Monatsarchiv: Dezember 2015

Das Lied zum Tag

A groovy Kind of Love

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Zwischen den Jahren

Je älter ich werde, umso schneller fließt die Zeit.
Das Älterwerden an sich bereitet mir wenig Probleme, es ist ja auch noch kein Altwerden, das macht es wohl leichter.
Dankbar bin ich dafür, dass mir die grauen Haare keine Last sind und auch die Fältchen nicht. Nicht die im Gesicht und nicht die am Bauch.
Ruhiger fließen auch die Gedanken, denen überlegtes Handeln folgt.
Es war ein langer Weg dahin.
Ich habe mein Leben, meine Familie, meine Freunde und nicht zuletzt mich so angenommen, wie wir sind.
Nicht fehlerfrei, aber gewillt zu lernen.
Nicht vergessend, aber verzeihend.
Eins in uns selbst, einig mit anderen, weil wir Meinungen achten, wenn auch nicht immer teilen.
Mein Mann hat beruflich ein hartes Jahr hinter sich. Dass er mich als festen Punkt in seinem Leben sieht, tut mir wohl.
Alles was in meiner Kraft steht um ihn zu unterstützen, tue ich.
Er weiß das.
Manchmal muß ich ihn trotzdem um Einhalt bitten. Auch ich brauche Kraft. Ich bin der ruhende Kern in unserer Familie für ihn. Um das bleiben können, brauche ich Freiräume.
Einer davon ist mein Blog. Ich liebe und pflege ihn und den Kontakt, den er mir, die ich zu gern zu Hause bleibe, ermöglicht.
In diesem Jahr sind wir vor wirklich schweren Schicksalsschlägen verschont geblieben.
Wir sind eine starke Familie, die es schafft mit Krankheiten und beruflichen Sorgen gelassen und zielorientiert umzugehen. Unserer innerer Zusammenhalt trägt jeden einzelnen von uns.
Zeit also gemeinsam das Fest der Familie schlechthin – Weihnachten – zu feiern.
Wir setzen uns nicht an den festlich gedeckten Tisch, ohne in meine Heimatstadt – die auch die meines Mannes ist – zu fahren.
Immer singen wir in der Kirche von Oederan, zu den Klängen einer Silbermannorgel Weihnachtslieder, auch wenn wir keine gläubigen Christen sind.

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Dieses Weihnachten ist sie bis auf den letzten Platz gefüllt. In den Wirren unserer Zeit suchen die Menschen einen festen, sicheren Ort.
Meine Schaukelinhaberin kennt schon viele Lieder, dabei ist sie noch keine drei Jahre alt.
Auf den alten Schallplatten, die wir bei meiner Frau Mutter hören, ist nach „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ ihr liebstes Weihnachtslied…“Oh du fröhliche, oh du seelige, gnadebringende Weihnachtszeit…“.
In der Christvesper, die wir gemeinsam besuchen, ist es das letzte Lied.
Eine Stunde muss das kleine Mädchen also warten, bis ihr Lieblingslied kommt.
Als es bald soweit ist, flüstere ich ihr das ins Ohr, was sie zu einem jubelnden Aufschrei „Oh du Fröhliche“ bringt.
In die Stille der Kirche nach dem Segen klingt dieser Kindermund wie ein Lachen, das die Spannung löst und von allen Seiten erwiedert wird.

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Meinen Glauben an den Weihnachtsmann, der vor Jahren verloren schien, habe ich längst wiedergefunden.

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Das ist mein persönliches Dreigestirn.
Ich bin also mit dem Weihnachtsmann verwandt. Ha!
Alle drei verdanken ihr Leben auch mir. Erweiterung ist gewünscht und geplant.
Nie fühle ich mich lebendiger als in ihrer Nähe.
Um die Küchenschlachten zu begrenzen, brutzelt mein Gärtnergatte den Festtagsbraten in der Sommerküche, was bei den frühlingshaften Temperaturen ein Aufräumarbeiten sparender Spaß ist.

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Das Essen schmeckt uns allen herrlich. Meine Mutter, meine Tochter und ich schaffen es sogar noch, den gesamten Nachtisch zu verputzen.

