Nepomuk Hastig schaut von oben, aber nicht herab

https://youtu.be/CGFW03fly2E

Nepomuk Hastig  ist kein Wanderer, kein Bergbezwinger.

Ihn scheut es vor Heubädern und Schnäpsen in Almhütten, deren Sennerinen letzte Möglichkeit der Ausflucht für Allesbesitzende bieten. Dicht gelegen neben der Almhütte von Hipp. 

Sowieso zieht es ihn nicht in Idyllen. Also in die aus Reisekatalogen oder empfehlenden Beschreibungen.

Manchmal läuft Nepomuk – er geht niemals spazieren, Kindheitssonntagserinnerungen lassen dies nicht zu –  durch seine nähere Umgebung. So, als könne er damit Unrecht gut machen. Wer, ihm gleich, ging vor ihm diesen Weg, um ihn zu ebnen, damit – ihm Ungleiche – die Mühe des Aufstiegs nicht wahr nehmen mussten.

Kein Name keiner Burg erinnert an sie.

Nepomuk Hastig schwitzt. Sein unverdienter Schweiß läuft aus den geöffneten Poren seiner Haut, über seine Stirn. Es ist ihm leicht, diesen weg zu wischen. Seine Hände sind so frei wie sein Kopf und wie er – Nepomuk Hastig – selbst.

Nepomuk ist oben angelangt.
Er schnauft.  Er hält inne. Betritt nicht die hoch gelegene Burg, verharrt.

Richtet seinen Blick in’s Tal. Sieht den alten Wald am noch älteren Fluss. Vereint sich in Gedanken mit den längst unter untragbaren Lasten zusammen gebrochenen Steineschleppern und hat wie sie die Freiheit im Blick.

Und alles ist im Fluss…

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Kleines – Feines oder Butternutsuppe mit Garnelenschwänzen

Der 31.Oktober naht. Golden leuchtend.  

Sächsin, die ich bin, kann ich mich schwer dem amerikanischen Halloweenhang hingeben, hier ist der 31.Oktober Reformationsfeiertag. Nun tu‘ ich mich auch mit Luther schwer, näher kommen mir die drei Katharinen seiner Zeit. An eine davon erinnerte ich hier:

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2017/02/14/frauen-die-geschichte-schrieben-katharina-zell-um-1497-5-9-1562/

Aber Kürbis gehört in diese Zeit. In Suppen, die nicht sooo direkt nach Kürbis schmecken;-)  allemal.

Einen Butternut hatte ich mir geholt und geschält. Die Stückchen, welche ich davon schnitt, in Olivenöl mit Ingwer und Knoblauch angeschmort, mit Hühnerbrühe aufgefüllt und kurz sanft geköchelt.

Eine Kartoffel hatte ich dazugegeben und Salz und Pfeffer. Dann pürierte ich das Süppchen und ließ es abkühlen.

Während es dieses tat, garte ich kurz in Olivenöl und Knoblauch Garnelenschwänze und gab sie auf die lauwarme Suppe.

Kapuzinerkresse zierte das Ganze.

Fein. Wirklich. Ich esse nämlich keinen Kürbis!

Sonntagsgedicht

Die blaue Blume

Joseph von Eichendorff

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

Joseph von Eichendorff
(1818)

Gesehenes – Asylanten üben Gewalt aus

http://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/maenner-belaestigen-maedchen-und-greifen-polizisten-an-100.html

Dies ist nicht mehr mein Land.

Ich bin auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, so wie viele Mädchen und Frauen auch.

In der vergangenen Woche wieder ein Übergriff.

Mädchen, die sich im Stadtinnenraum aufhielten, konnten sich nur durch Flucht in ein öffentliches Verkehrsmittel, gegen sexuelle Angriffe von Asylanten retten. Dem nicht genug. Polizisten mussten ebenfalls in öffentliche Verkehrsmittel flüchten, um Angriffen auszuweichen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel wurden daraufhin von den Asylanten durch Steinwurf stark beschädigt.

