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Sonntagsmärchen

Die Ameise und die Heuschrecke
(Aesop)

An einem Sommertag hüpfte eine Heuschrecke in einem Feld herum. Sie zirpte und sang nach Herzenslust. Eine Ameise kam vorüber, und trug mit großer Anstrengung eine Ähre, die sie zum Nest bringen wollte.
„Warum kommst du nicht mit mir“, sagte die Heuschrecke, „anstatt zu schuften und dich abzuschleppen“?
„Ich helfe, um für den Winter Vorräte anzulegen“, sagte die Ameise, „und ich empfehle dir, das gleiche zu tun“.
„Warum sich jetzt schon Mühe machen und über den Winter nachdenken?“, sagte sich die Heuschrecke. „Wir haben derzeit reichlich zu fressen“.

Und die Ameise ging weiter auf ihrem Weg, und setzte ihre Arbeit fort.
Als der Winter kam, dachte die Heuschrecke vor Hunger zu sterben. Dann sah sie, wie die Ameisen jeden Tag Mais und Getreide aus den Lagern verteilten, die sie im Sommer gesammelt hatten.
Dann wusste die Heuschrecke:
„Sammle in der Zeit, dann hast du in der Not!“

MORAL:
Vergiss nicht – es gibt eine Zeit für die Arbeit und eine Zeit für das Spiel!
Arbeite heute, und du kannst die Vorteile Morgen genießen . . .

Sonntagsmärchen

Aesop

Die Löwin und die Füchsin

Eine Füchsin, die auf ihre Fruchtbarkeit stolz war, schalt eine Löwin, dass sie nur ein einziges Junges zur Welt brächte. Die Löwin antwortete ihr darauf: „Fürwahr, ich bringe nur eines zur Welt, aber dieses einzige ist ein Löwe.“

Stoppt CETA – stoppt TTIP – Sonntagsmärchen – 

Stoppt CETA ! Stoppt TTIP! 

Aesop

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Der Fuchs und die Trauben
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Eine Maus und ein Spatz saßen an einem Herbstabend unter einem Weinstock und plauderten miteinander. Auf einmal zirpte der Spatz seiner Freundin zu: »Versteck dich, der Fuchs kommt«, und flog rasch hinauf ins Laub.

Der Fuchs schlich sich an den Weinstock heran, seine Blicke hingen sehnsüchtig an den dicken, blauen, überreifen Trauben. Vorsichtig spähte er nach allen Seiten. Dann stützte er sich mit seinen Vorderpfoten gegen den Stamm, reckte kräftig seinen Körper empor und wollte mit dem Mund ein paar Trauben erwischen. Aber sie hingen zu hoch.

Etwas verärgert versuchte er sein Glück noch einmal. Diesmal tat er einen gewaltigen Satz, doch er schnappte wieder nur ins Leere.

Ein drittes Mal bemühte er sich und sprang aus Leibeskräften. Voller Gier huschte er nach den üppigen Trauben und streckte sich so lange dabei, bis er auf den Rücken kollerte. Nicht ein Blatt hatte sich bewegt.

Der Spatz, der schweigend zugesehen hatte, konnte sich nicht länger beherrschen und zwitscherte belustigt: »Herr Fuchs, Ihr wollt zu hoch hinaus!«

Die Maus äugte aus ihrem Versteck und piepste vorwitzig: »Gib dir keine Mühe, die Trauben bekommst du nie.« Und wie ein Pfeil schoss sie in ihr Loch zurück.

Der Fuchs bis die Zähne zusammen, rümpfte die Nase und meinte hochmütig: »Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.« Mit erhobenem Haupt stolzierte er in den Wald zurück.

Aesop