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Apfelgeschichten oder Apfelkompott

Wer wie ich in der DDR aufgewachsen ist, erinnert sich noch an das Einkochen von Früchten.

Feinfrostwaren aus dem Supermarkt gab es dort ebensowenig wie die jetzt überall vorhandenen, vollen Regale mit Gläsern und Dosen voller eingelegtem Obst.

Also kochte man selber ein. In jedem Haushalt gab es einen großen Einwecktopf, entsprechende Gläser und die erforderlichen Gummiringe und Metallklammern dazu. Oft saß die ganze Familie am Küchentisch zusammen und bereitete das Obst zum Einkochen vor. Und ach, wie oft ging so ein Glas wieder auf! Dann durfte ich sie wenigstens aufessen. Ansonsten wurde das Kompott gehütet wie ein Schatz und kam nur auf den Sonntagsmittagstisch. Höchstens bei Erkrankung durfte von den Vorräten genascht werden. Mein sonntäglicher Beitrag zum Bereiten des Mittagessens in meiner Kindheit war der Gang in den Keller. Sorgfältig in Regalen gelagert, durfte ich ein Glas nach oben holen.

Heute koche ich nicht mehr ein. Andere, schnelllebigere Zeiten eben. Was ich immer noch mache ist Apfelmus und Apfelkompott, allerdings in kleineren Mengen. Ich nehme dafür auch keine speziellen Einweckgläser mehr, sondern normale Schraubgläser. Selbstverständlich müssen diese vor der Benutzung steril ausgekocht sein. Heiß eingefüllt halten sich die eingekochten Früchte darin eine ausreichende Weile.

In diesem Jahr gibt es Äpfel in Hülle und Fülle. Ich habe schon körbeweise verschenkt und immer noch hängen unzählige Äpfel auf den von meinem Großvater gepflanzten, über 60 Jahre alten Bäumen.

Den Namen dieser alten Apfelsorte kenne ich nicht. Es ist ein im Geschmack wunderbarer Apfel, dem keine Neuzüchtung das Wasser reichen kann. Trotz Knackigkeit ist er weich, von einer feinen, milden Säure und mit einem leichten Vanillearoma. Nur hat diese Sorte einen Fehler, der Apfel lässt sich nicht lagern. Also verschenke und verarbeite ich sie so gut ich kann, der Rest gehört den Vögeln.

Ich habe mir ca 4 kg in’s Haus geholt und zu Kompott verarbeitet.

Es braucht dafür:

4kg Äpfel

4 Liter Wasser

1 Zitrone

2 EL Vanillezucker

3 EL Honig

10 Gewürznelken

1 kleines Stück Ingwer

Geschält und geachtelt gebe ich die Äpfel in das Wasser. Im Wasser ist schon der Saft der Zitrone, damit die herrlich weißen Apfelstücke sich nicht braun färben.

Dazu kommen jetzt der Honig und der Vanillezucker (dafür einfach leere Vanilleschoten in Zucker einlegen).

Die Gewürznelken gebe ich dazu und den klein geschnittenen Ingwer. Ich will nur seine Frische, nicht seine Schärfe im Kompott. Beim Aufkochen sinkt der Ingwer zu Boden, später beim Einfüllen lasse ich ihn auch dort. Mit in die Gläser gegeben, würde seine Schärfe zu sehr nachziehen.

Alles lasse ich nur aufkochen und fülle dann sofort in die Gläser. Die Apfelstücken möchte ich noch etwas fest, sonst hätte ich ja Apfelmus gemacht.

In ca.einer Stunde ist ein kleiner Vorrat gemacht. Den übrig geblieben Saft fülle ich in eine Flasche, er schmeckt kalt genauso gut wie nochmal erwärmt.

Was es bei mir morgen für Kompott zum Nachtisch gibt ist klar…Apfelstücke mit Vanillesoße. Mhhhh.

Eine Schüssel voller Freude oder Apfelkompott


Nein, es ist nicht die gefüllte Schüssel allein die mir Freude macht, es ist die Frage meiner Tochter nach einem Rezept für Apfelkompott. Als sie diese stellt, ist es draußen schon dunkel. Schnell schnappe ich mir des Gärtnergatten Taschenlampe und sause in den Garten Äpfel pflücken. Für Kompott eignen sich nur reife Früchte, am Besten direkt vom Baum, keinesfalls dürfen sie Druckstellen haben. 

Joy, es schwimmert mir vor den Augen….;-) die Äpfel wasche ich. In eine Schüssel gebe ich nur wenig Wasser, gerade soviel, dass die Äpfel bedeckt sind. Da ich wieder einmal keine Zitronen im Haus habe, gebe ich Ascorbinsäure in das Wasser. In dem Wasser in das ich die geschälten Apfelstücke gebe, koche ich sie auch, so bleiben die meisten Vitamine erhalten.

Dazu kommen Gewürznelken, Pfefferminze und Vanillezucker. Da ich diesen selbst mache, habe ich ausreichend davon und kann auf anderen Zucker verzichten. Eine Vanilleschote aus dem Glas koche ich mit auf.

Mein Gärtnergatte sitzt gemütlich neben mir und macht sein Entspannungsrätsel. Der Vanilleduft den ich verbreite wird seine Entspannung weiter fördern. Die Apfelstücke koche ich auf, danach stoppe ich die Hitzezufuhr sofort, sonst gibt es Apfelmus.

In sauber ausgekochte Gläser gebe ich die Apfelstücke und fülle mit dem Saft auf. Dabei achte ich darauf, dass in jedem Glas Pfeffeminze, Nelken und Vanilleschote landen, deren Geschmack wird nachziehen und das Kompott besonders köstlich machen.

Gut verschlossen hält sich das Kompott länger, als mein Gärtnergatte für sein Rätsel braucht.

Für das Apfelkompott braucht es:

1,5 kg Äpfel

Wasser (ca.750ml)

Gewürznelken

Pfefferminze

8 EL Vanillezucker oder 7 EL Zucker und eine Tüte Vanillezucker

1 Pkg.Ascorbinsäure oder 1 Zitrone

Guten Appetit mein Kind.