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(N)ostalgisches

Alle haben wir aus unseren Kindertagen wohl ein Gericht, das uns besonders lieb war.
Bei meinem kommt noch eine DDR spezifische Note dazu.
Ich liebe Makkaroni mit Jagdwurst.
Diese Gericht kennt jeder ehemalige DDR – Bürger.
Kochschinken, der eigentlich zu den Makkaroni gehört,  war eine Seltenheit und wurde nicht für solche profanen Speisen verwendet.
Freitag, am Nachmittag, stellte ich mich beim Fleischer an, meine Mutter löste mich später ab, so konnte sie Zeit sparen.
Wir kaufen den Fleisch- und Wurstbedarf für eine Woche ein.
Bei allen Einschränkungen, die Wurst war frisch vom Fleischer selbst gemacht und hielt auch ohne Konservierungsstoffe und Plasteverpackungen bis zum nächsten Einkauf. Vieles gab es in ausreichender Menge, gab es Kochschinken, sagte man:…und Kochschinken bitte.
Eine Angabe in Gramm war nicht nötig, jeder erhielt 3 – 4 Scheiben zugeteilt und fertig.
Aber vom Schinken wollte ich eigentlich gar nicht erzählen.  Seine Knappheit machte es notwendig, Jagdwurst als Ersatz zu den Makkaroni zu braten.
Mir schmeckt das heute noch gut und deswegen gibt es bei mir gelegentlich  Makkaroni mit Jagdwurst.
Dazu gibt es eine Tomatensoße, die es so auch in der DDR gegeben hat.
Selber aus Tomaten hergestellt, Dosentomaten gab es nicht.
Ketschup in kleinen Flaschen war ebenso Mangelware, man erwischte ihn aber. Es war nicht der heute bekannte Ketschup, eher eine gewürzte Tomatensoße, die meine Mutter einfach erwärmte und über die Makkaroni gab.
Das geht mir zu weit, ich mache eine ganz einfache Tomatensoße selbst.
Dazu brauche ich:

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Dosentomaten,
Olivenöl,
Knoblauch,
Salz, Pfeffer und Zucker,
etwas getrockneted Basilikum und
flüssige, süße Sahne.
In einem Topf das Olivenöl erwärmen und den Knoblauch dazugeben, damit das Öl seinen Geschmack annimmt.

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Die Tomaten dazu und alles mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Basilikum kommt nun hinein und ich lasse alles sacht vor sich köcheln.

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Ganz am Ende gebe ich die süße Sahne dazu, dass nimmt den fruchtig, tomatigen Geschmack, den der Gärtnergatte nicht mag. Wer ihn gern hat, lässt die Sahne einfach weg.
Das war schon alles.
Das ich Riesaer Makkaroni für mein (N)ostalgieessen verwenden ist Ehrensache.
Feine, handgemachte Pasta gibt es ein anderes Mal.
In einem kleinen Tiegel zerlassen ich ein großzügiges Stück Butter und nein, nein, es kommt kein Salbei hinein, sondern die geschnittene Jagdwurst.

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Nun wird sie schön kross gebraten.
Die Rotweinauswahl zum Essen steht fest, es ist ein Rotkäppchen Rotwein – ein einfacher, guter Dornfelder.
Wichtig bei diesem Gericht ist Käse, ja kleine Berge davon sogar. Und selbstverständlich kein Parmesan, der war in der DDR nicht zu bekommen.

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Also tut es ein guter Gouda, frisch gerieben und in enormen Mengen.
Der Käse kommt auf die heißen Makkaroni und wird mit der ebenso heißen Jagdwurst-Butter-Mischung übergossen und muss beim Verzehr zerlaufen und Fäden ziehen.

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Das ganze Gericht ist eine mir äußerst schmackhafte, dabei schnelle und preiswerte Variante der Nudelzubeteitung vergangener Tage.
Ich mag’s und mein Gärtnergatte auch.

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