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Meine Mutter ist ein weiteres, tiefes Gefühl in meinem Leben.
Sie kann ihre weit verzweigte Familie selten nur noch an einen gemeinsamen Tisch bringen, obwohl das ihr innigster Wunsch ist.
Ihrer Einladung zu einem Essen im vorzüglichen Gasthaus eines Freundes meines Mannes folgen wir gern.

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So kann auch ich still sitzend einfach nur genießen. Am Meisten natürlich beim Dessert, zu dem ich mir einen Himbeergeist gönne.
Ich schaue aus dem fein geschmückten Fenster…

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der Schnee fehlt.
Im Vorerzgebirge wohnend, weiß ich um die Sorgen, die der hier ansässigen, auf Wintersport ausgerichteten Wirtschaft daraus entsehen werden.
“ Ihr werdet ernten, was ihr sät. “
Zurück zu Fröhlicherem.
Meine Frau Mutter hat schon für einige Blogger gestrickt. Ihretwegen habe ich bei Betty
http://wp.me/p5Xbx3-8I
mitgemacht und ein Bloggergeschenk für Mütter gewonnen, über das sie sich sehr freut.

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Meine Familie ist durch die meines Schwiegersohnes stark gewachsen.
Wie in den Zeiten meiner Kindheit füllt die anwesende Kinderschaar einen eigenen Tisch.

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Bevor meine Tochter, meine Enkeltochter und mein Schwiegersohn über Silvester an die Ostsee fahren, treffen wir uns am zweiten Weihnachtstag in ihrem Haushalt.

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Was für ein buntes Treiben und Kinderlachen.
Nochmal schlemmen wir.
In den freien Tagen die zwischen Weihnachten und Neujahr liegen ist Zeit für viele schöne Dinge.
Ich kann in neuen Büchern lesen. Ein Buch über Kräuter ist dabei, es wird also auch im nächsten Jahr Kräuterartikel geben.
Da ich endlich gelernt habe, meine Fotos zu minimieren, ist noch für eine Weile Platz im Blog und ein Umzug hat Zeit.
Im nahen Wald finde ich Ruhe.

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Ebendiese und ein erfülltes neues Jahr wünsche ich allen Freunden, Bloggern und Lesern.
Lasst es Silvester ordentlich krachen oder feiert still oder gar nicht, ganz nach eigenem Wunsch.
Bei mir knallen statt Böller Blüten.

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Wir lesen uns 2016 wieder.

Das Letzte vom Tag

Wie konnte ich nur?
Am 29.12. einkaufen gehen, vergessend, dass an diesem Tag der Verkauf der Silvesterböller beginnt.
Ich kaufe nur das, was ich verbrauchen kann. Lebensmittel werfe ich nicht weg, ich esse sie, restlos.
Also muss ich einkaufen gehen.
Die überfüllten Parkplätze lassen mich Schlimmes ahnen.
Und so wird es.
Die Massen drängen sich, um Feuerwerk aus den sich schnell leerenden Regalen zu besorgen.
Einzig das Leuchten in den Augen der mitgeschleppten Kinder stimmt mich versöhnlich.
Wobei ihrer blassen Haut ein Spaziergang an der frischen Luft sicher wohler getan hätte. Das für Böller ausgegebene Geld würde bestimmt reichen, einen Schwimmbadbesuch zu ermöglichen und den Zappelphilippen ein Austoben im Wasser schenken.
Froh bin ich, meine Schaukelinhaberin mit ihren Eltern an der gesunden Luft der Ostsee zu wissen.

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Raus aus den Kaufhallen muss ich, heim in meinen ruhigen Garten.
Nichts ist mit Ruhe.
Schrieb man früher seinem Anwalt eine Weihnachtskarte, ruft man ihn heutzutage an, um sich nochmals zu versichern, dass auch alles so geht, wie gewünscht.
Gern an Sonn- Feier oder Urlaubstagen, gern um 12.00 Uhr. Da kann man sich wenigstens sicher sein, ihn zu erreichen.
Für die Ruhe und Geduld mit der mein Mann hundertmal gestellte Fragen zum 101. Mal beantwortet, liebe und bewundere ich ihn.
Mir bleibt also Zeit, die ich damit fülle, den Weihnachtszauber in Kisten und Kästen zu beräumen.
Einzig der Baum und die Sterne werden bis zum 6.Januar bleiben. Das ist mein Zugeständis an alte Traditionen.
Der Adventsstrauß muss weichen, bevor seine Nadeln in meinem Frühstückstee landen und macht einer leuchtenden Amaryllis Platz.
Sie bringt mir Hoffnung auf die fehlenden Blüten draußen im schlafenden Garten.

