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Ein Sommermärchen oder Kräuterbutter

Um mit den vorgeschriebenen Beiträgen nicht gar zu weit an Zeit zu verlieren, mach ich heute mal was und dann wieder nix.

Mitten im Jahr gibt es einen besonderen Tag – den 24.Juni. Gerechnet zu Weihnachten – dem Winterfest – ist dieser Tag das Gegenstück – das Sommerfest.

In den alten Zeiten war der 24.Juni der Göttin Fortuna geweiht und ein Feiertag. Nach der Zeit des Wachsens folgt die Zeit des Erntens. Damit diese gut ausfällt, wurde die Glücksgöttin Fortuna gefeiert. Auch das bestens Ausgesäte braucht Glück für eine reiche Ernte. Das Christentum hat den Feiertag einer Göttin gestrichen und den 24.Juni zum Tag Johannes des Täufers erklärt. Dennoch blieben Fruchtbarkeitsrituale, wie der Sprung über’s Feuer in der Nacht vor Johanni, erhalten.

Für mich ist dieser Tag nochmals besonders – er ist mein Geburtstag.

Zeit also für ein Sommerfest mit der ganzen Familie im Garten.

Fortuna hilft mir, kaum habe ich je einen verregneten Geburtstag begangen. Dieses Jahr feiert zum ersten Mal die Schaukelerobererin mit meiner Familie und mir mit.

Wir grillen, ich habe ein Brot dazu gebacken

und darauf schmeckt eine Kräuterbutter bestens. Diese ist schnell und einfach selbst gemacht. Was an Gartenkräutern da ist, kommt hinein.

Wenig Thymian und Salbei, etwas Basilikum, viel Petersilie und Schnittlauch. Mit der Kräuterschere sind alle gut geschnitten bald bereit, gemeinsam mit etwas Meersalz mit der weichen Butter vermischt zu werden.

In ein Gläschen gestrichen, sieht alles einladend frisch und lecker aus.

Auf dem Brot ist das ein sommerlicher Genuss.

Eine Thüringer Rostbratwurst mit viel Bautz’ner Senf darf genauso wenig fehlen, wie Kartoffelsalat und ein gut mariniertes Steak.

Ein paar andere Kräuter, wie Fenchelkraut, Oregano, Zitronenmelisse, Pfefferminze und marokkanische Minze geben einen guten Tee dazu.

Nach so viel Schmausigem muss man wahrlich ein wenig ausruhen

und dann weiter feiern bis in die Nacht hinein.

Feine Geschenke habe ich zu meinem Sommerfeiertag auch bekommen.

Bald gibt’s ein neues Fest – mit selbst gemachten Nudeln.

Mailinge

Der Mai ist ein wundervoller Monat, voller Grün, voller Licht und voller Hoffnung. In ihm feiern gleich drei meiner Lieben Geburtstag, zwei sogar am selben Tag. Und vielleicht schafft es die Schaukelerobererin auch noch, im Mai ganz zu uns zu kommen. Diese Tage auf einen zusammenzulegen und mit der ganzen Familie zu feiern, ist eine feine Idee meiner Schwester. Dass sie auch noch im Paradies wohnt, macht die Familienfeier zu einem Frühlingsfest.

Grün wohin man schaut und stille Ruhe.

Wiesen voller Wiesenschaumkraut, die duften und zum Blumen pflücken einladen.

Von Stille kann zum Glück nicht lange die Rede sein, die Schaukelinhaberin kann es kaum erwarten, ihre Cousinen zu treffen.

Lachen zieht durch’s Haus und die beiden großen Mädels, die zu Hause ein Pferd haben, spielen gern das Pferd für die Kleinste und wiehern fröhlich durch die Geburtstagsrunde.

Draußen essen geht immer noch nicht, Mairegen hält uns aber nicht davon ab zu grillen und in regenfreien Minuten den Garten meiner Schwester zu genießen.

Mein Schwager macht in seinem Grill ein wahres Hexenfeuer,

um zu ihm gelangen, muss man sich durch einen Berg von Schuhen und Handtaschen arbeiten.

