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Zum Tag

Heute traf ich den Mann, der mich als ich 19 Jahre alt war, von meiner Tochter entbunden hat. Ich treffe ihn oft, er wohnt nah bei mir, nur vergisst er viel inzwischen.

Mein Kind wollte schwer auf diese Welt und ich, ich war sehr jung. Und ich wollte dieses Kind, so sehr.

Die Hebamme stand und wusste nicht was tun…

Er schon.

„Das ist nicht mehr erlaubt“, sagte sie, als er seine erfahrenen Hände auf die obere Hälfte meines geburtsbereiten Bauches drückte. Mit enormer Kraft. Mein Kind rückte sofort in den bereiten Geburtskanal und ich nahm diesen enormen Druck an. Ohne zu reißen, ohne Zangengeburt, leicht, nach fast zu langem Warten sprang mein Mädchen in die Welt. Durch diesen erfahrenen Handgriff, der uns beiden das Leben gebracht und gerettet hat.

Immer noch springt mein Mädchen gern, sehr verwegen, ohne den Grund zu wissen.

Ich treffe ihn oft. Er läuft schwerer.

Heute konnte ich ihm im Vorbeigehen zwei leere Flaschen abnehmen und entsorgen.

Er schaut mich an, erinnert sich wieder.

„Ute! Du hast graue Haare.“

Na klar Herr Doktor, ist alles lange her.

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Zum Tag

Oft frage ich mich zur Zeit, wie ich es geschafft habe…zu bloggen…zu bloggen…zu bloggen, nebenher zu leben.

Es muss sehr viel angestaute Energie in mir gewesen sein, nicht zu Ende gedachtes.

Und dann…all die Aktionen und Reaktionen…die steigende Zahl der Blogbesucher.

Eigentlich ist alles ganz einfach.

Es gibt Themen, denen ich mich gern widme, es gibt viel Vergessenes…

Nun ist dieser Blog endlich mein Blog. Er frisst mich nicht mehr auf, weil ich es nicht zulasse.

Ich lebe wieder real, nicht digital.

Fein.

Zum Tag

Gestern fiel der erste Schnee. Er blieb nicht, schenkte mir dennoch Entspannung.

Immer noch bin ich sehr emotional, angespannt, reagiere über. Sehe oft Angriff, wo keiner ist.

Mir fehlen die Gespräche und Telefonate mit meiner Mutter. Rief ich sie an, dauerte es manchmal bis sie an’s Telefon ging. Mich wartend wissend sagte sie immer:“bin schon da“. Zur Zeit sitze ich oft auf meiner Lieblingsbank im kühlen Garten und hole mir die Erinnerung an ihre Stimme zurück, sehe ihr verschmitztes Lächeln dabei.

Zum Tag

Kaum hab‘ ich Lust zum Blog lesen, zum selber bloggen noch weniger.

Lieber bin ich auf Wegen, in offenen Gärten und allein zu zwein…

Zum Tag

Keine Angst habe ich mehr vor bösartigen, mir Kleinbürgertum unterstellenden, Kommentaren.

Viel haben viele in dieser digitalen Welt verlernt.

Es ist wie immer ganz einfach.

Regierungen kräuseln sich in Kleinkriegen, für die sich ein „normaler“ Mensch zu Tode schämen würde.

Noch schlimmer, all das Gessäer lässt unseren Boden verkümmern. Ausgetrocknet, vergiftet, ausgenutzt…

Nehmt einfach die Hacke in die Hand, wenn ihr noch gelernt habt, Erde zu schützen. Grabt auf, giesst mit gesammelten Regenwasser.

So einfach!

Zum Tag

Nichts fehlt mir ohne WP.

Internetneueinsteigerin war ich als ich hier begann.

Mach auch weiter, gelegentlich.

Zum Tag

Die Welt bereitet sich vor auf kommerziele Spiele.

Staaten spielen längst keine Rolle mehr…überbezahlte, faule Politiker wohl.

In meinem Land sterben täglich Frauen. Geschändet, ohne Schuld. Fluchtmöglichkeiten unbegrenzt, wie Einwanderungen.

Tägliches Erleben in Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln… Rentner…stehen…Jungs aus fremden Welten und Kopftuchmädels sitzen, plaudern zu laut in Smartdinger. Einen habe ich heute aufgefordert, aufzustehen, Ältere sitzen zu lassen.

Ohhhh. Diese Blicke.

Zum Tag

Schattenspiele an den Wänden, fliegende Wolken, der Boden bestreut von niedergefallenen Blüten in einem lila, das so sanft ist wie ich es heute bin.

Zum Tag

Über allen blauen Himmeln ziehen Wolken. Das muss so sein, weil Wolken Regen bringen und ein Dauerblau auszehrt.

Meine Mutter konnte ihre Chemotherapie nicht länger ertragen, ach, so schwach. Nach Wochen ohne fühlt sie sich endlich besser. Kontrolltermin. Eigentlich ( das ist meiner Mutter Lieblingswort) nichts Unerwartetes. Der aktuelle Befund hat sich dramatisch verschlechtert. ..

„Soll ich jetzt wieder mit der Chemo anfangen und daran krepieren…“

Mama, nein, das sollst du nicht. Ich weiß wie gern du bei uns bleiben willst. Wie du weiß ich…

Pflanzen, Kohlrabi in die Hochbeete, Blümeln in die Kästen…

Die Wolken ziehen weiter.

Zum Tag

Heute morgen ein gutes Wort gelesen…Gärten der Kindheit…

Sofort im Kopf auftauchend verloren gegangene Pflanzen…

Orange leuchtete am Zaun eine Kaiserkrone, strahlte noch bis in die Kindertage meines Sohnes, ging irgendwann verloren oder gar ein. Achtsamkeit will gelernt werden.

Zufall oder nicht, brachte mein Mann mir Tigerlilien mit einem gelb das so sanft ist, fast grün. Tagträume inbegriffen.

Die Schaukelinhaberin hat einen Dickkopf der meinem gleicht. Sie trägt zur Zeit ausschließlich Gummistiefel. Pinke Träumchen habe ich ihr gekauft, suche noch die Geschichte dazu, um Fräulein Gummistiefel zum Hineinschlüpfen zu bringen…

„Gärten der Kindheit“ eben…