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Sachsens Bestes oder grüne Klöße

Da dieser Artikel fast täglich aufgerufen wird, wiederhole ich das Rezept nochmal.

Wie, wann und durch wen die Kartoffel nach Sachsen kam, habe ich schon einmal erzählt.

https://arabella50.wordpress.com/2014/10/18/das-marchen-vom-guten-kartoffelkonig-oder-schnelle-kartoffelsuppe/

Eine der daraus bei uns am liebsten zubereiteten Speisen sind die Grünen Klöße.
Grün deshalb, weil sie zum großen Teil aus grünen (rohen) Kartoffeln bereitet sind.

Kartoffeln sind ein wertvolles Nahrungsmittel.
Bis auf Selen sind fast alle wichtigen Mineralien und Spurenelemente in ihnen enthalten. Besonders wertvoll ist die Schale. Direkt unter ihr finden sich die Meisten davon. Beim Kochen ist darauf zu achten, möglichst wenig Wasser zu verwenden, da sonst Vitamin C und Mineralien verloren gehen.
Magnesium, Kalium, Phosphate, Natrium und Kalzium sind in ihnen enthalten. 20 mg Vitamin C stecken in 100 g Kartoffel. Das ist eine Menge!
Die Schale ist sehr gehaltvoll. In ihr finden sich die wichtigen B – Vitamine, Niazin, Folsäure sowie Zink.
Kartoffeln sind reich an Ballststoffen.
Zusammengefasst: ein gesundes Gemüse, das den Wasserhaushalt reguliert, Knochensubstanz aufbaut, die Verdauung reguliert und die Darmfunktion unterstützt.
Sie kräftigen das Bindegewebe, stärken den gesamten Stoffwechsel und wirken entsäuernd.

Das alles steht fest.
Das Rezept für Grüne Klöße dagegen variiert von Haushalt zu Haushalt und natürlich hat jeder das einzig Richtige.
Manche brühen die rohen Kartoffen mit Grieß andere mit heißer Kartoffelmasse.
Hier kommt nun mein Rezept.

Dafür brauche ich:

Kartoffeln, mehligkochend
Salz
1 altbackenes Brötchen

Mit Mengenangaben tue ich mich schwer. Pro Person sollten reichlich 0,5 kg rohe Kartoffel gerechnet werden.

Die Kartoffeln dünn schälen.
1/3 der Masse wird gekocht. Dazu die Kartoffeln in Stücke schneiden und in salzlosem Wasser garen. Die Kartoffeln vor dem Reiben aufsetzen, dann sind sie genau zur rechten Zeit gar.

Klöße gelingen nur, wenn alle Handlungsabläufe nahtlos ineinander übergehen.

Die anderen 2/3 werden fein gerieben.
Es gibt wirklich Haushalte, in denen das noch mit der Hand erledigt wird. Meist werden hochmoderne Küchengeräte dazu benutzt.
Ich bin nostalgisch und nutze meinen alten RG 28 dazu.

Ein dafür passender Aufsatz erleichtert das Reiben enorm.

Die geriebene Masse kommt nun in einen Leinen- oder Baumwollbeutel

und wird fest ausgedrückt, bis keine Flüssigkeit mehr aus dem Beutel tropft.

Das ist der wichtigste Arbeitsvorgang beim Klöße machen. Die Masse muss trocken sein und auseinanderbröckel, ansonsten zerfallen die Klöße beim Kochen.

Auf diese Masse kommt reichlich Salz. Knappe 2 Teelöffel bei einer Kartoffelmenge für 4 Personen, der Teig kann leicht versalzen schmecken. Die nun dazukommenden gekochten Kartoffeln saugen auf und über den Salzgehalt im Kochwasser lässt sich ein zuviel wieder gut machen.

Die gekochten Kartoffen durch eine Kartoffelpresse geben.

Und nun schnell auf die geriebene, rohe Masse damit. Sie müssen heiß sein, damit der Teig abbindet.

Alles gut mit den Händen durchkneten.
Jetzt handtellergroße Klöße formen.

Bei mir kommen in die Mitte der Klöße in Butter geröstete Brötchenstücke – Semmelbröseln –

aber auch da scheiden sich die Geister.

