Archiv der Kategorie: Lieblingsgerichte

Spargelgedanken

Kalt bleibt es draußen. Blüten wechseln zwischen erblühen und erfrieren ihre Farbe schnell in‘ s Braun des Vergänglichen. Erde ebendieser Farbe gibt weiße Spitzen frei. Zu ernten von Händen die wiederum erdfarben geworden sind unter der alltäglichen Last des Broterwerbs. Gebündelt und gepackt die Frühlingsware von Saisonarbeitern, reichen muss das Geld bis zur nächsten Saison der Weinlese, dann die Hände dem Himmel näher. Am Abend vielleicht der Genuss von beidem. 

Im Dampfgarer knackig frisch im Schinkenmantel gehüllt, wie der eigene Körper des Tages geschützt werden muss.

Nichts verschwenden, die Schalen kochen 

und den Sud mit Butter mischen und mit Eidottern, gelber als die mangende Sonne. 

Und immer noch Süden im Sinn und die Zitronen und den Wein, die in ihm gewachsen, geben in die Soße, deren Butter auch den Händen, den geschundenen, gut tut.

Die Hände, die erdfarbenen, quirlen lassen wie die Gedanken, die freien.

Das duftige Brot rösten und einatmen dabei und aus und leeren das Glas bis zum Grund.

Sonntagsschaus – Spaghetti Bolognese

Ich bin ja nicht feinmotorisch begabt, auch beim Aufstellen der Schüsseln fehlt mir eine klare Ausrichtung. Macht dem Geschmack und mir nichts aus. Mein Mann kocht akurater. Seine Bolognese ist besonders lecker, ob ihres hohen Anteils an geröstetem Gemüse.

Es braucht dafür: 

Staudensellerie

Möhren

scharfe Zwiebeln

Knoblauch

Tomatenmark

Kräuter der Provence

Thymian

Honig

Salz/Pfeffer

Rinderhackfleisch

wenig Rotwein (nur für den Geschmack, der Alkohol verkocht)

wenig Brühe

Bolognese kann eigentlich fast jeder kochen und genauso kocht sie jeder wohl etwas anders. Also erspare ich euch ein langes Rezept, die Bilder sprechen für sich.

Schmeckt großartig. Immer wieder.

Sonntagsschmaus – Coda alla Vaccinara

Überall dort war ich ebenfalls nicht, auch noch nie in Rom. Es ist nicht wahrscheinlich, dass ich jemals hinkommen werde, ich bedauere das nicht. Beim Kochen hole ich mir das Beste der Länder in mein zu Hause – ihre Küche. Coda alla Vaccinara ist nichts anderes als Ochsenschwanz. In Deutschland landet, wenn überhaupt noch, dieses Stück Fleisch in der Suppe. Reise ich also in Gedanken in die ewige Stadt und verfange mich in der Küche der einfachen Leute. Coda alla Vaccinara ist das Gericht Roms überhaupt. Die beste Übersetzung dürfte diese sein – nach Art der Metzgersfrau. Das italienische Wort für Metzger ist Macellai, abgeleitet vom Verb macellare für schlachten. Vacca ist die Kuh. Ziemlich eindeutig also worum es sich bei diesem Gericht handelt. Die Männer, die im Schlachthof am Testaccio arbeiteten, durften als Teil ihres Lohnes die weniger edlen Teile des Tieres, das sogenannte Quinto Quarto – das fünfte Viertel – mit nach Hause nehmen. Der Ochsenschwanz gehörte dazu, auf den Tisch der Aristokraten kam dieses wohlschmeckende Gericht nicht. Wenn die wüßten, was sie verpassten! Es ist so wunderbar lecker, einen solch verlockenden Duft beim Zubereiten verströmend, dass mir schon beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammenläuft. Die Zubereitung braucht Zeit, auch das ist eine Wohltat.

