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Dieses kribbeln in mir…

…ist einfach nicht mehr zu stoppen.
Februar.
Die Haut sehnt sich nach Sonne, der ganze Körper will Licht und Luft und Frische.
Die Fenster weit aufreißen möchte ich, den Wintergeruch verjagen.

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Die gleißende Februarsonne bringt es an den Tag. Überall hat sich der Winter staubig versteckt.
Ha, ich werde es ihm zeigen.
So dachten schon die alten Römer.
Februare ist lateinisch und heißt reinigen. Sie nannten also gleich den ganzen Monat nach den in ihm zu erledigenden Arbeiten.
Die alten Germanen hielten mit. Nach der Schneeschmelze wurden hier die Speicher- und Vorratskammern gesäubert, leer waren sie sowieso gerade.

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Und da über viele Jahrhunderte hinweg der Rauch der offenen Feuer die Stuben verrusste, war nun die Zeit, dies zu reinigen gekommen.
So begannen die ersten Arbeiten im Jahr mit dem Frühjahrsputz.

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Im alten Persien war das nicht anders.
Hier wurde Noruz – das Neujahrsfest – gefeiert.
Noruz lag um die Zeit der Tag – und Nachtgleiche, also in der Zeit vom 19. bis zum 21.März.
Auch diesem Fest ging ein umfassender Hausputz voraus.
Auch das jüdische Pessachfest wird von vielen für den Ursprung des Frühjahrsputzes gehalten.
Die an ihm gereichten Speisen mussten ungesäuert sein, also frei von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste oder Dinkel.
Um das zu gewährleisten, wurde das ganze Haus ausgefegt, damit sich nur ja kein Körnchen in die Speisen verirrte.
Da sich so viele Nationen und Religionen einig sind in Bezug auf einen sauberen Beginn des Frühlings, frage ich mich, warum sie sich nicht einig werden in Bezug auf eine saubere Beziehung mit – und untereinander.
Wie man sieht haben wir alle den gleichen Ursprung und ähnliche Bräuche.
Zeit ist es alte Vorurteile auszukehren.
Fange ich also im Kleinen und bei mir an und kehre, fege, wische und putze und poliere alle Überreste des Winters hinweg.
Gut fühlt sich das an, wenn durch die weitgeöffneten Fenster die frische, noch kühle Luft durch’s Haus strömt und die Glasscheiben mit der aufsteigenden Sonne um die Wette glänzen.

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Die Vögel zwitschern schon erste Frühlingslieder und ich bin wieder guten Mutes.
Überall blitzt und strahlt es und gleich befülle ich mir noch einen ersten, frühen Blumenkasten.
Für soviel Fleiß belohne ich mich mit einem ausgiebigen Bad in Meersalz und entschlacke und reinige auch mich.
Kribbelig fühle ich mich nun immer noch.
Vor Freude über die Frühlingsfrische und den Blauhimmel.

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