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Das Lied zum Tag

Reichtum der Welt (leider mit Werbung)

Groß ist der Reichtum der Welt heute noch
und unsre Erde bleibt unser Stern.

Wenn auch die Menschheit heut schon 
nach andern Sternen greift, 
bleibt die Erde der eine Stern, 
wo alles wächst und reift.

Gibt es den Reichtum der Welt morgen noch, 
oder ist vieles davon schon hin?

Die Luft, die uns leben läßt, 
hüllt den Erdball ein. 
Soll für alle, die nach uns kommen, 
sie schon vergiftet sein?

Gibt es den Reichtum der Welt morgen noch, 
oder ist vieles davon schon hin?

Das Land und auch die Ozeane 
können sich nicht wehrn. 
Ihre Schätze sollen Späteren 
wie auch uns gehörn – eh.

Gehört der Reichtum der Welt allen schon, 
oder bleibt vielen nicht viel versagt? 
Mm, mmh

Da der obige Link scheinbar schwer zu öffnen ist, kommt noch eine Coverversion, die an das Original allerdings nicht heranreicht.

Sehnsüchtiges oder Waldmeister und der Tee daraus

In den freien Tagen zwischen den Jahren habe ich Zeit und schaue mir Bilder vom Sommergarten an.
Die Sehnsucht nach den Blüten ist plötzlich groß.
Neben den Hortensien, die nur als dürre Stengel dahin schlafen, ruht auch der Waldmeister.

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Er ist ein Geschenk von Bloggerfreunden. Lange hat er mir im Garten gefehlt.

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Aus seiner Schale, in der er über den Sommer prächtig wuchs, ist er an einen festen, für ihn geeigneten Standort umgezogen. Da er kalkhaltige Böden liebt, werde ich ihn im Frühjahr etwas Kalk zukommen lassen und hoffe, dass er dies mit kleinen, weißen Blüten dankt.
Seit dem 16.Jahrhundert ist eine Bowle aus ihm das Getränk des Frühjahrs.
Dazu den Waldmeister über Nacht welken lassen, damit er sein Aroma entfalten kann. Für 20 Minuten (nicht länger) in leicht gezuckerten Weißwein legen und den Ansatz kalt stellen. Ein paar Orangenscheiben sind eine harmonische Ergänzung. Kurz vor dem Servieren kommt noch etwas Sekt dazu und fertig ist ein Getränk, dass dem Volksmund nach eine Frühjahrskur für‘ s wintermüde Herz ist.
Das kommt vom im Waldmeister mit bis zu 1% enthaltenen Cumarin.
In hohen Dosen verursacht Cumarin Kopfschmerzen.
Wie immer bestimmt auch hier das richtige Maß über den Nutzen.
Asperulin, Gerb- und Bitterstoffe geben dem Waldmeister weiterhin seine wohltuende Wirkung.
Sein feines Aroma entfaltet er beim Rebeln in allen seinen Teilen und alle Teile können deswegen von ihm für Tee verwendet werden.
Getrocknet dufte er mit unnachamlich feinem Aroma.
Da der Cumeringehalt mit der Blüte steigt, sammle ich für Tee bevor der Waldmeister blüht.
Beste Zeit dafür ist von Mai bis Juni.
Möglichst rasch muss die Pflanze im Schatten an einem gut gelüfteten Ort getrocknet werden, dabei ist darauf zu achten, das sich keine braunen Verfärbungen bilden.
Sollten doch welche auftreten, kommen sie nicht mit in die dunkle, geschlossene Dose, in der ich den Tee aufbewahre.
Auch während der Blüte geernte Stengel finden Verwendung.
Dann in Duftsäckchen für den Kleiderschrank, die nicht nur die Wäsche frisch, sondern auch Motten fern halten.

