Monatsarchiv: März 2016

Das Letzte vom Tag

Draußen Einheitssuppe.
Trotzdem, es frühlingt.
Das Lungenkraut blüht und die Himmelschlüßelchen, die Iris zeigt grün und auch der Mohn.
Meine Kräuter treiben aus.
Im vergangenen Frühjahr überraschte mich ein Päckchen der Schlemmerbalkonjer.
https://schlemmerbalkon.wordpress.com/
Waldmeister war darin. Im Herbst habe ich ihn aus seiner Schale in den Garten umgesetzt, nun treibt er zu meiner Freude aus.

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In der Zeitung lese ich, dass auf der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig Frauenabteile eingeführt worden sind.
Oft las ich in der letzten Zeit von eigenwilligen Anmachversuchen junger ausländischer Männer, gerade in den Zügen…
Sollte das der Grund sein?
Ach wo, schlechte Gedanken gehören aussortiert und welche Wahrheiten stehen schon in den Zeitungen!?
Frauenparkplätze gibt es ja auch…
Auch die britisch-irakische Architektin Zaha Hadid ist gestorben.
Ein forderndes erstes Quartal des Jahres geht zu Ende.

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Das Lied zum Tag

Regenballade

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Drei schaukelnde Jahre oder Himbeer-Schokoladen-Sahnetorte

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Meine Schaukelinhaberin wird drei Jahre alt.
Die Freude die sie mir in dieser Zeit gebracht hat, ist eine der Schönsten in meinem Leben.
Enkel sind der Nachtisch des Lebens und ich bin ein großer Dessertliebhaber.
Für ihren 3.Geburtstag denke ich mir eine Torte aus.
Schokolade muss unbedingt dabei sein, meinen die Schaukelinhaberin und ihre Mama.
Eine Schokoladentorte ist mir zu langweilig, ich schwelge in mädchenrosa Erinnerungen und mache Himbeercreme dazu und weil die Mädels so schokoladenverrückt sind und es ein ganz besonderer Tag ist, gibt es eine Schokoladensahnedekoration – eine Ganache – für die Torte und für die Naschkatzen.
Zum Glück hat die Schaukelinhaberin dieses Jahr zu Ostern Geburtstag, ich habe also genügend Zeit, die Torte zu machen.

Es braucht dafür:

Für den Schokobiskuitboden:

6 Eier
180 g Zucker
80 g Mehl
80 g Speisestärke ( Kartoffelstärke )
30g Kakaopulver

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Den Backofen habe ich auf 180 Grad Umluft vorgeheizt.
Die Eier gebe ich in eine große Schüssel und schlage sie schaumig. Dabei lasse ich langsam und nach und nach den Zucker einrieseln.
In einer kleinen Schüssel mische ich Mehl mit Stärkemehl, siebe es dann über die aufgeschlagene Ei-Zucker-Masse und hebe es mit vorsichtigem Umrühren unter.
Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Springform geben und 35-40 Minuten bei 180 Grad Umluft backen.
Dann den Boden aus der Form nehmen, das Backpapier abziehen und auskühlen lassen.

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Mit dem Tortenring steche ich mir vom Teig einen Rand ab.

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Den verkleinerten Boden lege ich auf den Boden der Springform zurück und setze einen Tortenring darum.

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Den abgeschnittenen Rand kürze ich etwas, bevor ich ihn am Tortenring entlang auslege, so kann die noch nicht gelierte Himbeer-Sahne-Masse nicht weglaufen.

Für die Himbeercreme braucht es:

1 Pkg. Götterspeise Himbeere ( 2 kleine Tütchen )
100 ml Himbeersirup
400 ml Wasser
4 EL Zucker
500 g Feinfrosthimbeeren, noch gefroren
800 ml Schlagsahne

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Die Creme ist leicht herzustellen.
Dazu lasse ich die Götterspeise mit 400 ml Wasser und 100 ml Himbeersirup quellen.
Jetzt gebe ich 4 EL Zucker dazu, vermische alles gut und erwärme es leicht, bis sich alle Zutaten gut verbunden haben. 
Vorsicht, nicht aufkochen lassen.

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In der Zwischenzeit schlage ich die Sahne steif.
In die Götterspeise kommen nun die noch tiefgefrorenen Himbeeren, dann mische ich die Sahne vorsichtig unter.

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Die Creme gebe ich auf den Tortenboden

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und fülle bis zum Rand auf.

