Letztes vor der Pause

Das Jahr zwischen die Finger nehmen im Juni – innehalten – Erinnerung fühlen im Einklang mit dem Wesen der Natur.

Jahreszeiten haben ihre eigene Allmacht, alle lassen sich fassen in diesem Zaubermonat.

Uraltes Wissen vereint er. Gibt mit seiner Sommerhöhe den Kalender der Patriarchen dem Lachen preis.

Den Johannistag feierten die Alten schon in der Nacht davor, sprangen über Feuer, um den Absprung nicht zu verpassen – den in andere Zeiten.

24.Juni – letzter Schnitt für frühblühende Pflanzen und Kräuter. Zu stark wird die brennende Sonne, ihre Kraft verwandelt sich in ihnen zu Schaden.

24.Juni – nichts was in diesem Jahr noch wachsen soll, darf gepflanzt werden. Der Erdboden biegt sich der Reife zu, gibt letzte Kraft dem Wachsendem, kein Raum für Neues ist in dieser Zeit. Alles ist richtig am besonnenen Ort. Alles will gewonnen sein.

24.Juni – nichts in dieser Welt ist ohne Hoffnung. Während das Eine geht, kommt das Andere in’s Dasein. Johanniskraut sammle jetzt, füge sein Gold in den Winter ein. Immer ist sie mit dir – die Natur – liebst du ihre Regeln 

Folge – dem Kreislauf – folge der Natur.

Zum Tag oder Pause

Im Zuge des anstehenden G20 Gipfels und eines daraus resultierenden Anschlages fuhren sie gestern teilweise nicht mehr – die Züge. 

Bei den Zerstörungen durch Unbekannte! kam auch das Telefon- und Internetnetz zu Schaden. Dadurch lag gestern hier vieles lahm. Kein Telefon, geringer Handyempfang oder gar keiner und kein Internet. Zum Glück ging mein Handy und das meiner Mutter. Nachdem sie stundenlang vergeblich auf meinen Anruf gewartet hat, war sie so schlau ihr Handy einzuschalten und ich konnte ihr alles erklären. Es ist nicht leicht, wenn man über 80 Jahre alt ist diese Welt zu verstehen. Wobei, ich versteh‘ sie auch nicht.

Da ich nun gestern meine restlichen mobilen Daten vertaudelt habe, mache ich das was erst für Ende der Woche geplant war – Urlaubspause.

Schwimmt, sonnt und schattet euch gut. Wir lesen uns im Juli

Blick in den Wandel – Juni

Juni 2017

Koch doch !  oder Tagliatelle mit Champignons und Kräutern

Koch doch!

Wirklich!

Wenn nix da ist, nimm Reste und Reserven…

bissel Frisches gib dazu.. 

Olivenöl, Knoblauch und Schalotten sind immer da…

Hühnerbrühe auch..

Sahne sowieso…

frisch pflückst du die Kräuter hinein

Guten Appetit!

Zum Tag

Uff, heiß. Viel zu heiß. Im Bus ist die Klimaanlage ausgefallen. Gefühlt sind das 40 Grad, real nicht viel weniger.

Danach durch die Glut weit durch die Stadt laufen, den Pflegedienstvertrag zum Notruftelefon meiner Mutter abschließen. Weiter durch die Hitze, meinen eigenen Arzttermin wahrnehmen. Ich laufe nur noch an die schattigen Häuserwände gedrückt.

Zu Hause. Gartenlüftchen, kühle Küche.

Birkenblätter und der Tee daraus

Zu Ostern, wenn es draußen noch nicht grünt, die Sehnsucht danach aber groß ist, holen wir uns Birkenzweige in’s Haus. Der geschmückte Maibaum ist eine Birke und auch zum Richtfest steht auf dem Dach eine Birke. Dabei kann die Birke viel mehr als schmückendes Beiwerk sein. Ihre medizinischen Wirkstoffe finden sich in ihren getrockneten Laubblättern und in der entkorkten Rinde. Rinde „mause“ ich meinen Birken nicht, habe ich sie doch vor vielen Jahren auf der Terasse meines Büro’s ausgegraben und mit Erfolg im Garten eingesetzt. 

Bleibe ich als beiden Blättern und ihrer Wirkung die ich kurz mit leicht entwässernd und die Harnwege durchspülend beschreiben kann. Birkenblätter sind demnach hilfreich bei bakteriellen und entzündlichen Krankheiten der ableitenden Harnwege. Zudem unterstützen sie Behandlungen gegen rheumatische Beschwerden.

