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Kirschenzeit…

Das Schöne vom Tag

Endlich…Regen

Das Schöne vom Tag

Reifendes

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Kirschen

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Einen Großteil meiner Sommerzeit bei den Großeltern verbrachte ich im Kirschbaum.
Die Leiter stand zur Erntezeit immer am Baum und ich saß in ihm. Schattig und mit besten Aussichten. Ich angelte mir Kirschen bis ich Bauchschmerzen bekam. Abends im Bett nahm ich mir vor, am nächsten Tag auf die schwarzglänzenden, prallen Kirschen zu verzichten, doch mit dem neuen Tag war der Vorsatz vergessen und ich im Kirschbaum. Auch damals hingen die süßesten Früchte so weit oben, dass nur die Vögel sie erwischten. Mein Großvater wußte Rat, einen langen Eisenstab bog er an einem Ende zum Haken und nun konnte ich, gemütlich im sicheren Geäst sitzen, mir die Zweige mit den dicken Kirschen herunterbiegen. Hatte ich genug im Bauch und je ein Zwillingspaar als Ohringe zu beiden Kopfseiten hängen, pflückte ich die Taschen meiner Schürze voll und brachte sie meinem Großvater. Nun begann unser liebstes Spiel…Kirschen rösten.
An der Wand der Garage im Schatten stand ein kleiner Tisch, an dem meine Großmutter gern saß und in Heimarbeit Tupfer drehte, damit besserte sie ihre Rente auf. Auf dem Tisch stand immer ein Stövchen, in dem eine Kerze brannte. Nicht das meine Großmutter damit ihren Tee warm gehalten hätte… auf dem Stövchen rösteten mein Großvater und ich uns Kirschen. Auf einen Spieß gesteckt und so lange übers Feuer gehalten, bis sie aufplatzen und der süße Saft aus ihnen tropfte. Dann haben wir sie mit großem Genuss aufgegessen, meine Großmutter konnten wir nie davon überzeugen, dass uns das ganz wunderbar schmeckte.

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Noch immer habe ich eine große Vorliebe für die schönen Sommerfrüchte.
Und gesund sind sie auch noch.
Kirschen beinhalten außer prallem Sommergeschmack die Vitamine B 1, B 2 und B 6, sowie Vitamin C. Sie sind reich an Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Calcium, Magnesium und der wertvollen Follsäure.  Diese braucht der Körper zur Zellteilung und Blutbildung. Damit wird die Kirsche zur optimalen Nahrungsergänzung für Schwangere. Zusätzlich sind sekundäre Pflanzenstoffe in der Frucht, die das Immunsystems stärken.
Es ist auch eine Legende, dass Kirschen und Wasser Bauchschmerzen erzeugen. Bauchschmerzen bekommt man, so wie ich früher, nur vom übermäßigem Genuss, dann verursachen die Früchte, wie jedes andere Obst auch, Blähungen.
Es ist nicht schlimm, mal einen Kirschkern zu verschlucken, anders als die Gerüchte sagen, führt das nicht zur Blinddarmentzündung und der Blausäuregehalt in den Kernen ist so gering, dass keine Schäden zu befürchten sind. Und auch das Kirschkernspucken ist nur sinnvoll, wenn die Kerne wieder eingesammelt werden und dann in ein kleines Kissen eingenäht. Gekühlt oder erhitzt ist es Hilfe bei vielerlei Wehwechen, die in dem Alter kommen, wenn man nicht mehr selbst in die Kirschbäume klettert, sondern die Enkel schickt. Eine neue, andere, nicht weniger schöne Seite des Lebens. Da mein Kirschbaum aus Altersgründen schon seit Jahren nicht mehr steht, hat der Gärtnergatte einen neuen für unsere Schaukelinhaberin gepflanzt. Beide wachsen momentan um die Wette.
Kirschen haben einen Kaloriengehalt der das Herz jedes figurbewussten Menschen höher schlagen lässt. Süßkirschen bringen es auf 52 kKal pro 100 g, Sauerkirschen haben noch weniger,  22 kKal pro 100 g. Erst seit dem 18.Jahrhundert unterscheidet man in die beiden Sorten.
Zu verdanken haben wir die schöne Süße dem römischen Feldherren Lukullus. 74 vor Chr. brachte er aus dem türkischen Kerasos (heute Giresun) die ersten Kirschbäume mit nach Italien.
Von der Stadt Kerasos leitet sich auch der Name Kirsche ab.
Und. ..eine handvoll Kirschen sind für mich immer noch eine handvoll Glück.

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