Wirrsinn

Prinzesschen hat Krönchen verloren. Beim Runterfall’n hat Krönchen Köpfchen verletzt. Köpfchen brummt.

Kronloses Prinzesschen trägt Köpfchen zum Friseur, lässt sich das Grauhaar richten.

Köpfchen wird leichter, zu schwer war das Krönchen. Besser lebt’s sich ohne Krone.

Rezepte Anno 1912 – Mürber Blechkuchen

Dies ist das erste Rezept aus meinem alten Kochbuch

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2017/02/11/kochbuecher-kochbuch-unbekannter-autorin-von-1912/

das ich probiere. Bei einigen wenigen Bäckern in meiner näheren Umgebung, die wirklich noch selbst und keine Teigrohlinge backen, gibt es einen ähnlichen Kuchen zu kaufen. Prasselkuchen nennt sich dieses Gebäck, ist jedoch ohne Mandeln im Teig. Der mürbe Blechkuchen beeindruckt durch seine Einfachheit in der Herstellung, den Zutaten und der dafür benötigten Arbeitszeit. Dennoch ist das fertige Gebäck ein knackiger, süßer Genuss.

Es braucht dafür:

220g Fett

120g Zucker

250g Mehl

125g süße Mandeln in Scheibchen

10g Puderzucker

Ich backe fast nur mit Butter, diese ist demnach das Fett in meinem Rezept. Für die Vorbereitung der Mandeln gibt es im Kochbuch ein Extrarezept, ich mache es mir einfach und benutze kauffertig vorbereitete Mandenscheibchen. Auch schlage ich die Butter nicht schaumig, ich zerlasse sie. Mehl siebe ich in sie hinein,

gebe die anderen wenigen Zutaten bei, rühre alles mit dem Löffel grob um und knete den Teig mit den Händen fertig.

Ebendieser soll laut Rezept direkt auf ein mit Speck ausgeriebenem Backblech sofort nach der Zubereitung ausgerollt werden. Ich rolle den Teig auf der Silikonunterlage meines Backbleches, gebe diese dann darauf und stelle es für eine halbe Stunde kühl. Noch immer ist das bei dem vorhandenen Schnee ein Leichtes.

Nach Ablauf der kühlen Ruhezeit kommt das Blech für 25 Minuten bei 150 – 160 Grad Umluft in den Backofen. 5 Minuten gebe ich noch bei 180 Grad Oberhitze zu.

Der noch warme Teig muss dannach sofort in Streifen geschnitten werden. Würde ich das mit dem abgekühlten Kuchen tun, gebe es eine große Bröselei, aber keine Kuchenstücke.

Wenn der Kuchen abgekühlt ist, siebe ich Puderzucker darüber.

Dieser Kuchen schmeckt knackig gut. Genau das Richtige für den Nachmittag bei meiner Frau Mutter, meiner Tochter und meiner Schaukelinhaberin.

Blick in den Wandel

21.Februar

Vorderfrauen

Wuscheliges

Wirrsinn

Der Tiger, der gestreifte, tigert unruhig und zählt die Käfigstäbe auf seiner Haut, die der Schatten hinterlässt, der nicht von der Sonne kommt.

Obwohl er nicht zählen kann und die Streifen seine eigenen sind.

Das Lied zum Tag

Down by the Sally Gardens

Streng geheim

Wenn der Schnee schmilzt, wird die Erde erwachen, wird von seinem Eiswasser trinken. 

Das Eiswasser wird die Blumen tränken, wenn sie sich daran gelabt haben, werden sie Kraft zum Blühen finden.

Wenn ihre Zeit der Blüte steigt, wird die Zeit des Eiswassers vobei sein.

Gibt nun einer dem Anderen oder zerstört der Andere?

Sonntagsmärchen

Der goldene Schlüssel

Ein Märchen der Brüder Grimm

( Foto: meine Schwester )

Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, mußte ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und sich ein bißchen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müßte auch das Schloß dazu sein, grub in der Erde und fand ein eisernes Kästchen. „Wenn der Schlüssel nur paßt!“ dachte er, „es sind gewiß kostbare Sachen in dem Kästchen.“ Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, daß man es kaum sehen konnte. Er probierte und der Schlüssel paßte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.

Zum Tag

Ich habe mich entschieden, den Blog weiterzuführen. Er ist mir keine Last, sondern Pause vom Alltag und gleichzeitig Rezeptbuch für meine Kinder und Enkel.

Wahrscheinlich habe ich mir zu viele Pausen gegönnt, darum wird es weniger werden.

Draußen beginnt eine neue Jahreszeit. Für mich Zeit zum auf- und durchatmen.

Persönlich glaube ich daran, nur einmal zu leben. Ich glaube nicht an ein Jenseits oder eine Wiedergeburt. Jeder Tag ist neu, einzigartig und lebenswert.

