Archiv der Kategorie: Garten

Blick in den Wandel – Juni 2018

Juni 2018

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Blick in den Wandel

19.Juni 2018

Blick in den Wandel

13.Juni 2018

Fliedermütterchen

Der Name dieses Märchens von Hans-Christian Andersen, das meine Kindertage begleitete und ihnen, wie alle Märchen des geschätzten Dänen,einen zauberhaften,träumerischen Reiz verlieh, brachte mich durcheinander. Nie hatte ich jemanden beobachtet der,wie beschrieben,die prachtvollen weissen und lila Fliederblüten zu Tee verarbeitete.Inzwischen weiß ich,mit „Flieder“ ist Holunder gemeint.

Gleich neben der Treppe, die Sommerküche beschattend, steht auch in unserem Garten ein schwarzer Holunder.

Gut so! Er hält böse Geister vom Hause fern.Dieser Glaube hängt sicherlich mit dem hohen Vitamin C und Kaliumgehalt seiner Früchte,der Holunder- oder eben Fliederbeeren zusammen.
Gern stelle ich mir in heimeliger Abendstimmung vor, wie aus dem Dunkel der Nacht sich anschleichende Geister ,sich ans Haus wagen wollend und schon vom die Sinne betörenden Geruch des Holunders bekehrt,sich abwendend andere Opfer suchend, den paradiesichen Garten auf immer verlassend, wieder verschwinden.

So viel reine Schönheit lässt nichts Böses neben sich gedeihen.
Deshalb lasse ich die

duftenden und verlockenden Blüten am Strauch,ohne sie zu Sekt oder Ähnlichem zu verarbeiten.Die schwarzen,wohlschmeckenden Beeren sind bei den Vögeln genauso beliebt wie bei uns.Wohl aus diesem Grund wohnt in unmittelbarer Nähe ein Rotschwänzchenpärchen mit seinem Nachwuchs. Eben diese Beiden leisten uns nun gelegentlich zutraulichen Besuch beim Frühstück.Erwachsen sind sie geworden und elegant.Aus den glänzenden,saftigen Früchten,die sie uns übrig lassen, bereite ich Gelee mit einzigartig-aromatischem Geschmack.

Im Märchen sitzt Fliedermütterchen hier im Geäst des Busches und erzählt dem Kind,das zu seiner Genesung den Tee der Blüten zubereitet bekam,Geschichten.Unter unserem Strauch geniessen an freien Morgen der Gärtnergatte und ich ein genüsslich sich ausdehnendes Frühstück. Diese gern gelebte Frühstückszeremonie gibt Kraft für lange Wintertage,die jetzt noch so fern scheinen.Den Tee der Holunderblüten,dem eine schweißtreibende und fiebersenkende Kraft zugeschrieben wird,benötigen wir ,gestärkt durch die Aufenthalte im Garten, nur selten.Er hält böse Geister eben fern – unser Holunder.

Wenn ich durch seine Blätter vor der Sonne geschützt,im Kühlen sitzend,die Schattenspiele der Zweige bewundere,fallen auch mir alte Geschichten ein.Ihnen zufolge kommt der Name Holunder von Frau Holle, aus der nordischen Mythlogie,die ja viel älter als die bekannte Gestalt aus dem Grimm’schen Märchen ist und ihren Ursprung in der Muttergöttin der Jungsteinzeit haben soll.Schon immer suchten sich die Menschen jemanden, unter dessen Schutz sie sich stellen konnten.

Gern möchte ich das alte Märchen in den Herzen wieder aufleben lassen, die Geschichte des kleinen Jungen der sich nasse Füsse holte und dessen Mutter ihn mit Holundertee wieder gesund pflegte und den dabei wundersame Träume besuchten.Vielleicht sogar Frau Märchen selbst. Aber das ist schon wieder eine neue Geschichte.

Blick in den Wandel

4.Juni 2018

Blick in den Wandel – Mai 2018

Mai 2018

Das Schöne vom Tag

Gepflanztes

Blick in den Wandel

21.Mai 2018

Gartengeschichte(n)

Unser Garten hat uns oft geholfen.

Beim Entspannen, beim Essen, beim Zusammenfinden und -halten.

Mir ist er zudem Ort geliebter Erinnerungen.

Ein riesiges Erdbeerfeld hatten meine Großeltern in ihm angelegt, um ihre Rente aufzubessern. Der Platz ist heute Wiese. Ein Stück davon lassen wir wild wachsen, für Gräßer und Insekten.

Dem gegenüber lag die Terrasse meiner Großeltern, beschützt von einer Hecke, überdacht von einem Kirschbaum. Aus alten Fensterscheiben hatte mein Großvater ein Büdchen gebaut, in das sich meine Großmutter bei Regen zurückzog und in Heimarbeit Tupfer drehte. Heute noch kann ich das. Auf ihrem Schoß lag ein blau-weißes Tuch, auf das die vielen Fusseln des Mulls fielen. Das Holzstäbchen mit dem sie die Tupfer drehte, glänzte von der ständigen Benutzung. Im Büdchen lag ich ihr oft zu Füßen, mit meinen Katzen schmusend. Der davor liegende Hühnerstall war damals schon zum Geräteschuppen umfunktioniert und das ist er auch heute noch.

Zu meinen alten Geschichten kommt eine neue.

Lang schon wünscht mein Mann sich ein Gewächshaus für seine gern geschmausten Tomaten. Nun hat er sich eins aufgebaut. Seine Freude daran ist so groß wie die Arbeit die er hineingesteckt hat.

Einen Teil unserer Wildwiese hat er urbar gemacht. Hinten wachsen bald Kartoffeln und Zwiebeln. Der Mittelteil gehört der Schaukelinhaberin, die sich sehnlichst eigene Blumen wünscht.

Bleibt immer noch genug Raum für meines Mannes Traum.

In drei Teilen sollte das Gewächshaus geliefert werden, ein Teil fehlt…ach ja. Nach langer Suche wird das fehlende Teil in einer anderen Lieferung wiedergefunden, dort abgeholt und endlich, drei Tage später, an uns zugestellt. Es kann losgehen.

Das Fundament zusammenschrauben und an den geplanten Ort tragen. Passt, hurra.

Damit das Häuschen feststeht, zementiert mein Mann ordentlichst.

Weiter geht’s.

Das Sortieren beginnt, ich nehme Reißaus. Niemals würde ich selbst das hinbekommen.

Gebrauchsanweisungen sind für mich böhmische Dörfer, mit einer Engelsgeduld kämpft mein Mann sich durch.

Erfolgreich. Ich kann dem Wachsen des Häuschens zusehen. Es wächst so schnell, wie sonst nur Unkraut.

Bald schon können die Scheiben eingesetzt werden.

Ich trau‘ mich wieder in die Nähe, schließlich bin ich wenigstens der Dokumentator.

Voller verdientem Stolz grüsst der Bauherr aus dem Geschaffenem.

Nach drei Tagen Arbeit steht unser neues Gewächshaus.

Vorgezogen hat mein Mann Tomaten, ich hab sie pikiert und bald finden sie ihren festen Platz.

Solche Häuschen sind zwar nicht billig, dennoch Sturmschaden gefährdet. Hier habe ich auch mal eine gute Idee. Mein Mann bohrt kleine Löcher in die Verstrebungen und zieht durch sie von außen um die Scheiben herum einen dünnen Draht, das sollte beim Stabilisieren helfen.

Ein paar gekaufte Tomten sind schon drin, nächste Woche holen wir noch mehr Pflanzen und dann wird alles eingegraben.

Gute Ernte lieber Gärtnergatte.

Blick in den Wandel

17.Mai 2018