Die Volksmedizin empfielt sie innerlich gegen Gicht und äußerlich gegen Haarausfall und Schuppen. Erinnert ihr euch an das Birkenhaarwasser eueres Großvaters?

Wichtigster Inhaltsstoff sind die Flavonoide, vin denen besonder die Komponente Quercetin hervorzuheben ist. 

Birkenblätter haben direkt nur eine schwach entwässernde Wirkung, dafür greifen sie aktiv in das Hormonsystem ein. Wichtigste Rolle dabei übernehmen die Flavonoide. Die Wiederaufnahme und -ausscheidung im Körper ist an verschiedenste Mechanismen gebunden, so an kleine Eiweißbausteine – die Enzyme oder Biokatalysatoren. Birkenblätter hemmen drei verschiedene Enzyme, die den Wasseehaushalt steuern. ACE bewirkt in mehreren Schritten die Verengung kleinster Gefäße, das führt zu erhöhten Blutdruck, zudem steigert sich nach der Hormonausschüttung die Wasserresorption im Körper. Nun kommen die Birkenblätter die mit ihren Wirkstoffen das ACE hemmen, die Wasserausscheidung fördern und damit blutdrucksenkend wirken. Wichtig ist, dass Birkenblätter durch Hemmung der Enzyme und Hormone und über die vermehrte Wasserausscheidung die Harnwege von Krankheitserregern entlasten.

Der Volksmund sagt den Blättern eine blutreinigende Wirkung nach, zu Recht. Das Blut wird durch Birkenblätter schneller als gewöhnlich gefiltert, dadurch kann teilweise die entzündungsauslösrnde Substanz, die Rheuma verursacht, ausgeschwemmt werden und die Symptome kurzzeitig gelindert.

Zu einer Teekur aus Birkenblättern sollten zusätzlich zwei Liter Wasser am Tag getrunken werden und selbstverständlich ersetzten die Blätter keinesfalls eine ärztliche Behandlung, können jedoch unterstützend helfen.

Birkenpollenallergiker sollten auf Goldrutenkraut ausweichen, 

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/goldrute-und-der-tee-daraus/

Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren den Tee aus Birkenblättern ganz meiden.

Mir fehlte in diesem Jahr die Zeit, sie zu zum richtigen Termin zu sammeln.

Erinnerungen – Zu Hause

Zu Hause ist bei mir – der Garten.

Wann immer Ferien oder Wochenende war, fuhr ich zu den Großeltern. Oft kam mein Großvater, mit seiner Schwalbe mich abzuholen. Später fuhr ich die 25 km von meiner Elternstadt mit dem Fahrrad zu den Großeltern. Auf dem Moped meines Großvaters begann schon die Freiheit. Nicht wie bei den Eltern Fahrten im nach Benzin und nach Garage riechenden Auto, dessen Fenster nicht geöffnet werden durften, sauste mir der Wind durch die Haare. Gut und sicher sass ich, durch den Rücken des alten Mannes vor einem zuviel von Wind geschützt. Die Großmutter wartete schon auf uns, einen Marmorkuchen in der Backröhre als Willkommensgruss.

Ab in den Garten, ab in’s dahinter gelegene Lützeltal. Eine Fläche des Gartens, die mir damals riesig erschien, war mit Erdbeeren bepflant. Zum Verkauf und zur Aufbesserung der Rente gedacht, durfte ich davon essen soviel ich wollte. Vorn am Haus stand meines Großvaters Geräteschuppen. An seinen Wänden habe ich Nägel einschlagen geübt. Um dahin zu gelangen, musste ich über die Haustür gehend eine halbe Gartenrunde drehen. Die Verandatür, die mich heute direkt in den Garten lässt, hat erst viele Jahre später mein Mann eingebaut.

Umrahmt war die Haustür mit einem Busch roter Kletterrosen, duftend leuchteten sie und wuchsen üppig im hohen Bogen, den Eingang gleichsam beschützend. Nach einem Frost schnitt meine Großmutter sie zurück, was nach und nach ihr Eingehen zur Folge hatte. Die weiße Rose, die jetzt an meiner Tür wächst, ist der Erinnerung an die andere, verlorene Rose gewidmet.

Sie selber, sowie auch die Veranda stehen auf dem Platz an dem sich mein Kinderbeet befunden hat. Was ich darauf gepflanzt habe, ist genauso vergangen wie die rote Rose.