Es braucht dafür:

1,5kg Ochsenschwanz

2 rote Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

3-4 Möhren

6 Stiele Staudensellerie

400g Tomaten

200ml Rinderfond

2 EL Olivenöl

300ml trockenen Rotwein

1 kleine Dose doppelt konzentriertes Tomatenmark

1 TL Wacholderbeeren

1 TL Pfefferkörner

Meersalz

2 Zweige Rosmarin

1 TL gerebelten Thymian

1 TLspitze Zimt

1 Bund Petersilie

Das Gemüse schneide ich in kleine Würfel. Diese Arbeit, von vielen ungemocht, ist für mich reine Entspannung. Schnipp, ein Gedankengang, schnipp, noch etwas unverdauliches im Kopf erledigt, schnipp, das Gemüse ist fertig und mein Kopf klarer.

Aufzuheben ist dabei unbedingt ein wenig Selleriegrün, gemeinsam mit der Petersilie ergiebt das am Ende eingehackt die letzte Würze. Die Tomaten habe ich eingeschnitten, überbrüht und gehäutet, bevor auch sie Opfer meiner Art zu meditieren werden.

Gut abgespült werden muss der Ochsenschwanz, den mein Gärtnergatte beim Fleischer bestellt und in Stücke hat hacken lassen.

Im besten Olivenöl brate ich ihn an und würze mit Meersalz.

Das Fleisch nehme ich danach wieder aus der Pfanne, um im selben Öl das Gemüse zu rösten.

Ist das geschehen, gebe ich den Ochsenschwanz wieder dazu und lösche mit, selbstverständlich italienischem Rotwein, ab.

Dann kommt das doppelt konzentierte Tomatenmark, die Tomaten und die Brühe dazu.

Meine Küche duftet so verlockend, das ich anfange O sole mio vor mich hin zu summen. Es wird noch schöner. Seit kuzem besitze ich endlich einen Mörser, mein Gärtnergatte hat ihn mir geschenkt, in ihm zerkleinere ich die Wacholderbeeren und die Pfefferkörner,

um sie dann dem Gericht zuzugeben. Duftorgien sind das. Gerebelter Thymian, Rosmarinzweige und eine Teelöffelspitze Zimt erweitern sie und bringen mich in den Kochhimmel.

All das Gute schiebe ich nun in den Backofen. Eine halbe Stunde lasse ich alles bei offenem Deckel und 150 Grad Umluft vor sich hin garen, dann wende ich die Fleischstücke und schenke ihnen und mir eine weitere halbe Stunde, bevor ich den Deckel darauf gebe und alles bei 120 Grad Umluft mindestens drei Stunden auf die Traumreise nach Rom schicke. Dieses Gericht sollte am Vortag zubereitet werden. Über Nacht lasse ich es in aller Ruhe abkühlen. Am nächsten Tag nehme ich den Ochsenschwanz heraus, löse das Fleisch vom Knochen und teile es in mundgerechte, nicht zu kleine Stücke. Die wunderbare Soße püriere ich und gebe sie danach durch ein feines Sieb. Alles zusammen kommt jetzt in einen Topf. Das Selleriegrün und die Petersielie hacke ich jetzt klein und gebe sie gemeinsam dazu. Wäre ich eine Italienerin, würde ich jetzt einen Teil der Soße nehmen und sie mit Pasta als Vorspeise servieren. Das Fleisch selbst gäbe es als Hauptgang mit Weißbrot serviert. Ich niemals in Italien Gewesene, serviere Soße und Fleisch mit Pasta.

Ein unglaublich wohlschmeckendes Essen, voller Aromen, voller liebevoll verbrachter Zeit der Zubereitung. Ich war in Rom.

