Archiv der Kategorie: Kartoffelgerichte

Schmausiges – Fächerkartoffeln

Kartoffeln zählen zu meinen Lieblingsessen – in jeder Form. Mein Mann dagegen mag sie eigentlich nur als Pommes. Eine Variante die wirklich jedem schmeckt, auch eigentlichen Kartoffelnichtmögern, sind Fächerkartoffeln. Die Zubereitung ist leicht und eine wunderbare Küchenfriemelei mit Yogacharakter.

Für meine Fächerkartoffeln braucht es für 2-3 Personen:

6 möglichst gleich große, mehlig kochende Kartoffeln mit Schale (also Bio)

20g Butter in Flöckchen

frischen Thymian

Meersalz aus der Mühle / Pfeffer

ca.100g jungen Gouda

Die Kartoffen, am Besten schon erste Frühkartoffeln, gründlich waschen und abtrocknen.

Fächerartig schneide ich die Kartoffeln nun ein, gut und ohne sie ganz durchzuschneiden geht das, wenn die Kartoffeln beim Einschneiden zwischen zwei Kochlöffel gelegt werden.

In die Spalten schiebe ich Blättchen frischen Thymians. Genauso gut würde auch Rosmarin oder Salbei gehen, ich mag den milden Thymiangeschmack am Liebsten.

Meine Fächerkartoffeln lege ich in eine große Kuchenform, genauso gut geht eine Auflaufform oder das Backblech direkt, und gebe kleine Butterflöckchen auf sie. Mit Meersalz aus der Mühle und Pfeffer würze ich, dann kommen die Kartoffeln für 35 Minuten bei 200 Grad Umluft in den Herd.

Die duftenden, gebackenen Prachtstücke bestreue ich danach mit dem grob geriebenen Gouda (jeder andere Käse geht auch) und überbacke sie bei 220 Grad Oberhitze in 15 Minuten damit knusprig.

Das ist so lecker,

dass es für mich eigentlich nichts weiter braucht. 

Mein Mann isst da anspruchsvoller. Deshalb serviere ich meine Fächerkartoffeln mit geschmorter Lende

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/schweinelende-mit-gebackenem-chicoree-und-backkartoeffelchen/

und gebratener Schwarzwurzel.

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/tag/schwarzwurzel/

Das ist eine köstliche Mahlzeit. Übrig gebliebene Fächerkartoffeln lassen sich leicht aufwärmen und sind mit Quark serviert eine wunderbare Resteverwertung. Oder sie werden gleich ganz einfach mit Quark gegessen.

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Sonntagsschmaus -die Wickelklöße meiner Großmutter

Meine Großmutter hat sie noch gemacht, meine Mutter schon nicht mehr – Wickelklöße. Dort wo heute unser Kamin steht, stand früher der Herd meiner Großmutter. Einfache, köstliche Dinge hat sie darauf zubereitet. Auch ein Gasherd stand daneben:“ auf Feuer gekocht schmeckt besser“sagte sie, wenn sie Speisen auf dem kohlebeheiztem Herd zubereitete. Dem war und ist so. Ihre Wickelklöße habe ich als Kind nicht gemocht, wegen der Butter mit der die Innenseiten bestrichen sind. Heute ist es eins meiner liebsten Sonntagsgerichte. Es ist einfach und gut, wie alle Gerichte aus meinen Kindertagen. Kartoffeln waren die Speise der armen Leute, die Vielfalt der Zubereitungsarten machten sie zu einer abwechslungsreichen Delikatesse. Es braucht dafür:

1kg mehlig kochende Kartoffeln

200g Mehl

100g Kartoffelmehl

1 Eigelb

Salz

Muskat

100g Butter

150g Semmelbrösel

Die Kartoffeln bereite ich am Vortag als Pellkartoffeln zu. Anders als bei den gekochten Klößen

https://www.google.de/amp/s/teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/11/03/eine-runde-sache-oder-kartoffelkloesse/amp/?client=ms-android-om-lge

muss die Kartoffelmasse während der Verarbeitung nicht heiß sein. Die abgepellten Kartoffeln drücke ich durch die Kartoffelpresse, die in Sachsen und Thüringen in keinem Haushalt fehlt. 

