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Das Letzte vom Tag

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Grau, nass, kalt = Herbst…stimmt nicht.
Solche Tage schenken Zeit, die Seele baumeln zu lassen.
Und den Sommer, zumindest in’s Haus, zurück zu holen.
Meine Kräuter sind trocken.
Die duftenden Schätzchen hole ich mir heute in‘ s Warme und reble sie.
Aromatische Düfte vermischen sich, der Rosmarin kämpft mit dem Salbei um den ersten Platz an der Duftfront und gewinnt.
Meine Hände nehmen die wohlriechenden Aromen der Kräuter an und all die bunten Sommertage, in denen ich sie pflückte, werden lebendig.
Mit dem schönen Wetter ist es wie mit der Heimat – die im Inneren ist die wahre…

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Noch nicht und doch schon oder Nusseis

Noch ist der Sommer nicht vorbei und doch herbstelt es schon gewaltig.
Mir ist das eine große Freude. Ich liebe den Herbst mit seinen Nebelschwaden, seinen Goldtagen, seinem herrlichen Duft, seinen kalten Regenschauern – die heimkommen zu etwas besonderem werden lassen.
Die richtige Zeit für Nusseis.
Unser Walnussbaum ist schon mächtig gewachsen, Nüsse hat er noch nicht.

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So muss ich auf gekaufte Walnüsse zurück greifen, die mein Eis besonders köstlich machen sollen.
Der Gärtnergatte, die liebe Tochter, der Herr Sohn und der Herr Schwiegersohn, die Schaukelinhaberin, alle sind sie große Walnussliebhaber und haben sich damit eine gesunde Nascherei ausgesucht. Doch dazu ein ander Mal mehr.
Heute gibt es Nusseis.
Mein letztes Nusseis sah besser aus, als es geschmeckt hat. Die sehr fein gemahlenen Nüsse hatte ich direkt in die Eismasse gegeben und auch noch in zu großer Menge. Das Eis schmeckte wie Griesbrei mit Nussgeschmack.
Also muss ich mir etwas anderes ausdenken.
Als Eisbasis verwende ich diesmal Vanilleeis, bei dem ich lediglich den Zucker durch einen Nusssirup ersetze.

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Monin bietet eine große Auswahl an feinem Sirup, u.a. auch Veilchensirup (aber den mache ich mir selbst) .
Walnusssirup gibt es nicht, Haselnuss tut es aber auch. Ein fein aromatischer Nussgeruch einströmt der Flasche und ich bin mir sicher, das Nusseis wird diesmal gelingen.
Dafür brauche ich:

200 ml Sahne
250 ml Milch
100 ml Nusssirup
3 Eigelb
Vanillemark
Bittermandelaroma
Walnüsse

Die Milch und die Sahne gebe ich gemeinsam mit dem Sirup in den Simmertopf und erwärme die Mischung leicht.

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Ein klein wenig Vanillemark kommt dazu, nicht viel, dominieren soll der Nussgeschmack. Der wird durch einen Tropfen Bittermandelaroma unterstützt. In der Zwischenzeit schlage ich die drei Eigelb schaumig.

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Erst tröpfchenweise, dann immer mehr kommt nun die lauwarme Milchsahnesirupmasse dazu, der ich noch eine kleine Prise Salz beigemischt habe.
Ist alles gut verrührt, kommt die duftende Masse zurück in den Simmertopf und wird dort zur Rose abgezogen.
Das dauert ein Weilchen. Mittlerweile habe ich gelernt, dass gut Ding Weile haben will und so lasse ich die schon gut angedickte Simmermasse stehen und in aller Ruhe im Topf abkühlen. Das warme Wasser, das sich in seiner Zwischenwand befindet, sorgt dafür, dass ein weitersimmern möglich ist.
Ganz entspannt kann ich in der Zwischenzeit ein gemütliches Bad nehmen. Als ich zurück komme ist meine Eisbasis perfekt. Beim pusten über den Holzlöffel entsteht die Rose, die in weichen Wellen über den Kochlöffel fließt.

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Leider bekomme ich kein Foto davon hin, auf dem das genau zu erkennen ist, deshalb habe ich versucht, die Wellen nachzumalen, um sie zu verdeutlichen. Dass ich nicht malen kann, ist hiermit offiziell.
Meine mich sehr zufriedenstellende Eismasse, die wunderbar nussig schmeckt, gebe ich für 40 – 50 Minuten in die Eismaschine.
In der Zwischenzeit hacke ich einige Walnüsse klein.

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Hier ruhig großzügig rechnen, das zu viel an Nüssen verschwindet schnell in einem Mund, der sich gewiss dafür finden lässt. Zur Not tut es auch der eigene.
Kurz bevor das Eis fertig ist, gebe ich die diesmal nur grob gehackten Nüsse in das fast fertige Eis, so dass sie wie Splitter in der Eismasse wirken und das Eis selber cremig bleibt.

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Ein aromatisch nach Nuss schmeckendes Eis ist es geworden, dessen cremige Konsistenz auf der Zunge nur so dahinschmelzt und durch die Nussstücken Biss erhält.
Noch ist nicht Herbst und doch sind die Abende schon frisch. Deswegen heizen wir heute zum ersten Mal in dieser Saison den Kamin.

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Am wärmenden Feuer sitzend, das zusätzlich noch ein heimeliges Licht schenkt, genießen wir unser Nusseis.
Nocheinmal gehen wir in den regennassen Garten, die Kühle schreckt nicht ab, sondern steigert nur die Vorfreude auf die warme Stube.

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Im Backofen schmoren schon die Entenkeulen für das morgige Sonntagmittagessen.
Ach…geht es uns gut, denke ich und gehe schnell zurück aus dem durch den Regen nach frischer Pfefferminze duftenden Garten in das lichterfüllte Innere meines Zuhauses, das ich genauso liebe wie den Herbst.

Das Letzte vom Tag

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Der Regen berauscht.
Gleichmäßig fließt das beruhigende Geräusch.
Durstig saugen die Pflanzen das Wasser auf, so wie ich es mit der kühlen Luft tue.
Strohgelbe Hitzeschäden gehen im überflutenden Grün unter.
Den Weg nach Hause am Nachmittag gehe ich langsam, die feinen Tropfen genießend.
In meiner Tasche steckt ein buntes Stückchen Glück, ein kleines Geschenk für einen lieben Menschen. Der Gedanke daran lässt mich lächeln.
Das grünen des Gartens besiegt das 
leichte Nebelgrau und die Zweige verneigen sich vor den Regentropfen, die blinkend ihre Blätter waschen.
Ich bekomme Lust auf Kakao und Mandelplätzchen.
Müdigkeit, die von der Ruhelosigkeit der Sommerhitze zurück geblieben ist, wechselt in behagliche Sofastimmung.
Wem es zu grau ist, der nimmt sich einen bunt bedruckten Schirm, läuft gummibestiefelt durch Pfützen und bewundert die Kreise, die Regentropfen in sie malen.

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Das Schöne vom Tag

Bei diesem Wetter wollen sogar die Vögel in’s trockene…

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…nasse Vögel schauen auf’s nasse Chemnitz