Heißes für Kaltes – Zwiebelsuppe mit Käsetoast

Seit alten Zeiten ist die Zwiebel ein bewährtes Volksheilmittel. Wer kennt nicht das helfende Hausmittel bei Erkältungen – Zwiebelsaft. Seine Wirksamkeit beruht auf dem hohen Vitamin C-Gehalt der Zwiebel. Selbst das Tränen der Augen beim Schälen ist von Vorteil. Sind die Augen wieder getrocknet, sind sie auch von Bakterien gesäubert. Genauso vernichtet die Zwiebel Bakterien die sich in anderen Schleimhäuten festgesetzt haben. Schon während die Zwiebeln wachsen entwickeln sie Abwehrstoffe, deshalb müssen sie chemisch kaum geschützt werden. In jeder Zwiebel stecken Allizien und andere schwefelhaltige Verbindungen, dadurch werden die Schleimhäute auch bei starken Bakterienbefall geheilt. Auch beim Schneiden von Zwiebeln werden durch Inhalation die Schleimhäute im Nasen-, Mund- und Rachenraum desinfiziert. Von Vorteil ist zudem, dass diese Wirkstoffe nur langsam abgebaut werden und noch im Bereich von Nieren, Blasen und ableitenden Harnwegen entzündungshemmend wirken. Ätherische Öle, bestimmte Eiweißstoffe und Flavonoide wirken darüber hinaus blutdruck- und blutfettspiegelsenkend. Damit sind Zwiebeln ein famoses Mittel gegen Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Älteren Menschen sind Zwiebeln besonders zu raten, sie wirken appetitanregend, beugen krankhaften Gefäßverengungen vor, helfen bei Durchblutungsstörungen, Venenleiden, Hämorrhoiden… Die in ihnen enthaltene Folsäure verhilft zu einer ausgeglichenen Stimmung und sorgt für Zellwachstum. Zwiebeln sind reich an Eisen, regen die Blutbildung an und den Sauerstofftransport in den Zellen. Außerdem holen sie viel Zink aus dem Boden und bringen das rare Spurenelement – das wichtig für Bindegewebe, Libido, Gehirn und Gefäßwände ist – in unseren Körper. Sollte ein Insektenstich im Mundbereich geschehen sein, sollte man – bis der Arzt eintrifft – Zwiebel kauen, um eine starke Anschwellung, die eine Erstickung auslösen kann, zu verhindern.

Damit ist also bewiesen, schon das Zubereiten von Speisen mit Zwiebeln hält gesund, natürlich erst recht deren Genuss.

Für meine Zwiebelsuppe, ausreichend für 2 Personen, braucht es:

1 große Gemüsezwiebel (mindestens 200g)

2 rote Schalotten

1 Knoblauchzehe

3 Zweiglein Thymian

2 EL besten Olivenöls

1 Prise Zucker 

125 ml Weißwein (am Besten ein Riesling)

600 ml Hüherbrühe (Vegetarier nehmen Gemüsebrühe)

ein paar Fäden Safran

Salz/Pfeffer

2 Scheiben Toast

25 g Parmesan

25 g Gouda

Die Zwiebel schneide ich in feine Ringe.

Meine Tränen fließen heftig, aber das ist ja gesund. Gleich im Suppentopf schmore ich die Ringe in Olivenöl an.

Nur bestes Olivenöl ist zum Erhitzen geeignet, sein milder Geschmack findet sich in der Suppe wieder. Eine Prise Zucker gebe ich dazu, mit Salz und Pfeffer schmecke ich erst am Ende ab. Ich menge der Zwiebelsuppe etwas Safran bei, den ich im Weißwein einweiche.

Wenn die Zwiebel angeschmort sind, kommt der Knoblauch dazu, dann lösche ich mit Weißwein ab und gebe den Thymian hinein.

Etwa die Hälfe des Weins einreduzieren lassen, dann mit der Brühe auffüllen

und eine knappe halbe Stunde bei geschlossenem Deckel simmern lassen. In dieser Zeit toaste ich zwei Scheiben Brot 

und reibe den Käse grob.

Besonders gut schmeckt es mit Ziegenkäse, ich hab keinen da und nehme je zur Hälfte Parmesan und Gouda. Die warme Suppe fülle ich in Schalen.

