Archiv der Kategorie: Lieblingsgerichte

Familienkochclub oder Gartenparty bei meiner Schwester

Na ja, 1976 waren unsere Party’s wilder…oder auch nicht, ich kann ja ’ne immer alles verraten!

Nicht in wilder, aber in freier, harmonischer Natur, die meine Schwester und ihr Mann hegen und pflegen, verbringen wir Familienkochclubmitglieder einen guten Abend.

Wir erinnern uns in Gesprächen an wilde Zeiten…als mein Mann meine Schwester nach einer durchtanzten Nacht unbedingt hoch heben wollte, sie fallen liess, sie sich den Arm brach, wir frühmorgendlich zum Notarzt pilgerten und unterwegs auch noch ihren Mann verloren. Au weia. Das war an ihrem 5.Hochzeitstag, dieses Jahr feiern sie ihren 40., ist doch mal was!

Mittlerweile sind wir gesittet ( hihi )und setzen uns an liebevoll gedeckte Tische. Die Supergärtnerin entdeckt eine klare Trennlinie. Rechts sitzen die über 60jährigen, links die Jugendlichen über 50 (doppeltes hihihi ).

Meine Schwester, die Supergärtnerin und mein Mann schlagen sich in und um Zuchterfolge. Dass wir darüber lachen können, bewahrt uns vor Spießbürgertum.

Solche Vorspeisen lasse ich mir gern schmecken. Die Kochkunst meiner Schwester kennend, habe ich schon vorher ein Auge auf ihr Plantschbecken geworfen

und gehe als Einzige auch baden, also hinein;-) .

Haha. Ich habe mich bewegt, darf also kräftig zulangen.

Zuerst sichere ich mir gegrillte Lammlachse und den wunderbaren, schweren Kartoffelsalat, den auf diese Weise nur drei Menschen zubereiten können…meine Mutter, meine Schwester und ich.

‚Ne B-bemme, das sächsische Wort für geröstetes Schwarzbrot, auf der die Butter schmilzt und über’s Kinn tropft verputzt sich bestens und natürlich…DDR-Steaks.

Wer die nicht kennt, sollte unbedingt in meinem Blog nach dem Rezept suchen.

Die nachfolgenden Geflügelschaschliks und gegrillten Käse lasse ich aus, ich hab‘ ja Disziplin.

Leider versagt diese völlig beim Nachtisch. DDR-Erdbeertorte…hach. Ich schaffe es tatsächlich, nur ein einziges Stück zu essen.

Noch gar nichts erzählt habe ich von dem Fässchen eisigen Bieres, das wir leerten.

tzsch…

Es löste die Zunge und wir schwätzen bis weit nach Mitternacht von alten und von neuen Zeiten.

Kochen in der und für die Familie.

Köstlich und warm wie ein Feuer, in das man schaut, um sich selbst zu finden.

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Nimm mal lieber die Möhrchen ( im Schlafrock )

Ach…fast Mai…den zarten, jungen Dingern schaut gerade jetzt so mancher Mann gern nach. Liebe geht (auch) durch den Magen. Meine Zartheiten verpacke ich jedoch, tja…ich bin halt älter und habe andere Reize.

Also hole ich frische Möhren und halbiere sie, stecke sie für 5 Minuten in heißes Wasser, danach kurz in eiskaltes…den jungen Dingern wird’s auch nicht anders gehen…

Meine Möhrchen hindessen wissen was sie wollen…einen Speckmantel. Tja, Junge Dinger und Sugardaddy’s… Na gut, wickele ich sie mal ein…

…also erst in salzigen Schinken, der konserviert ja bekanntlich…und dann, also so richtig gutbürgerlich festhaltend in Blätterteig.

Damit es ( für den Moment) fest klebt, mische ich Eigelb mit Sahne und streue auch noch geriebenen Käse darauf.

Dem alten Herren helfe ich mit eingeflochtenem Schnittlauch auf die Beine, wofür der alles noch gut ist erzähle ich ein anderes Mal.

Aufheizen muss schon sein, von nichts wird nichts…also den Ofen schön vorheizen auf 200 Grad oder einem Wisky trinken ( also die älteren Herren) und reinschieben.

Das knackt wunderbar, zergeht auf der Zunge…nur…der junge Schnittlauch, der ist pfutsch.

Aha.

Hollandaise

Lieblich sangen die Vögelchen…

als ich ein Stückchen goldgelber Butter zerfließen lies, ihr Zeit gönnte abzukühlen.

Schönhühnchen hatte vier Eier gelegt, Duks, dachte ich…aber wer kennt schon noch Märchentexte..

Holte also meinen schneebesigen, handbetriebenenen Zauberstab, verschaffte dem Eigelb Freudenblasen und lies es laaaaangsam in die Butter eintauchen,erwärmte es zärtlich, bis ich es zur Rose abziehen konnte. Das dauert so lange….bis aus dem Wort Butter mein Name geboren wird…

Ein Hauch Zitrone, eine Spur Salz…

Ein Märchen eben.