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Medizinisch ist Waldmeister bei vielerlei Beschwerden hilfreich.
So ist die getrocknete Pflanze ein natürlicher Schlaftrunk, lindert Migräne und Menstruationsbeschwerden sowie Gallen- und Leberleiden, wirkt harntreibend und hilft durch seine den Geist anregende Wirkung bei leichten, depressiven Verstimmungen.
Äußerlich angewendet als Umschlag bringt Waldmeister wohltuende Linderung von eitrigen Wunden und heilt Geschwüre ab.
Das in ihm enthaltene Cumarin vermindert die Blutgerinnung, beinträchtigt jedoch die Wundschließung. Ist die eitrige Entzündung also abgeklungen, sollten keine Waldmeisterumschläge mehr angewandt werden, damit die Wunde sich gut schließen kann.

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Voller Heilkraft ist auch der Tee aus der duftenden Pflanze.
Er lindert Durchblutungsstörungen und Schlaflosigkeit, dient der Blutreinigung, hilft gegen unregelmäßigen Herzschlag und bei Magenschmerzen sowie Leberleiden.
Dafür ist seine richtige Zubereitung wichtig.
Bei Schlaflosigkeit ist ein Kaltansatz die richtige Hilfe.
Dazu nehme ich zwei Teelöffel des Krautes, hier darf es auch schon geblüht haben, im Kaltansatz lösen sich die Stoffe des Cumarin schwer.
Acht Stunden wird es in eine Tasse kalten Wassers gelegt und dann abgesiebt getrunken. Mehr als ein bis zwei Tassen tgl. davon sollten es nicht sein.
Alle anderen aufgezählten Krankheiten werden gelindert, indem ich einen Teelöffel vom nichtblühenden, getrocknetem Waldmeister mit einer Tasse heißem Wasser aufgieße, fünf Minuten ziehen lasse und dann voller Genuß und Glauben an seine Wirkung trinke.
Mein liebster Genuß von Waldmeister ist nicht im Eis und auch nicht in einer Götterspeise, sondern als Sirup, den ich mir in einer „Berliner Weisse“ gelegentlich gönne.

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Prosit.
Auf den Frühling, der mir den erwachenden Garten bringen wird.

Das Lied zum Tag

Das ich eine Schneeflocke wär…

Blütenzarte Crème brûlée oder Vanille

Meine Eisleidenschaft hat mich zum simmern gebracht und das Simmern zu den verschiedenen Crèmes.
Als große Liebhaberin von Dessert wird es höchste Zeit für eine besonders köstliche – für Crème brûlée.
Deren Zubereitung ist einfach, wenn man simmern bzw. zur Rose abziehen beherrscht.
In meinem Beitrag über Vanilleeis habe ich das erklärt, wer nachschauen will, kann das unter dem folgenden Link tun.
https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/08/03/eisiges/

Für meine Crème brûlée ( 6 Personen ) brauche ich:

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250 ml Sahne
250 ml Milch
2 ganze Eier
3 Eigelb
100 g Zucker
braunen Rohrzucker zum Kandieren und
Vanille

Die Vanille ist viel mehr als ein aromatisches Gewürz.
Sie wächst als Frucht aus duftenden, weißgoldenen Orchideenblüten, inmitten tropischer Wälder die in der beständigen Wärme immergrün sind.

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(Foto zur Verbreitung zugelassen)

Kein Wunder, dass sie für Intensität und Harmonie steht.
Frische Vanille ist geschmacklos. Erst wenn sie mit Hilfe von Wärme und Fermentationsprozessen durch enzymatische Reaktionen ihre Aromastoffe freigesetzt hat, gewinnt sie für uns Bedeutung.
Vanille besteht aus ca.200 Einzelsubstanzen, nie kommt eine künstlich hergestellte Kopie auch nur annähernd an das Original heran.