Sie duftet herrlich, aber nicht nach scharfen Zwiebeln, sondern mild würzig. Der Safran hat ihr eine goldgelbe Farbe verliehen. Ich habe die verwendete Hühnerbrühe gut gewürzt und muss kaum nachsalzen. Etwas milde Schärfe gibt der Safran und die in Weißwein geschmorten Zwiebeln erinnern im Geschmack an feinstes Weinkraut. Verbunden mit der Hühnerbrühe ist meine Zwiebelsuppe von mildem, dennoch intensiven Aroma. Obenauf lege ich den Toast und bestreue ihn mit dem Käse.

Für knapp 15 Minuten kommen die Schälchen jetzt bei 200 Grad Oberhitze in den Backofen.

Danach hat sich auf dem Toast eine knusprige Käsekruste gebildet, der Toast selbst löst sich weich in der Suppe, zusammen ist das einfach köstlich. 

Gesunden Appetit.

Sonntagsschmaus – Spaghetti mit Garnelenschwänzen

Beim Italiener hat mein Gärtnergatte vor kurzem ebendieses Gericht mit Genuss verspeist. Also koche ich es für ihn nach, ich geb mir große Mühe und hoffe, er findet es genauso gut wie im Restaurant. Gelegentlich habe ich das Temperament einer Italienerin, das sollte ich also hinkriegen.

Für meine Spaghetti mit Garnelenschwänzen braucht es:

Spaghetti

Garnelenschwänze

2 Schalotten

2 Knoblauchzehen

2 TL Olivenöl

Zitronensaft

50ml Gemüsebrühe

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2017/01/06/kuechenfriemelei-gemuesebruehe/

4 EL saure Sahne

1 TL Zucker

200g Kirschtomaten

2-3  Zweige Thymian

Salz/Pfeffer

Den Thymian aus dem Winterschneegarten zu holen ist reine Freude. Gut, dass der Thymian geschützt steht, so kann ich ihn ohne Schnee schippen zu müssen plücken.

Ich habe kochfertige Garnelenschwänze gekauft, diese beträufle ich mit Zitronensaft.

In einer Pfanne erwärme ich bestes Olivenöl, die Supergärtnerin versorgt mich oft damit. Darin schwitze ich Schalotten und Knoblauch an, 

die ich vorher, gemeinsam mit den Tomaten, kleingeschnitten habe.

Ich habe meine Kamera vom draußen fotografieren noch auf Handeinstellung eingestellt, darum sind alle Fotos nicht richtig geworden. Dem Geschmack hat’s nicht geschadet.;-) 

Nun kommen die Garnelenschwänze und der Thymian hinein, alles lasse ich kurz ziehen. Mit der Gemüsebrühe lösche ich ab, gebe die saure Sahne und die Kirschtomaten dazu. Etwas Zucker kommt dazu und Salz und Pfeffer. Die Garnelenschwänze nehme ich wieder heraus, damit sie nicht wie Gummi werden. Etwas lasse ich die Soße danach einkochen.

In die duftende Soße gebe ich bissfest gegarte Spaghetti und vermenge alles gut. Obenauf kommen die Garnelenschwänze, wieder gut vermengen und servieren. 

Wir essen dieses Gericht, zum Schrecken jedes Italieners mit Parmesan.

Duftend wie beim Italiener und genauso gut schmeckend ist alles geworden, sagt mein Gärtnergatte. 🙂 

Kinderbonbonmarmelade – Physalis und Grapefruit

Gern esse ich meine Weihnachtsdekoration auf, die Granatäpfel des vergangenen Jahres landeten gemeinsam mit Rum auf meinem Frühstücksbrötchen. 

