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Wir sind…

Sachsen kämpft.

Ich auch.

Fernab der Politik der Bundesregierung, gefühlt allein gelassen.

Sachsen wird stark bleiben, sich wehren gegen mediale Vorwürfe, miteinander sprechen.

Jeden Tag neu, gegen Vorurteile, für Zusammenhalt.

Ich bin 7,6 Prozent SPD, wer bist du?

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Sonntagsmärchen

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Hausmärchen, 1858
Der Jüngling im Feuer und die drei goldnen Federn

Zwei blutarme Leute hatten ein Kind, das war ein Knäbchen und war gar schön und gut, so daß sie ihre größte Freude an ihm erlebten. Das dauerte aber nicht lange, da starb der Mann und der armen Frau ging es herzlich schlecht und sie kam in bittere Noth. Darüber grämte sie sich so sehr, daß sie sich hinlegte und ihrem Manne nachstarb. Also stand das arme Kind ganz mutterseelenallein in der Welt und hatte Niemanden, der sich seiner annahm. Es bettelte sein Brod an den Thüren und kam so jeden Tag in des Königs Schloß, da gab ihm der Koch die Reste, welche auf den Tellern übrig geblieben waren, die aß es im Schloßgarten unter einem Baume. Nun hatte der König ein Töchterchen, das war an demselben Tage geboren, wie das Knäbchen, und lief jeden Mittag nach Tische in den Garten, um zu spielen. Da sah es denn jedesmal, wie das arme Kind die geringen Bissen so gierig verschlang und das that ihm sehr leid, denn es hatte ein gutes Herz. Es holte ihm Brod und Geld und gab ihm seine abgetragenen Kleidchen, brachte auch Spielsachen mit und die beiden Kinder spielten ganze Tage miteinander. So wuchsen sie auf und wurden größer, da nahm das Knäbchen im Schlosse Dienst und wurde als Hirte über das Federvieh gesetzt. Sie sahen sich jeden Tag vor wie nach und je länger es dauerte, um so mehr erkannten sie, daß sie eins ohne das andre nicht leben könnten.
Ein paar Jahre später kam ein mächtiger Königssohn zum Besuch an den Hof des Königs, dem gefiel die Prinzessin so gut, daß er sogleich um ihre Hand anhielt. Der König, welcher seine Tochter sehr liebte, sprach: ‚Ich gebe gern mein Jawort, wenn es ihr recht ist.‘ Als der Königssohn aber der Prinzessin von seiner Liebe sprechen wollte, wies sie ihn ab und sprach: ‚Spart euch die Mühe, mein Herz gehört dem Gänsehirten an unserm Hofe und keinem andern; wenn ich den nicht bekomme, will ich nie heirathen.‘ Darüber war der Prinz höchlich entrüstet, ging zum König und sagte es ihm wieder. Der König erzürnte sehr, als er das hörte und sprach: ‚Dem wollen wir bald abhelfen;‘ ließ sofort den Hirten rufen und sagte: ‚Bereite dich zum Tode, morgen wirst du lebendig verbrannt, weil du dich vermessen hast, die Prinzessin zu lieben.‘
Das war an einem Morgen, gerade als der Hirte sein Federvieh austreiben wollte. Er nahm seinen Hirtenstab und ging so recht von Herzen betrübt hinter seinen Gänsen, Enten und Hinkeln daher der Weide zu; da setzte er sich hin und weinte bitterlich, daß er die Prinzessin und sein junges Leben so bald verlieren sollte. Da stand plötzlich ein Greis neben ihm der fragte ihn, was ihm fehle. Als der Jüngling ihm sein Leid geklagt hatte, sprach der Greis: ‚Gehe getrost in das Feuer, es wird dir nichts anhaben können, denn Gott kennt deine Unschuld und schützet dich.‘ Da ging dem armen Jüngling das Herz auf, er faßte frischen Muth und zog Abends heitern Sinnes dem Schlosse zu. Da stand der Scheiterhaufen schon aufgerichtet und mittendrin der Pfahl, an welchen er gebunden werden sollte; die Prinzessin stand aber am Fenster und schaute mit weinenden Augen auf das Holz hin. Da rief ihr der Jüngling hinauf und schwenkte seine Mütze: ‚Laß deinen Kummer fahren und vertraue auf Gott, der wird uns helfen.‘ Als sie sah, wie er so fröhlich war und gar keine Sterbensfurcht hatte, da kam auch über sie eine große Ruhe, warum das wußte sie nicht, aber sie konnte gar keine Angst mehr haben.
Am folgenden Morgen kamen die Henkersknechte zu dem Jüngling, um ihn zu binden, da sprach er: ‚Nehmt eure Stricke wieder mit, ich gehe gern in das Feuer‘ und er kletterte auf den Scheiterhaufen hinauf und stellte sich an den Pfahl. Da schlugen die Flammen bald hoch empor und die Leute, welche umherstanden, hatten rechtes Mitleid mit dem Jüngling und sprachen: ‚Ach was muß dieß für ein harter Tod sein‘.‘ Er stand aber mitten in den Flammen und sang mit heller Stimme und das Feuer versengte ihm nicht ein Haar. Als sich die Flammen nach und nach legten und nur die rothen Kohlen noch glühten, da staunte das ganze Volk, als es den Jüngling mit seinen frischen rothen Backen lachenden Mundes in der Gluth stehen sah, wie er seine Mütze gegen das Schloß zu schwenkte. Da stand die Prinzessin nämlich, die winkte ihm mit ihrem Tuch und jetzt hatten sich die Beiden noch viel lieber als zuvor. Da frohlockten die Leute und sprachen: ‚Das hat der liebe Gott um ihrer großen Treue willen getan.‘ Der König frohlockte aber nicht, sondern befahl, den Jüngling als einen Zauberer in das Gefängnis zu werfen und alsbald ein ungeheures Haus von Stein zu bauen mit einem eisernen Tor; das ließ er mit Buchenreisig und Eichenholz füllen. Darin sollte der Jüngling verbrannt werden.
