Archiv der Kategorie: Ich

Zum Tag

www.youtube.com/watch

In den 80er Jahren habe ich mir auch ausgerechnet, wie alt ich 2020 bin.

55 Jahre, hat sich nicht ändern lassen.

Ändern kann ich einiges. Vor allem, wenn ich hinschaue.

Da haut doch wahrhaftig der männliche Stellvertreter Gottes einer Frau auf die Finger! Weia. Und das auch noch öffentlich. Hm, vielleicht führen doch nicht alle Wege nach Rom, sondern einfach weiter.

Immer mehr fühle ich mich zur Musik von Fritz Kalkbrenner hingezogen. Seine Eltern und Großeltern, er, sein Bruder, kommen wie ich aus dem Osten, zeigen auf.

Prost Neujahr

Und da ist da so ein Himmel.

Und da ist da so ein Baum.

Und da sind da Menschen.

Und die haben den Himmel gesehen und den Baum.

Und daneben haben sie sich ihr Haus gebaut.

Am Anfang war das Wort und Gott war das Wort und es ist bei ihm.

Zum Tag

Zeit fließt zwischen den Jahren, die für mich ruhiger ist.

Zwangsruhe wegen Firmenurlaub, angeordnet. Wenn nur 26 Tage Urlaub zur Verfügung stehen und davon 9 Tage Pflichturlaubszeiten angeordnet werden, kann sogar Urlaub ärgerlich sein, vor allem dann, wenn der Partner nicht gleichzeitig Urlaub machen kann.

Dennoch werde ich anders, wenn ich länger dem Alltagstrott entfliehen kann. Nicht unbedingt ruhiger und freundlicher, aber aufmerksamer. Nun muss auch diese Aufmerksamkeit nicht positiv sein, vor allem nicht, wenn sie sich auf Menschen richtet. Zuviel was sonst gern übersehen wird, dringt da laut aufschreiend auf mich ein.

Richte ich meine Aufmerksamkeit auf die Natur, werde ich wahrhaftig still und bescheiden. So viel Schönheit, alles auch für mich. Das ist ganz großartig und ich werde wieder dankbarer.

Ein ganzes Jahr liegt hinter mir. Wie war es?

Voller Wahrnehmungen. Immer tiefer komme ich zu meinem wahren Kern und der ist keinesfalls nur freundlich. Mehr und mehr fällt mir schwer mit überspielter Unwahrheit zurecht zu kommen. Ja aber, haben wir nicht alle das Recht auf eine dunkle Seite in uns, die wir nicht jedem, vielleicht gar keinem, zeigen wollen. Ich finde schon, nur sollte diese Seite dann an anderen bemerkt eben auch stillschweigend toleriert werden.

Nach wie vor pflege ich Rituale. Sei es das morgendliche Streichen über den Zauberstein meines Ringes und der damit verbundene geheime Gruß an geliebte Menschen, verbunden mit dem Wunsch, ebendiese Menschen sollen durch diesen Tag voller freundlichem Glück gehen. Sei es der Genuss einer morgendlichen Tasse Tee, sie schweigend am Fenster trinkend und tief Luft holen für mich und meinen Tag.

Gelegentlich nehme ich mir vor, mehr für den Blog zu tun, lasse es dann wieder, weil das Leben mich mitnimmt.

Und das ist dann auch mein Neujahrswunsch für euch und für mich.

Möge das Leben uns mitnehmen.

Rauhe Ruhe

Es ist soweit, der Weihnachtsklimbim löst sich auf.

Es bleibt Zeit zwischen den Jahren.

Täglich steigt das Licht.

Steig mit ihm, sei wach, sei wachsam.

Wachse, öffne dich.

Flieg mit der Zeit, flieg weit und weiter.

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Tja…

… wie war mein Jahr?

Ruhig und laut.

Immer mehr fühle ich mich mit mir selbst am Besten.

Keine Tiraden mehr, lieber Gefühle. Meine Gefühle, mein Wunschdenken, meine Sicht auf die Welt. Still in mir drinnen, nicht mehr der Wunsch andere daran bekehrend teilhaben zu lassen. Das bringt mir innerlich Frieden und Kraft. Und genau das wünsche ich euch.

Frohe Weihnachten

Zum Tag

Nö!

Ich mach nicht mehr mit!

Geschenke gibt es nur noch für Kinder! Vorbei mit der Umtauscherei!

Aber kochen, ja, das mache ich noch!

Zum Tag

Gelegentlich werde ich angemahnt zu schreiben.

Hmm, worüber denn?