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Das wird ein sahniges Geburtstagsvergnügen.
Die Torte stelle ich für mindestens sechs Stunden kühl.

Kühlen muss auch die Ganache, genau wie die Torte kann ich sie schon am Vortag bereiten.
Diese Schokoladensünde ist dem fabelhaften Ungeschick eines Pariser Konditorlehrling zu verdanken.
Um 1850 machte er einen Fehler und goss versehentlich heiße Mich über feine Schokolade.
„Du Ganache!“ ( Trottel, Schafskopf ) rief sein Meister. Ob die dornröschenhafte Ohrfeige erfolgte weiß ich nicht.
Und weil all dies in Paris geschah, heißt Ganache im Verhältnis 1:1 von Schokolade und Sahne auch Pariser Creme.
Der Konditormeister wird sich die Hände gerieben haben und den Geldbeutel.
Für eine Tortenumhüllung ist Pariser Creme mit ihrem Schokolade-Sahne-Verhältnis von 1:1 nicht geeignet.
Besser dafür ist eine leichte Ganache aus dunkler Zartbitterschokolade.
Eine Ganache ist eine Verbindung aus Sahne und Schokolade.
Das Verhältnis der Menge zwischen den beiden bestimmt die Konsistenz der Masse. Die Festigkeit wird durch den Anteil an Flüssigkeit bestimmt.
Das perfekte Verhältnis von Schokolade zu Sahne besteht dabei aus 1 1/2 Teilen Schokolade und 1 Teil Sahne.

Es braucht dafür:

600 g Zartbitterschokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 60 %
400 ml Sahne

Die Menge habe ich großzügig berechnet, feine Rosetten will ich auf die Geburtstagstorte spritzen und eventuelle Reste lassen sich gut einfrieren.

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Die Schokolade hacke ich, nebenbei erwärme ich die Sahne in einem Topf bis zum Kochen
Die heiße Sahne gebe ich über die in der Schüssel gehackten Schokolade, nicht umgekehrt ( der Lehrling ! ),

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dann rühre ich sie so lange glatt, bis sich alle Schokolade aufgelöst hat.

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Ganache kann durch Zusatz von Butter oder Alkohol verfeinert werden. Für mich kommt das heute nicht in Frage, stattdessen entscheide ich mich für eine schaumig gerührte Ganache. Diese zeichnet sich durch ihre Feinheit aus, verändert aber ihren Geschmack, der Schokoladengeschmack wird feiner, luftiger.
Dafür decke ich die fertig gestellte Ganache mit Folie ab und lasse sie bei Zimmertemperatur abkühlen, bis die Torte im Kühlschrank genügend Festigkeit gefunden hat.

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Dann schlage die Ganache mit meinem 32 Jahre alten RG 28 auf.

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Einen Ganzüberzug direkt auf die Himbeercreme halte ich für ungünstig.

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Darum fülle ich die Schokoladenganache in einen Spritzbeutel und überziehe die Torte mit Rosetten.
Das ist die erste Torte die ich auf diese Art backe.
Meinen Umgang mit Ganache und Spritzbeutel muss ich noch üben.

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Mein Gärtnergatte hilft mir.
Er spritzt die 3 auf und dreht mir die Torte langsam und wohlbedacht, damit ich deren äußeren Rand mit Schokoladencreme überziehen kann.
Ich bin aufgeregt, gern hätte ich den Schatz für mein Schätzchen vollkommen, das klappt nicht ganz.
Bunte Geburtstagskerzen leuchten auf der Kaffeetafel und die Schaukelinhaberin ist seelig über ihre vielen Geburtstagsgäste.
In meiner Familie gibt es zum Glück viele Kinder, den Erwachsenen verschafft dieses tobende, miteinander spielende Leben Zeit für ein Glas Geburtstagssekt.
Das ist kein Abusus, das ist ein augenzwinkerndes Anstoßen auf die Weitergabe des Lebens und der daraus folgenden schlaflosen Nächte.

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Drei schaukelnde Jahre verdienen einen schokoladigen Himbeer-Sahne-Traum.

Die Torte war wohlschmeckend, aber nicht perfekt.
Sehr gelungen war die Creme, die auch alleiniges Dessert sein kann, so wunderbar frisch und säuerlich wie sie schmeckte.
Den Boden hätte ich teilen sollen und schichten.
Das hätte der Stabilität der Torte geholfen, auch der leicht herbeTeiggeschmack wäre in dünneren Schichten besser zu Geltung gekommen.
Die Freude, die ich bei der Herstellung hatte, war mir Ersatz.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
( Diesen Satz habe ich von meiner Frau Mutter gelernt. Zu meiner großen Freude hat sie ihn, gemeinsam mit der Torte, runtergeschluckt. )
Über Tipps für einen Biskuitboden würde ich mich freuen.