Als die Henkersknechte kamen, ihn zu binden, sprach er: ‚Laßt mich frei gehn, ich entlaufe euch nicht.‘ Er ging frohen Muthes in das Haus, dessen eiserne Thür alsbald verschlossen wurde, nachdem das Holz angezündet war. Das Volk hatte jetzt erst rechtes Mitleiden mit dem Jüngling und murrte laut gegen den grausamen König, als die Flammen ihre rothen Zungen aus dem Hause streckten. Es dauerte einen ganzen Tag und eine ganze Nacht, ehe das Holz all verbrannt war und an dem Tage und in der Nacht wurde viel geweint und blieb nicht manches Auge trocken. Die Hitze war so groß, daß das eiserne Thor an dem Hause schmolz und am Schlosse des Königs alle Fenster zersprangen. Als aber die Flammen kleiner und kleiner wurden und das Prasseln und Knistern aufhörte, da klang mitten in der Feuersgluth die Stimme des Jünglings hell und klar, wie vordem in dem Scheiterhaufen. Jetzt jauchzte das Volk lautauf, so daß der König nicht hätte wagen dürfen, dem Jüngling ferner Leid anzuthun. Als die Glut fast ganz erloschen war, ging er aus dem Feuerhaus hervor und war schöner als je, so daß die Leute ordentlich Furcht vor ihm hatten und sprachen: ‚ Man meint, einen Engel aus dem Himmel zu sehn.‘ Er winkte der Prinzessin mit seinem Hut und sie winkte ihm mit ihrem Tuch und jetzt hätte nichts in der Welt die Beiden von einander trennen können. Man sollte meinen, ein so großes Wunder hätte den König rühren müssen, aber er hatte ein Herz, wie von Stein und sann nur auf einen neuen Anschlag, den Jüngling zu verderben. Er ließ ihn zu sich rufen und sprach: ‚Ich will euch Beide in Gottesnamen zusammengeben, zuvor mußt du mir aber drei goldne Federn vom Vogel Greif holen.‘ Der Jüngling sprach: ‚Hat mich der liebe Gott zweimal aus dem Feuer gerettet, so werde ich auch dieß noch erfüllen können; soll ich aber umkommen dabei: ei nun, ich bin Gott nur einen Tod schuldig und will ihn gern erleiden wo er will.‘ ‚Geh du nur, du kommst nicht wieder,‘ dachte der König, denn der Vogel Greif ist ein Menschenfresser, dem man nicht so mir nichts dir nichts drei Federn ausrupfen kann.
Das Haus des Vogels Greif lag aber hinter drei Königreichen und einem großen Wasser. Als der Jüngling nun fortreiste und an das erste Königreich kam, war da große Trauer bei Hofe, denn des Königs Lieblingsbaum trug keine Früchte mehr. Der König hörte nicht sobald, daß der Jüngling zum Vogel Greif reise, als er ihn zu sich kommen ließ und ihn bat, von dem Vogel zu erforschen, warum der Baum so krank sei; er wolle es ihm gut lohnen. ‚Das will ich gern, so ich es kann,‘ sprach der Jüngling. Im zweiten Königreich, wodurch er kam, war große Geldnoth, denn der König hatte den Schlüssel zu seiner Schatzkammer verloren. Als der König von dem Jüngling hörte, der zum Vogel Greif reise, ließ er ihn kommen und bat ihn, den Vogel Greif zu fragen, wohin der Schlüssel gekommen sei, er werde es ihm reichlich lohnen. ‚Das will ich gern, wenn ich es kann‘ sprach der Jüngling. In dem dritten Königreiche war große Wassernoth, denn der Brunnen vor des Königs Schlosse wollte kein Wasser mehr geben. Als der König hörte, daß ein Jüngling da sei, der zum Vogel Greif reise, ließ er ihn kommen und bat ihn, den Vogel Greif zu fragen, warum der Brunnen nicht mehr laufe. ‚Wenn ich kann, thue ich es gern‘ sprach der Jüngling. Also kam er zu dem großen Wasser. Da stand ein Riese, welcher die Leute hinübertrug. Als er den Jüngling am andern Ufer absetzte, sprach er: ‚ Zum Lohne für meine Mühe frage den Vogel Greif, wie ich hier erlöst werden kann.‘ ‚Von Herzen gern,‘ sprach der Jüngling.
Als er am Schlosse des Vogels Greif ankam, war dessen Frau allein zu Hause. ‚Ach daß du dich hierher verirrt hast! Eile, daß du wegkommst, denn mein Mann ist ein Menschenfresser,‘ sprach sie. Der Jüngling erwiederte: ‚ Das wußte ich wohl, aber ich vertraue auf Gott und ich mußte Alles wagen, da ich sonst meine liebste Braut verloren hätte.‘ Das freute des Greifen Frau, daß er seine Braut so sehr liebte, und sie versprach, ihm gegen ihren Mann beizustehn. Er erzählte ihr jetzt Alles und sie sprach: ‚ Verstecke dich unter dem Bette und gib genau Acht, was er sagt; morgen gebe ich dir die drei Federn.‘ Während sie so sprach, erhob sich vor dem Schloß ein Brausen gleich dem eines Sturmes und es wurde ganz finster in dem Zimmer. ‚Eile dich, da kommt mein Mann!‘ rief die Frau Greifin und der Jüngling kroch unter das Bett. Bald darauf kam der Vogel Greif herein und zugleich ging ein großer Glanz durch das Zimmer, denn seine Federn waren aus purem Gold. ‚Wen hast du heim? Ich rieche Menschenfleisch,‘ sprach der Vogel Greif, und die Frau antwortete: ‚Ja du hast recht, es war ein armer Handwerksbursche hier, der hat auf dem Stuhl da gesessen, ist aber bald wieder weggegangen.