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Sonntagsschmaus – Wiener Schnitzel

Wintersonntage an denen es zögerlich hell wird, das Licht über den ganzen Tag nur spärlich durch die Fensterscheiben fällt, sind mir lieb.
Sie bringen genügend Zeit nach dem späten Aufstehen, mit einer duftenden Tasse Tee, gleich wieder auf’s Sofa zu fallen.
Dort, an meinem Lieblingsplatz, habe ich Ausblick in den Garten. Seine Schneedecke schmilzt schon wieder dahin und die hungrige Vogelschaar fliegt aufgeregt davon, wenn mit donnernden Krachen Schneelawinen vom Dach fallen.
Ihr poltern bringt auch mich in Schwung.
Der Gärtnergatte macht sich auf, die heruntergefallenen Schneeberge zu beräumen und ich tummle mich in meine Küche, um ihm ein ordentliches Essen vorsetzten zu können, wenn er wieder ins Haus kommt.

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Aus der Oberschale der Kalbskeule habe ich mir Schnitzelfleisch besorgt.
Viel mehr braucht es für ein Wiener Schnitzel nicht.
Fast.

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Ich benötige außerdem:

Mehl,
3 Eier
1 EL geschlagene Sahne
Semmelmehl
Salz und Pfeffer
Butterschmalz

Die Schnitzel lege ich, bevor ich sie klopfe, zwischen zwei Folien.
Das spart eine Menge an Aufräumarbeit. Zum Klopfen benutze ich eine Pfanne und keinen Fleischklopfer, damit die Fleischfasern nicht zerreißen.

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Sind sie platt – beim Klopfen des Fleisches denke ich gern an den einen oder anderen Mitmenschen – kann es weiter gehen.

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Drei tiefe Teller stelle ich mir bereit.
Den ersten davon befülle ich mit Mehl.
In ihm wende ich meine Kalbsschnitzel, bevor sie in den zweiten Teller kommen.

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Darin habe ich die Eier, in die ich Salz, Pfeffer und den Eßlöffel geschlagene Sahne gegeben habe, verquirlt.

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Aber nicht aufschlagen wie ein Rührei, sondern so, dass ich das Eiweiß noch erkennen kann.

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Die übrig gebliebene Eimasse backe ich am Ende zu einem luftigen Omelett, das sehr gut zum Schnitzel selber schmeckt.

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Der nächste Arbeitsgang ist das Panieren der Schnitzel im dritten Teller, der dafür mit Semmelmehl gefüllt ist.
Nachdem ich gutes Fleisch gekauft habe, verwende ich genauso gutes Semmelmehl.

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Jeder Bäcker bietet solches für kleines Geld in guter Qualität an. Noch besser ist es, das Semmelmehl aus altbackenen Brötchen selbst herzustellen.

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Fast schon zum Anbeißen sehen meine Schnitzel aus, als ich sie in eine Pfanne mit heißem Butterschmalz gebe und von beiden Seiten goldbraun brate.

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Das dauert nicht lange, das Fleisch soll unter der knusprigen Kruste zart bleiben.

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Schnell das, vom Panieren übrig gebliebene, Ei zum Omelett ausbacken und neben das Schnitzel geben – fertig.

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Dazu passen hervorragend Salzkartoffeln und Schwarzwurzelgemüse.

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Noch etwas braune Butter über die Kartoffeln laufen lassen und das Lieblingsessen des Gärtnergatten ist damit bereitet. Er kann sich nach der Schneeschipperei ein Gütchen daran tun.
Zufrieden und satt drehe ich nach dem Essen eine kleine Gartenrunde.
Im Blumenkasten hat eine Pflanze die tiefen Temperaturen der letzten Tage nicht überstanden.
Es bleibt ein kahler Fleck.
Nicht lange…

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oder so lange, bis er weggetaut ist.