Natürlich haben die Schaukelinhaberin und ich die schicksten Schuhe. Wir sind alle zusammen, aus dem ganzen Land angereist und meine Schwester muss für so viele Gäste einen Tisch dazu stellen. 

Für die Kinder ist es eine Freude, einen ganzen Tisch für sich allein zu haben und sie haben sich die Erdbeeren gesichert, von denen wir ihnen viele mopsen. Es gibt ein köstliches Essen aus Gegrilltem und Kartoffelsalat.

Solche Tage, an denen die ganze Familie zusammen feiert sind unendlich wertvoll. Meine Mama ist glücklich, alle um sich zu haben. Ein wenig müde ist sie und so fahren wir mit ihr gemeinsam etwas eher heim, während die Anderen am Feuerkorb noch lange zusammensitzen und erzählen und erzählen…

Frühlingsgeburtstage

Der Frühling bringt in meiner Familie einen wahren Geburtstagsmarathon mit sich. Angeführt vom ältesten Enkelkind meiner Schwester, folgen kurz darauf meine Schaukelinhaberin und meine Mama. Meine Schwiegermutter setzt den Feiermodus eine Woche später fort, den meine Tochter kurz darauf aufrecht erhält. Im Mai jubeliert die Tochter meiner Schwester und kurz darauf sie selbst. Bis zum Juni, in dem ich Geburtstag habe, können wir uns bei „normalen“ Essen erholen. Geburtstagsfeiern im Familienkreis sind für mich etwas großartiges. Ich finde die Tradition seinen Geburtstag mit der Fanilie zu begehen bewahrenswert. Das wir dabei ausgiebig schlemmen ist klar. Ich erinnere mich gern an die fröhlichen Geburtstagsfeiern meiner Großmutter, deren Geburtstag auf Silvester fiel. Wo jetzt mein Küchentresen steht, war früher ihr Wohnzimmer. Heute ist mir schwer vorstellbar, wo all die Gäste untergekommen sind. Familie, Freunde und deren Kinder…alle hatten Platz und gemeinsam einen Riesenspass. Diese heiteren Feste haben den Grundstein für meine Liebe zur Familie und den Feiern mit ihr gelegt.

Meine liebe Mama feierte gestern mit ihrer gesamten Familie ihren 82.Geburtstag nach. Dass alle gekommen sind, war ihre größte Freude dabei. Selten gelingt es ihr, die im ganzen Land verstreut lebenden Mitglieder an einen gemeinsamen Tisch zu bringen. Ihr eigener ist für ihre gewachsene Familie zu klein geworden, deshalb hat sie uns in eine im herrlichen Flöhatal gelegene Gaststätte eingeladen.

Fast immer feiern wir dort ihren Geburtstag, als mein Stiefvater noch lebte auch den seinen. Der Wirt ist mit meinem Mann in die Schule gegangen…fast gehört dieser Ort also schon zu meiner Familie dazu.

Wenn man sich selten sieht, gibt es jede Menge zu erzählen. Die drei kleinen Mädels unserer Familie können ungestört spielen und durchaus auch rumtoben, auf der großen Terrasse der Gaststätte haben sie genügend Raum dafür. Bald gibt es ein viertes kleines Mädchen, wir alle freuen uns sehr auf sie. Es war ein wichtiger, guter Abend für uns alle und natürlich haben wir das wie immer dort ausgezeichnete Essen und Trinken genossen.

Meiner Mama hat dieser Abend mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln gut getan. Wir alle hoffen, sie wird die folgenden, für sie ihrer Erkrankung wegen, anstrengenden Monate gut überstehen. So wie sie immer für uns da ist sind wir es für sie – eine Familie eben.

Herbstgarten – Brombeeren verschneiden

Die Brombeerernte in diesem Jahr war eine Gute. Damit auch im nächsten Jahr viele Früche an dem Strauch wachsen, muss ich ihn zurück schneiden. Die Zweige tragen nur einmal Früchte.

