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Aller Laster Anfang oder Veilcheneis

Meine Laster sind bekannt.
Na ja, zumindest die offiziell zugegebenen.
Eis ist eines davon. Ich bin eine Liebhaberin exotischer Sorten, die Familie schüttelt darüber gelegentlich den Kopf, aber ich kann nicht anders. Sehe ich ausgefallenere Eissorten als üblich, werde ich neugierig und muss probieren.
Meine Experimente gehen in eine neue Dimension. In den fein verpackten Geburtstagsgeschenken war eine Eismaschine mit allem erdenklichen Zubehör. Sogar ein Waffeleisen ist jetzt in meinem Besitz.
Schon seit dem Frühjahr lechze ich nach Veilcheneis. Mit der Ankündigung dieses selbst herzustellen, wenn man mir das notwendige Gerät dazu schenken würde, habe ich die Familienmitglieder geködert und es hat geklappt. Sie haben sich zusammengetan und mir das ersehnte Stück Glück geschenkt.
Trara.
Da ist sie.

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Ungläubig hat mich meine Schaukelinhaberin angeschaut, als ich ihr sagte, dass dies eine Eismaschine sei. „Eis machen ist wie Kuchen backen“, versuchte ich ihr zu erklären. Das kennt sie und wollte sofort ihre Hütsche holen, um auf die für hilfreiche Ausblicke zum Überschauen der Arbeitsplatte erforderliche Größe zu kommen. Eine Hütsche, liebe Nichtsachsen, ist ein kleiner Fußschemel.
So schnell geht es dann doch nicht. Ich muss erst selber schauen wie das denn so geht.
Mit Hilfe meines Gärtnergatten bin ich nun so weit mein erstes Eis selbst herzustellen. Sicher hätte ich das auch allein hinbekommen, wie bei so viele andere Sachen ist es zu zweit aber schöner.
Das Eisbehältnis der Maschine ist wie in der Beschreibung gefordert vorgekühlt, der Spaß beginnt.
Mein erstes selbstgemachtes Eis ist  Veilcheneis. Im Frühjahr schon habe ich mir dafür Veilchen gesammelt und daraus Sirup gemacht.
https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/04/25/wie-man-fruhlingsfrische-fur-heise-sommertage-konserviert-oder-veilchensirup-oder-think-pink/

Für mein Veilcheneis brauche ich:

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400 ml Sahne
100 ml Veilchensirup
250 g   Mascarpone
     3 Eigelb
      1 Vanilleschote und
kandierte Veilchen zur Dekoration

Auf Lebensmittelfarbe verzichte ich, wer welche benutzen möchte, sollte im blau-lila Bereich wählen. Mir ist ein zart rose gefärbtes, natürliches Eis lieber.

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Die Eigelbe in ein hohes Gefäß geben, Sahne dazu und alles kräftig mit dem Schneebesen verrühren. Das Vanillemark hinein und dann 30 Sekunden mit einem Mixer stark aufschlagen. Mein alter RG 28 hat sich sofort in die Eismaschine verliebt,  die beiden haben schon das nächste Stelldichein verabredet, ich hörte sie von Pfefferminzeis tuscheln…

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Die ausgekratzte Vanilleschote lege ich in Zucker, so habe ich für den nächsten Kuchen Vanillezucker.
Nun die Mascarpone mit meinem Veilchensirup vermischen und rühren, rühren, rühren…bis eine homogene Masse entstanden ist.

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Die dann unter die Eier-Sahne heben und die Eisgrundmischung 20 – 30 Minuten in der Eismaschine gefrieren lassen.
Fertig.

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Mit den leuchtenden Augen der Kinder, die sich auf ihre Nascherei freuen, schauen wir zu, als die Maschine innerhalb von 10 Minuten die Masse auf -25 Grad kühlt. Weitere 25 Minuten und das Eis ist zum schlecken bereit. Wir sind begeistert, zudem alles leise und mit geringem Stromverbrauch einhergeht.

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Das Eis ist vorzüglich, cremig, zart säuerlich-sahnig. Mit einem Hauch Veilchenaroma. Ein Genuss!
Die Bedingungen und Reinigung der Eismaschine ist kinderleicht.
Einzig zu beachten ist, die sich ausdehnende Eismasse zu berücksichtigen und genügend Platz im Gefrierbehälter zu lassen.

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Nach Fertigstellung des Eises ist der kleine Eimer randvoll.
Genüsslich lassen der Gärtnergatte und ich uns das allererste, selbstgemachte Eis auf der Zunge zergehen und schauen uns mit der Gewissheit bald folgender Schlemmerorgien zufrieden an.