Erinnerungen – Entdeckung des Lesens

1971 ist für mich ein Jahr der Veränderungen.
Der Tod meines Vaters beeinflußt meinen Lebensweg.
Mir 6jährigen fehlt nicht die tatsächliche Person, das kommt erst später.
Das Lächeln meiner Mutter am Morgen für mich, ihr freudiger Ruf “ Aufstehen, die Sonne scheint „, fehlen mir, fallen schwach aus und das für eine lange Zeit.
Mein erstes Schuljahr beginnt.
Ich muss mich an eine neue Wohnung gewöhnen, die fern der Nähe meiner „Tante Hanne“ liegt, deren Mehrgenerationenhaushalt mir liebe Zuflucht ist.
Meine Mutter nimmt eine Arbeit in einer anderen, nahegelegenen Stadt an.
Nach der Schule muss ich erst in den Hort, dann kann ich für ein paar Stunden zu Tante Hanne, bis meine Mutter zu Hause ist.
Am späten Nachmittag laufe ich heim, immer noch den Schulranzen auf dem Rücken.
Spielende Kinder denen ich dabei begegne, spotten…“ jetzt kommt die erst aus der Schule „.
Ich schäme mich dafür und bitte meine Mutter gleich nach dem Hort heim gehen zu dürfen, sie erlaubt mir das, ohne den Grund zu kennen.
Meine Nachmittage sind nun einsam, aber ohne Spott.
Das Haus in das wir gezogen sind ist von älteren Leuten bewohnt.
Ruhig geht es in ihm zu. Gern setzte ich mich zu den sehr verschiedenen Menschen, auf ihre jeweilige Gartenbank. Willkommen bin ich allen, eine enge Bindung wie an meine Tante Hanne finde ich nicht wieder.
Warum auch eng binden, wenn doch nichts von Bestand ist?
Ich werde stiller. Nach innen.
Neben unserer alten Wohnung lebt ein Mädchen, das schon mit mir in die gleiche Kindergartengruppe ging, jetzt teilen wir eine Schulklasse.
Früher spielten wir oft gemeinsam, in ihrer oder in unserer Wohnung.
Ihre Mutter ist die Apothekerin, mein Vater war der Zahnarzt der Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin.
Jetzt besuchen wir uns nicht mehr.
Einmal sagt sie zu mir in der Pause: “ Früher hattet ihr eine größere Wohnung als wir, jetzt ist unsere größer .“
Mir war die Wohnungsgröße nicht aufgefallen, aber der Ton in dem sie das sagt, macht mich wütend.
Auch davon erzähle ich meiner Mutter nichts.
Dafür gehe ich oft in der Pause zu dem betreffenden Mädchen und ärgere sie solange bis sie in Tränen ausbricht.
Meine Mutter wird darüber informiert, sie sagt, ich solle das nicht mehr tun, ohne nach dem Grund zu fragen.
Es macht mir schon lange keinen Spaß mehr dieses Mädchen zu ärgern, die meine Freundschaft einer Wohnungsgröße wegen nicht mehr will. Es fällt leicht, davon abzulassen.
Dafür lerne ich lesen.
Schnell und gut.
Fünf, sechs Jahre später werde ich beginnen, die mit uns umgezogene Bibliothek meines Vaters zu lesen.
Die Bücher ersetzen mir meine Kinderschallplatten, die ich so lange höre, bis ich jedes Wort auswendig kann.
Mir fallen der Hodscha Nasredin in die jungen Hände und Diderots „Die Nonne“
Ich sauge Grimm’s Märchen in Gesamtausgabe auf und lese hinterher im „Heptameron“ der Marguerite de Navarre.
Tausendundeine Nacht ist mir so lieb wie das Decameron, die Ausgabe meines Vaters hat Illustrationen von Werner Klemke. Ich kann mich nicht satt sehen.
Ebenso wenig an den Bilderbänden der Prager Burg und der darin hängenden Gemälde, sie begleiten meine Nachmittage.
Tschechow und sein „Drama auf der Jagd“ lese ich und andere Russen. Ihre Schwermut spiegelt meine.
Vieles lese ich zu früh, schaffe mir ein Weltbild aus Büchern, nicht aus Menschen und lebendigen Meinungen.
Menschen sind mir zu vergänglich.
Meine Mutter versucht anfangs einzugreifen, gibt aber bald auf.
Meine Lesegier ist nicht zu stoppen.
Ob meine Mutter aufgegeben hat, weil sie um die Erfolglosigkeit wusste oder ob sie sich dadurch meinem toten Vater näher fühlte weiß ich bis heute nicht und werde nicht danach fragen.
Die Wunden der damaligen Zeit haben sich geschlossen.
Geblieben sind bei Stimmungen schmerzende Narben und die Liebe zu den Büchern.
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Sonntagsmärchen