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/01/15/konservierte-weihnachtsdekoration-oder-granatapfelgelee-mit-rum/

In diesem Jahr war der Tisch mit Physalis geschmückt. Übrig geblieben sind keine, meine Schaukelinhaberin hat alle mitgenommen. Im Winter esse ich gern sonnengelbe Marmeladen. Mir macht diese Farbe Freude. Hole ich mir also neue Physalis – Kinderbonbons sagt meine Schaukelinhaberin zu Physalis, ein fantastischer Name, den sich ihre Mama hat einfallen lassen, um die Kleine zum Obst essen zu bringen. Physalis sind lecker und gesund. Hier zu lesen.

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/physalis/

Nur mit Physalis wird mir mein sonnengoldenes Frühstück zu süß, also mische ich etwas Herbe bei mit Grapefruit. Auch diese Frucht ist sehr gesund und köstlich. Zu lesen hier.

https://www.google.de/amp/s/teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/03/25/grapefruit/amp/?client=ms-android-om-lge

Wieder verzichte ich in dieser Marmelade auf fertigen Gelierzucker, ich nehme braunen Rohrzucker und Gelierhilfe. Der Versuch beim Granatapfelgelee des Herbstes

https://www.google.de/amp/s/teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/11/10/spaetherbstliche-fruehmorgensinnlichkeit-oder-granatapfel-sekt-gelee/amp/?client=ms-android-om-lge

hat mich überzeugt, die Süße ist eine andere…angenehmere. Gesünder als andere Zucker ist brauner Rohrzucker jedoch auch nicht. Er ist nur nicht speziell gereinigt und hat deshalb ein paar Mineralien mehr ( vergleichbar mit naturtrüben Apfelsaft ). Ich finde jedoch, dass die Marmelade dadurch besser schmeckt. Auf weitere Gewürze verzichte ich, Fruchtgeschmack möchte ich nach Weihnachten am Liebsten pur. Von meinen Marmeladen mache ich keine Unmengen, so habe ich Abwechslung auf dem Frühstückstisch und keine Stau alt werdender Marmeladen im Schrank.

Für meine Physalis-Grapefruit-Marmelade braucht es:

1 Schale Physalis

1 Grapefruit ( püriert ergibt das zusammen 200ml Fruchtsaft )

70g braunen Rohrzucker

5g Gelierfix 3:1

1TLspitze Ascorbinsäure

Die Kinderbonbons befreie ich von ihrer Schale und püriere sie. 

Mit der Grapefruit verfahre ich genauso. Ich löse das Fruchtfleisch und püriere es fein. 

Gemeinsam landen die Früchtchen im Topf, ich gebe Rohrzucker und Gelatine dazu und lasse alles aufkochen. Vorgegeben ist eine Kochzeit von 3 Minuten, das ist zu kurz. Mindestens 5 Minuten sollte die Marmelade köcheln. Man sieht auch, wenn sie gut ist, die Farbe wird dann dunkler und klarer. Wunderbar ist nicht nur die Farbe, sondern auch der Marmeladenduft der durch’s winterliche Haus zieht.

Von meiner Tochter habe ich zu Weihnachten feine Gläschen bekommen, in sie fülle ich meine sonnengoldene Marmelade.
Guten Morgen.

Versuchungen oder Dreierleischokoladentarte

​Zumindestens die direkten Weihnachtstage stehen bei uns im Zeichen des geselligen Beisammenseins der Familie. Dabei schmausen wir gute Dinge, die Vorfreude auf das Festessen und dessen Zubereitung gehören für mich zu Weihnachten. Ich jammere auch nicht über die daraus entstehende Arbeit, sondern ich mache mir diese Koch- und Backarbeiten zu einer guten Zeit. Eben diese nehme ich mir dafür. So kommt langsam Weihnachtsruhe auch in mir an. Negatives und Lautes blende ich für diese Zeit aus, schreckliche Ereignisse werden nicht ungeschehen, wenn pausenlos über sie geredet und nachgedacht wird. Jetzt und hier ist Zeit für meine Familie und für mich. Ruhepausen sind notwendig, um danach kraftvoll nach vorn arbeiten zu können. So gern wie ich Dessert esse, so gern stelle ich es auch her. Beim Stöbern in den Blogs nach Rezepten habe ich vielerlei Köstlichkeiten gefunden. Entschieden habe ich mich für eine Tarte aus dreierlei Schokoladen. Gesehen habe ich diese schokoladige Versuchung bei

http://wp.me/p5Oa1Q-10V

Ich danke für dieses perfekt dargebotene Rezept!

