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Das Letzte vom Tag

Seit fast 3 Wochen laboriere ich nun mit meinem Rücken.
Besserung ist schwach in Sicht.
3 Wochen Zeit, den Kopf von Alltagsdingen frei zu bekommen.
3 Wochen Zeit dem Wachsen in Ruhe zuschauen zu dürfen.
Ein nahezu verrückter Gedanke kommt mir in den Kopf.
Wie wäre es, wenn Frau – vor allem die Kinder großziehende – wählen könnte, ob sie wirklich Beruf und Hausarbeit gleichzeitig verrichten will.
Aber wie gesagt…verrückt in diesen Zeiten von schneller, höher, weiter.
Der Gedanke kam mir dennoch.

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Streng geheim

Manche Tage sind so lang, dass ihre Abende sinken.

Im Rausch der Zeit fühle ich mein Altern täglich.

Fasse mir Notwendigstes im Sekundentakt, hoffend, es hält meinem Schritt stand.

Streng geheim

Löchrig wird die Haut,
zerfressen vom Lauf der Zeit,
der ständig unter diese kriecht,
durch sie fließt,
und rinnt und rinnt…

Mir bleibt ein Sieb, um aufzufangen.
Nie bin ich mir sicher was wertvoller ist…
Das Aufgefangene oder das Durchgelaufene.

Das (L)etzte Lied zum Tag

Schienenersatzverkehr.
Das bedeutet, 4 Haltestellen im Zug, dann zum Bus laufen. Erstaunlich wie im Dunkel das Menschenhäuflein im Gänsemarsch dahin trabt, begleitet von einem Schaffner mit Taschenlampe.
Orr.
Der Bus fährt eine deutlich längere Strecke. Mit der zum Umsteigen benötigten Zeit kostet das täglich eine Viertelstunde. Macht die Woche 1 1/ 4 Stunden, die rauszuarbeiten sind.
Orrr.
Der Geschäftsinhaber will heute den neuen Geschäftsführer vorstellen. Angekündigt ist der hohe und seltene Besuch für Mittag. Als am Nachmittag, ohne Absage, immer noch keiner da ist, streiche ich die Segel. 2 Stunden umsonst länger auf Arbeit geblieben.
Orrrr.
Na, dann brauche ich wenigstens nächste Woche nur noch eine halbe Stunde irgendwo abzweigen, um die Zugvertrödelzeit irgendwie gut machen zu können.
Daheim klingelt andauernd das Telefon.
Orrrrr.
Der Herr Sohn war eine Woche auf Dienstreise und schafft seine Wäscheberge bei diesem Wetter nicht.
Er hat keinen Wäschetrockner, ich habe einen. Das bedeutet…
Orrrrrrrrrrr.
Tage gibt’s…

Das Letzte vom Tag

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Der Abendhimmel setzt dem Tag eine rosarote Brille auf.
Für die kurze Frist des glühens bin ich ihm dankbar, bald schon holt es die immer zeitiger einsetzende Dunkelheit ein.
Kurz sind manchmal auch Glücksmomente bevor sie zerbrechen. Nicht einmal Scherben hinterlassend bleibt nur Leere.
Mit der Post kamen heute die Fahrkarten für die letzten Monate dieses Jahres, das doch gerade erst begonnen hatte…bringt das Alter Zeitbeschleuigung,  gerade dann, wenn sie sowieso schon zu schnell vergeht…
Die Schaukelinhaberin singt am Telefon mit mir Lieder, wir verabreden uns zum Waffelbacken für die nächste Woche.
Vielleicht vergeht die Zeit mit zunehmenden Alter doch noch ganz normal.

Zusammengefasstes

Das Jahr gleitet dahin, schon sind wir fast in seiner Mitte angekommen.
Im buntesten Monat des Jahres findet sich endlich wieder die Gelegenheit für Feste im Freien.
Gleich für mehrere.
Zum Bauheben eines befreundeten Architektenpaares nehmen wie die Schaukelinhaberin mit.
Sofort ist sie in ihrem Element.

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Auf der von Löwenzahn fast gelben Wiese, an derem unteren Ende die zum Wohnhaus umgebauten Scheue steht, 
findet sie ihr Lieblingsspielzeug vor.
Die beiden Kindern der Gastgeber teilen gern und Platz ist hier genug. Auch für ein 3. Geschwisterchen,  das bald auf der Welt sein wird.

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Umgeben von Feldern, Wiesen und Wäldern werden die drei aufwachsen.

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Immer wieder finde ich – in unserer auf Konsum und Kommerz gerichteten Zeit –  Inseln, auf denen traditionelle Werte gelebt werden. Für mich ist einer davon die Familie und deren Zusammenhalt.
Hier hat der Großvater Land und Scheune an die nächste Generation weitergegeben und diese hat mit kreativen Ideen und handwerklichem Geschick ein Zuhause geschaffen, indem Kinder glücklich und in Verbindung mit der Natur aufwachsen können.
Gleich am nächsten Tag gehen die Feste weiter, zum Geburtstag meiner Schwester trifft sich meine gesamte Großfamilie in ihrem Garten.

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Wir schlemmen ausgiebig und lassen den Tag entspannt ausklingen. Spiele vertreiben uns die Zeit und wir lachen ausgelassen. Die Zettel an der Stirn, mit dem Namen einer zu erratenden Person darauf, sorgen für Heiterkeit.

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Am Vormittag des Tages war mein Gärtnergatte schon zu Besuch im Reich der Supergärtnerin. Von dort hat er einen ganzen Kofferraum voller Schätze mitgebracht.

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Deren sattes Grün leuchtet mit meinen Augen um die Wette.
Und es gibt eine Neuerung, die mir meine Arbeit erleichtert.
Mein Gärtnergatte hat einen Zusatzjob als Ingenieur übernommen. Um mir meine Blumengießerei noch mehr zu erleichtern, hat er eine zweite automatische Beregnung in der anderen Rabatte angelegt. Das allein ist schon fein, wird aber noch besser.

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Die Steuerung der Pumpe hat mein genialer Mann mit der Hausautomatisierung verbunden. Eine App dazu habe ich auf meinem Handy.
Das bedeutet am Ende…ich setze mich am sonnigen Nachmittag unter meinen Sonnenschirm, lege die Füße hoch und trinke frischen Minzetee. Nur eine kleine Wischerei auf meinem Handy und es beginnt in kaskadenartigen Fontainen,  die in der Sonne glitzern, den Garten zu beregnen.
Entzückend!
Zeit sparend!
Entspannung – die uns unser ganzer Garten bietet.
In der Gartenarbeit findet mein Gärtnergatte die Ruhe wieder, die ein langer, hektischer Arbeitstag schon mal rauben kann.
Und ich…ich freue mich auf neue Lieblingsplätzchen, atme tief die  Apfelblütenduftluft und genieße jede Sekunde der dahineilenden Zeit.

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