Märchen – zauberhafte Geschichten und Erzählungen mit tieferem Sinn.
Mir nach wie vor Lieblingslektüre und Mußestunde in einem.

Bloggermärchen

Diese Geschichte hat mir Herr Bludgeon in Erinnerung gebracht.
https://tokaihtotales.wordpress.com/tag/bludgeon/
Dankeschön

Clown Ferdinand – Das Zauberhäuschen
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Clown_Ferdinand

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Das Lied zum Tag

Allen Freunden, Bloggern und Leser wünsche ich Frohe Ostern.
Bis zum Sonntagsmärchen

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I want to break free

Sonntagsschmaus – Schweinelende mit gebackenem Chicoree und Backkartöffelchen

Kindheitserinnerungen.
Die Woche vor Ostern.
Voller Vorfreude war sie.
Auf kleine, am Gründonnerstag zu suchende Gaben, auf spielen wieder im Grünen, auf gutes Essen, auf den Besuch der Großeltern…
Heute besteht meine Vorfreude in den Gaben, die ich alter Osterhase verstecke, in der Freude an der erwachenden Natur, in der freien Zeit die wir alle miteinander haben.
Frühjahrsblumen erinnern mich in ihrer Form an Ostereier und an – Chicoree.

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Kindheitserinnerungen auch hier.
An den süßen Chicoreesalat meiner Frau Mutter, die sich das knackige Wintergemüse bis heute nicht gebraten vorstellen kann. An die köstliche, auf Hausfrauenart zubereitete Schweinelende.
Meine Erinnerungen versetze ich in die Gegenwart.
Zum Schweinelendenrezept meiner Frau Mutter gibt es gebackenen Chicoree und Backkärtöffelchen.

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Chicoree ist ein gesundes Gemüse.
Bis 1850 war es zumeist nur durch seine Wurzeln als Zichorie bekannt.
Getrocknet und gemahlen bot sie Kaffeeersatz – Zichorienkaffee – welcher der Kriegsgeneration sicher in Erinnerung geblieben ist.
Holländische Bauern ließen die Wurzeln in ihren dunklen Gewächshäusern überwintern – die Geburt eines neuen Gemüses.
Obwohl er ganzjährig angebaut werden könnte, ist für den Chicoree Saison von Oktober bis April, wenn andere, knackige Gemüse fehlen.
Er ist reich an den Vitaminen A, B und C, sowie an den Mineralstoffen Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium.

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Mein Sonntagsvergnügen beginne ich mit der Schweinelende.

Es braucht dafür:

1 Schweinelende
knapp 1/2 l Fleischbrühe
einen Schluck Rotwein
Salz und Pfeffer
Trockenpilze

Die Lende, vorher gesalzen und gepfeffert, brate ich in Butterschmalz an, lösche mit etwas Rotwein ab, den ich wieder einkochen lasse.
Dann gebe ich die Fleischbrühe bei und einige wenige Trockenpilze.
Bei geschlossenem Deckel lasse ich alles für 30-40 Minuten schmoren.

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Dann lasse ich die Lende in der Soße ruhen.
Eine halbe Stunde vor dem Essen erwärme ich sie mit offenem Deckel, so dass sich gleichzeitig die Soße reduzieren kann.

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Während das Fleisch gart, bereite ich meine Backkärtöffelchen zu.

Es braucht dafür:

400 g kleine Kartöffelchen
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Dafür wasche ich die ausgesucht kleinen Kartoffeln, viertele sie und lege sie auf ein Backblech.
Salzen, pfeffern und mit Olivenöl beträufeln, schon kann das Blech für ca. 60 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Ofen.

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Jetzt komme ich zu dem mir an diesem Gericht Liebsten – zum Chicoree.

