Archiv der Kategorie: Extra

Adventsgeschichten

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Ein Hinweis

Anstatt über Google zu surfen, kann das mit Ecosia getan werden.

Statt Daten zu sammeln, werden hier Bäume gepflanzt.

Vielleicht ist das auch etwas für dich?

https://info.ecosia.org/what

Zum Tag

Morgen werde ich 54 Jahre alt.

Hurra!!!!!

Pause wegen Ferien

Regierung: Aufruf zum eigenen Sturz

Klartext

form7

Die großen Metropolen dieser Welt sind gleichzeitig auch gigantische Integrationsmaschinen. Die weltweite Migration findet in Städten wie Los Angeles oder Jakarta eine neue Dimension. Menschen aus anderen Regionen des eigenen Landes oder der ganzen Welt finden immer wieder den Weg dorthin. Jährlich, zu Hunderttausenden. Wer glaubt, das sei dort alles von einer Kommunalverwaltung geplant und es gebe dafür feste Strukturen, innerhalb derer sich das abspielt, mache sich den Spaß, dorthin zu fahren und es sich anzusehen. Jede Stadtverwaltung der Welt wäre mit solchen Zahlen überfordert. Nach Jakarta kommen jährlich eine halbe Millionen Menschen, und das innerhalb ein und derselben Woche, nämlich nach dem Ramadan. Organisiert wird das alles von denjenigen, die schon da sind und die Neuen nach einem Besuch zuhause in der Provinz mitbringen. Diejenigen, die es in die Metropolen bereits getragen hat, sind in der Regel die Anlaufstationen für die, die noch kommen. Geregelt wird alles in einer…

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DSGVO

Dankeschön lieber Arno

Arno von Rosen

Arno von RosenZuerst einmal die guten Nachrichten. Niemand der einen privaten Blog (also ohne Gewinnabsicht) betreibt, muss ein Impressum hinterlegen. Auch sind die ganzen Einstellungen am Blog nicht halb so schwierig, wie in der Öffentlichkeit gerne behauptet wird, denn die Plattformbetreiber müssen selber dafür Sorge tragen, dass ihre Mitglieder rechtlich geschützt sind. So bleiben in der Regel wenige Klicks übrig, um einen Blog sicher zu machen. Bei kommerziellen Blogs und Seiten sieht das etwas anders aus, denn diese müssen ein Impressum führen (hier mehr dazu), doch eine Telefonnummer ist auch hier nicht zwingend erforderlich. Wer seine eigene Webseite betreibt, sollte beachten diese als https zu verschlüsseln, so wie es bei wp oben in der Eingabezeile zu sehen ist (grünes Schloss). Plattformen machen dies automatisch, aber eigene Seiten nicht. So muss man diese Option vom Provider (zum Beispiel 1&1 usw.) dazubuchen lassen. Dies ist…

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Zum Tag

Nun aber.

Alles summt. Jetzt ist Zeit, wahr zu nehmen.

50 Tage nach Ostern ist Pfingsten.

Richtig so, wenn man an Mondberechnung und daraus resultierenden Ernteerträgen denkt.

Ach … diese Friedenstauben…

Der Arche Noah’s Weg zeigend, in Pionierliedern besungen, endzeitlos gezeichnet…

Über uns allen ergießt sich der Geist des Lebens.

Lassen wir ihn ein.

Psychedelisches Schattenboxen

Klasse

form7

Eine revolutionäre Situation ist dann gegeben, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen. Dieser Satz wird Lenin zugeschrieben, und zuzutrauen wäre er ihm auf jeden Fall. Denn seine Erfolge feierte er, weil er nicht lange fackelte und es sogar fertig brachte, in einem Bauernland eine proletarische Revolution anzuzetteln. Der Satz ist nicht unbedingt ein Choral der hohen politischen Analyse, und dennoch spricht aus ihm eine nicht rückweisbare Evidenz. Denn tatsächlich, was passiert denn, wenn diejenigen, die die Macht haben, das irgendwie nicht mehr hinkriegen und diejenigen, die beherrscht werden, darauf einfach keine Lust mehr haben? Es wird auf jeden Fall ein Aufbegehren geben. Ob das gar in eine Revolution mündet, ist eine zweite Frage.

Viele verweisen hinsichtlich der momentanen Situation auf dieses Zitat. Es wird immer wieder ins Gedächtnis gerufen, wenn die Verzweiflung über das Regierungshandeln groß ist und die Sprachlosigkeit über das Schweigen der…

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Nepomuk Hastig springt über seinen Schatten

Nepomuk Hastig lebt allein. Seine Einsamkeit hat er sich nur bedingt ausgesucht. Er ist ein ruhiger Mensch, tut sich schwer beim Öffnen. Etwas trennt ihn von innen heraus von den Anderen. Wo immer nur weiter gestebt wird, bleibt er zurück. Zäh bleiben die Bemühungen der Anderen um all die Leichtigkeit an ihm kleben. Neben ihm gibt es Menschen denen es ähnlich geht. Vielleicht.