‘ Da sah der Greif sie einmal scharf an mit seinen durchdringenden Augen, aber sie ließ sich nicht irre machen und fragte: ‚Willst du zu Nacht essen?‘ ‚Ja wohl und zwar schnell, ich bin müde und will zu Bette,‘ sprach der Greif. Da trug sie die Speisen auf und sie aßen zusammen, dann legten sie sich schlafen. Gegen elf Uhr riß die Frau dem Greif eine seiner goldnen Federn aus. ‚O weh!‘ schrie er, ‚was machst du denn?‘ ‚Mir träumte ein König habe einen Baum, der immer schöne Früchte getragen habe und jetzt keine mehr trage, darüber traure der ganze Hof,‘ sprach die Frau. Der Greif sagte: ‚Das ist Wahrheit und kein Traum, der Baum würde schon tragen, wenn kein ermordetes Kind unter ihm begraben läge.‘ Nach einiger Zeit, als es gegen zwölf Uhr ging, riß die Frau ihm abermals eine Feder aus. ‚O weh!‘ schrie der Greif, ‚was hindern dich meine Federn?‘ Die Frau sprach: ‚Ich hatte einen Traum, in einem Königreiche herrsche Geldnoth, weil der König den Schlüssel zu seiner Schatzkammer verloren habe.‘ ‚Das ist Wahrheit und kein Traum,‘ erwiederte der Greif. ‚Der Schlüssel liegt unter der Thürschwelle, denn der König hat ihn fallen lassen und an der Schwelle ist ein Spalt im Fußboden. Jetzt laß mich in Ruhe.‘ Gegen ein Uhr nahm die Frau ihm die dritte Feder. ‚ Au, was fällt dir denn ein, daß du mir meine Federn ausreistest?‘ schrie der Greif. ‚Ich griff im Traum hinein‘ sprach die Frau. ‚Was träumte dir denn wieder?‘ ‚Mir träumte, ein Königreich sei in Wassernoth, weil der Brunnen vor des Königs Schloß nicht mehr springe.‘ ‚Das ist Wahrheit und kein Traum,‘ sagte der Greif. ‚Eine Schildkröte sitzt im Rohr, die muß mit einer Kanone herausgeschossen werden. Wenn du mich aber ferner quälst, geht es dir schlecht.‘ ‚ Es ist ja meine Schuld nicht, wenn ich schwer träume,‘ sprach die Frau. Als der Greif Morgens erwachte, brummte er: ‚Das war eine schöne Nacht. Daß du dich nur nicht unterstehst, noch einmal so zu träumen.‘ ‚Ich kann doch nicht dafür, wenn ich bis zum Morgen ängstlich träume, das ist keine Freude für mich,‘ erwiederte die Frau. ‚Bis zum Morgen? Was hat dir denn noch geträumt?‘ fragte der Greif. ‚Ich sah einen Riesen, welcher Leute über ein großes Wasser tragen mußte und nicht erlöst werden konnte.‘ ‚Das ist Wahrheit und kein Traum‘, sprach der Greif. ‚Er wäre aber erlöst, wenn er einen, den er herübertragen soll, mitten im Wasser absetzte.‘ Jetzt aß der Greif sein Morgenbrod und dann flog er aus. Der Jüngling kam unter dem Bett hervor, da gab die Frau ihm die drei Federn und das war ein Glanz! ‚Du hast Alles wohl verstanden, was mein Mann gesagt hat,‘ sprach sie und er dankte ihr von Herzen für all ihre Güte, die er ihr nie vergessen werde.
Als der Riese ihn über das Wasser getragen hatte, sagte der Jüngling ihm, wie er erlöst werden könne. ‚Hättest du mir das doch drüben gesagt!‘ murrte der Riese in seinem Undank, aber das war nun zu spät. Von da reiste der Jüngling weiter zu den drei Königen und gab jedem seinen Rath, wie er ihn von dem Vogel Greif gehört hatte. Der Erste ließ die Schildkröte aus dem Rohr des Brunnens herausschießen, da sprang das Wasser so reichlich, daß alle Straßen überschwemmt wurden. Der zweite König fand den Schlüssel zur Schatzkammer richtig in der Spalte an der Thürschwelle. Der dritte König ließ das ermordete Kind an dem Baume herausgraben und sogleich trieb der Baum Blätter und Blüthen. Der Jüngling aber erhielt von jedem der Könige einen Sack Gold, so schwer als ein Pferd tragen konnte und von dem letzten auch noch ein Reitpferd für sich. Also ritt er mit seinen drei Rossen der Hauptstadt zu, wo seine Liebste wohnte. Als er in die Nähe der Stadt kam, zog er seine drei goldnen Federn heraus und steckte jedem der Pferde eine an den Kopf und das leuchtete und glänzte, wie lauter Diamanten, wenn die Sonne darauf schien; etwas Prächtigeres kann man sich gar nicht denken. Aber noch weniger kann man sich die Freude denken, welche die Prinzessin hatte, als sie den Jüngling so stolz heranreiten sah. Sie hatte ja auch so manchen Monat und so manchen Tag mit ihren sehnlichen Blicken die Straße herunter geschaut und immer vergebens geschaut. Jetzt war auf einmal Alles erfüllt, was sie so lange gehofft hatte und außer sich vor großer Wonne flog sie die Treppen hinab und ihrem lieben Bräutigam entgegen. Als der König dazu kam und der Jüngling ihm die drei goldnen Federn überreichte, da wurde sein Herz weich und er gab die Beiden zusammen. Der Jüngling baute von seinem Gelde nun ein großes Schloß, darin wohnte er in Lust und Freude mit seiner Gemahlin. Nach des Königs Tode setzte er sich die Krone auf das Haupt und regierte, wie ein frommer König soll in der Furcht des Herrn.