Es braucht dafür:

6 – 8 Chicoree
4 EL Butter
4 EL Semmelbrösel
3 EL geriebenen Gouda
2 EL geriebenen Parmesan
Saft einer Zitrone
Salz, Pfeffer

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Dem Chicoree entferne ich die äußeren Blätter und einen Zentimeter des Strunks.
In einer feuerfesten Pfanne erhitze ich Butter und gebe den Chicoree hinein, dann salze und pfeffere ich ihn.

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10 Minuten brate ich das Gemüse von beiden Seiten an, dann gebe ich einen Deckel darauf und lasse es weitere 10 Minuten schmoren.
In der Zwischenzeit reibe ich die Käse und vermische sie mit den Semmelbröseln.

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Über den verlockend duftenden Chicoree gebe ich den Saft einer Zitrone.

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Bevor der Saft ganz eingekocht ist, nehme ich die Pfanne vom Herd.
Die Käsesemmelbröselmasse verteile ich mit einem Löffel über den Stangen,

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dann kommen sie zu den Backkärtöffelchen in den Ofen.
Die Kartoffeln kommen jetzt auf die unterste Schiene. Den Backofen stelle ich auf 185 Grad Oberhitze ein, damit sich eine goldbraune Kruste bilden kann.

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Nach ca.15 Minuten ist es soweit.
Chicoree und Backkärtöffelchen sind gleichzeitig fertig.

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In einer kleinen Pfanne bräune ich Butter, die ich über die goldbraune Kruste des Chicorees laufen lasse.
Der Raum hat sich mit Düften gefüllt, die Appetit machen.
Saftiges, durchgegartes Lendenfleisch, dessen dunkle Soße ein schwaches Pilzaroma trägt, mischt sich mit der Süße der Backkartoffeln, die sehr gut mit dem feinbitteren Geschmack des Chicoree harmoniert.
Der Chicoree hat im Kern noch Biss, die Weiche seiner Außenblätter wird durch den Knack der Käsesemmelbröselkruste noch verlockender.
Diese Kombination ist äußerst wohlschmeckend.

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Ein köstlicher Sonntagsschmaus.
Noch winterlich, mit frühlingshaften Ahnungen – so wie es draußen im Garten ist.
Die Lende weggelassen, mach das Essen zu einem vegetarischen.
Vegan – mir des Guten zu wenig – wird es durch das Weglassen von Käse und Butter.

Dieser Beitrag ist mein letzter vor den Feiertagen.
Ich wünsche allen Freunden, Bloggern und Lesern – Frohe Ostern – .

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Zeit für sich und für den Nächsten wünsche ich.
Fröhliches Schmausen nach dem Fastenbrechen für die, die gefastet haben.
Heitere Tage mit Frühlingssonne, die auftauen lässt, auch vereiste Gedanken.
Schlichte Dekorationen zum Fest des Neubeginns wie ich oder Kunterbuntes wie meine Schaukelinhaberin, ganz wie es euch zufrieden macht.
Auf das die Traditionen weiter- und die Familien überleben.

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Das Lied zum Tag

Palle,Palle

Sonntagsmärchen

Märchen – zauberhafte Geschichten und Erzählungen mit tieferem Sinn.
Mir nach wie vor Lieblingslektüre und Mußestunde in einem.

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Das Foto stammt von meiner Bloggerfreundin Antje.
http://wp.me/p5wKb3-jy
Dankeschön.

