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Das Letzte vom Tag

Beim Frühstück sagt der Gärtnergatte einen Satz, der mir tagsüber nicht aus dem Kopf geht.
Sinngemäß war er: “ Unser alltägliches Leid, kann mit dem Leid der Flüchtlinge  nicht verglichen werden.
Er hat ihn irgendwo gelesen. Das er ihn mir erzählt zeigt, dass er ihn beschäftigt.
Morgens bin ich müde. Nicht mehr.
Deswegen sage ich dazu nicht viel.
Aber er lässt mich nicht los, dieser Satz.
Für mich stimmt er nicht.
Leid lässt sich nicht kategorisieren.
Am Tag ergibt sich bei der Arbeit ein Gespräch mit einer mir fremden Frau.
Die 65jährige hat vor kurzem durch eine heimtückische Krankheit ihren 37jährigen Sohn verloren.
Ihr Herz ist voller Leid. Es fließt aus jedem der vielen Worte, die sie verliert.
Leid ist immer gleich stark oder schwach. Egal wem es in welcher Situationen trifft. Vielleicht gibt es Abstufungen in der Stärke…
Während mir all das durch den Kopf geht, liege ich in meiner, mit wohltemperierten Wasser gefüllten, Badewanne. Der Duft der im Wasser gelösten Öle beruhigt und mein Blick kann frei in den Garten fallen.
Ich sauge all das in mich ein, um gewappnet zu sein und wach.
Wenn das Leid kommt.
Das Anderer oder das Eigene.

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