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…“das sie von dem Sauerkohle noch eine Portion sich hole“…oder Sauerkrautsuppe

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Wilhelm Busch hat in seine Geschichten wertvolle Ratschläge eingebaut.
http://www.ndh.net/home/cuerten/mm/Daniel/2Streich.html

Sauerkraut ist voller lebenswichtiger Mikroorganismen, die einen wichtigen Großteil des menschlichen Immunsystems bilden.

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Pasteurisiertes Sauerkraut aus Gläsern oder Dosen hat seine wertvollen Inhaltsstoffe verloren.
Wichtig ist es deshalb, frisches Sauerkraut zu verwenden, das nicht überall zu bekommen ist.
Meine liebe Frau Mutter hat mir ein Kilogramm von unserem freundlichen vietnamesischem Gemüsehändler geholt.
Sauerkraut entsteht, wenn während des Gärungsprozesses die Mikroorganismen den Zucker des frischen Krautes verarbeiten. Die enthaltene Zellulose wird von ihnen verdaut, was auch uns hilft, das Kraut leichter zu verdauen. Dabei vermehren sie sich stark. Dadurch wird rohes Sauerkraut zum optimalen probiotischem Nahrungsmittel.
Es enthält außerdem die Vitamine A, B12 und C.
Das wertvolle Vitamin B12 ist sonst nicht in pflanzlicher Nahrung enthalten.
Es steckt in den Mikroorganismen, die sich an Obst und Gemüse nur bilden, wenn es ungewaschen ist.
Einen kleinen Teil des Sauerkrautes habe ich deshalb roh gegessen, der Großteil kommt in meine Sauerkrautsuppe.
In dieser Jahreszeit ist sie eine gesunde, schmackhafte und wärmende Speise.
Mein Rezept ist ein abgewandeltes des polnischen Sauerkrauteintopfes Sti.
Im Gegensatz zu Bigosch, bei dem Kohl verwendet wird, ist bei Sti Sauerkraut die Grundlage.
Die polnischen Rezepte werden mit Bauchspeck und Trockenpilzen zubereitet, beides lasse ich weg.
Für meine Sauerkrautsuppe brauche ich:

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1 kg frisches Sauerkraut
2 l Fleischbrühe
25 g Butter
200g Sahne
4 El Ketchup
Salz, Pfeffer, Majoran
kleine Cabanossiwürstchen

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In einem großen Topf die Butter schmelzen und die Cabanossi darin leicht anbraten.

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Das gibt dem Eintopf einen herzhaften Geschmack, ohne das er allzu fettig wird.
Auf die in der Butter schmurrgelnden Würstchen kommt nun das frische Sauerkraut.

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Alles gut vermischen und eine kleine Weile köcheln lassen, damit sich die Aromen verbinden.
Dann mit der Brühe auffüllen.

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Von meinem Würzfleisch ist genügend Fleischbrühe übrig, die hier eine ideale Suppenbasis ergibt.
Dieses Rezept kann gut in eine vegetarische Variante umgewandelt werden. Einfach die Fleisch- durch Gemüsebrühe ersetzen und die Würstchen weglassen.

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Kurz aufkochen lassen und den Ketschup, den Majoran und frischen Pfeffer dazu geben. Bei Bedarf salzen. Meine Suppe braucht, des in der Fleischbrühe enthaltenen Salzes halber, kein zusätzliches mehr.
Wieder alles aufkochen lassen und dann die Sahne dazu geben. Im Originalrezept wird saure Sahne verwendet. Mir schmeckt es mit normaler Sahne besser, dafür lasse ich den Zucker weg.

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Bei kleiner Hitze muss die Sauerkrautsuppe mindestens zwei, besser drei Stunden langsam köcheln.
Dazu den Deckel auf den Topf geben, damit nicht zuviel Flüssigkeit verdampft und die Suppe gut durchzieht.

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Nach ca. einer Stunde dicke ich die Suppe mit geriebener Kartoffel leicht an.
Je nach dem welche Konsistenz gewünscht wird, verwendet man dazu drei bis sechs Kartoffeln.

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Die geriebene Kartoffelmasse zur Suppe geben, gut umrühren und weiter köcheln lassen.
Ein deftiger Eintopf für kalte Tage.
Es lohnt sich, eine größere Menge zu machen.
Mit jedem aufwärmen schmeckt die Suppe besser.

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Meine Familie mag diese Suppe sehr gern. Ich hoffte, die Schaukelinhaberin würde ebenso Geschmack daran finden.
Sauerkraut mag sie jedoch nicht.
Als ich versuchte, ihr zu erklären, wie gesund  die Suppe dadurch wird, meinte sie nur: “ hat die Oma da Obst rein gemacht?“
Immerhin…
Das Obst gesund ist, weiß sie schon mal.