Sein neuer Wohnungsnachbar wirkt stattlich. Die grossporige Haut fällt unter der Solariumsbräune weniger auf. Sein Körper ist schlank, im Gesicht zeichnen sich schwere Furchen ab, wer sich auskennt ahnt sofort, diese Schlankheit ist schwer erkämpft, sie soll die nicht vorhandene Körpergröße ausgleichen. Nepomuk Hastig kennt sich aus. Zumindest damit. Im Treppenhaus hat der schlank trainierte Mann ihm freundlich, aber uninteressiert einen guten Tag gewünscht. Schneller als sein Duft war er hinter seiner Wohnungstür verschwunden. Was verschlägt einen solchen Menschen in sein stilles Haus, das abgelegen ist und nicht mit großen Fensterfronten für sich wirbt. Immer denkt Nepomuk daran wie es wäre, hinter ganzflächig verlaufenden Glasscheiben zu wohnen, deren Sicht auf einen großzügigen Park fällt, in dem Spaziergänger sich leicht wie Schmetterlinge tummeln. Nepomuk verbringt einen großen Teil seiner Freizeit in dem Park, der von den großzügigen Wohnfenstern begrenzt ist. Immer ist er auf der anderen Seite, auf jener von der aus dem Park in die großen Fenster geschaut werden kann. Die Menschen dahinter tun sich nicht schwer damit, diese intimen Einblicke zuzulassen. Nepomuk sucht, auf einer Bank am Springbrunnen sitztend, zu verstehen, wie es sich anfühlt, so großzügig, verschwenderisch geradezu, mit seinem Innersten nach außen zu treten. Er vermeidet wie die anderen zu flanieren, zu schwer sein Gang neben all den Leichtfüssigen.

All die gardinenlosen Glasfronten bieten Einblicke in ein zur Schau gestelltes Stück gelebten Erfolges. Wer so stilvoll dekorierte Arbeits- und Wohnräume sein Eigen nennt, zählt zu den Gewinnern. Nepomuk kann sich selbst die Frage nicht beantworten, ob er es wert fände, so viel Lebenszeit mit Arbeit zu verbringen, um die wenig verbliebene Freizeit dann mit diesem Lebensgefühl des Wohnens zu krönen. Dann muss man das wohl ausstellen, damit jeder sehen kann wie gut es mir geht, denkt sich Neomuk. Nein, für ihn kommt das so nicht in Frage und dennoch bleibt der Traum durch ein solches Fenster als Besitzer und nicht als Beobachter zu schauen. Nepomuk steht von seiner Bank auf und geht wie immer mit Trennungsschmerz von diesem Ort. Er läuft nicht die beschatteten Alleen im Park direkt entlang, er geht dicht unter den Fenstern vorbei, als könnte noch mehr Nähe ihm Antwort bringen.

Vor ihm geht ein Mann, er kommt ihm bekannt vor. Beladen mit Umzugskisten verliert die schlanke Silhouette vor ihm ihre Unnahbarkeit, ein Blick beim Überholen ins Gesicht des schwer Beladenen lässt Nepomuk seine Vermutung bestätigen, ja, das ist er – das ist sein neuer Nachbar. Nepomuk beginnt vor Erregung zu zittern, das ist sie, das ist seine Chance einmal auf die andere Seite zu gelangen. Der Wunsch in ihm ist so stark, dass er seine Unsicherheit, seine Ängstlichkeit überwindet. Er geht auf den Mann zu, ich helfe ihnen tragen, sagt er. Ehrlich fügt er hinzu, ich tue das nicht aus Hilfsbereitschaft, ich tue das aus dem Verlangen in mir heraus, einmal auf der anderen Seite dieser Fensterfront zu stehen. Der Blick des Beladenen fällt auf Nepomuks gedrungene Gestalt, bleibt in den bittenden Blicken hängen. Nepomuk hat in seiner jahrelangen Stille lebend gelernt, Gesten anderer – die diese selbst längst nicht mehr wahrnehmen – zu lesen. Dem Umziehenden gefällt sein Anliegen nicht, jedoch ist dieser fähig in Sekundenschnelle erkennbaren Vorteil zum eigenen Nutzen wahrzunehmen. Seine Kisten absetzend, nimmt er beim neuen Weg in die zu beräumende Wohnung den unsagbar still werdenden Nepomuk mit sich. Dieser betritt die Räume, von innen wirkt die äußerlich zur Schau gestellte, aufgeräumte Modernheit leer. Zielsicher findet Nepomuk den Weg zu dem oft erträumten Ausblicke. Er steht am Fenster, blickt durch es und sieht in den Park. Einzigartig liegt seine gesamte Schönheit vor ihm. Sie ist ohne Geräusche und Gerüche, als wäre es eine gut arrangierte Fotografie. Sehnsucht ergreift Nepomuk. Er muss zurück auf seine Seite, unbedingt und sofort.

Ein Lächeln zieht über das Gesicht des zurückgebliebenen ehemaligen Mieters. Dann lässt er die Umzugskisten unberäumt stehen und geht hinaus, geht auf die andere Seite. Zögerlich wird in ihm ein Lied dabei laut.

Holger Biege ist tot

https://de.wikipedia.org/wiki/Holger_Biege

Holger Biege war mir einer der liebsten Sänger. Meinen Dank ihm.