Schweinisches oder Eisbein und Zunge von ebendiesem mit Meerrettichsoße und…

Draußen liegt der Winter in den letzten Zügen. Der Holzstappel vor meinem Küchenfenster ist geschrumpft, der Blick auf meine Frühblüherwiese wird frei. Seit Jahren sammle ich die Zwiebeln der abgeblühten Topfpflanzen in meiner Familie, inzwischen hat sich die Wiese gut gefüllt.

Lange wird es Braten nicht mehr geben bei uns, die Sommerküche wartet mit leichteren Gerichten. Also schlagen wir nochmal richtig zu. Mein Mann isst kein Eisbein, ich keine Zunge…mache ich zum Winterabschluss beides und das mit den geliebten Buttermöhren meines Mannes und für mich Sauerkraut und Meerrettichsoße, Rosmarienkartoffeln mögen wir beide…na dann

Es braucht dafür:

1 Eisbein

Möhre

Zwiebeln

Salz/Pfeffer

Wacholderbeeren

Lorbeerblatt

Wasser

und:

3 kleine Schweinezungen

Im Schnellkochtopf gemacht, spare ich Zeit und Energie. Das Eisbein und die Zungen gebe ich in kaltes Wasser, das Gemüse und die Gewürze dazu.

Nicht mit Pfefferkörnern sparen, ich liebe es, wenn der aromatische Duft von frischem Pfeffer durch’s Haus zieht. Alles koche ich für eine reichliche Stunde, dannach ist das Fleisch so weich, dass es vom Knochen fällt.

Die Zunge häute ich nach dem Kochen

und schneide sie in Scheibchen,

die ich nochmal in Butter brate.

Das Eisbein kommt in eine Pfanne

und wird im Backofen leicht gegrillt.

Die Brühe fülle ich noch heiß in saubere Gläser,

sie ergibt später eine feine Basis für Suppen oder Soßen. Für meine Meerrettichsoße bereite ich eine Mehlschwitze, fülle bis zur gewünschten Konsistenz mit Brühe auf und gebe selbstgemachte Meerrettichcreme dazu.

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/02/01/scharfe-sache-oder-meerrettich/amp/

Die Möhren sind gebraten, das Sauerkraut gekocht und im Backofen bruzeln die Rosmarinkartoffeln. Ein würdiges Winterabschiedsessen.

Und saulecker.

Lad dir den letzten Sommer auf’s Tablett oder Kaisergarnelen

Lad dir Knoblauch auf’s Tablett und kleine Tomaten. Stell etwas Butter dazu und Salz. Und selbergemachte Tomatensoße und Parmesan. Vorgekochte Spaghetti und Kaisergarnelen füllen es ganz.

Der Sommer braucht keine große Küche, ihm langt eine einzelne Kochplatte.

Nach und nach landet nacheinander der Inhalt des Tabletts im Tiegel.

Während der Garten sich mit Duft füllt, genießt du die Blicke in ihn

und hast Zeit des Gärtnergatten neustes Küchenzubehör zu bewundern.

Bleibt der Genuss im Freien. Bleibt der leise spürbare Abschied des Sommers.

Blätterteigtaschen mit Lachs, Käse und Spinat

Das ist ein schnell gemachtes Abendessen, durch die knusprige Blätterteigtasche ist es dennoch etwas kleines Besonderes.

Vom Lachs entferne ich die Haut,

brate ihn kurz und kräftig an. Er muss nicht ganz gar sein, weil er noch in den Backofen kommt und er soll nicht zu trocken werden.

Beim Spinat habe ich es mir noch einfacher gemacht, ich verwende Tiefkühlspinat. Den Blätterteig habe ich auch tiefgefroren gekauft und fülle ihn jetzt mit Lachs, Spinat und Käse. Mein Mann mag Spinat nicht, also lasse ich ihn weg und er bekommt mehr Käse als Füllung.

Fisch und Spinat lasse ich abkühlen, damit der Blätterteig nicht davon läuft. Die Ecken umschlagen und fertig. Sollte der Teig irgendwo gerissen sein, lässt er sich leicht mit aufgesetzten Restteigstückchen kleben.

Ich verquirle ein Ei und pinsele den Blätterteig damit ein, so wird er schön braun.

Bei 180 Grad Umluft backe ich meine Teigtaschen in 20 Minuten fertig.

Außen kross, innen saftig, schnell gemacht und wunderbar schmackhaft.

Abgebrochenes oder Relish von grünen Tomaten

Beim Anbinden der Tomatenpflanzen sind ein paar Tomätchen, noch grün, abgebrochen. Schade drum. Ich mach was aus ihnen – ein Relish von grünen Tomaten.

In der englischen Küche darf Relish nicht fehlen. Das süßsäuerliche, stückig-sämige Püree aus mariniertem Obst oder Gemüse wird dort traditionell kalt verwendet. Als Brotaufstrich oder als kalte Soße zu Fleischgerichten und Gegrilltem.