Brüder Grimm – Die Nixe im Teich

Es war einmal ein Müller, der führte mit seiner Frau ein vergnügtes Leben. Sie hatten Geld und Gut, und ihr Wohlstand nahm von Jahr zu Jahr noch zu.Aber Unglück kommt über Nacht; wie ihr Reichtum gewachsen war, so schwand er von Jahr zu Jahr wieder hin,und zuletzt konnte der Müller kaum noch die Mühle, in der er saß, sein Eigentum nennen. Er war voll Kummer, und wenn er sich nach der Arbeit des Tages niederlegte, so fand er keine Ruhe, sondern wälzte sich voll Sorgen in seinem Bett. Eines Morgens stand er schon vor Tagesanbruch auf, ging hinaus ins Freie und dachte, es sollte ihm leichter ums Herz werden. Als er über den Mühldamm dahinschritt,brach eben der erste Sonnenstrahl hervor, und er hörte in dem Weiher etwas rauschen. Er wendete sich um und erblickte ein schönes Weib, das sich langsam aus dem Wasser erhob. Ihre langen Haare, die sie über den Schultern mit ihren zarten Händen gefaßt hatte, flossen an beiden Seiten herab und bedeckten ihren weißen Leib. Er sah wohl, daß es die Nixe des Teiches war und wußte vor Furcht nicht, ob er davongehen oder stehen bleiben sollte. Aber die Nixe ließ ihre sanfte Stimme hören, nannte ihn bei Namen und fragte, warum er so traurig wäre.Der Müller war anfangs verstummt; als er sie aber so freundlich sprechen hörte, faßte er sich einHerz und erzählte ihr, daß er sonst inGlück und Reichtum gelebt hätte, aber jetzt so arm wäre, daß er sich nicht zu raten wüßte. „Sei ruhig“, antwortete dieNixe, „ich will dich reicher und glücklicher machen, als du je gewesen bist; nur mußt du mir versprechen, daß du mir geben willst, was eben in deinem Hause jung geworden ist.“ – Was kann das anders sein, dachte der Müller, als ein junger Hund oder ein junges Kätzchen, und sagte ihr zu, was sie verlangte. Die Nixe stieg wieder in das Wasser hinab, und er eilte getröstet und guten Mutes nach seiner Mühle. Noch hatte er sie nicht erreicht, da trat die Magd aus der Haustür und rief ihm zu er sollte sich freuen, seine Frau hätte ihm einen kleinen Knaben geboren. Der Müller stand wie vom Blitz gerührt; er sah wohl, daß die tückische Nixe das gewußt und ihn betrogen hatte. Mit gesenktem Haupt trat er zu dem Bett seiner Frau, und als sie ihn fragte: „Warum freust du dich nicht über den schönen Knaben?“ so erzählte er ihr, was ihm begegnet war und was für ein Versprechen er der Nixe gegeben hatte. „Was hilft mir Glück und Reichtum“, fügte er hinzu,„wenn ich mein Kind verlieren soll? Aber was kann ich tun?“ Auch die Verwandten, die herbeigekommen waren, Glück zu wünschen, wußten keinen Rat. Indessen kehrte das Glück in das Haus des Müllers wieder ein. Was er unternahm, gelang; es war, als ob Kisten und Kasten sich von selbst füllten und das Geld im Schrank in der Nacht sich mehrte. Es dauerte nicht lange, so war sein Reichtum größer als je zuvor. Aber er konnte sich nicht ungestört darüber freuen: die Zusage, die er der Nixe getan hatte, quälte sein Herz. So oft er an dem Teich vorbeikam, fürchtete er, sie möchte auftauchen und ihn an seine Schuld mahnen. Den Knaben selbst ließ er nicht in die Nähe des Wassers.„Hüte dich“, sagte er zu ihm, „wenn du das Wasser berührst, so kommt eine Hand heraus, hascht dich und zieht dich hinab!“ Doch als Jahr auf Jahr verging, und die Nixe sich nicht wieder zeigte, so fing der Müller an, sich zu beruhigen. Der Knabe wuchs zum Jüngling heran und kam bei einem Jäger in die Lehre. Als er ausgelernt hatte und ein tüchtiger Jäger geworden war, nahm ihn der Herr des Dorfes in seine Dienste. In dem Dorf war ein schönes und treues Mädchen, das gefiel dem Jäger, und als sein Herr das bemerkte, schenkte er ihm ein kleines Haus. Die beiden hielten Hochzeit, lebten ruhig und glücklich und liebten sich von Herzen. Einstmals verfolgte der Jäger ein Reh. Als dasTier aus dem Wald in das freie Feld ausbog, setzte er ihm nach und streckte es endlich mit einem Schuß nieder. Er bemerkte nicht, daß er sich in der Nähe des gefährlichen Weihers befand, und ging,nachdem er das Tier ausgeweidet hatte, zu dem Wasser, um seine blutbefleckten Hände zu waschen. Kaum