Zugedeckt kann sie bis zum nächsten Tag abkühlen und am Sonntagmorgen ist es ein Arbeitsschritt weniger. Ich sehe meine Großmutter in ihrer geblümten Kittelschürzte vor mir wie sie sagt:“Udele, woll’n mer de Karduffeln heud schon gochen, dann ham‘ er am Sonndach ne so viel zu dun“. Die Kartoffeln dann mit dem Mehl und Stärkemehl verkneten, ein Eigelb gehört hinein, reichlich Salz und etwas Muskat. 

Am Besten geht das mit den Händen. Ich fühle, wenn der Teig richtig ist, sonst etwas Stärkemehl dazugeben, bis der Teig die gewünschte Konsistenz hat und sich gut ausrollen lässt. Ein Zentimeter ist die richtige Stärke. Dafür habe ich die Arbeitsfläche und das Nudelholz mit Stärkemehl bestäubt. Den ausgerollten Teig mit zerlassener Butter bestreichen und die Semmelbrösel darauf streuen. In Streifen schneiden und zusammenrollen. 

Die Enden fest zusammendrücken. Hier besticht wieder meine nur mangelhaft vorhandene Feinmotorik. 

Vierecke werden es bei mir nicht, dem Geschmack tut das keinen Abbruch.

In einem sehr großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen und die Wickelklöße hineingeben. Die Hitze sofort zurück nehmen. Wenn die Klöße zur Oberfläche schwimmen, sind sie gar und müssen alsbald herausgenommen werden, damit sie nicht zerkochen. 

Das ist ein so leckeres Essen und voller guter Erinnerungen. Fein der leichte Buttergeschmack in den kartoffelfluffigen Nichtvierecken.

Bei mir gibt es dazu Rotkraut und Entenkeule. 

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/09/07/die-dritte-zeit-in-jedem-jahr-oder-gebratene-entenkeulen/

Hmmmmm.

Sonntagsschmaus – Entenbrust mit Knoblauch und Vanille, Kartoffelbällchen und Rotkraut

Gar nicht viel an Zutaten also und dennoch rund im Geschmack, so wie ich es gern habe.

Rautenförmig schneide ich die Entenhaut ein, salze und pfeffere die Brüstchen, um sie dann mit der Hautseite nach unten in Butterschmalz anzubraten. Schön knusprig muss die Haut sein, dann drehe ich die Fleischstücke in der Pfanne. Der Knoblauch kommt dazu und die geöffneten Vanilleschoten, dann lösche ich mit Wasser ab und schiebe den Tiegel in den vorgeheizten Backofen. Bei 180 Grad Umluft können meine Entenbrüstchen hier weiter garen. Mein Gärtnergatte und ich essen Fleisch gern durchgebraten, wer es medium und noch leicht rosa wünscht, verkürzt die Garzeit entsprechend. In ca.30 Minuten ist das Fleisch für mich im richtigen Zustand. Dazu gibt es Kartoffelbällchen, eins meiner Lieblingsgerichte, ich bin sehr kartoffelig veranlag. Für die Bällchen bereite ich einen Teig wie für Kartoffelklößen.

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Daraus forme ich kleine Bällchen, die ich in Semmelmehl wälze. Meine Frau Schwiegermutter, die eine sehr gute Köchin ist und von der ich auch dieses Rezept übernommen habe, hat mir Semmelmehl selber gemacht, feinste Güte habe ich also zur Verfügung. Die Klößchen müssen frittiert werden, da ich keine Fritteuse habe und auch keinen Ölfilm im Haus mag, bereitet mein Gärtnergatte diesen Teil in der „Sommerküche“.

Wunderbar knusprig, goldbraune Bällchen bringt er mir.

Fertig sind auch die Entenbrüstchen, ich wickle sie in Alufolie und lasse sie kurz ruhen.

Aus der Soße entferne ich Knoblauch und Vanille, etwas Fett schöpfe ich ab und reduziere die Soße durch einkochen.

Mein Gärtnergatte schneidet die Entenbrüstchen auf und wir können gemeinsam genießen was wir gekocht haben.

Zart-mürbes Entenfleisch mit einer Knusperhaut die sogar ich aufesse. Leicht ist der süße Hauch von Vanille und der kräftige Knoblauch zu schmecken, die Kartoffelbällchen sind innen butterweich, außen herrlich cross. Dazu das duftende Rotkraut…ich freu mich sehr auf Weihnachten.