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Sonntagsschmaus – Schweinelende mit gebackenem Chicoree und Backkartöffelchen

Kindheitserinnerungen.
Die Woche vor Ostern.
Voller Vorfreude war sie.
Auf kleine, am Gründonnerstag zu suchende Gaben, auf spielen wieder im Grünen, auf gutes Essen, auf den Besuch der Großeltern…
Heute besteht meine Vorfreude in den Gaben, die ich alter Osterhase verstecke, in der Freude an der erwachenden Natur, in der freien Zeit die wir alle miteinander haben.
Frühjahrsblumen erinnern mich in ihrer Form an Ostereier und an – Chicoree.

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Kindheitserinnerungen auch hier.
An den süßen Chicoreesalat meiner Frau Mutter, die sich das knackige Wintergemüse bis heute nicht gebraten vorstellen kann. An die köstliche, auf Hausfrauenart zubereitete Schweinelende.
Meine Erinnerungen versetze ich in die Gegenwart.
Zum Schweinelendenrezept meiner Frau Mutter gibt es gebackenen Chicoree und Backkärtöffelchen.

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Chicoree ist ein gesundes Gemüse.
Bis 1850 war es zumeist nur durch seine Wurzeln als Zichorie bekannt.
Getrocknet und gemahlen bot sie Kaffeeersatz – Zichorienkaffee – welcher der Kriegsgeneration sicher in Erinnerung geblieben ist.
Holländische Bauern ließen die Wurzeln in ihren dunklen Gewächshäusern überwintern – die Geburt eines neuen Gemüses.
Obwohl er ganzjährig angebaut werden könnte, ist für den Chicoree Saison von Oktober bis April, wenn andere, knackige Gemüse fehlen.
Er ist reich an den Vitaminen A, B und C, sowie an den Mineralstoffen Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium.

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Mein Sonntagsvergnügen beginne ich mit der Schweinelende.

Es braucht dafür:

1 Schweinelende
knapp 1/2 l Fleischbrühe
einen Schluck Rotwein
Salz und Pfeffer
Trockenpilze

Die Lende, vorher gesalzen und gepfeffert, brate ich in Butterschmalz an, lösche mit etwas Rotwein ab, den ich wieder einkochen lasse.
Dann gebe ich die Fleischbrühe bei und einige wenige Trockenpilze.
Bei geschlossenem Deckel lasse ich alles für 30-40 Minuten schmoren.

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Dann lasse ich die Lende in der Soße ruhen.
Eine halbe Stunde vor dem Essen erwärme ich sie mit offenem Deckel, so dass sich gleichzeitig die Soße reduzieren kann.

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Während das Fleisch gart, bereite ich meine Backkärtöffelchen zu.

Es braucht dafür:

400 g kleine Kartöffelchen
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Dafür wasche ich die ausgesucht kleinen Kartoffeln, viertele sie und lege sie auf ein Backblech.
Salzen, pfeffern und mit Olivenöl beträufeln, schon kann das Blech für ca. 60 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Ofen.

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Jetzt komme ich zu dem mir an diesem Gericht Liebsten – zum Chicoree.

Es braucht dafür:

6 – 8 Chicoree
4 EL Butter
4 EL Semmelbrösel
3 EL geriebenen Gouda
2 EL geriebenen Parmesan
Saft einer Zitrone
Salz, Pfeffer

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Dem Chicoree entferne ich die äußeren Blätter und einen Zentimeter des Strunks.
In einer feuerfesten Pfanne erhitze ich Butter und gebe den Chicoree hinein, dann salze und pfeffere ich ihn.

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10 Minuten brate ich das Gemüse von beiden Seiten an, dann gebe ich einen Deckel darauf und lasse es weitere 10 Minuten schmoren.
In der Zwischenzeit reibe ich die Käse und vermische sie mit den Semmelbröseln.

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Über den verlockend duftenden Chicoree gebe ich den Saft einer Zitrone.

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Bevor der Saft ganz eingekocht ist, nehme ich die Pfanne vom Herd.
Die Käsesemmelbröselmasse verteile ich mit einem Löffel über den Stangen,

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dann kommen sie zu den Backkärtöffelchen in den Ofen.
Die Kartoffeln kommen jetzt auf die unterste Schiene. Den Backofen stelle ich auf 185 Grad Oberhitze ein, damit sich eine goldbraune Kruste bilden kann.

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Nach ca.15 Minuten ist es soweit.
Chicoree und Backkärtöffelchen sind gleichzeitig fertig.

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In einer kleinen Pfanne bräune ich Butter, die ich über die goldbraune Kruste des Chicorees laufen lasse.
Der Raum hat sich mit Düften gefüllt, die Appetit machen.
Saftiges, durchgegartes Lendenfleisch, dessen dunkle Soße ein schwaches Pilzaroma trägt, mischt sich mit der Süße der Backkartoffeln, die sehr gut mit dem feinbitteren Geschmack des Chicoree harmoniert.
Der Chicoree hat im Kern noch Biss, die Weiche seiner Außenblätter wird durch den Knack der Käsesemmelbröselkruste noch verlockender.
Diese Kombination ist äußerst wohlschmeckend.

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Ein köstlicher Sonntagsschmaus.
Noch winterlich, mit frühlingshaften Ahnungen – so wie es draußen im Garten ist.
Die Lende weggelassen, mach das Essen zu einem vegetarischen.
Vegan – mir des Guten zu wenig – wird es durch das Weglassen von Käse und Butter.

Dieser Beitrag ist mein letzter vor den Feiertagen.
Ich wünsche allen Freunden, Bloggern und Lesern – Frohe Ostern – .

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Zeit für sich und für den Nächsten wünsche ich.
Fröhliches Schmausen nach dem Fastenbrechen für die, die gefastet haben.
Heitere Tage mit Frühlingssonne, die auftauen lässt, auch vereiste Gedanken.
Schlichte Dekorationen zum Fest des Neubeginns wie ich oder Kunterbuntes wie meine Schaukelinhaberin, ganz wie es euch zufrieden macht.
Auf das die Traditionen weiter- und die Familien überleben.

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