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Vitamin C in Mengen oder Scharbockskraut und der Tee daraus

Zuerst eine Warnung.

Die Blätter des Scharbockskraut bitte nur vor dem Erscheinen der Blüten sammeln, also jetzt. Sie enthalten in kleinen Mengen giftige Schadstoffe, die sich mit dem Aufblühen der Pflanze verstärken.

Im zeitigen Frühjahr machten meine Schulfreundin und ich zu gern Radtouren.
Das frische Grün haben wir genauso genossen wie die Blicke der Jungs, wenn wir miniberockt bei den ersten Sonnenstrahlen los radelten.
Immer habe ich meiner Frau Mutter ein Sträußchen gelber Blumen mitgebracht.
Die kleinen, gelben Blüten des Scharbockskraut liebe ich noch genauso, nur weiß ich heute mehr über es.
Oft sind sie die ersten, in teppichbildender Menge auftretenden Frühblüher, die in lichten Wäldern zu finden sind.
Ihr Name kommt vom alten Wort Scharbock – in vergangenen Zeiten die Bezeichnung für Skorbut.
Die jungen Blätter vor der Blüte gesammelt, haben einen so hohen Viamin C Gehalt, dass sie in der Lage sind, Skorbut zu heilen.
In kleinen Mengen ( wegen der leichten Giftigkeit ) zum Salat gegeben, regeln sie den Vitamin C Haushalt vortrefflich und helfen damit gleich noch gegen Frühjahrsmüdigkeit.

Erscheinen dann die Blüten, sollte auf das Sammeln verzichtet werden.
Von März bis April ist das schöne Kräutlein zu finden. Ab Mai zieht es sich wieder in die Erde zurück.
Oft findet es sich in der Nähe von Schafgarbe und Hirtentäschel.
https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2015/10/16/kein-unkraut-oder-hirtentaeschel-und-der-tee-daraus/
Weitere Inhaltsstoffe sind:
Anemonin, Saponine, Gerbstoffe und Protoanemonin.
Das Kraut wird auch Feigwurz genannt und zählt zur Familie der Hahnenfußgewächse.
Verwendet werden können die frühen Blätter, die geschlossenen Knospen und die Wurzel.
Die Knospen in Essig eingelegt, ergeben einen guten Kapernersatz.
In Hungerszeiten wurden sie früher mit der Wurzel gemischt und zu Mehl gemahlen, darum wurden die Knospen auch Himmelsgerste genannt.
Die Wurzel hilft gegen Warzen. Ihr scharfer Saft ätzt Warzen weg.
Getrocknet können die Blätter als Tee verwendet werden, beim Trocknen verlieren sich die leicht giftigen Inhaltsstoffe.
Der Tee des Scharbockskraut hilft gegen Hautunreinheiten und wirkt blutreinigend.
In einem Sitzbad angewandt, lindert er Hämorrhoiden.
Ein Heilkraut, das in seiner Schönheit ganz besonders ist, schenkt uns der Frühling.
Jeder Kräutersalat wird durch den würzig herben, leicht scharfen Geschmack der jungen Blätter zum Genuß.

Oregano (Oreganum vulgare)

oder auch Dost oder wilder Majoran

Der Name kommt aus dem Altgriechischen und im Mittelmeerraum ist die Pflanze auch beheimatet.
So spielt sie in der griechischen, spanischen,türkischen und italienischen Küche eine wichtige Rolle bei Soßen,Tomatengerichten,Lamm-und Gemüseaufläufen und bei Pizzen und das seit rund 400 Jahren.
Ich nehme die frischen Blätter auch gern zum Salat liegt der Vitamin C Gehalt doch bei 267,2 mg pro 100 g frische Blätter.
Wichtig ist,sie dabei zu reißen und nicht zu schneiden, da sie sonst bitter schmecken.

Auch als Heilpflanzen fand Oregano schon bei den alten Griechen Anwendung. Hippokrates von Kos verwendete sie zur Geburtsbeschleunigung und gegen Hämorrhoiden. Heute nutzt man sie als Tee bei Magen-und Darmbeschwerden,als Tinktur bei Husten und Menstruationsbeschwerden und äußerlich angewendet wirkt das Kraut antiseptisch.
Oregano enthält ätherische Öle.
Geliebt ist er auch bei Bienen und vielen Schmetterlingsarten,z.B.beim Kleinen Wiesenvögelchen und dem Schachbrettfalter,denen seine vielen Blüten ausreichend Nahrung bieten.

Seit der Antike wird der Dost zur Dämonenabwehr genutzt. Lernte ein Kind schwer sprechen gab man ihm einen Löffel Oreganowasser.
Im Mittelalter galt er als Mittel zur Hexenabwehr und man glaubte,dass sein Genuss erloschenen Lebensmut erneuern kann und fröhlich macht.Das brachte dem Kraut noch einen Beinamen – Wohlgemut – ein.
Als Schutz vor Bösem wurde er in den Brautschuh gelegt und im Brautstrauß verwendet.
Seine Schönheit ist für mich – neben der Nützlichkeit – unbestritten.

Das Kraut ist schwer vom Majoran zu unterscheiden.Hier noch ein Tipp.
Wenn es den Winter überlebt und Schnecken abschreckt ist es Oregano.
Ist es einjährig und von den Schnecken begehrt habt ihr Majoran vor euch.

Salbei (Salvia officinalis)

Salbei ist als Heil – und Küchenkraut, bekannt seit der Antike.
Seinen Namen hat das, in Südeuropa wild wachsende, Kraut vom altrömischen Salvia salvatrix ,was die rettende und heilende Pflanze heißt.
Be

i uns ist Salbei ein Gartenschatz.