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Es lohnt sich, die schwarzen, duftenden Schoten zu kaufen, die es bis in’s 19. Jahrhundert hinein nur in der Apotheke gab. Als Aufguss, Abkochung, Tinktur oder in Pulverform wurde sie zur Linderung verschiedener Leiden eingesetzt.
Sanft, aber spürbar ist ihre wohltuende Wirkung auf unseren Körper, Vanille kräftigt ihn im Allgemeinen.
Ihrer belebenden Wirkung wegen gilt sie als Aphrodisiakum.
In vielen Parfumen ist Vanille darum zu finden, damit greifen deren Hersteller auf einen den Indianerfrauen des alten Mexicos längst bekannten Verführungstrick zurück.

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Diese rieben ihren gesamten Körper mit Vanille ein, wenn sie dem anderen Geschlecht besonders attraktiv erscheinen wollten.
Vanille kann noch viel mehr. So regt sie die Bildung des Gallensaftes an und fördert damit die Verdauung.
Die stärkste Heilwirkung zeigt das duftende Wunder bei Pilzbefall. Ihre pilztötenden und entzündungshemmenden Eigenschaften lindern Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Ekzeme. Und nichts ist lusterregender als eine gesunde, gepflegte Haut.
Schwangere, die in den ersten Monaten unter Erbrechen leiden, soll Vanille helfen können.
Immer ist sie ein Mittel zur Beruhigung gestreßter Nerven, allein der einzigartige, aromatische Duft bringt ein Gefühl von Ruhe und Entspannung.

Ganz gelöst kann ich mich nach dem Auskratzen der Schoten also an die Zubereitung meines Dessert machen und bin hingerissen von dem Duft der mich dabei umgibt.

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Die Eier und Eigelbe schlage ich mit dem Zucker schaumig.

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Je schaumiger diese Basis, umso luftiger die Crème.
Die Milch mit der Sahne, dem Vanillemark und der Vanilleschote im Simmertopf erwärmen.

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Langsam die warme Milch-Sahne-Vanille-Mischung unter das Eizuckergemisch geben und dann simmern, bis zur Rose abgezogen werden kann.

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In vorbereitete Gläschen oder Schalen füllen. Dafür benutze ich gern kleine Weck-Gläser, deren Deckel verhindert ein Austrocknen der Crème beim Abkühlen.

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Unter meinem Fingernagel befindet sich kein Schmutz, sondern duftende Vanille. Ich streichle den Gärtnergatten, um die Wirkung zu probieren…funktioniert, er strahlt. Vielleicht auch, weil er sich auf den Nachtisch freut.
Liebe geht (auch) durch den Magen!

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Im Wasserbad wird die Crème brûlée nun 40 Minuten bei 130 – 140 Grad Umluft gestockt.

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Fertig. Deckel drauf und für mindestens vier Stunden, besser über Nacht, kühl stellen.
Vor dem Servieren kommt der braune Rohrzucker auf die gesamte Oberfläche und wird karamelisiert.

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Eine kühle Crème brûlée mit einer heißen, knusprigen Kruste ist ein Festagsschmaus.

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Fein verbinden sich die Aromen, aus denen die Vanille klar hervorsticht.
Duftig locker ist sie, mit zuckersüßem Biß.

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Eins noch.
Die in der Milch gekochten Schoten sind immer noch voller Aroma, darum verwende ich sie weiter.
Gewaschen und getrocknet lege ich sie in Zucker.

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Nach zwei Wochen hat er sich in feinduftenden, aromatisierten Vanillezucker verwandelt.

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Das Lied zum Tag

Am Strande

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Sonntagsmärchen

Märchen – zauberhafte Geschichten und Erzählungen mit tieferem Sinn.
Mir nach wie vor Lieblingslektüre und Mußestunde in einem.

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Die Sterntaler

Ein Märchen der Brüder Grimm

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.

Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: „Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.“ Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne dir’s,“ und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: „Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben,“ und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.

Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich.