Neben meinem Beet befand sich der Wasserhahn. Den Schlauch daran gesteckt, war er Ursprung lustiger Wasserspritzerein. Daneben stand auf einem Tischchen der Entsafter meiner Großmutter oder ihr Einkochtopf. An einem schmalen Tisch im Schatten der Garagenwand sitzend, haben sie, der Großvater und ich im Freien die Früchte zum Einwecken vorbereitet. Bei mir sind immer mehr im Bauch als in den Topf gewandert. Gelacht darüber haben die Großeltern, nicht geschimpft.

Zwei Gärten weiter lebt seit einigen Jahren eine junge Familie mit zwei kleinen Mädchen, deren Lachen und Toben meinem Garten Lebenstöne bringt. Vor kurzem hat der Vater einen Gemüsegarten angelegt. Von weitem höre ich wie er seinen Mädels das Gießen erklärt:“den Wasserschlauch müsst ihr danach leer laufen lassen, sonst liegt er in der Sonne und das Wasser dehnt sich durch die Wärme aus, dann platzt er…“.

Die Erinnerung lebt. Beruhigend.

Das Lied zum Tag

Love Shines

Bild

Sonntagsmärchen

Manfred Kyber 

Maimärchen

Es war einmal ein Maikäfer, der war wie alle Maikäfer im Mai auf die Welt gekommen – und die Sonne hatte dazu geschienen, so hell und so goldlicht, wie sie nur einmal im Jahre scheint, wenn die Maikäfer auf die Welt kommen. Dem Maikäfer aber war’s einerlei. »Das Sonnengold kann man nicht fressen«, sagte er sich, »also was geht’s mich an.« Dann zählte er seine Beine, erst links und dann rechts und addierte sie zusammen.
Das schien ihn befriedigt zu haben, und nun überlegte er, ob er einen Versuch machen solle, sich fortzubewegen, oder ob das zu anstrengend wäre. Er dachte drei Stunden darüber nach, dann zählte er noch einmal seine Beine und fing an, sich langsam vorwärts zu schieben, möglichst langsam natürlich, um sich nicht zu überanstrengen. Bequemlichkeit war ihm die Hauptsache!
Da stieß er plötzlich an was Weiches, an etwas, was so weich war, dass er sich’s unbedingt ansehen musste. Es lag im Grase und sah aus wie eine schwarze Samtweste, hatte vier kleine Schaufeln und keine Augen. Den Maikäfer, der noch keinen Maulwurf gesehen hatte, interessierte das fabelhaft, er überzählte noch schnell einmal seine Beine und dann gings mit wütendem Eifer mitten in die schwarze Samtweste hinein. Der Maulwurf fuhr empört auf. »Sind Sie verrückt?«, schrie er den Maikäfer an. »So eine Rücksichtslosigkeit!« Der Maikäfer lachte. Es war zu komisch, wie sich die Samtweste aufregte.
»Wissen Sie«, sagte er vorlaut, »wenn man aus nichts weiter besteht, als aus einer Samtweste und vier kleinen Schaufeln und auch keine Augen hat, soll man lieber ruhig sein.« – »Reden Sie nicht so blödes Zeug«, krieschte der Maulwurf, atemlos vor Wut. »Sie sind ein ganz verrohtes Subjekt!« Und damit kroch er in die Erde, der Maikäfer aber setzte angenehm angeregt und erheitert seinen Weg fort. Schließlich, als es Abend wurde, kam er an einen Teich, da saß ein großer alter Frosch auf einem Stein, ganz grün und ganz feucht, der las beim Mondlicht die Zeitung, das »Allgemeine Sumpfblatt«.
Den frechen Maikäfer reizte der breite Rücken des vertieften Lesers und er kitzelte ihn ganz leise und boshaft mit den Fühlhörnern. Der Frosch fuhr mit seinen langen Fingern herum und kratzte sich, ohne von der Zeitung aufzusehen, denn das »Allgemeine Sumpfblatt« ist sehr lehrreich und sehr schön geschrieben – und dabei lässt man sich nicht gerne stören. Aber dere Maikäfer kitzelte beharrlich weiter, bis der Frosch sich schließlich geärgert umdrehte und den Störenfried vorwurfsvoll betrachtete. Da er aber alle Tage das »Allgemeine Sumpfblatt« las und also sehr gebildet war, so erkannte er in dem respektlosen Wesen sofort einen Maikäfer.