Johann Wilhelm Wolf (1817-1855)

Sonntagsmärchen

Brüder [Gebrüder] Grimm

Von dem Sommer- und dem Wintergarten

Ein Kaufmann wollte auf die Messe gehen, da fragte er seine drei Töchter, was er ihnen mitbringen sollte.
Die älteste sprach: ,,Ein schönes Kleid“; die zweite: ,,Ein paar hübsche Schuhe“, die dritte: ,,Eine Rose“.
Aber die Rose zu verschaffen, war etwas schweres, weil es mitten im Winter war, doch weil die jüngste die schönste war, und sie eine große Freude an den Blumen hatte, sagte der Vater, er wolle zusehen, ob er sie bekommen könne, und sich recht Mühe darum geben. Als der Kaufmann wieder auf der Rückreise war, hatte er ein prächtiges Kleid für die älteste, und ein paar schöne Schuhe für die zweite, aber die Rose für die dritte hatte er nicht bekommen können, wenn er in einen Garten gegangen war, und nach Rosen gefragt, hatten die Leute ihn ausgelacht: ,,Ob er denn glaube, dass die Rosen im Schnee wüchsen.“

Das war ihm aber gar leid, und wie er darüber sann, ob er gar nichts für sein liebstes Kind mitbringen könne, kam er vor ein Schloss, und dabei war ein Garten, in dem war es halb Sommer und halb Winter, und auf der einen Seite blühten die schönsten Blumen gross und klein, und auf der andern war alles kahl und lag ein tiefer Schnee. Der Mann stieg vom Pferd herab, und wie er eine ganze Hecke voll Rosen auf der Sommerseite erblickte, war er froh, ging hinzu und brach eine ab, dann ritt er wieder fort.
Er war schon ein Stück Wegs geritten, da hörte er etwas hinter sich herlaufen und schnaufen, er drehte sich um, und sah ein grosses schwarzes Tier, das rief: ,,Du gibst mir meine Rose wieder, oder ich mach dich tot, du gibst mir meine Rose wieder, oder ich mach dich tot!“
Da sprach der Mann: ,,Ich bitte dich, lass mir die Rose, ich soll sie meiner Tochter mitbringen, die ist die Schönste auf der Welt.“
,,Meinetwegen, aber gib mir die schönste Tochter dafür zur Frau!“
Der Mann, um das Tier los zu werden, sagt ja, und dachte, das wird doch nicht kommen und sie fordern, das Tier aber rief noch hinter ihm drein: ,,In acht Tagen komm ich und hol meine Braut.“