Erinnerungen – Weihnachten

Kalt war die Luft im Schlafzimmer meiner Mutter. Die altmodische Doppeltür zum Balkon war immer einen Spalt geöffnet.
Auf dem die gesamte Wandseite einnehmenden Kleiderschrank lagen schon lange vor Weihnachten durch Glück und langes anstehen ergatterte Apfelsinen und rote Weihnachtsäpfel, deren süßer Duft den Raum erfüllte. Vorweihnachtliches naschen davon war wegen der Schwere der Beschaffung nicht erlaubt und so waren sie eine ganz besondere Weihnachtsfreude.
Mangel lehrt den Wert der Dinge.
Am Tag vor Heilig Abend wurden sie auf mit Weihnachtsmotiven bedruckte Pappteller verteilt. Nüsse kamen dazu und Pfefferkuchen, ein Schokoladenweihnachtsmann saß in der Mitte.
In den Schränken, zwischen Bettwäsche und Handtüchern lagen die Weihnachtsgeschenke. Meine Schwester und ich wussten das. Trotz des strengen Verbotes unserer Mutter haben wir heimlich gestöbert, unsere Mutter merkte das natürlich und wir haben uns einigen Ärger deswegen eingehandelt.
Am Morgen des Heilig Abends und nicht früher wurde der Weihnachtsbaum geschmückt.
Das war das Reich meiner Schwester. Die silbernen Glaskugeln verteilte sie genau nach Größe und ebenmäßig auf dem nicht immer schönen Baum. In manchen Haushalten wurden sogar Löcher in das dünne Baumstämmchen gesägt und Extraäste eingesetzt. Bis der Baum einigermaßen gerade im Ständer stand, war schon ein gutes Stück des Morgens verstrichen.
Hingen alle Kugeln, kam das Lametta an die Reihe. Schon am Weihnachtsbaum konnte man erkennen, ob Westverwandschaft vorhanden war oder nicht. Mit Westverwandschaft hingen Bleisilberfäden am Bäumchen, die sorgfältig nach Weihnachten wieder abgenommen, glatt gestrichen und für’s nächste Jahr aufbewahrt wurden. Ohne Westverwandschaft, wie bei uns, taten es Silberfäden aus Foliepapier. Wunderbar geglitzert haben sie für meine Kinderaugen.
Und erst der jährliche Zirkus mit der Lichterkette!
War eine der einzelnen Kerzen kaputt, leuchtete die ganze Kette nicht. Ersatzkerzen waren rar wie die Ketten selber und so wurde ich in die Stadt geschickt, um im Elektroladen das fehlende Stück zu besorgen. Wer kann am Weihnachtstag einem kleinen Mädchen schon seine Weihnachtsfreude verderben und so brachte ich meine Beute stolz heim und endlich…der Baum strahlte und wir mit ihm.
Mittags gab es aus Gänseklein gekochte Brühe mit Reis, die ich sehr mochte, wären da nicht diese fürchterlichen Gänseinnereinen dabei gewesen. Gänsemagen…nie werde ich das mögen, was mir wieder Ärger mit meiner Mutter einhandelte. Der Kriegsgeneration angehörend war ihre Devise:  „was auf den Tisch kommt, wird gegessen“.
Am Nachmittag des 24.Dezembers kamen in jedem Jahr meine Großeltern.
Konnte ich es bis dahin schon kaum aushalten, jetzt wurde die Aufregung noch größer.
Und das Warten auf den Weihnachtsmann.
In jenen Jahren waren viele Weihnachtsmänner unterwegs. Aus dem Fenster schauend hoffte ich immer, dieser – gerade vorübergehende – nun käme endlich zu unserem Haus.
Zwischendrin schaute ich Kinderfernsehen, das in der DDR wirklich großartig war.
Wunderbare Sendungen gab es da.
Pittiplatsch der Liebe, ein kleiner, frecher Kobold aus dem Märchenland reiste zu Weihnachten zu seiner Großmutter ins Kaffeekannenhaus. Die liebevoll gestalteten Kulissen und die lustigen Abenteuer der Puppen waren Unterhaltung, die Kindern und Erwachsenen in ihren Bann zogen. Noch heute muss ich, wenn ich verschneite Kiefern sehe, an die Bäume im Märchenland denken.
Und immer dabei der Blick aus dem Fenster, ob denn nun endlich der Weihnachtsmann käme.
Als das erste Mal keiner von den rotgekleideten Männern bei mir klingelte, habe ich Rotz und Wasser geheult. Damals muss ich ungefähr acht oder neun Jahre alt gewesen sein.