Ich mache das nicht kilogrammweise, sondern verarbeite nur meine abgebrochenen Tomätchen. Das sind 300g, weiter braucht es dafür:

300g grüne Tomaten

100g Zwiebel

25ml milden Weißweinessig

1/2 TL Senf

1/2 TL Tomatenmark

Salz

Pfeffer

Paprika

ein kleines Stück Ingwer

einen Hauch Vanille

Die Tomaten entkerne ich und schneide sie in grobe Stücke, ebenso die Zwiebel. 

Darauf gebe ich Zucker und Salz, decke die Schüssel ab und lasse sie über Nacht im Kühlschrank stehen.

Am nächsten Tag koche ich alles, 

vermischt mit Essig und Senf und den Gewürzen, 

auf und lasse es offen einköcheln, bis die Flüssigkeit reduziert ist, das dauert etwa eine halbe Stunde.

Mit den vielen Stückchen ist das nicht meins, deshalb püriere ich mein Relish grob, obwohl das nicht dafür typisch ist und es so eher an ein Chutney erinnert, dennoch flüssiger ist und auch deutlich säuerlicher.

In saubere Gläschen gefüllt, ist das grüne Tomaten Relish lange haltbar und eine leckere, kalte Soße, besonders köstlich zu gegrillter Hühnerbrust. Weder zu scharf, noch zu süß oder zu sauer gibt es eine pikante Würze.

Bild

Unsere ersten selbstgemachten Nudeln…

(Ich habe einen vorbereiteten Beitrag den ich jetzt gerne veröffentlichen möchte.

Ansonsten bin ich in den nächsten Tagen zu beschäftigt, um immer hier zu sein.)

…sind eine Gemeinschaftsarbeit. Lediglich den Teig habe ich gemacht. Mein Mann hat die Nudelmaschine bedient und eine Soße aus Meeresfrüchten und Tomaten dazu gemacht.

Der Teig ist sehr einfach, es braucht dazu für zwei Personen:

150g Weizenmehl Typ 550

1 EL Olivenöl

1 1/2 Ei

eine Prise Salz

Mit meinem treuen RG 28 knete ich alle Zutaten und knete dann weiter mit den Händen, etwa 10 Minuten bis der Teig zu glänzen beginnt.

Die Schüssel verschliesse ich und lasse den Teig 30 Minuten ruhen.

Auf der bemehlten Arbeitsfläche rollt ihn mein Mann erst mit dem Nudelholz aus,

viertelt den Teig dann und dreht ihn mit der Nudelmaschine auf die gewünschte Stärke.

Dafür dass es unser erster Teig ist, geht das alles sehr gut von der Hand.

Mit dem Aufsatz der Nudelmaschine schneiden wir jetzt die Nudeln. Am Anfang geht das zu zweit besser, einer dreht und einer fängt die Nudeln auf.

Richtig gut sind sie geworden. Für ca. 4 Minuten kommen sie jetzt in reichlich kochendes Salzwasser. So sind sie wunderbar al dente und kommen nun in die verlockend duftende Meeresfrüchtesoße.

Das Essen war ein Genuss. Und weil es so gut geklappt hat, machen wir das bald wieder.

Koch doch !  oder Tagliatelle mit Champignons und Kräutern

Koch doch!

Wirklich!

Wenn nix da ist, nimm Reste und Reserven…

bissel Frisches gib dazu.. 

Olivenöl, Knoblauch und Schalotten sind immer da…

Hühnerbrühe auch..

Sahne sowieso…

frisch pflückst du die Kräuter hinein

Guten Appetit!

Spargelgedanken

Kalt bleibt es draußen. Blüten wechseln zwischen erblühen und erfrieren ihre Farbe schnell in‘ s Braun des Vergänglichen. Erde ebendieser Farbe gibt weiße Spitzen frei. Zu ernten von Händen die wiederum erdfarben geworden sind unter der alltäglichen Last des Broterwerbs. Gebündelt und gepackt die Frühlingsware von Saisonarbeitern, reichen muss das Geld bis zur nächsten Saison der Weinlese, dann die Hände dem Himmel näher. Am Abend vielleicht der Genuss von beidem. 

Im Dampfgarer knackig frisch im Schinkenmantel gehüllt, wie der eigene Körper des Tages geschützt werden muss.

Nichts verschwenden, die Schalen kochen 

und den Sud mit Butter mischen und mit Eidottern, gelber als die mangende Sonne. 

Und immer noch Süden im Sinn und die Zitronen und den Wein, die in ihm gewachsen, geben in die Soße, deren Butter auch den Händen, den geschundenen, gut tut.

Die Hände, die erdfarbenen, quirlen lassen wie die Gedanken, die freien.

Das duftige Brot rösten und einatmen dabei und aus und leeren das Glas bis zum Grund.