hatte er sie hineingetaucht, als die Nixe emporstieg, lachend mit ihren nassen Armen ihn umschlang und so schnell hinabzog,daß die Wellen über ihnen zusammen schlugen. Als es Abend war und der Jäger nicht nach Haus kam, so geriet seine Frau in Angst. Sie ging aus ihn zu suchen, und da er ihr oft erzählt hatte, daß er sich vor den Nachstellungen der Nixe in acht nehmen müßte und sich nicht in die Nähe des Weihers wagen dürfte, so ahnte sie schon, was geschehen war. Sie eilte zu dem Wasser, und als sie am Ufer seine Jägertasche liegen fand, da konnte sie nicht länger an dem Unglück zweifeln.Wehklagend und händeringend rief sie ihren Liebsten mit Namen, aber vergeblich; sie eilte hinüber auf die andere Seite des Weihers und rief ihn auf neue; sie schalt die Nixe mit harten Worten, aber keine Antwort erfolgte. Der Spiegel des Wassers blieb ruhig, nur das Halbgesicht des Mondes blickte unbewegt zu ihr herauf. Die arme Frau verließ den Teich nicht. Mit schnellen Schritten, ohne Rast und Ruhe, umkreiste sie ihn immer von neuem, manchmal still, manchmal einen heftigen Schrei ausstoßend, manchmal in leisem Wimmern. Endlich waren ihren Kräfte zu Ende; sie sank zur Erde nieder und fiel in einen tiefen Schlaf.Bald überkam sie ein Traum. Sie stieg zwischen großen Felsblöcken angstvoll aufwärts; Dornen und Ranken hakten sich an ihren Füßen, der Regen schlug ihr ins Gesicht,und der Wind zauste ihr langes Haar. Als sie die Anhöhe erreicht hatte, bot sich ein ganz anderer Anblick dar. Der Himmel war blau, die Luft mild, der Boden senkte sich sanft hinab, und auf einer grünen,bunt beblümten Wiese stand eine reinliche Hütte.Sie ging darauf zu und öffnete die Tür, da saß eine Alte mit weißen Haaren, die ihr freundlich winkte. In dem Augenblick erwachte die arme Frau. Der Tag war schon angebrochen, und sie entschloß sich gleich, dem Traum Folge zu leisten.Sie stieg mühsam den Berg hinauf, und es war alles so, wie sie es in der Nacht gesehen hatte. Die Alte empfing sie freundlich und zeigte ihr einen Stuhl, auf den sie sich setzen sollte. „Du mußt ein Unglück erlebt haben“, sagte sie, „weil du meine einsame Hütte aufsuchst.“ Die Frau erzählte ihr unter Tränen, was ihr begegnet war. „Tröste dich“, sagte die Alte,„ich will dir helfen; da hast du einen goldenen Kamm. Harr, bis der Vollmond aufgestiegen ist, dann gehe zu dem Weiher, setze dich am Rand nieder und strähle dein langes, schwarzes Haar mit diesem Kamm! Wenn du aber fertig bist, so lege ihn am Ufer nieder, und du wirst sehen, was geschieht!“ Die Frau kehrte zurück, aber die Zeit bis zum Vollmond verstrich ihr langsam. Endlich erschien die leuchtende Scheibe am Himmel; da ging sie hinaus an den Weiher und kämmte ihre langen, schwarzen Haare mit dem goldenen Kamm, und als sie fertig war, legte sie ihn an den Rand des Wassers nieder. Nicht lange, so brauste es aus der Tiefe, eine Welle erhob sich, rollte an das Ufer und führte den Kamm mit sich fort. Es dauerte nicht länger, als der Kamm nötig hatte, auf den Grund zu sinken, so teilte sich der Wasserspiegel und der Kopf des Jägers stieg in die Höhe. Er sprach nicht, schaute aber seine Frau mit traurigen Blicken an.In demselben Augenblick kam eine zweite Welle herangerauscht und bedeckte das Haupt des Mannes. Alles war verschwunden, der Weiher lag so ruhig wie zuvor, und nur das Gesicht des Vollmondes glänzte darauf. Trostlos kehrte die Frau zurück, doch der Traum zeigte ihr die Hütte der Alten. Abermals machte sie sich am nächsten Morgen auf den Weg und klagte der weisen Frau ihr Leid. Die Alte gab ihr eine goldene Flöte und sprach: „Harre, bis der Vollmond wieder kommt; dann nimm diese Flöte, setze dich an das Ufer, blas ein schönes Lied darauf, und wenn du damit fertig bist, so lege sie auf den Sand; du wirst sehen, was geschieht!“ Die Frau tat, wie die Alte gesagt hatte. Kaum lag die Flöte auf dem Sand, so brauste es aus der Tiefe;eine Welle, erhob sich, zog heran und führte die Flöte mit sich fort. Bald darauf teilte sich das Wasser, und nicht bloß der Kopf, auch der Mann bis zur Hälfte des Leibes stieg hervor. Er breitete voll Verlangen seine Arme nach ihr aus; aber eine zweite Welle rauschte heran, bedeckte ihn und zog ihn wieder hinab. 
