufgeschlagen schmeckt sie mir am Besten. Vor dem Servieren erwärme ich sie nochmal kurz und streue frischen Schnittlauch darauf, ein Klecks sauerer Sahne darauf und fertig.

So gern ich diese Suppe mag, ein Frühlingssüppchen wäre mir lieber. Wenigstens ist der Schnittlauch schön grün.