Die Prachtstücke kommen nun in einen großen Topf mit siedendem Wasser.
Ich verwende das Wasser, indem die geschälten Kartoffeln gelegen haben, um sich nicht zu verfärben. Die in ihm enthaltene Kartoffelstärke bindet die Klöße nochmals und verhindert ein zerkochen der Klöße, das schon manche Hausfrau an den Rand des Wahnsinns getrieben hat.

Es muss ein wirklich großer Topf sein, die Klöße müssen frei schwimmen können. Das Wasser muss gesalzen sein, wieviel Salz hineinkommt, hängt vom Salzgehalt des Teiges ab.
Wenn die Klöße an der Oberfläche schwimmen, sind sie gar.

Das dauert ungefähr 20 Minuten.
Es ist ratsam, alle Gerichte die dazu gereicht werden, fertig zu haben, wenn die Klöße ins Wasser gegeben werden.

Meine Frau Mutter hatte in ihrer alten Küche noch einen zu befeuernden Beistellherd mit einer Eisenplatte.
Vom Kloßteig nahm sie immer ein wenig ab, formte einen Fladen und buk ihn auf der heißen Herdplatte. War er knusprig braun, bestrich sie ihn mit Butter.
Niemals habe ich Besseres gegessen, als diesen einfachen Kartoffelfladen, auf dem die Butter zerfloss.
Bei uns gibt es in Ermanglung eines solchen Herdes heute Rouladen und Rotkraut dazu.
Die Klöße in die Soße getitscht…Herz, was willst du mehr?

Naja, vielleicht in Butter gebratene Scheiben der übrigen Klöße…
Wenn denn welche übrig bleiben.
Früher gab es in den Familien richtige Kloßwettessen.
Mancher Mann brachte es auf zehn Klöße.
Kein Wunder, sie schmecken köstlich.
Sicher gibt es noch Haushalte, in denen sie im Herbst und Winter wöchentlich auf den Tisch kommen.
Der Volksmund sagt:
„Ein Sonntag ohne Klöße verlöre viel von seiner Größe.“

Sachsens Bestes – Grüne Klöße oder Kartoffeln

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Wie, wann und durch wen die Kartoffel nach Sachsen kam, habe ich schon einmal erzählt.
https://arabella50.wordpress.com/2014/10/18/das-marchen-vom-guten-kartoffelkonig-oder-schnelle-kartoffelsuppe/
Eine der daraus bei uns am liebsten zubereiteten Speisen sind die Grünen Klöße.
Grün deshalb, weil sie zum großen Teil aus grünen (rohen) Kartoffeln bereitet sind.
Kartoffeln sind ein wertvolles Nahrungsmittel.
Bis auf Selen sind fast alle wichtigen Mineralien und Spurenelemente in ihnen enthalten. Besonders wertvoll ist die Schale. Direkt unter ihr finden sich die Meisten davon. Beim kochen ist darauf zu achten, möglichst wenig Wasser zu verwenden, da sonst Vitamin C und Mineralien verloren gehen.
Magnesium, Kalium, Phosphate, Natrium und Kalzium sind in ihnen enthalten. 20 mg Vitamin C stecken in 100 g Kartoffel. Das ist eine Menge!
Die Schale ist sehr gehaltvoll. In ihr finden sich die wichtigen B – Vitamine, Niazin, Folsäure sowie Zink.
Kartoffeln sind reich an Ballststoffen.
Zusammengefasst: ein gesundes Gemüse, das den Wasserhaushalt reguliert, Knochensubstanz aufbaut, die Verdauung reguliert und die Darmfunktion unterstützt.
Sie kräftigen das Bindegewebe , stärken den gesamten Stoffwechsel und wirken entsäuernd.
Das alles steht fest.
Das Rezept für Grüne Klöße dagegen variiert von Haushalt zu Haushalt und natürlich hat jeder das einzig Richtige.
Manche brühen die rohen Kartoffen mit Grieß andere mit heißer Kartoffelmasse.
Hier kommt nun mein Rezept.