Der Kaufmann brachte nun einer jeden Tochter mit, was sie gewünscht hatten; sie freuten sich auch alle darüber, am meisten aber die jüngste über die Rose.
Nach acht Tagen saßen die drei Schwestern beisammen am Tisch, da kam etwas mit schwerem Gang die Treppe herauf und an die Türe und rief: ,,Macht auf! Macht auf“.
Da machten sie auf, aber sie erschraken recht, als ein großes schwarzes Tier hereintrat. ,,Weil meine Braut nicht gekommen, und die Zeit herum ist, will ich mir sie selber holen.“ Damit ging es auf die jüngste Tochter zu und packte sie an. Sie fing an zu schreien, das half aber alles nichts, sie musste mit fort, und als der Vater nach Haus kam, war sein liebstes Kind geraubt.
Das schwarze Tier aber trug die schöne Jungfrau in sein Schloss, da war’s gar wunderbar und schön, und Musikanten waren darin, die spielten auf, und unten war der Garten halb Sommer und halb Winter, und das Tier tat ihr alles zu Liebe, was es ihr nur an den Augen absehen konnte.

Sie aßen zusammen, und sie musste ihm aufschöpfen, sonst wollte es nicht essen, da ward sie dem Tier hold, und endlich hatte sie es recht lieb.
Einmal sagte sie zu ihm: ,,Mir ist so Angst, ich weiß nicht recht warum, aber mir ist, als wär mein Vater krank, oder eine von meinen Schwestern, könnte ich sie nur ein einziges mal sehen!“
Da führte sie das Tier zu einem Spiegel und sagte: ,,Da schau hinein“, und wie sie hineinschaute, war es recht als wäre sie zu Haus; sie sah ihre Stube und ihren Vater, der war wirklich krank aus Herzeleid, weil er sich Schuld gab, dass sein liebstes Kind von einem wilden Tier geraubt und gar von ihm aufgefressen sei, hätte er gewusst, wie gut es ihm ging, so hätte er sich nicht betrübt; auch ihre zwei Schwestern sah sie am Bett sitzen, die weinten.

Von dem allen war ihr Herz ganz schwer, und sie bat das Tier, es sollte sie nur ein paar Tage wieder heim gehen lassen. Das Tier wollte lange nicht, endlich aber, wie sie so jammerte, hatte es Mitleid mit ihr und sagte: ,,Geh hin zu deinem Vater, aber versprich mir, dass du in acht Tagen wieder da sein willst.“
Sie versprach es ihm, und als sie fort ging, rief es noch: ,,Bleib aber ja nicht länger als acht Tage aus.“

Wie sie heim kam, freute sich ihr Vater, dass er sie noch einmal sähe, aber die Krankheit und das Leid haften schon zu sehr an seinem Herzen gefressen, dass er nicht wieder gesund werden konnte, und nach ein paar Tagen starb er. Da konnte sie an nichts anderes denken vor Traurigkeit, und hernach ward ihr Vater begraben, da ging sie mit zur Leiche, und dann weinten die Schwestern zusammen und trösteten sich, und als sie endlich wieder an ihr liebes Tier dachte, da waren schon längst die acht Tage herum. Da ward ihr etwas Angst, und es war ihr, als sei das auch krank, und sie machte sich gleich auf und ging wieder hin zu seinem Schloss.

Wie sie aber wieder ankam, war’s ganz still und traurig darin, die Musikanten spielten nicht, und alles war mit schwarzem Flor behangen.
Der Garten aber war ganz Winter und von Schnee bedeckt.
Und wie sie das Tier selber suchte, war es fort, und sie suchte aller Orten, aber sie konnte es nicht finden.
Da war sie doppelt traurig, und wusste sich nicht zu trösten, und einmal ging sie so traurig im Garten, und sah einen Haufen Kohlhäupter, die waren oben schon alt und faul, da legte sie die herum, und wie sie ein paar umgedreht hatte, sah sie ihr liebes Tier, das lag darunter und war tot.

Geschwind holte sie Wasser und begoss es damit unaufhörlich, da sprang es auf und war auf einmal verwandelt und ein schöner Prinz. Da ward Hochzeit gehalten und die Musikanten spielten gleich wieder, die Sommerseite im Garten kam prächtig hervor, und der schwarze Flor ward abgerissen, und sie lebten vergnügt miteinander immerdar.

Blick in den Wandel

Zwanzigster Juli 2019

Chemnitz

https://www.zeit.de/entdecken/2019-07/wir-bleiben-mehr-chemnitz-kosmos-festival-kraftklub-tocotronic

Nocheinmal.

Im vergangenen Jahr hat es keine Hetzjagd auf asylsuchende Menschen in Chemnitz gegeben. Immer noch fehlt eine Richtigstellung der Bundeskanzlerin dazu.

Die spontane Demonstration erfolgte durch die Bürger der ostdeutschen Stadt, die nach und erst durch den Mord an einem Menschen endlich Mut aufbrachten, sich gegen die Handlungen der amtierenden Regierung zu stellen.