Für mein Weihnachtsdessert ist sie genau das Richtige. Meine Schokolade liebenden Kinder werden sich freuen. Da die Tarte innerhalb des Herstellungsprozesses mehrfach kalt gestellt werden muss, ist sie für mich wieder eine feine Übung in mir immer noch mangelnder Geduld. Nun ist vor Weihnachten zum Glück vielerlei zu erledigen, die Wartezeiten des Kühlens sind also ausgefüllt.

Für den Teig in einer 26er Form braucht es:

180 g Mehl

2 EL Kakao

3 El gemahlene Mandeln

60g Zucker

1 Prise Salz

1 Ei

Den Teig knete ich rasch durch und stelle ihn für eine Stunde kalt. 

Danach rolle ich ihn zwischen Folie

und kleide die gebutterte Tarteform damit aus. 

Meine Form ist nagelneu, der Boden lässt sich vom Rand trennen, ideal. Für 18 Minuten bei 175 Grad Umluft backe ich den Teig mit Hilfe von Backerbsen blind. 

Was blind backen ist habe ich hier

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/englische-creme/

erklärt. Auskühlen lasse ich ihn und dann kommen die Schokoladenschichten nacheinander auf den Boden.

Zum Herstellen der schokoladigen Schichten braucht es eine Ganache. Was genau diese Pariser Creme ist und wie sie entstanden ist habe ich hier

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/enkel/

erklärt.

Für die weiße Schokoladenschicht braucht es:

300g weiße Schokolade

150g Sahne

Kleine Schokoladenstückchen hacke ich und gebe sie in eine Schüssel. Wichtig für ein gutes Gelingen ist, dass die Schokolade unbedingt Zimmertemperatur hat! Die Sahne koche ich auf, lasse sie leicht abkühlen und gieße sie über die Schokolade. 

Keinesfalls umgekehrt! Ich rühre solange bis eine glatte Masse entstanden ist und gieße die weiße Schokoladenschicht zuerst auf den Tarteboden. Für ca.eine Stunde stelle ich die Tarte kühl. In der Zeit hacke ich die Vollmilchschokolade. Je nach Kakaoanteil der Schokolade ist das Mengenverhältnis zwischen Schokolade und Sahne genau zu beachten. Im Internet finden sich auf einigen sehr guten Blogs hilfreiche Tipps dazu, so z.B. hier:

http://sallys-blog.de/suesse-rezepte/cake-basics/item/401-ganache-zum-befuellen-von-torten-und-pralinen

Für die Vollmilchschokoladenschicht braucht es:

250g Milchschokolade

150g Sahne

Die Vollmilchschokoladencreme stelle ich ebenso wie die weiße Schicht her und gebe sie auf diese. 

Danach muss die Tarte wieder eine Stunde kühlen. Zeit also die letzte Schicht aus Bitterschokolade herzustellen. 

Für die dunkle Schokoladenschicht braucht es:

200g dunkle Schokolade

125g Sahne

2 EL Butter

Auch hier hacke ich die Schokolade klein, die Butter koche ich in der Sahne auf und gieße die Masse über die gehackte Schokolade. Kurz stehen lassen und dann rühre ich auch hier so lange, bis die Masse glatt glänzt. 

Dann trage ich die letzte Schicht auf und stelle meine Schokoladenversuchung kalt. Nach dem Abkühlen dekoriere ich die Tarte mit dem Abrieb weißer Schokolade.