In den Medien läuft das unter der Überschrift, Jugendliche üben Gewalt aus. Das ist unrichtig.

Richtig ist: Jugendliche Asylbewerber üben Gewalt aus!

Die alten und die neuen Blumenkinder oder ich denke laut

1968 war ich vier Jahre alt. 

Nichtsdestotrotz habe ich von dieser Bewegung profitiert, auch wenn ich hinter einer Mauer lebte.

Seit 2013 habe ich ein eigenes Blumenkind. Ich liebe es mehr als mich. Mit ihren ersten Schritt war sie in meinem Garten und hat dort gelernt. Nicht alle Blumen abreißen, sie lassen für die Insekten, sie lassen in ihrem eigenen Raum. Eine Blume darf sie immer pflücken, mitnehmen und für sich selbst behalten und lieben.

Es ist Oktober. Wir sammeln letzte Blumen, Samenstände und noch vorhandene Blätter. Wir binden Riesensträuße daraus. Und lachen und lachen. Fegen Raschelblätter für Igelhäuser…

Blumenkinder einer neuen Generation braucht die Welt.;-) 

Zum Tag

WordPress ist ein Medium auf dem ich kostenfrei teilen kann.

Wie alles in einer von Geld bestimmten Welt, lohnt es mit der Statistik von Aufrufen, mit gezählten Like’s usw.

Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, den eigenen Blog privat zu führen.

Nachdem mich viele Anfragen zu dem warum dessen meinerseits erreichten, habe ich mich entschlossen, meinen Blog wieder für jeden zu öffnen.

Unabhängig davon, werde ich eventuelle Kommentare nicht mehr regelmäßig beantworten.

An die Gemeinschaft der Blogger glaube ich nicht mehr.

Blick in den Wandel

14.Oktober

Das Lied zum Tag 

Könnt ihr auch.
Abbtauchen.

Das Lied zum Tag

https://youtu.be/SM4v_sH0YCM

Ballade vom Stein

In den Straßen unsrer Stadt werden die Steine alt.
Und das Pflaster unserer Väter weicht dem Asphalt.
Jene Steine, einst geboren in der Glut.
Die stummen Zeugen der Vergangenheit
verdammt zur Unbeweglichkeit.
Sind sie reif nun
für den Schutt ?

Aus der Glut der Erde
kamst du heiß wie die Sehnsucht.
Wie die brennende Sehnsucht
auf diese Welt.
Stein, ach Stein
wer hat deine Jahre,
wer hat deine Wunden je gezählt.

Wind und Regen haben ihnen die Haut gegerbt
und so manche Flintenkugel hat ihn eingekerbt,
nach dem sie eines Patriotenbrust durchschlug,
der Steine aus dem Straßenpflaster riß
zum Barrikadenhindernis,
die Welt zu säubern vom Betrug.

Aus der Glut der Erde
kamst du heiß wie die Sehnsucht.
Wie die brennende Sehnsucht
auf diese Welt.
Stein, ach Stein
wer hat deine Jahre,
wer hat deine Wunden je gezählt.

Um auf den Schuttplatz zu verdorr’n
bist du uns doch zu schade.
Wir bauen uns ein Haus am Meer
aus Pflastersteinen und Jahren.
Wir bauen uns ein Haus am Meer
wir lassen dich nicht liegen
und auf dem Himmel nahem Dach
werden wir wie Kinder fliegen.

Jede Narbe von so manchem Soldatentritt,
jede Blüte die irgendwann auf’s Pflaster glitt.
Und die Anmut einer jeden schönen Frau
die ihren Fuß die Straße je berührt,
die bis vor unsre Häuser führt
beflügeln unser’n Bau.

Aus der Glut der Erde
kamst du heiß wie die Sehnsucht.
Wie die brennende Sehnsucht
auf diese Welt.
Stein, ach Stein
wer hat deine Jahre,
wer hat deine Wunden je gezählt.