Aus einem Volksfest wurde ein Aufmarsch gegen Unzulänglichkeiten vielerlei Ursprung. Und eben weil es ein in Chemnitz beliebtes Volksfest war, kamen an diesem Tag die enorme Anzahl der Demonstanten zustande. Zu späteren Demos wurden Rechte wie Linke “ angekarrt“. In diesem Jahr findet das Chemnitzer Stadtfest nicht mehr statt, dafür haben ja nun auswärtige Bürger die Chance kostenlos Konzerte von Größen zu hören, die zum Teil lange nicht mehr in Deutschland leben und den Osten mit seinen eigenen Problemen nicht kennen. Aufschwung bringt dies der Stadt nicht. Übernachtungen sind nicht eingeplant und kostenfreie Bustranfere bringen alle wieder ins normale Leben zurück.

Auf die nachfolgenden Demonstrationen setzten sich Rechte darauf, Linke ebenso. Keine andere Demonstration darnach hatte diesen Inhalt. Auch dies ist in den Medien nie richtig gestellt worden.

Blick in den Wandel

Dritter Juli 2019

EU – It´s time for a change!

Klasse

form7

Der Schlüssel zur Dechiffrierung der Europäischen Union heißt Hegemonie. Alles andere ist ideologisches Beiwerk. Das, was ursprünglich das Motiv gewesen sein mag, die viel zitierte Friedensordnung durch wirtschaftliche Beziehungen und kulturellem Austausch, ist immer wieder auf eine Grenze gestoßen, die der Kapitalismus nun einmal in sich trägt und die da lautet: größt mögliche Rendite. Die wird in Zahlen gemessen und nicht in sozialem und kulturellem Nutzen.

Nach dem, was als Wirtschaftsunion startete und bald zu einer politischen Allianz werden sollte, um gegenseitige Ressentiments einzudämmen, gesellte sich schnell der Wunsch, im Weltmaßstab eine zunehmend wichtige Rolle zu spielen. Das Streben nach Hegemonie, das sich darin zeigte, wirkte sofort auch nach innen, auf die Binnenbeziehungen. Die immer wieder gepriesene Allianz von Deutschland und Frankreich, der beiden Erzfeinde, war auch die Liaison zweier Konkurrenten, die sich abstimmen sollten, wer wo das europäische Hähnchen verspeist.