Vorbereitet habe ich inzwischen die Dessertteller.

Darauf gebe ich später, wenn sie gut durchgekühlt ist, meine Dreierleischokoladentarte.

Sieht gut aus mit meinen schneebedeckten Bergen im Vordergrund und ist wahrhaftig eine Versuchung. Erst recht mit einer Kugel Schokoladeneis.

Meine Tochter hat alles was übrig blieb eingesammelt und mitgenommen. 

Ein Schokoldentraum.

Heißes für Kaltes – Klare Suppe mit Eistich

Bei uns ist die klare Suppe in diesem Jahr Vorspeise zum Weihnachtsessen. Sie schmeckt jedoch auch als Hauptspeise, dann mit einer Scheibe Brot dazu serviert und ein paar Fleischstückchen darin. Ihre Herstellung ist einfach.

Es braucht dafür:

Beinscheibe vom Rind

Markknochen

Wasser

Salz, Lorbeerblatt, Pfefferkörner

2 kleine Möhren

2 Zwiebeln

1 Knoblauchzehe

Kräuter, zum Garnieren der Suppe

Für den Eistich:

3 Eier

180ml Milch

Salz/Muskat

Eine alte Kochweisheit besagt, willst du eine gute Brühe – setze die Suppe mit kaltem Wasser an. Willst du ein gutes Fleisch – setze die Suppe mit heißem Wasser an. Mir geht es um die Brühe, ich nutze das Fleisch auch nicht als Einlage, es wird in einem Rindfleischsalat enden. Also wasche ich meine Beinscheibe und die Knochen und setzte sie in kaltem Wasser an. Salz gebe ich dazu – aber sparsam- nachsalzen geht immer. Pfefferkörner kommen dazu, 2-3 Lorbeerblätter und zwei in grobe Stücke geschnittene Möhren. Zwei Zwiebeln halbiere ich und belasse die Schale daran (nur die ganz äußere entferne ich), das gibt der Brühe eine kräftige Farbe. Vorher habe ich die Zwiebelhälften auf der Schnittseite leicht angeschwitzt. 

Langsam lasse ich mein Süppchen vor sich hin simmern, nicht kochen lassen! So bleibt sie klar. Reichlich zwei Stunden dauert das etwa, das Ergebnis ist eine wohlaussehende und -schmeckende Brühe.

Diese gebe ich nocheinmal durch ein Sieb, in das ich ein Küchentuch gelegt habe. Nun ist die Brühe richtig klar.

Der Eistich ist leicht gemacht. Die Eier mit der Milch aufschlagen. Salz und Muskatnuss dazugeben

und im Wasserbad fest werden lassen. Wichtig dabei ist einzig die Eiermasse nicht schaumig aufzuschlagen, sonst gibt es Luftbläschen im Eistich. 

Nach den Abkühlen schneide ich kleine Würfel.

Kleine, in Streifen geriebene Möhrenstücke genügen mir hier, gemeinsam mit dem klein geschnittenen Eierstich als Einlage, die Suppe soll nicht sättigen, sondern Appetit machen. Garniert mit frischen grünen Kräutern ist diese klare Suppe auch ein Augenschmaus. Die Möhrenstreifen blanchiere ich bevor sie in die Suppe kommen.

Mit Kräutern garniert ist das eine wunderbare Vorspeise.

Schokoladige Mandelplätzchen

Nun, die größte Plätzchenbäckerin bin ich nicht. Was es da alles so für richtige kleine Kunstwerke gibt… Ein paar einfache Plätzchen backe ich in der Adventszeit selbstverständlich. Mandeln mag ich sehr gern, meine Kinder mögen Schokolade, backe ich also Plätzchen mit diesen guten Sachen.