Mit dem Kopf an die Tür der Speisekammer in unserer Küche gelehnt, war ich mit nichts zu beruhigen.
Meine Mutter wurde ärgerlich und mein Großvater flüsterte mir zu :“ich spiele dir den Weihnachtsmann“.
Was sollte das geben?
Den Weihnachtsmann spielen?
Ja, gab es den etwa nicht wirklich?
Dieser Weihnachtsabend versank in Tränen, mein Traum war gestorben und ich der Erwachsenenwelt ein Stück näher gerückt.
An die Geschenke erinnere ich mich nicht mehr.
Sicher von der Mutter praktische Sachen, zum Anziehen. Darüber gefreut habe ich mich erst in späteren Jahren. Damals wünschte ich mir Spielzeug, die Großeltern haben mir immer Wünsche erfüllt. Auch nach dem Tod ihres Sohnes, meines Vaters, blieben sie uns eng verbunden und haben meine Mutter unterstützt, wo immer sie konnten.
Zum Verlust des Weihnachtsmannes kam auch noch das ungeliebte Essen zum Abend.
In Sachsen gibt es traditionell am Heilig Abend ein Gericht – Kartoffelsalat und fettige Bratwurst.
Oh je.
Irgendwann war es überstanden und die Geschenke durften ausgepackt werden.
Ein selbstgebastetes oder vom Taschengeld gekauftes, kleines Geschenk an die Mutter, die Schwester und die Großeltern übergeben und das Spielen mit den neuen Sachen konnte beginnen.
Fast.
Eine Hürde musste noch genommen werden. Das ungeliebte Anprobieren der neuen Kleidungsstücke.
Irgendwann war auch das geschafft und ich so müde, dass ich nur noch in mein Bett wollte.
Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages gab es ein ausgiebiges Frühstück, zu dem – bis heute noch – roher, geräucherter Schinken im Stück und ungarische Salami gehörten. Die Schwierigkeiten diese aufzutreiben, waren nicht klein. Am Ende war aber immer alles irgendwo her organisiert und da.
Während meine Mutter das Festtagsessen – Gans, Rotkohl und grüne, selbstgemachte Klöße – vorbereitete, ging ich mit den Großeltern auf einen Spaziergang, der bei Freunden meines Vaters seinen Abschluß fand.
Die Mutter der Familie stand auch dort in der Küche, das Festessen zu bereiten, alle anderen versammelten sich im Wohnzimmer.
In jedem Haushalt lief am ersten Weihnachtstag der Fernseher und es wurde „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ geschaut, eine Sendung die wohl am Ehesten mit dem „Blauen Bock“ des verbotenen Westfernsehens (das trotzdem fast jeder schaute) zu vergleichen war, nur mit dem Unterschied, dass diese Sendung eben nur einmal jährlich ausgestrahlt wurde.
Gut gelaunt und in Weihnachtstimmung, der Großvater hatte sicherlich ein Wernesgrüner Pils vorgesetzt bekommen, machten wir uns dann auf den Heimweg und direkt an den festlich weiß gedeckten Tisch bei uns zu Hause.
„Die Gans ist ein hohler Braten“ höre ich meine Mutter heute noch sagen, wenn sie das köstlich gebratene Fleisch verteilte. Mir war das egal, Hauptsache ich bekam genug von den selbstgemachten Klößen.
Und vom Nachtisch, der immer aus selber eingekochten Erdbeeren aus dem Garten meiner Großeltern und Vanillesoße bestand.
Von einer Eterna Schallplatte aus sang der Startenor der DDR – Peter Schreier – dazu Weihnachtslieder.
Beim Abräumen halfen wir Kinder. Geschirrspüler gab es auch nicht und so wusch meine Mutter auf und wir Kinder trockneten das Geschirr ab.
Sicher hat in den ersten Jahren nach dem frühen Tod meines Vaters über all dem Traurigkeit gelegen, die auch meine gute Mutter öfter ärgerlich werden lies als sie es selber wollte, dennoch war es ein Fest für uns Kinder, die wir voller Vorfreude auf unsere Geschenke hofften.
Und auf den Weihnachtsmann.
Den gibt es übrigens wirklich.
Erst vor kurzem war er bei mir zu Gast.

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