Nach Ende des Kalten Krieges ging es um die…

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Sonntagsmärchen

Hans-Christian Andersen

Das häßliche junge Entlein.Es war herrlich draußen auf dem Lande; es war Sommer, das Korn stand gelb, der Hafer grün, das Heu war unten auf den grünen Wiesen in Schobern aufgesetzt, und da ging der Storch auf seinen langen rothen Beinen und plapperte ägyptisch, denn diese Sprache hatte er von seiner Mutter gelernt. Rings um den Acker und die Wiese waren große Wälder und mitten in den Wäldern tiefe Seen, ja es war wirklich herrlich da draußen auf dem Lande! Mitten im Sonnenschein lag dort ein altes Rittergut, von tiefen Kanälen umgeben, und von der Mauer bis zum Wasser herunter wuchsen große Klettenblätter, die so hoch waren, daß kleine Kinder unter den höchsten aufrecht stehen konnten; es war aber so wild darin, wie im tiefsten Walde. Hier saß eine Ente auf dem Neste, welche ihre Jungen ausbrüten mußte, aber es wurde ihr fast zu langweilig, ehe die Jungen kamen, dazu bekam sie selten Besuch; die andern Enten schwammen lieber in den Kanälen umher, als daß sie hinauf liefen, sich unter ein Klettenblatt zu setzen und mit ihr zu schnattern.Endlich borst ein Ei nach dem andern. »Piep, piep!« sagte es und alle Eidotter waren lebendig geworden und die jungen Entlein steckten den Kopf heraus.»Rapp, rapp!« sagte sie, und so rappelten sich alle, was sie konnten, und sahen nach allen Seiten unter den grünen Blättern, und die Mutter ließ sie sehen, so viel sie wollten, denn das Grüne ist gut für die Augen.»Wie groß ist doch die Welt!« sagten alle Jungen; denn nun hatten sie freilich ganz anders Platz, als wie sie noch drinnen im Ei lagen.»Glaubt Ihr, daß dieß die ganze Welt sei?« sagte die Mutter. »Die erstreckt sich noch weit über die andere Seite des Gartens, gerade hinein in des Pfarrers Feld, aber da bin ich noch nie gewesen! Ihr seid doch alle beisammen?« fuhr sie fort, und so stand sie auf. »Nein, ich habe noch nicht alle, das größte Ei liegt noch da. Wie lange soll das noch währen? Jetzt bin ich es bald überdrüssig!« Und so setzte sie sich wieder.»Nun, wie geht es?« sagte eine alte Ente, welche gekommen war, um ihr einen Besuch abzustatten.»Es währt so lange mit dem einen Ei!« sagte die Ente, die da saß; es will nicht entzwei gehen; doch blicke nur auf die andern hin, sind sie nicht die niedlichsten Entlein, die man je gesehen? Sie gleichen allesammt ihrem Vater; der Bösewicht kommt nicht, mich zu besuchen.«»Laß mich das Ei sehen, welches nicht bersten will!« sagte die Alte. »Glaube mir, es ist ein Kalekutenei; ich bin auch einmal so angeführt worden, und hatte meine große Sorge und Noth mit den Jungen, denn ihnen ist bange vor dem Wasser. Ich konnte sie nicht hinein bekommen, ich rappte und schnappte, aber es half nichts. Laß mich das Ei sehen. Ja, das ist ein Kalekutenei, laß Du das liegen und lehre lieber die andern Kinder schwimmen.«»Ich will doch noch ein bischen darauf sitzen«, sagte die Ente, »habe ich nun so lange gesessen, kann ich auch noch einige Zeit sitzen.«»Nach Belieben,« sagte die alte Ente und ging von dannen.Endlich borst das große Ei. »Piep, piep!« sagte das Junge und kroch heraus; es war groß und häßlich. Die Ente betrachtete es. »Das ist doch ein gewaltig großes Entlein«, sagte sie; »keins von den andern sieht so aus; sollte es doch ein kalekutisches Küchlein sein? Nun, wir wollen bald dahinter kommen; in das Wasser muß es, ob ich es auch selbst hineinstoßen soll.«Am nächsten Tage war schönes, herrliches Wetter. Die Sonne schien auf all‘ die grünen Kletten. Die Entleinmutter ging mit ihrer ganzen Familie zu dem Kanal hinunter; platsch; da sprang sie in das Wasser. »Rapp, rapp!« sagte sie, und ein Entlein plumpste nach dem andern hinein; das Wasser schlug ihnen über dem Kopfe zusammen, aber sie kamen gleich wieder empor und schwammen so prächtig, die Beine gingen von selbst, und alle waren sie darin, selbst das häßliche, graue Junge schwamm mit.»Nein, es ist kein Kalekut«, sagte sie; »sieh, wie herrlich es die Beine gebraucht, wie gerade es sich hält, es ist mein eigenes Kind. Im Grunde ist es doch ganz hübsch, wenn man es nur recht betrachtet. Rapp, rapp! – Kommt nur mit mir, ich werde Euch in die große Welt führen, Euch im Entenhof vorstellen, aber haltet Euch immer nahe zu mir, damit Niemand auf Euch trete, und nehmt Euch vor den Katzen in Acht!«Und so kamen sie in den Entenhof hinein. Da drinnen war ein schrecklicher Lärm, denn da waren zwei Familien, die sich um einen Aalkopf bissen, und am Ende bekam ihn doch die Katze.»Seht, so geht es in der Welt zu!« sagte die Entenmutter und wetzte ihren Schnabel, denn sie wollte auch den Aalkopf haben. »Braucht nur die Beine!« sagte sie. »Seht, daß Ihr Euch rappeln könnt, und neigt Euren Hals vor der alten Ente dort; sie ist die vornehmste von allen hier; sie ist aus spanischem Geblüt, deßwegen ist sie so dick; und seht Ihr, sie hat einen rothen Lappen um das Bein, das ist etwas außerordentlich Schönes und die größte Auszeichnung, welche einer Ente zu Theil werden kann; das bedeutet so viel, daß man sie nicht verlieren will und daß sie von Thier und Menschen erkannt werden soll! Rappelt Euch; setzt die Füße nicht einwärts. Ein wohlerzogenes Entlein setzt die Füße weit von einander, gerade wie Vater und Mutter; seht, so! Nun neigt Euern Hals und sagt: Rapp!