Aus der Schoß der Erde
kamst du heiß wie die Sehnsucht.
Wie die brennende Sehnsucht
auf diese Welt.
Stein, ach Stein
wir machen deine Jahre,
machen deine Wunden
zum Gerüst dieser Welt.

Sonntagsmärchen

Sebastian Brant

Das Narrenschiff
Eine Vorrede zu dem Narrenschiff
Zů nutz vnd heylsamer ler / vermanung
vnd ervolgung der wyßheit /
vernunfft vnd gůter sytten: Ouch zů
verachtung vnd straff der narheyt /
blintheyt yrrsal vnd dorheit / aller
ståt / vnd geschlecht der menschen: mit
besunderem flyß ernst vnd arbeyt / gesamlet
zů Basell: durch Sebastianum
Brant. in beyden rechten doctor.

Alle Lande sind jetzt voll heiliger Schrift
Und was der Seelen Heil betrifft:
Voll Bibeln, heiliger Väter Lehr
Und andrer ähnlicher Bücher mehr,
So viel, daß es mich wundert schon,
Weil niemand bessert sich davon.
Ja, Schrift und Lehre sind veracht’t,
Es lebt die Welt in finstrer Nacht
Und tut in Sünden blind verharren;
Alle Gassen und Straßen sind voll Narren,
Die treiben Torheit an jedem Ort
Und wollen es doch nicht haben Wort.
Drum hab ich gedacht zu dieser Frist,
Wie ich der Narren Schiff‘ ausrüst:
Galeeren, Füst, [Fußnote] Krack, [Fußnote] Naue, [Fußnote] Bark,
Kiel, Weidling, [Fußnote] Hornach, [Fußnote] Rennschiff stark,
Auch Schlitten, Karre, Schiebkarr, Wagen:
Denn ein Schiff könnt nicht alle tragen,
So groß ist jetzt der Narren Zahl;
Ein Teil sucht Fuhrwerk überall,
Der stiebt herbei gleichwie die Immen,
Versucht es, zu dem Schiff zu schwimmen:
Ein jeder will der erste sein;
Viel Narren und Toren kommen drein,
Deren Bildnis ich hier hab gemacht.
Wär jemand, der die Schrift veracht’t,
Oder einer, der sie nicht könnt lesen,
Der sieht im Bilde [Fußnote] wohl sein Wesen
Und schaut in diesem, wer er ist,
Wem gleich er sei, was ihm gebrist. [Fußnote]
Den Narrenspiegel ich dies nenne,
In dem ein jeder Narr sich kenne;
Wer jeder sei, wird dem vertraut,
Der in den Narrenspiegel schaut.
Wer sich recht spiegelt, der lernt wohl,
Daß er nicht weise sich achten soll,
Nicht von sich halten, was nicht ist,
Denn niemand lebt, dem nichts gebrist,
Noch der behaupten darf fürwahr,
Daß er sei weise und kein Narr.
Denn wer sich selbst als Narr eracht’t,
Der ist zum Weisen bald gemacht,
Wer aber stets will weise sein,
Ist fatuus, [Fußnote] der Gevatter mein,
Der sich zu mir recht übel stellt,
Wenn er dies Büchlein nicht behält.
Hier wird an Narren nicht gespart,
Ein jeder findet seine Art,
Und auch, wozu er sei geboren,
Warum so viele sind der Toren;
Welch hohes Ansehn Weisheit fand,
Wie sorgenvoll [Fußnote] der Narren Stand.
Hier findet man der Welten Lauf,
Drum ist dies Büchlein gut zum Kauf.
Zu Scherz und Ernst und allem Spiel
Trifft man hier Narren, wie man will,
Ein Weiser sieht, was ihm behagt,
Ein Narr gern von den Brüdern sagt.
Hier hat man Toren, arm und reich,
Schlim schlem, [Fußnote] gleich findet gleich.