Also entferne ich sie, damit sich neue Fruchtzweige bilden können und der Strauch genug Kraft dafür hat.

Zweige mit letzten Beeren eignen sich gut für herbstliche Dekorationen.

Über den Sommer haben neue Zweige ausgetrieben, ich führe sie am Gitter entlang, damit sie ranken können. Einen großen Trieb schneide ich ganz ab

und pflanze ihn vorrübergehend in einen Topf.

Meine Schwester hat uns zu einem Herbstessen eingeladen, mit der Brombeerranke habe ich ein Mitbringsel für sie. Sie kann die Ranke später in ihren eigenen Garten einsetzen. Die Supergärtnerin meint, so wird das nichts. Garantiert hat sie Recht, ich werde meine Schwester überreden, dem Topf Obdach in ihrem nun leeren Gewächshaus zu bieten…mal sehen was geschieht…

Die Brombeerbüsche sind verschnitten, die Ranken am Gitter entlanggezogen. Sie haben ihre Winterpause verdient.

Pferdeäppel hat die Supergärtnerin gesammelt, eingeweicht ergeben sie nach 3-4 Wochen besten Dünger.

Sommerküche – Der Abschluss

Der Wein ist reif, ein sicheres Zeichen für den Abschied vom Sommer. Bestimmt gibt es noch viele Tage in diesem Spätsommer, die nach draußen locken. Abschied soll man nehmen, wenn es am Schönsten ist…darum laden wir an diesem Wochenende unsere Kinder in die Sommerküche. Mit Fassbrause für die Schaukelinhaberin und Sekt für die Anderen stossen wir an, auf unsere Familie, das wir weiter so zusammenhalten.

Die Vorfreude auf diesen Abend ist bei allen groß, keiner isst vorher üppig, um dann schlemmen zu können. Für den Appetit habe ich kleine, geröstete Bemmchen und Speckfett.

Für uns alle langt die kleine Induktionsplatte, die uns den ganzen Sommer über Freude gemacht hat, nicht. Zum Abschluss gibt es ein Holzkohlegrillfest,

 mit allem was meine Familie gern mag.

Dabei darf keinesfalls sächsischer Kartoffelsalat fehlen.

https://arabella50.wordpress.com/2014/08/17/fur-schwerstarbeiter-oder-sachsischer-kartoffelsalat/
In meiner Familie sind die Schaukelinhaberin und ich die Einzigen, die ihn nicht unbedingt zu einem Grillfest brauchen, alle anderen lieben die etwas schwere Kost. Für meine sonst Kartoffeln sehr gern essende Kleine habe ich Foliekartoffeln vorbereitet. 
Was darf sonst noch nicht fehlen…selbergemachter Tzaziki und Möhrchen zum Stippen muss es geben, kleine, saure Gürkchen und einen Salat aus den fast letzten Tomaten aus dem Garten meiner Schwester. 

Auf der Induktionsplatte gart mein Gärtnergatte uns Lachs und herrlich zerlaufende, gegrillte Camembertkäse verspeisen wir.

Schon am Vortag habe ich Putenbrust geschnitten und eingelegt.

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/05/16/kein-pfingstochse-sondern-eingelegte-putensteaks/
So wie der Sommer begann, hört er auch wieder auf. Meine Schaukelinhaberin und ich essen gern eine gegrillte Bratwurst, auch die gibt es und selbstverständlich Bautz’ner Senf dazu. Gesättigt pflücken sich die Äpfel leichter.

Die Schaukelinhaberin ist stolz, ihren Korb mit Äpfeln für die Kinder im Kindergarten fast selbst gepflückt zu haben.

Das Beste von allem ist jedoch, das wir alle zusammen sind, das unsere kleinen und größeren Sorgen nicht derart sind, das sie gemeinsam nicht zu meistern wären. Keiner von uns ist ernsthaft krank. Wir sind nicht reich, wir sind etwas anderes – zufrieden mit dem was wir haben. Ein Zuhause für jeden von uns, in dem er sich wohl fühlt und sich erholen kann. Eine Arbeit, die – wenn sie auch nicht immer befriedigt – so doch unseren Lebensunterhalt sichert. Mir ist wichtig dankbar dafür zu sein und das nicht als selbstverständlich hinzunehmen.

