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Zum Tag

Langsam war das Frühstück, mit einer Ruhe die nur Sonnabendmorgende schenken.

Danach liege ich tief zufrieden auf meinem Lieblingsplatz, schaue durch das große Fenster in den Garten, in dem sacht der Regen fällt und alles leuchtet in einem Grün das nur der Mai zu eigen hat und ist so voller Hoffnung, voller Ahnung auf mehr. Neben mir duftet in meiner für mich handgemachten gelbgrünen Teetasse Earl Grey. So fühlt sich für mich Geborgenheit an.


Regen

Da draußen regnet es weit und breit.
Es regnet graugraue Verlassenheit.
Es plaudern tausend flüsternde Zungen.
Es regnet tausend Erinnerungen.
Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.
Die Seele gern dem Regen lauscht.

Der Regen hält dich im Haus gefangen.
Die Seele ist hinter ihm hergegangen.
Die Insichgekehrte ist still erwacht,
Im Regen sie weiteste Wege macht.
Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,
Empfängst den Besuch der Regengespenster.

Max Dauthendey (1867 – 1918), deutscher Dichter und Maler

Das Schöne vom Tag

Endlich…Regen

Das Letzte vom Tag

Der Garten und ich atmen auf in dieser hitzefreien Regenluft. Alles ist grün.

Eingenässt träumt die Sommerküche allein vor sich hin. Ich werkle drinnen und mache Wintervorräte. 

Neben nicht gebrauchten Sonnenhandtüchern und Liegestuhlauflagen wächst der Fenchel. In mir wächst das Verlangen nach Rosinenbrötchen mit ihm. Bald.

Mein Mann hat unseren Wintervorrat an Kaminholz gemacht. Mir hat er den neuen Jahresvorrat meines Lieblingstees bestellt. Earl Grey auf Darjeelingbasis. Der Holunder reift und die Brombeeren, beides als Marmelade zum Tee dazu…

Für mich fühlt sich so Zufriedenheit an.

Grünes

Das Frühjahr war zu trocken.
Bei uns hat es seit Wochen nicht geregnet, einen harten, kurzen Guss ausgenommen.
Vor ein paar Tagen nun fiel sanft die ersehnte Nässe und hat mein Reich in ein Grün getaucht, das mir Luft zum atmen bringt, egal wie müde ich bin. Hier hole ich Kraft.

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Der Durchgang zur Terrassentür wird grün von den Blättern des wilden Weins, aus dem blau mein Männertreu leuchtet. Die Waschhaustreppe ist königlich mit Rosenblättern der Hagebutte bestreut zwischen denen Holundersternchen strahlen.

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Den Weg zum Lieblingsplätzchen beduftet bald der Lavendel, meine Hortensien haben den Winter gut überstanden, sind der Trockenheit wegen jedoch noch recht klein. Der Regen wird sie wachsen lassen.

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Am Lieblingsplätzchen grünt es zum darin versinken.
Und alle Kräuter duften mir entgegen.

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Der Jasmin hat nur auf Feuchtigkeit gewartet, um seine Blüten duftend aufblitzen zu lassen und mein Apfelbaum neigt seine Zweige und bildet einen Durchgang, der sich bald der Schwere der Äpfel wegen verkleinern wird.

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Zum Haus hin, wird’s wieder üppig.

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Der Morgenstern wächst und treibt seine ihm den Namen verleihenden Blüten in großer Zahl.
Mein umwachsenes Badfenster ist geschmückt für den Sommer

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und braucht sich vor der üppigen Pracht der Rabatten nicht zu verstecken.

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Zurück am Haus duftet der Holunder mit den wilden Rosen um die Wette und die Kletterrose versucht mithalten zu können. Sie hat weiter unten noch breit ausladende Triebe, die mit dem nun vorhandenen Wasser bald üppig blühend die Hagebutte ablösen werden.

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Leuchtend gelb will die Kapuzinerkresse in all dem Grün ihren Akzent setzen.
Und ich strahle mit ihnen allen um die Wette, mich des sanften Regens freuend.

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