Ich schneidre Kappen manchem Mann,
Der meint, es gehe ihn nichts an, [Fußnote]
Hätt ich mit Namen ihn genannt,
Spräch er, ich hätt ihn nicht erkannt.
Doch hoff ich, daß die Weisen alle
Drin finden werden, was gefalle,
Und sagen dann mit Wissenheit, [Fußnote]
Daß ich gab recht und gut Bescheid.
Und da ich das von ihnen weiß,
Geb ich um Narren einen Schweiß; [Fußnote]
Sie müssen hören Wahrheit alle,
Ob ihnen es auch nicht gefalle.
Wiewohl Terentius [Fußnote] saget, daß
Wer Wahrheit ausspricht, erntet Haß;
Und wer sich lange schneuzen tut,
Der wirft zuletzt von sich das Blut; [Fußnote]
Und wenn man coleram [Fußnote] anregt,
So wird die Galle oft bewegt.
Darum beacht ich, was man spricht
Mit Worten hinterm Rücken, nicht,
Noch wenn man schmäht die gute Lehr:
Ich habe solcher Narren mehr,
Denen Weisheit nicht gefället wohl,
Von solchen ist dies Büchlein voll.
Doch bitt ich jeden, daß er mehr
Ansehn wolle Vernunft und Ehr
Als mich oder mein schwach Gedicht.
Ich hab fürwahr ohn Mühe nicht
So viele Narrn zu Hauf gebracht:
Gar oft hab ich gewacht die Nacht,
Die schliefen, deren ich gedacht,
Oder saßen vielleicht bei Spiel und Wein,
Wo sie wenig gedachten mein;
Ein Teil in Schlitten fuhr umher
Im Schnee, wo sie gefroren sehr;
Ein Teil trieb Kindereien [Fußnote] just;
Die andern schätzten den Verlust,
Der sie desselben Tags betroffen,
Und welchen Gewinn sie könnten hoffen,
Oder wie sie morgen wollten lügen
Mit Geschwätz, verkaufen und manchen betrügen.
Um diesen nachzudenken allen,
Wie mir solch Art, Wort, Werk gefallen,
Hab ich, kein Wunder ists, gar oft
Gewacht, wann niemand es gehofft,
Damit man tadle nicht mein Werk, [Fußnote]
In diesen Spiegel sollen schauen
Die Menschen alle, Männer, Frauen;
Die einen mit den andern ich mein‘:
Die Männer sind nicht Narrn allein,
Man findet auch Närrinnen viel,
Denen ich Kopftuch, Schleier und Will [Fußnote]
Mit Narrenkappen hier bedecke.
Auch Mädchen [Fußnote] haben Narrenröcke;
Sie wollen jetzt tragen offenbar,
Was sonst für Männer schändlich war:
Spitze Schuh‘ und ausgeschnittne Röcke,
Daß man den Milchmarkt nicht bedecke;
Sie wickeln viel Lappen in die Zöpfe
Und machen Hörner auf die Köpfe,
Als käm daher ein mächtger Stier;
Sie gehen umher wie die wilden Tier‘.
Doch sollen ehrbare Frauen mir schenken
Verzeihung, denn ihrer will ich gedenken
Wie billig in keiner argen Art;
Den bösen aber sei nichts erspart,
Von denen man ein Teil hier find’t,
Die auch im Narrenschiffe sind.
Darum mit Fleiß sich jeder suche,
Und findet er sich nicht im Buche,
So mag er sprechen, daß er sei
Der Kappe und des Kolbens [Fußnote] frei.
Wer meint, daß ich ihn nicht berühre,
Geh zu den Weisen vor die Türe,
Gedulde sich, sei guter Dinge,
Bis ich ’ne Kappe von Frankfurt [Fußnote] bringe!

 Weiterlesen hier:

http://gutenberg.spiegel.de/buch/das-narrenschiff-2985/2