Dafür brauche ich:

Kartoffeln, mehligkochend
Salz
1 altbackenes Brötchen

Mit Mengenangaben tue ich mich schwer. Pro Person sollte ungefähr 1 kg rohe Kartoffel gerechnet werden.
Die Kartoffeln dünn schälen.
1/3 der Masse wird gekocht. Dazu die Kartoffeln in Stücke schneiden und in salzlosem Wasser garen. Die Kartoffeln vor dem reiben aufsetzen, dann sind sie genau zur rechten Zeit gar.

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Klöße gelingen nur, wenn alle Handlungsabläufe nahtlos ineinander übergehen.
Die anderen 2/3 werden fein gerieben.
Es gibt wirklich Haushalte, in denen das noch mit der Hand erledigt wird. Meist werden hochmoderne Küchengeräte dazu benutzt.
Ich bin nostalgisch und nutze meinen alten RG 28 dazu.

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Ein dafür passender Aufsatz erleichtert das Reiben enorm.

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Die geriebene Masse kommt nun in einen Leinen- oder Baumwollbeutel

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und wird fest ausgedrückt, bis keine Flüssigkeit mehr aus dem Beutel tropft.

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Das ist der wichtigste Arbeitsvorgang beim Klöße machen. Die Masse muss trocken sein und auseinanderbröckel, ansonsten zerfallen die Klöße beim kochen.

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Auf diese Masse kommt reichlich Salz. Knappe 2 Teelöffel, der Teig kann leicht versalzen schmecken.
Die nun dazukommenden gekochten Kartoffeln saugen auf und über den Salzgehalt im Kochwasser lässt sich ein zuviel wieder gut machen.
Die gekochten Kartoffen durch eine Kartoffelpresse geben.

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Und nun schnell auf die geriebene, rohe Masse damit. Sie müssen heiß sein, damit der Teig abbindet.

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Alles gut mit den Händen durchkneten.
Jetzt handtellergroße Klöße formen.

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Bei mir kommen in die Mitte der Klöße in Butter geröstete Brötchenstücke – Semmelbröseln –

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aber auch da scheiden sich die Geister.

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Die Prachtstücke kommen nun in einen großen Topf mit siedendem Wasser.
Ich verwende das Wasser, indem die geschälten Kartoffeln gelegen haben, um sich nicht zu verfärben. Die in ihm enthaltene Kartoffelstärke bindet die Klöße nochmals und verhindert ein zerkochen der Klöße, das schon manche Hausfrau an den Rand des Wahnsinns getrieben hat.

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Es muss ein wirklich großer Topf sein, die Klöße müssen frei schwimmen können. Das Wasser muss gesalzen sein, wieviel Salz hineinkommt, hängt vom Salzgehalt des Teiges ab.
Wenn die Klöße an der Oberfläche schwimmen, sind sie gar.

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Das dauert ungefähr 20 Minuten.
Es ist ratsam, alle Gerichte die dazu gereicht werden, fertig zu haben, wenn die Klöße ins Wasser gegeben werden.

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Meine Frau Mutter hatte in ihrer alten Küche noch einen zu befeuernden Beistellherd mit einer Eisenplatte.
Vom Kloßteig nahm sie immer ein wenig ab, formte einen Fladen und buk ihn auf der heißen Herdplatte. War er knusprig braun, bestrich sie ihn mit Butter.
Niemals habe ich Besseres gegessen, als diesen einfachen Kartoffelfladen, auf dem die Butter zerfloss.
Bei uns gibt es in Ermanglung eines solchen Herdes heute Rouladen und Rotkraut dazu.
Die Klöße in die Soße getitscht…Herz, was willst du mehr?

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Naja, vielleicht in Butter gebratene Scheiben der übrigen Klöße…
Wenn denn welche übrig bleiben.
Früher gab es in den Familien richtige Kloßwettessen.
Mancher Mann brachte es auf zehn Klöße.
Kein Wunder, sie schmecken köstlich.
Sicher gibt es noch Haushalte, in denen sie im Herbst und Winter wöchentlich auf den Tisch kommen.
Der Volksmund sagt:
„Ein Sonntag ohne Klöße verlöre viel von seiner Größe.“

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