Zum Nachtisch bietet der Garten vielerlei, direkt zum Selberpflücken

und aus meiner Küche.

Wir alle haben diesen Spätsommertag genossen, die frühe Abenddunkelheit und Frische verscheuchen wir mit einem wärmenden Feuer

und mit sanftem Licht.

Gute Tage wie dieser geben Kraft, darauf stoße ich an.

Zufriedenes

Nein, ich gehöre nicht zu denen die jede Jahreszeit lieben. Zu schätzen weiß ich die Vor- und Nachteile einer jeden. Meine liebste Jahreszeit ist und bleibt der Herbst. Mit seinem Gold und seinem Nebel, mit der Vielfalt der Früchte und Farben. Seine ruhige Stimmung entspricht meiner eigenen Natur. In diesen Tagen nutze ich alle Zeit die mir bleibt, um draußen zu sein. In den Bäumen leuchtet es bereits und raschelt noch oben, bald werde ich durch raschelndes Laub laufen können, kaum ein Duft ist mir lieber, als der dabei aufsteigende. 

Meine Blumenkästen befülle ich herbstlich. Die Duftgeranie ist über den Sommer riesig geworden.

Ein ganzes Stück kürze ich sie und trockne sie. Ein wenig für Tee, das Meiste für Duftsäckchen. Im neuen großen Topf fühlt sie sich wohl, den Winter übersteht sie dann im Keller.

Ihren freien Platz nehmen Herbstpflanzen ein. Bald steht der gefüllte Kasten neben ihr

und kurz darauf an meinem Lieblingsfenster.

Vorm Küchenfenster sieht es auch eher braun als bunt aus. Neue Pflanzen habe ich mir geholt.

Nicht alle Blumen kommen auf den Kompost. Gern habe ich es, wenn die Pflanzen später im Garten weiter wachsen können.

Der Jasmin blüht üppig und der Sauerampfer hat es gut über den Sommer geschafft. Beide bekommen nun ihren eigenen Topf.

Auch sie werde ich überwintern lassen am geschützten Ort. Bis dahin finden sie ein Treppenplätzchen.

Bleibt noch, den Kasten wieder zu befüllen

und zurück zu stellen.

Willkommen liebste Zeit.

Goldenes…

1.September – meine liebste Zeit im Jahr beginnt. Spätsommer und Frühherbst bringen milde Tage voller Licht. Bevor die Abende wieder länger werden, gibt es vieles zu erledigen. Die Früchte des Gartens wollen verarbeitet werden,

mir fallen vielerlei Leckereien dazu ein.

Die marokanische Minze ist kräftig gewachsen und zu groß für den Blumenkasten geworden. Bevor der Frost kommt, setze ich sie in den Garten um, so hat sie genügend Zeit sich einzuleben.

Den nun leeren Blumenkasten fülle ich schon herbstlich.

Den Salbei ernte ich,

wundervoll duftet der Ananassalbei. Die beiden Sorten werde ich mischen. So wird der leicht bittere Tee im Winter besser schmecken.

Die Kräutersammelei geht dem Ende entgegen. Damit die Salbeipflanzen im nächsten Jahr kräftig austreiben, topfe ich sie um.

Direkt im Garten erfriert mir der Salbei in meinem kühlen Grunde. In den Töpfen bringe ich ihn gut über den Winter, bei Bedarf stelle ich sie ins Haus. Noch viele Arbeiten warten, sie bieten Gelegenheit Sonne zu speichern und letzte Zeit im Garten zu verbringen.

Beschwipstes Honigeis mit Mandel und Safran oder Adventsnachmittag

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Den Geburtstag meines Mannes haben wir zu zweit verbracht.
So sehr ich meine große Familie liebe, alle auf einmal einzuladen, ist mir im Winter nicht möglich.