Immer noch regen mich Unfassbarkeiten auf. Sei es das Abtingeln von Volksparteien zu Unterhaltungserscheinungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, sei es das Verschwinden kritischer Stimmen wie die eines Uwe Steimles. Wer aus den glücklichen Bundesländern versteht das schon?

Immer noch regen mich überfüllte Busse auf, die unregelmäßig fahren, weil sich für den Hungerlohn der bei grottenschlechten Arbeitszeiten gezahlt wird, einfach kein Personal mehr findet.

Immer noch regen mich meine lieben Mitbürger auf, die brav einkaufen gehen um den Staat mit Mehrwertsteuern zu beschenken, (der setzt die Steuern dann in Beratungsausschüsse um, damit unfähige Minister in Ruhe weiter über Diätenerhöhungen verhandeln können), über pollergeschützte Weihnachtsmärkte stürzen und sich Adventsstimmung antrinken müssen.

Immer noch regen mich pubertäre Mädels auf, die in für mich fast schon terroristischem Gebaren die Meinung einer elitären Minderheit durchsegeln wollen.

Inzwischen sehe ich das alles aber entspannter, ändern kann ich es sowieso nicht, oder?

In diesem Sinne entspanne ich weiter vor mich hinträumend auf dem Sofa und wünsche einen besinnlichen 2.Advent.

Zum Tag

Neunter November.

“ Ich bin rumgerannt, einfach rumgerannt, ist doch nichts passiert.“ … singen Pankow, allen voran André Herzberg.

Und genau so denke ich heute.

Passend dazu das Bild, erfroren das Laub, viel zu früh wie meine Hoffnung auf Veränderung. Versteckt daneben noch grünes Laub, bleibt es hier, wird es wohl auch erfrieren. Und dennoch, zwei Blätter trauen sich Stand zu halten, Erwartungen zu erfüllen und sich pflichtgemäß herbstlich bunt zu färben.

Genau dieses Bild stellt mein Sachsen momentan dar für mich.

Wo war ich am 9.11. vor 30 Jahren?

Was für eine blöde Frage!

Zu Hause natürlich, wie immer.

Zum Tag

Selten habe ich in einer Zeitschrift so viel Wahrheit gelesen wie im aktuellen Stern.

In der Ruprik JÖRGES findet sich der Artikel

Ewig geteilt.

Mir als in der DDR Geborene spricht er aus der Seele. Hier sagt jemand die Wahrheit über den Grund der immer noch währenden Teilung – die Treuhand.

Zitat aus dem Stern Nr.46 vom 7.11.2019

„Die Treuhand ist der Ursprung all dessen, was seit der Wiedervereinigung schief gelaufen ist. Sie ist das Brandmal in der Seele der Ostdeutschen. Unvergänglich. Dass durch die Abwicklung der DDR-Betriebe Millionen arbeitslos wurden, die glaubten, sie könnten nun endlich loslegen, in der Marktwirtschaft, ist noch das kleinere Übel. Von den 4,1 Millionen Jobs, die am 1.Juli 1990 bei den Treuhand-Betrieben bestanden hatten, waren am 1.April 1992 gerade noch 1,24 Millionen übrig.“

“ Doch es bleibt-für immer-die Enteignung der Ostdeutsche durch die Westdeutschen. Den nur etwa 5 Prozent der privatisierten DDR-Betriebe gelangten in die Hände der Ossis. Weniger als 10 Prozent wurden von internationalen Investoren übernommen. Mehr als 85 Prozent aber kamen in westdeutschen Besitz.“

“ Fünf Prozent, das ist die elektrisierende, die politische Zahl. Das Volkseigentum Ost wurde, bis auf diesen Restwert, zu Privateigentum. Man kann das eine feindliche Übernahme nennen. “

Zitate entnommen dem Artikel Ewig geteilt, nachzulesen im o.g Stern, Autor Hans-Ulrich JÖRGES

Jeder, der auch nur ein klein wenig von dem Gefühl dessen was auch ich persönlich in mir trage, überdenken möchte, sollte diesen Artikel in seiner kurzen und präzisen Gänze lesen.

Zum Tag

In der Nacht vor dieser Nacht hat der Frost das Weinlaub braun gefärbt, so wie ich es nach dem langen Grün erwartete, bleibt rot in diesem Herbst also aus.

Lang fallen Schatten in den Garten, stundenlang könnte ich auf meiner kleinen Treppe sitzen und dem Wechsel des Lichtes zuschauen.

Immer das selbe Bild, immer anders.

Manchmal glaube ich, hier ist der einzige Ort für mich still zu werden in dieser lauten Zeit.