»Heut ist der erste Mai«, sagte er ruhig, »es steht in der Zeitung, da kommen diese merkwürdigen Geschöpfe. Dagegen lässt sich nichts machen.« Und dann las er weiter und kratzte sich geduldig, wenn ihn der Käfer kitzelte. Der arme Frosch hätte sich noch lange kratzen müssen, wenn der Maikäfer nicht plötzlich was gehört hätte, was ihm noch übers Kitzeln ging; es klang, als ob’s mit vielen feinen Stimmchen singt, und das war ein Elfenreigen: viele kleine Elfchen in weißen Hemdchen und mit goldnen Krönlein im goldnen Haar hatten sich bei den Händen gefasst und schlangen den Ringelreih’n und sangen dazu. Der Frosch sah gar nicht hin, das stand ja alles im »Allgemeinen Sumpfblatt« unter »Lokales«, abe rder Maikäfer kannt so was nicht und kroch, so schnell er konnte, um sich das Seltsame zu betrachten, was so seltsam mit vielen feinen Stimmchen sang.
Die Elfen flohen entsetzt auseinander, nur eine blieb stehen und sah sich den komischen Gesellen an. »Du hast ja sechs Beine!«, rief sie, »Du bist gewiss ein verwunschener Prinz – und ich warte schon so lange auf einen, um ihm mein Krönlein zu schenken.« Der Maikäfer sah auf seine sechs Beine, bewegte verlegen die Fühlhörner und sagte nichts. »Es ist ganz gewiss ein verwunschener Prinz«, dachte das Elfchen, »er hat doch sechs Beine und sagt nichts!« Und dann fragte es ihn: »Willst du mich heiraten?« Der Maikäfer verstand nur, dass er gefragt wurde, ob er was wolle, und da sagte er: »Fressen will ich«, und legte sich auf den Rücken. »Er muss sehr stark verwunschen sein!«, dachte das Elfchen und gab ihm zu essen, lauter schöne Sachen, wie man sie nur im Elfenreich hat.
Als er satt war, setzte sich das Elfchen neben ihn und beschloss, geduldig zu warten, bis sich der verwunschene Prinz entpuppt. Und als die Glockenblumen Mitternacht läuteten, da dachte das Elfchen, jetzt müsste es sein, und wollte ihm sein Krönlein schenken. Aber der Maikäfer hörte weder die blauen Glockenblumen noch sah er das goldene Krönlein, er lag auf dem Rücken und schlief. Das war so schrecklich langweilig – und so gings alle Tage und Nächte weiter, er fraß grässlich viel; und wenn die Glockenblumen läuteten, schlief er ein. Und das arme Elfchen wartete und wartete.
Da, eines Nachts, geschah etwas Wunderbares: Der Maikäfer rührte sich, streckte seine sechs Beine, bewegte die Fühlhörner und bekam plötzlich Flügel. »Jetzt entpuppt sich der verwunschene Prinz«, dachte das Elfchen und freute sich furchtbar. Und gard wie es sich so furchtbar freute – flog der Maikäfer davon und zerbrach noch dabei mit seinen plumpen Beinen das goldene Krönlein, dass es in tausend Scherben ging. Die Elfenkrönlein sind ja so zerbrechlich!
Da saß nun das arme Elfchen und hatte keinen verwunschenen Prinzen bekommen und hatte auch kein Krönlein mehr, es ihm zu schenken. Und So stützte es das Gesichtchen in die Hände und weinte bitterlich. Das klang so traurig, dass der Frosch vom »Allgemeinen Sumpfblatt« aufsah und sich das Elfchen mitleidig betrachtete. »Ja, ja«, sagte er seufzend, »heute ist der letzte Mai, es steht in der Zeitung, da gehen diese merkwürdigen Geschöpfe wieder. Dagegen lässt sich nichts machen.« Und dann schlug er nachdenklich eine Seite um – das Umblättern ist für einen Frosch sehr leicht, weil er so feuchte Finger hat – und las weiter.
Auch der Maulwurf kam aus der Erde heraus und sagte: »Es war ein ganz verrohtes Subjekt!« In Wirklichkeit aber war der Maikäfer weder ein verrohtes Subjekt, noch ein verwunschener Prinz, sondern eben nur ein ganz gewöhnlicher Maikäfer. Und von dem soll ein Elfenkind keine Märchen erwarten und soll ihm sein Krönlein nicht schenken.
Und was aus dem Elfchen wurde? Das hat der liebe Gott in den Himmel geholt und hat ein Englein draus gemacht mit zwei kleinen Flügeln und hat ihm einen Heiligenschein für das zerbrochene Krönlein gegeben.

Zum Tag

Duftende, rote Sommerfrüchte, kleine, aromatische – in Knoblauch und Olivenöl angeschwitzt, mit Balsamico, Salz, Pfeffer gewürzt – sacht geschmort. Die Soße daraus über den Grillkäse geben und die fabelhaft eingelegten Putensteaks darin tunken…

Sommerabendgenüsslichkeit…