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Immer fällt mir bei solchen Festen meine Großmutter ein, in deren Haus wir leben. Ihr Geburtstag war an Silvester. In der Wohnstube, die jetzt unsere offene Küche ist, war eine lange Tafel gedeckt. Familie, Freunde…alle fanden daran Platz. In der Sofaecke stand ein kleiner Tisch für uns Kinder. Wir fühlten uns dort nicht ausgegrenzt. Immer sorgte mein Großvater dafür, dass es uns an nichts mangelte. 
Ich erinnere mich nicht mehr daran, was es zu essen gab, das Lachen der Gäste dagegen habe ich nicht vergessen.
Das Haus ist nicht kleiner geworden seit jenen Tagen, vielleicht ist es die immer knapper werdende Zeit, die Raum frisst.
Wie dem auch sei…
Heute haben wir unsere Eltern und meine Schwester und meinen Schwager auf einen gemütlichen Adventskaffee zu Gast gebeten, als kleine Geburtstagsnachfeier.
Meiner Schwester und mir fallen im Laufe des Nachmittags noch viele erzählenswerte Geschichten von früher ein, davon ein anderes Mal mehr.
Ein Kaffeetrinken mit Stollen und Pfefferkuchen, zum länger sitzen bleiben lädt ein gut vorzubereitendes Würzfleisch und heitere Gespräche ein.

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Das Feuer im Kamin brennt schon am Nachmittag, es wärmt wie der würzige Glühwein.

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Eine feine Gelegenheit für mich, mir ein neues Eis auszudenken.
Da keine Kinder anwesend sind, darf auch ein wenig Alkohol dabei sein.

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Die Farbe des Eis war mir wichtig, deshalb enthält es Safran. Blass sind die Tage im Moment schon genug. Der Safran hat auf den Geschmack kaum Auswirkung, das Eis leuchtet durch ihn jedoch in einem sonnigen Gelb.
Für mein Wintersonneneis brauche ich:

250 ml Milch
200 ml Sahne
100 g milden Honig, am besten Lindenblüte
3 Eigelb
ein paar Safranfäden
50 g Mandelblättchen
einen winzigen Schluck Rum

Oft schon habe ich gezeigt, wie Eis zubereitet wird, daher fasse ich dies kurz.
Wichtig ist nur das Simmern der Eismasse.
Diese muss leicht angedickt sein, damit das Eis auch nach dem Einfrieren cremig bleibt.

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Den Zucker habe ich durch Honig ersetzt. Auch das macht das Eis besonders cremig. Zucker bildet Kristalle und die stören im Eis. Oft wird deswegen statt dessen Glukosesirup verwendet. Mit dem habe ich mich noch nicht recht angefreundet, ich warte damit auch noch bis zum Sommer.
Sonnengelb wird die Milch durch die wenigen Safranfäden. In sie gebe ich meine aufgeschlagene Honig-Ei-Masse, das Ganze simmere ich dann, bis ich es zur Rose abziehen kann. Ein kleines Schlückchen Rum kommt in die abgekühlte Eisbasis, die in der Eismaschine fein ihr Volumen entwickelt. Nach 35 Minuten gebe ich die gehobelten Mandel dazu, die sich in den folgenden 5 Minuten mit dem Eis verbinden.
So werden sie gut in die Masse untergehoben, ohne sie zu verkleben.
Ein zart duftendes Eis ist entstanden.
Leicht wie Lindenblütengeruch, gelb wie Wachskerzen, mit zartem Mandelknack und der Rum erinnert an einen Winterabend am Kamin.

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Unser Weihnachtsbaum ist ein besonderer und von meinem Mann selbst gebauter. In jedem Jahr kommt ein neues Figürchen dazu. Dieses Jahr hat er gleich zwei neue Gäste bekommen.
Den selbst geschnitzten König, den ich von einer Bloggerfreundin erhielt und einen kleinen Schneemann.
Gut ist es, die Eltern zu Gast zu haben. Die, die noch bei uns sind.
Immer fehlt mir an solchen Abenden mein lieber Stiefvater.
Der Adventstern leuchtet – sein letztes Geschenk an uns. Er bringt mich ihm nah.