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Wie man Frühlingsfrische für heiße Sommertage konserviert oder Veilchensirup oder Think pink

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Alles zu seiner Zeit…
Momentan blühen die Veilchen.
Was ihnen den unverwechselbaren Zauber bringt, ist ihr Duft.
Dafür verantwortlich ist das Jonon.
So heißt der Duftstoff, welcher das Veilchen seit Jahrhunderten zur Blume der Liebenden macht.
Die klare, leichte Süße der kleinen, blau-violetten Blume ist unverwechselbar.
Immer hinterlässt sie den faszinierenden Eindruck von blumiger Reinheit, Unschuld und Frische.
Genauso wie ich mich fühle, wenn die ersten Sonnenstrahlen im neuen Frühjahr auf der Haut tanzen und wenn dieselbe Sonne die Erde wieder erweckt und sie ihren duftenden Atem verströmen lässt.
Nichts lässt im Moment an Gluthitze und vor Wärme flirrende Sommertage denken…und doch werden sie kommen.
Dann ist es gut, vorgesorgt zu haben und auf Erinnerungen aus dem Frühling zurückgreifen zu können, die Leib und Seele wohl temperieren.
Am besten gelingt das mit einem Veilcheneis.
Aufgetischt in brütender Hitze erfrischt es ungemein.
Verführerisch zart, fast sanft, leicht rosa in der Farbe, mit der kühlenden Frische von Joghurt und dem unverwechselbaren, fast eleganten Veilchenaroma ist es eine wahrhaftige Versuchung.
Um ein Veilcheneis herstellen zu können, brauche ich unter anderem Veilchensirup.
Genau diesen mache ich mir heute.
Sommervorrat – das ist doch etwas ganz Besonderes.
In den frühen Mittagsstunden – wenn der Tau auf den zarten Blüten getrocknet ist, die Sonne ihnen aber noch nicht die Kraft geraubt hat – mache ich mich an eine der schönsten Arbeiten die es gibt und pflücke Veilchen.
Nur die zarten Köpfe, keine Sorge, schon nach zwei Tagen ist an der ausgeraubten Stelle alles auf’s Feinste nachgewachsen.
Was ich hier habe ist ein wahrer Schatz.
Das Gefühl, die Hände voller Veilchen zu haben, ist unwiederbringlich.
Die Blüten riechen und strahlen und mir wird ganz froh zumute.
Ob das vom Duft der Veilchen kommt?
Soll er doch in der Lage sein Aggresionen abzubauen, unruhigen Schlaf zu verhindern und selbst Schockzustände mildern zu können.
Veilchenduft beruhigt und öffnet den Geist für Neues.
Wohl war, so fühle ich mich!

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Bei diesem Anblick ist das bestimmt zu verstehen.
Immer wieder muss ich an ihnen schnuppern, es ist ein glücklich-zufrieden machendes Gefühl. Ich fühle mich so wohl…was für ein Fest der Sinne.
Das will ich an meine Liebsten weitergeben und deshalb nun aber zum Sirup.
Ich brauche:

400 ml Wasser,
400 g   Zucker,
1 Pk. Zitronensäure oder 2 Biozitronen und natürlich Veilchen,
so viele Veilchen, wie in ein 400 ml fassendes Gefäß passen würden.

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Das Wasser und der Zucker werden aufgekocht und die Zitronensäure oder die in Stücke geschnittenen Zitronen hinzugegeben. Ich nutze Ascorbinsäure, um eine klare Flüssigkeit zu bekommen.
Abkühlen lassen.
In die lauwarme Flüssigkeit kommen nun die Veilchenblüten hinein.

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Ein Bild und Duft für die Götter!
Wenn umgerührt wurde, sieht es nicht mehr ganz so schön aus, der Duft der Veilchen soll aber auch in den Sirup übergehen und deswegen ist das Umrühren unerlässlich.

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Das Gefäß gut verschließen, am besten mit Klarsichtfolie und für 4 – 5 Tage an einen sonnigen Ort stellen.

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Täglich mehrfach schütteln oder umrühren, die Flüssigkeit muss sich rosa färben.

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Nach der Ziehzeit den Sirup durch ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Sieb filtern, um die Blüten und andere Schwebeteilchen zu entfernen.
Das bleibt von den Blüten.

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Auf Küchenkrepp verteilt,  am Besten geht das mit einer Gabel, trockne ich sie zu Dekorationszwecken.
Wenn ich’s locker sehe – und das tue ich –  ist das die einfache Art von kandierten Veilchen

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Der Sirup – von einem rosa, das einen in’s träumen bringt – wird noch einmal ganz kurz aufgekocht und dann in heiß ausgespülte Flaschen gefüllt.
In Sekt oder Mineralwasser gegeben, parfümiert und verfeinert er das Getränk optisch und geschmacklich.
Mein Sirup ist für sommerliches Eis gedacht,  deshalb fülle ich ihn noch heiß in Schraubgläser und konserviere ihn so, portioniert, bis ich ihn benötige.

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Ob ich euch erzähle wie Veilcheneis zubereitet wird?
Aber gewiss.
Alles zu seiner Zeit.