„Ach, was hilft es mir“, sagte die Unglückliche, „daß ich meinen Liebsten nur erblicke, um ihn wieder zu verlieren!“ Der Gram erfüllte aufs neue ihr Herz, aber der Traum führte sie zum drittenmal in das Haus der Alten. Sie machte sich auf den Weg, und die weise Frau gab ihr ein goldenes Spinnrad, tröstete sie und sprach: „Es ist noch nicht alles vollbracht, harre, bis der Vollmond kommt, dann nimm das Spinnrad, setze dich an das Ufer und spinn die Spule voll; und wenn du fertig bist, so stelle das Spinnrad nahe an das Wasser, und du wirst sehen, was geschieht!“ Die Frau befolgte alles genau. Sobald der Vollmond sich zeigte, trug sie das goldene Spinnrad an das Ufer und spann emsig, bis der Flachs zu Ende und die Spule mit dem Faden ganz angefüllt war. Kaum aber stand das Rad am Ufer, so brauste es noch heftiger als sonst in der Tiefe des Wassers, eine mächtige Welle eilte herbei und trug das Rad mit sich fort. Alsbald stieg mit einem Wasserstrahl der Kopf und der ganze Leib des Mannes in die Höhe. Schnell sprang er ans Ufer, faßte seine Frau an der Hand und entfloh. Aber kaum hatten sie sich eine kleine Strecke entfernt, so erhob sich mit entsetzlichem Brausen der ganze Weiher und strömte mit reißender Gewalt in das weite Feld hinein.Schon sahen die Fliehenden ihren Tod vor Augen; da rief die Frau in ihrer Angst die Hilfe der Alten an, und indem Augenblick waren sie verwandelt, sie in eine Kröte, er in einen Frosch. Die Flut, die sie erreicht hatte, konnte sie nicht töten, aber sie riß sie beide voneinander und führte sie weit weg. Als das Wasser sich verlaufen hatte und beide wieder den trockenen Boden berührten, so kam ihre menschliche Gestalt zurück. Aber keines wußte,wo das andere geblieben war; sie befanden sich unter fremden Menschen, die ihre Heimat nicht kannten. Hohe Berge und tiefe Täler lagen zwischen ihnen. Um sich das Leben zu erhalten, mußten beide die Schafe hüten. Sie trieben lange Jahre ihre Herden durch Feld und Wald und waren voll Trauer und Sehnsucht. Als wieder einmal der Frühling aus der Erde hervorgebrochen war, zogen beide an einem Tag mit ihren Herden aus, und der Zufall wollte, daß sie einander entgegenzogen. Er erblickte an einem fernen Bergesabhang eine Herde und trieb seine Schafe nach der Gegend hin.Sie kamen in einem Tal zusammen, aber sie erkannten sich nicht; doch freuten sie sich, daß sie nicht mehr so einsam waren. Von nun an trieben sie jeden Tag ihre Herde nebeneinander; sie sprachen nicht viel, aber sie fühlten sich getröstet. Eines Abends, als der Vollmond am Himmel schien und die Schafe schon ruhten,holte der Schäfer die Flöte aus seiner Tasche und blies ein schönes, aber trauriges Lied. Als er fertig war, bemerkte er, daß die Schäferin bitterlich weinte. „Warum weinst du?“ fragte er. „Ach“, antwortete sie, „so schien auch der Vollmond, als ich zum letztenmal dieses Lied auf der Flöte blies und das Haupt meines Liebsten aus dem Wasser hervorkam.“ Er sah sie an, und es war ihm,als fiele eine Decke von den Augen, er erkannte seine liebste Frau; und als sie ihn anschaute und der Mond auf sein Gesicht schien, erkannte sie ihn auch. Sie umarmtenund küßten sich, und ob sie glückselig waren, braucht keiner zu fragen.

Das Letzte vom Tag

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Der Garten bekommt wieder ein Gesicht – eins mit offenen Augen.
Zwei Tage Sonne, ein milder Regen und sie schauen mich an.

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Nur wenige Stellen sind blumenreich.
Oft nur hell leuchtendes Moos, Gänseblümchenschönheiten äugen dazwischen.
Anderes, längeres Licht öffnet ihnen die Augen.
Mir macht das Lust die Meinen zu schließen und zu träumen.

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Vorm Fenster blüht wieder der Rosmarin.

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Ihn rieche ich auch durch’s geschlossene Fenster und sehe ihn selbst im Dunkeln.

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