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Der Advent ist eine stille Zeit.
Er lädt ein, ruhige Nachmittage mit der Familie zu verbringen.
Mein Mann, auf dessen Wohl wir heute anstoßen, ist für mich der zentrale Mittelpunkt darin.

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Sommerfrische für den Wäscheschrank oder Duftgeranien (und der Tee davon)

Über den Sommer stand sie auf meiner Veranda – meine Duftgeranie.
Ihre bescheidenen rosa Blüten sind von schlichter Schönheit und reichen an die üppige, farbenfrohe Pracht ihrer Schwester – der Geranie – nicht heran.

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Ihr Geheimis ist der Duft, den es in verschiedenen Richtungen gibt.
Meine Duftgeranie hat ein feines, zartes Rosenaroma, das sich in ihren Blättern verborgen hält.
Der Duft entwickelt sich je nach Temperatur und Feuchtigkeit.
Einst den Adligen vorbehalten, findet man Duftgeranien heute noch an und in alten Bauernhäusern. Das hat einen simplen Grund. In den Fenstern stehend, bringen sie guten Schutz vor Fliegen und Mücken.
Am Bekanntesten sind die Rosen- und die Zitronengeranie. Es gibt aber noch viele andere Arten, die u.a. nach Apfel, Minze, Muskat, Ananas, Fichte, Kampfer, Pfirsich, Wermut oder Moschus riechen, manche Geranien wechseln oder mischen ihren Duft auch.
Auf der Unterseite ihrer Blätter und auf den Stielen befindet sich eine drüsenartige Behaarung, die bei der kleinsten Berührung den Duft freisetzen.

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Jeder Windstoß bringt einen intensiven Schwall von Rosenblüten mit sich, etwas herber und frischer, jedoch von tiefer Haltbarkeit.
Eigentlich sind es Pelargonien, die nur zur Familie der Geranien- und Storchschnabelgewächse gehören. Die Ähnlichkeit mit den Geranien hat ihr aber im alltäglichen Sprachgebrauch diesen Namen gebracht.
Seit einigen Wochen ist sie nun in ihr Winterquartier umgezogen. Die aus Südafrika stammenden Pelargonien sind nicht winterhart, lassen sich aber leicht an einem hellen Standort über den Winter bringen und treiben auch nach einer Trockenphase gut aus.

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Die Blätter trocknen, der mangelnden Sonne wegen ab, ihr Duft verstärkt sich dabei eher noch.
Das ist genau der richtige Zeitpunkt, um sie zu pflücken.
Meine Hände nehmen dabei ihr intensives Aroma an.
Duftende Streichelhände werden sie dadurch. Mit ihnen über die Haut eines geliebten Menschen zu fahren, läßt auch bei ihm den frisch – würzigen Rosenduft zurück.
Noch sind nicht alle Blätter, die ich in meinen Beutel pflücke trocken.

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Das müssen sie aber sein, damit sie in Säckchen verpackt nicht zu schimmeln beginnen.
Also breite ich meinen wohlriechenden Schatz auf einem sonnigen Platz in meiner Dachkammer aus, um sie schonend zu trocknen.
Jeder Gang in mein Zimmer wird dadurch zum Ausflug in den duftenden Sommergarten.
Geranienduft wird als Heilmittel bei körperlichen und seelischen Problemen eingesetzt, er wirkt stimmungsaufhellend und entspannend.

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Einige Arten können als Würzkraut verwendet werden und verfeinern den Geschmack von Süßspeisen, Obstsalaten und Likören.
Die edle Rosenkonfitüre wird geschmacklich und im Aroma durch die Zugabe von Duftgeranienblättern noch köstlicher. Zusätzlich fördert die pilzhemmende, antibakterielle und antiseptische Wirkung des Geranienöls die Haltbarkeit der Speisen.
Teemischungen geben die Blätter eine ganz besonders feine, aromatisch duftende Note und sind zudem hilfreich bei der Bekämpfung von Infektionen der Atemwege – besonders der Nasennebenhöhlen – zusätzlich können Verdauungsstörungen behoben werden.
Geranienöl ist als Umschlag förderlich bei der Wundheilung.

