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Das Schöne vom Tag

Gepflanztes

Gartengeschichte(n)

Unser Garten hat uns oft geholfen.

Beim Entspannen, beim Essen, beim Zusammenfinden und -halten.

Mir ist er zudem Ort geliebter Erinnerungen.

Ein riesiges Erdbeerfeld hatten meine Großeltern in ihm angelegt, um ihre Rente aufzubessern. Der Platz ist heute Wiese. Ein Stück davon lassen wir wild wachsen, für Gräßer und Insekten.

Dem gegenüber lag die Terrasse meiner Großeltern, beschützt von einer Hecke, überdacht von einem Kirschbaum. Aus alten Fensterscheiben hatte mein Großvater ein Büdchen gebaut, in das sich meine Großmutter bei Regen zurückzog und in Heimarbeit Tupfer drehte. Heute noch kann ich das. Auf ihrem Schoß lag ein blau-weißes Tuch, auf das die vielen Fusseln des Mulls fielen. Das Holzstäbchen mit dem sie die Tupfer drehte, glänzte von der ständigen Benutzung. Im Büdchen lag ich ihr oft zu Füßen, mit meinen Katzen schmusend. Der davor liegende Hühnerstall war damals schon zum Geräteschuppen umfunktioniert und das ist er auch heute noch.

Zu meinen alten Geschichten kommt eine neue.

Lang schon wünscht mein Mann sich ein Gewächshaus für seine gern geschmausten Tomaten. Nun hat er sich eins aufgebaut. Seine Freude daran ist so groß wie die Arbeit die er hineingesteckt hat.

Einen Teil unserer Wildwiese hat er urbar gemacht. Hinten wachsen bald Kartoffeln und Zwiebeln. Der Mittelteil gehört der Schaukelinhaberin, die sich sehnlichst eigene Blumen wünscht.

Bleibt immer noch genug Raum für meines Mannes Traum.

In drei Teilen sollte das Gewächshaus geliefert werden, ein Teil fehlt…ach ja. Nach langer Suche wird das fehlende Teil in einer anderen Lieferung wiedergefunden, dort abgeholt und endlich, drei Tage später, an uns zugestellt. Es kann losgehen.

Das Fundament zusammenschrauben und an den geplanten Ort tragen. Passt, hurra.

Damit das Häuschen feststeht, zementiert mein Mann ordentlichst.

Weiter geht’s.

Das Sortieren beginnt, ich nehme Reißaus. Niemals würde ich selbst das hinbekommen.

Gebrauchsanweisungen sind für mich böhmische Dörfer, mit einer Engelsgeduld kämpft mein Mann sich durch.

Erfolgreich. Ich kann dem Wachsen des Häuschens zusehen. Es wächst so schnell, wie sonst nur Unkraut.

Bald schon können die Scheiben eingesetzt werden.

Ich trau‘ mich wieder in die Nähe, schließlich bin ich wenigstens der Dokumentator.

Voller verdientem Stolz grüsst der Bauherr aus dem Geschaffenem.

Nach drei Tagen Arbeit steht unser neues Gewächshaus.

Vorgezogen hat mein Mann Tomaten, ich hab sie pikiert und bald finden sie ihren festen Platz.

Solche Häuschen sind zwar nicht billig, dennoch Sturmschaden gefährdet. Hier habe ich auch mal eine gute Idee. Mein Mann bohrt kleine Löcher in die Verstrebungen und zieht durch sie von außen um die Scheiben herum einen dünnen Draht, das sollte beim Stabilisieren helfen.

Ein paar gekaufte Tomten sind schon drin, nächste Woche holen wir noch mehr Pflanzen und dann wird alles eingegraben.

Gute Ernte lieber Gärtnergatte.