«Und das thaten sie; aber die anderen Enten ringsumher betrachteten sie und sagten ganz laut: »Sieh da! Nun sollen wir noch den Anhang haben, als ob wir nicht schon genug wären, und pfui! wie das eine Entlein aussieht, das wollen wir nicht dulden!« Und sogleich flog eine Ente hin und biß es in den Nacken.»Laß es in Ruhe!« sagte die Mutter. »Es thut ja Niemand etwas.«»Ja, aber es ist so groß und ungewöhnlich«, sagte die beißende Ente, »und deßhalb muß es gepufft werden.«»Es sind hübsche Kinder, welche die Mutter hat,« sagte die Ente mit dem Lappen um das Bein. »Alle zusammen schön, bis auf das eine, das ist nicht geglückt; ich möchte wünschen, daß sie es umarbeiten könnte.«»Das geht nicht, Ihro Gnaden«, sagte die Entleinmutter; »es ist nicht hübsch, aber es hat ein gutes Gemüth und schwimmt so herrlich wie eins von den andern, ja, ich darf sagen, noch etwas besser; ich denke, es wird hübsch heranwachsen und mit der Zeit etwas kleiner werden; es hat so lange in dem Ei gelegen und deshalb nicht die rechte Gestalt bekommen!« Und so zupfte sie es im Nacken und glättete das Gefieder. »Es ist überdieß ein Entrich,« sagte sie, »und darum macht es nicht so viel aus. Ich denke, er wird gute Kräfte bekommen, er schlägt sich schon durch.«»Die andern Entlein sind niedlich,« sagte die Alte. »Thut nun, als ob Ihr zu Hause wäret, und findet Ihr einen Aalkopf, so könnt Ihr mir ihn bringen.«Und so waren sie wie zu Hause.Aber das arme Entlein, welches zuletzt aus dem Ei gekrochen war und so häßlich aussah, wurde gebissen, gestoßen und zum Besten gehalten, und das sowohl von den Enten wie von den Hühnern. »Es ist zu groß«, sagten sie allesammt, und der talekutische Hahn, welcher mit Sporen zur Welt gekommen war und deshalb glaubte, daß er Kaiser sei, blies sich wie ein Fahrzeug mit vollen Segeln auf, ging gerade auf dasselbe los, und dann kollerte er und wurde ganz roth am Kopfe. Das arme Entlein wußte weder, wo es stehen noch gehen sollte; es war betrübt, weil es häßlich aussah und vom ganzen Entenhofe verspottet wurde.So ging es den ersten Tag, und später wurde es schlimmer und schlimmer. Das Entlein wurde von Allen gejagt, selbst seine Geschwister waren böse gegen dasselbe und sagten immer: »Wenn die Katze Dich nur fangen möchte, Du häßliches Geschöpf!« und die Mutter sagte: »Wenn Du nur weit fort wärest!« Die Enten bissen es, und die Hühner schlugen es, und das Mädchen, welches die Thiere füttern sollte, stieß mit dem Fuße darnach.Da lief und flog es über das Gehege; die kleinen Vögel in den Büschen flogen erschrocken auf. »Das geschieht, weil ich häßlich bin!« dachte das Entlein und schloß die Augen, lief aber gleichwohl weiter; so kam es hinaus zu dem großen Moor, wo die wilden Enten wohnten. Hier lag es die ganze Nacht, es war sehr müde und kummervoll.Am Morgen flogen die wilden Enten auf und sie betrachteten den neuen Kameraden. »Was bist Du für einer ?« fragten sie, und das Entlein wandte sich nach allen Seiten und grüßte, so gut es konnte.»Du bist außerordentlich häßlich!« sagten die wilden Enten. »Aber das kann uns gleichgiltig sein, wenn Du Dich nur nicht in unsere Familie hinein heirathest.« Das Arme dachte wahrlich nicht daran, sich zu verheirathen, wenn es nur die Erlaubnis hatte, im Schilfe zu liegen und etwas Moorwasser zu trinken.So lag es ganze zwei Tage. Da kamen zwei wilde Gänse oder richtiger wilde Gänseriche dorthin; es war noch nicht lange her, daß sie aus dem Ei gekrochen waren, und deshalb waren sie auch so keck.»Höre, Kamerad«, sagten sie, »Du bist so häßlich, daß wir Dich gut leiden mögen; willst Du mitziehen und Zugvogel sein? Hier nahebei in einem andern Moor giebt es einige liebliche, wilde Gänse, alle zusammen Fräulein, die da Rapp! sagen können. Du bist im Stande, Dein Glück zu machen, so häßlich Du auch bist!«»Piff, paff!« ertönte es und beide wilde Gänseriche fielen todt in das Schilf nieder, und das Wasser wurde blutroth. »Piff, paff!« erscholl es wieder, und ganze Schaaren wilder Gänse flogen aus dem Schilfe auf, und dann knallte es wieder. Es war große Jagd; die Jäger lagen rings um das Rohr herum, ja einige saßen oben in den Baumzweigen, welche sich weit über das Schilf hinstreckten, der blaue Dampf zog gleich Wolken in die dunklen Bäume hinein und ging weit über das Wasser hin; zum Moor kamen die Jagdhunde: platsch! platsch! – das Schilf und Rohr neigte sich nach allen Seiten. Das war ein Schreck für das arme Entlein; es wendete den Kopf, um ihn unter den Flügel zu stecken, und im selben Augenblick stand ein fürchterlich großer Hund dicht bei dem Entlein, die Zunge hing ihm lang aus dem Halse heraus, und die Augen leuchteten greulich häßlich; er streckte seinen Rachen dem Entlein gerade entgegen, zeigte ihm die scharfen Zähne und – platsch! platsch! ging er wieder, ohne es zu packen.»O, Gott sei Dank!« seufzte das Entlein, »ich bin so häßlich, daß mich selbst der Hund nicht beißen mag!«So lag es ganz still, wahrend der Bleihagel durch das Schilf sauste und Schuß auf Schuß knallte.Erst spät am Tage wurde es still, aber das arme Junge wagte noch nicht, sich zu erheben; es wartete noch mehrere Stunden, bevor es sich umsah, und dann eilte es fort aus dem Moor, so schnell es konnte; es lief über Feld und Wiese

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Das Lied zum Tag

4 PS

Zweigroschenlied

Das Schöne vom Tag

Alles wächst.

Willkommen Juni.

Meine Kinder wachsen wie meine Pflanzen. Ich mit all dem.