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Das die Blätter nach dem Trocknen unansehnlich braun werden, macht überhaupt nichts. Wichtig ist der intensive Duft, der erhalten bleibt.
Die trockenen Blätter zerreibe ich zwischen meinen Händen, dabei werden auch die letzten in ihnen enthaltenen ätherischen Öle freigesetzt.
In der Industrie wird Geranienöl zu „Rosenöl“ verarbeitet und dient als Grundstoff für den Rosenduft in Parfums.
Für 1g Rosenöl benötigt man 5 kg Rosenblüten, jedoch nur 1 kg Duftgeranienblätter.
Ich verpacke sie in kleine Leinenbeutel, die ich nicht ganz verschließe, damit der Wohlgeruch frei aus ihnen austreten kann.

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Die Beutel lege ich in meine Wäscheschränke, zwischen die Wäschestücke, die so ihren Duft annehmen können.

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Zwischen den Pullis verströmen sie ihren Duft und die Betten frisch zu beziehen, wird zu einem Ausflug in den Sommer.
Leichte Träume bringt der Duft, der sanft aus meinem Kopfkissen steigt und von sonnigen Tagen im Garten erzählt.

Komm mit mir…

…in den Garten.
Anders ist er in dieser Jahreszeit, aber nicht weniger schön.

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Seine bunten Blätter wirft er mir wie Abschiedsgeschenke vor die Füße.
Ihr Gold hat unter dem frühen Frost gelitten.

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Die Abendsonne ist es, die das fehlende Bunt hunderfach zurück bringt.

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Selbst das die meisten Stauden abgeschnitten sind, gleichen die Farben der Verbliebenen aus.

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Das Lieblingsplätzchen ist verwaist und fast schmucklos,

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gerade jetzt wäre der Ausblick von ihm so schön, wie das Leben gut sein kann.

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So ist der späte Herbst, sparsam geht er mit seinen Gaben um, jeder schöne Augenblick kann der Letzte sein.
Der Duft der über allem liegt, ist weich und frisch. In ihm mischen sich der Geruch der feuchten Erde mit dem des Laubes.
Er tut auch nicht weh, dieser Abschied, sondern ist voller Vorfreude auf den Schnee des Winters.
Noch ist es nicht soweit, noch hängen vereinzelt Äpfel an den Bäumen.

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Diese Sorte verträgt auch ein wenig Frost und schmeckt, voll ausgreift, im Winter knackig frisch.
Mein Garten geht im hinteren Teil in den Wald über. Der Weg dahin ist von den bunten Blättern der Wildkirsche geschmückt.

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Solch einen farbenfrohen Teppich webt nur der Herbst.

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Durch sie laufend, rascheln sie, wecken Kindheitserinnerungen.
An meine Schaukelinhaberin muss ich dabei denken und lächeln.
Am Baum geben die fehlenden Blätter die Sicht auf den blauen Himmel frei, schmückend leuchten Letzte von ihnen. Als eine der Ersten wird sie viel später wieder blühen – die Zaubernuss.

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Ich gehe zurück zum Haus. Das Schilf, dessen Blätter vor kurzem mit der Sonne um die Wette glänzten, ist erfroren. Wie eine Schaumkrone wiegen sich dafür seine Blüten im Wind. Neue Schönheit entsteht, wo die Alte verloren ging.

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Meine Hortensien sind ebenfall erfroren und werden erst im neuen Frühjahr wieder austreiben und vielleicht im nächsten Sommer blühen. Der Blick auf den Holzstapel dahinter beruhigt wärmstens.

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Vorbei am längst beernteten und verschnittenen Wein,

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bleibt noch ein letzter Blick auf’s Lieblingsfenster.

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Die Pflanzen leuchten und strahlen, als wöllte er kein Ende nehmen – der Herbst.