Sonntagsschmaus – Coda alla Vaccinara

Überall dort war ich ebenfalls nicht, auch noch nie in Rom. Es ist nicht wahrscheinlich, dass ich jemals hinkommen werde, ich bedauere das nicht. Beim Kochen hole ich mir das Beste der Länder in mein zu Hause – ihre Küche. Coda alla Vaccinara ist nichts anderes als Ochsenschwanz. In Deutschland landet, wenn überhaupt noch, dieses Stück Fleisch in der Suppe. Reise ich also in Gedanken in die ewige Stadt und verfange mich in der Küche der einfachen Leute. Coda alla Vaccinara ist das Gericht Roms überhaupt. Die beste Übersetzung dürfte diese sein – nach Art der Metzgersfrau. Das italienische Wort für Metzger ist Macellai, abgeleitet vom Verb macellare für schlachten. Vacca ist die Kuh. Ziemlich eindeutig also worum es sich bei diesem Gericht handelt. Die Männer, die im Schlachthof am Testaccio arbeiteten, durften als Teil ihres Lohnes die weniger edlen Teile des Tieres, das sogenannte Quinto Quarto – das fünfte Viertel – mit nach Hause nehmen. Der Ochsenschwanz gehörte dazu, auf den Tisch der Aristokraten kam dieses wohlschmeckende Gericht nicht. Wenn die wüßten, was sie verpassten! Es ist so wunderbar lecker, einen solch verlockenden Duft beim Zubereiten verströmend, dass mir schon beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammenläuft. Die Zubereitung braucht Zeit, auch das ist eine Wohltat.

Es braucht dafür:

1,5kg Ochsenschwanz

2 rote Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

3-4 Möhren

6 Stiele Staudensellerie

400g Tomaten

200ml Rinderfond

2 EL Olivenöl

300ml trockenen Rotwein

1 kleine Dose doppelt konzentriertes Tomatenmark

1 TL Wacholderbeeren

1 TL Pfefferkörner

Meersalz

2 Zweige Rosmarin

1 TL gerebelten Thymian

1 TLspitze Zimt

1 Bund Petersilie

Das Gemüse schneide ich in kleine Würfel. Diese Arbeit, von vielen ungemocht, ist für mich reine Entspannung. Schnipp, ein Gedankengang, schnipp, noch etwas unverdauliches im Kopf erledigt, schnipp, das Gemüse ist fertig und mein Kopf klarer.

Aufzuheben ist dabei unbedingt ein wenig Selleriegrün, gemeinsam mit der Petersilie ergiebt das am Ende eingehackt die letzte Würze. Die Tomaten habe ich eingeschnitten, überbrüht und gehäutet, bevor auch sie Opfer meiner Art zu meditieren werden.

Gut abgespült werden muss der Ochsenschwanz, den mein Gärtnergatte beim Fleischer bestellt und in Stücke hat hacken lassen.

Im besten Olivenöl brate ich ihn an und würze mit Meersalz.

Das Fleisch nehme ich danach wieder aus der Pfanne, um im selben Öl das Gemüse zu rösten.

Ist das geschehen, gebe ich den Ochsenschwanz wieder dazu und lösche mit, selbstverständlich italienischem Rotwein, ab.

Dann kommt das doppelt konzentierte Tomatenmark, die Tomaten und die Brühe dazu.

Meine Küche duftet so verlockend, das ich anfange O sole mio vor mich hin zu summen. Es wird noch schöner. Seit kuzem besitze ich endlich einen Mörser, mein Gärtnergatte hat ihn mir geschenkt, in ihm zerkleinere ich die Wacholderbeeren und die Pfefferkörner,

um sie dann dem Gericht zuzugeben. Duftorgien sind das. Gerebelter Thymian, Rosmarinzweige und eine Teelöffelspitze Zimt erweitern sie und bringen mich in den Kochhimmel.

All das Gute schiebe ich nun in den Backofen. Eine halbe Stunde lasse ich alles bei offenem Deckel und 150 Grad Umluft vor sich hin garen, dann wende ich die Fleischstücke und schenke ihnen und mir eine weitere halbe Stunde, bevor ich den Deckel darauf gebe und alles bei 120 Grad Umluft mindestens drei Stunden auf die Traumreise nach Rom schicke. Dieses Gericht sollte am Vortag zubereitet werden. Über Nacht lasse ich es in aller Ruhe abkühlen. Am nächsten Tag nehme ich den Ochsenschwanz heraus, löse das Fleisch vom Knochen und teile es in mundgerechte, nicht zu kleine Stücke. Die wunderbare Soße püriere ich und gebe sie danach durch ein feines Sieb. Alles zusammen kommt jetzt in einen Topf. Das Selleriegrün und die Petersielie hacke ich jetzt klein und gebe sie gemeinsam dazu. Wäre ich eine Italienerin, würde ich jetzt einen Teil der Soße nehmen und sie mit Pasta als Vorspeise servieren. Das Fleisch selbst gäbe es als Hauptgang mit Weißbrot serviert. Ich niemals in Italien Gewesene, serviere Soße und Fleisch mit Pasta.

Ein unglaublich wohlschmeckendes Essen, voller Aromen, voller liebevoll verbrachter Zeit der Zubereitung. Ich war in Rom.