Mandeln sind nahrhaft und gesund. Obwohl 30g Mandeln rund 200 Kalorien enthalten, helfen sie beim Abnehmen. Sie sättigen langanhaltend. Reich an einfach-ungesättigten Fettsäuren enthalten Mandeln damit gesunde Fette und machen im Gegensatz zu Kohlehydraten satt. Der Blutzucker steigt nur gering, Insulin wird langsamer ausgeschüttet, Heißhunger kommt so gar nicht erst auf. Mandeln enthalten zudem thermogene Proteine, u.a. Tryptophan. Diese Aminosäure ist ein Vorläufer von Serotonin, das für Entspannung sorgt und ebenfalls Heißhungerattakten verhindert. Durch ihre ungesättigten Fettsäuren schützen Mandeln vor Arteriosklerose. Fettsäuren wie z.B.Ölsäure senken das böse Cholesterin LDL und erhöhen das gute Cholesterin HDL. Das in Mandeln enthaltene Vitamin E schützt uns vor freien Radikalen. Vom Vitamin B findet sich ein ganzer Komplex in ihnen, wie Biotin, Riboflavin und Niacin. Mit dem in ihnen enthaltenem Kalzium, Magnesium, Mangan, Eisen und Kupfer helfen Mandeln gegen Müdigkeit und Energiemangel.

Für meine schokoladigen Mandelplätzchen braucht es:

80g weiche Butter

40g Staubzucker

100g Mehl

1 Ei

50g geriebene Mandeln

Vanille

1 TLspitze Natron

50g Schokoladenraspel

Alle Zutaten knete ich rasch zu einem Teig. Mehl und Puderzucker siebe ich dabei immer.

Die Teigkugel wickele ich in Folie und lege sie für 30 Minuten ins Tiefkühlfach.

Danach lassen sich leicht kleine Kugeln formen, die ich auf’s Backblech lege. Dabei lasse ich ausreichend Platz dazwischen, der Teig läuft bei’m Backen breit.

Backpapier lässt sich leichter auslegen, wenn es vorher zerknittert und leicht angefeuchtet wird. 10 – 15 Minuten kommen die Plätzchen jetzt bei 170 Grad Umluft in den vorgeheizten Backofen. In der Zwischenzeit siebe ich 2 EL Puderzucker und 2 EL Kakao und vermische das gut.

Sind die Mandelplätzchen leicht abgekühlt, wende ich sie darin, das gibt einen fein herb-süßen Geschmack.

In einer Weihnachtsdose verpackt warten meine Plätzchen nun auf den nächsten Besuch der Schaukelinhaberin.

Heißes für Kaltes – Steinpilzsuppe

Als die ältere Generation zu Gast bei uns war, gab es ein Würzfleisch. Davon habe ich noch Fleischbrühe übrig. Im Urlaub haben wir ausgiebig geschlemmt, uns reicht zur Zeit ein Süppchen zum Mahl. Steinpilze hat mein Gärtnergatte ausreichend gesammelt und getrocknet, ich kann also aus dem Vollem schöpfen.

Für meine Steinpilzsuppe braucht es:

2 Hand voll getrockneter Steinpilze

1l Fleischbrühe

200ml Sahne

2 Zweige Thymian

Die Zubereitung ist denkbar einfachst. Über Nacht weiche ich die Steinpilze in der Fleischbrühe ein, so geben sie intensiv ihren Geschmack weiter. Am nächsten Tag püriere ich alles schlicht. Die großzügig vohandenen Steinpilze ergeben eine sämige Bindung,

eine Mehlschwitze wäre geschmackstötend und ist zudem überflüssig. Mit reichlich Sahne aufgefüllt, wird die Suppe rund und sättigend.

Ein paar  Stengelchen Thymian aus dem Frostgarten hauchen Würze dazu – Gutes ist so einfach -.

Die Suppe hat einen wunderbar intensiven Steinpilzgeschmack. 

Genau das Richtige für diese Jahreszeit und nach einem Schlemmerurlaub.

Eine Scheibe mit Käse überbackenem Weißbrot dazu…hmmm.