Er wirkt antibakteriell und findet als Mundwasser gegen Zahnentzündungen und Halsweh Anwendung.

Auch er ist eine vergessene Heilpflanze.
In der Antike und im Mittelalter hatte er seine Hochzeit.
Stärkt er doch das Nervensystem, löst Verkrampfungen, verleiht Ausgeglichenheit und hilft gegen chronische Müdigkeit.
Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, sollte man ihn nutzen.Er sorgt für mehr Gelassenheit,regt gleichzeitig an und stärkt den Blutkreislauf.

Salbei ist ein Heilkraut, vor allem für Frauen.
Jungen Mädchen reguliert er den Hormonhaushalt, Frauen in den Wechseljahren mindert er den Schweißausbruch.
Er verhilft Schwangeren zur leichteren Geburt und verhindert Frühgeburten.
Zudem erhält er die Schönheit der Haut und ein Absud auf den Haarboden gebracht, verhindert

Haarausfall.

In der Küche ist er eine geschätzte Zutat.
Salbeibutter auf Nudeln, was braucht der Mensch mehr, um gut zu essen.

Nur im milden Klima kann der Salbei im Freien überwintern.
Leichten Frost hält die Pflanze stand, wenn sie gut abgedeckt ist.
Ab August sollte die Pflanze nicht mehr geschnitten werden, wenn sie im Freien überwintern soll.
Nach mehreren Versuchen ihn im Garten überwintern zu lassen, ziehe ich ihn im Topf.
Hier muss darauf geachtet werden, die Pflanze nicht zu überwässern, sie liebt es sonnig.
Meine Topfpflanze nehme ich bei Frost in’s Haus.
An milden Tagen Stelle ich sie in’s Freie, damit sie genügend Licht bekommt.
Ihre herrlich lila Blüten sind der schönste Dank.

Johanniskraut

Johanniskraut hat seinen deutschen Namen, von der Zeit, um die es geerntet wird.

Am Johannistag, dem 24.Juni

Ursprünglich wurde es am 21.6.zur Sommersonnenwende geerntet, denn schon die alten Germanen kannten das Heilkraut und auch seine stimmungsaufhellende Wirkung.Sie verehrten es als Lichtbringer und Symbol der Sonne. Die jungen Mädchen banden sich Kränze daraus, hat das Kraut doch gerade für sie eine besondere Bedeutung , es hilft bei pubertären Verstimmungen und löst Menstruationsbeschwerden.
Auch als Abtreibungskraut fand es Anwendung.

Im Zuge der Christianisierung wechselte das Datum dann auf den Tag Johannes des Täufers.Die Kirche hat viele bestehe Feste zu ihren Zwecken umgestaltet.
Hypericum perforatum wiederum, kommt aus dem Griechischen.
Hypér für groß, eréeike für Heidekraut, also größer als Heidekraut und damit ist auch seine ursprüngliche Herkunft geklärt.Es wächst in Wiesen und Wäldern bis zum heutigen Tag, wird aber inzwischen auch landwirtschaftlich angebaut.
Seine Wirkung gegen depressive Verstimmung und nervöse Unruhe ist der Volksmedizin lange schon bekannt, geriet in Vergessenheit und wird seit den 1970’er Jahren wieder erforscht.
Herrgottsblut wird das Kraut im Volksmund genannt, weil beim Zerteilen der Blätter zwischen den Fingern ein blutroter Saft entsteht.
Die Blüten sollen die Kraft besitzten die Sonne zu speichern, und in den dunklen Wintertagen wieder freizusetzen, was ich beim Anblick (hier großblütiges Johanniskraut) gern glauben will.

2 Monate lang die Blüten in Öl eingelegt, ergeben das Rotöl, welches äußerlich angewandt Hexenschuß, Gicht, Rheuma, Blutergüsse und Sonnenbrand behandeln hilft.
Hier sind die Samenstände des kleinblütigen Johanniskraut zu sehen, sie fallen beim Durchstreifen in das Fell der Tiere und werden so verbreitet.

Der 24.6., der richtige Tag, dieses wertvolle Kraut zu sammeln und mein Geburtstag.
Das echte Johnaniskraut ist die Heilpflanzen des Jahres 2015.
Die Pflanze wird 15 bis 30 cm hoch. Von anderen Johanniskrautarten lässt es sich anhand des Stengels unterscheiden.
Der Stengel hat von oben bis unten zwei Kanten und ist nicht hohl, sondern innen mit Mark gefüllt.

Goldgarbe,Schafgarbe

Goldgarbe

Scharfgarbe

Zwei Schönheiten, eine Seele, in abgeminderter Form hat die Goldgarbe die heilenden Kräfte der Schafgarbe. Sie sollte minder dosiert eingesetzt werden.
Während die Goldgarbe aus dem Kaukasus und nahem Osten stammt, ist die Schafgarbe auf allen feuchten Wiesen daheim.

Ihre Gattungsnamen – Achillea filipendulina und Achillea millefolium – verdanken sie dem Held Achilles, der auf Anraten Aprodithes selbst,die Pflanze entdeckte und zur Wundheilung verwendete. (siehe Illeas 11.Gesang, Vers 822 ff.)

http://www.zeno.org/Literatur/M/Homer/Epen/Ilias/11.+Gesang

Schafgarbeblätter

Goldgarbeblätter

Die Pflanze wirkt galleflußanregend, antibakteriell und krampflösend.
Seit dem Altertum wird sie zur Stillung von Blutfluß angewendet.
Hildegard von Bingen erwähnt sie als Frauenkraut.
Ein mittelalterlicher Spruch sagt: “Schafgarbe im Leib, tut wohl jedem Weib“.

Ein Sitzbad soll Kämpfen mildern, ein Tee hilft bei Wechseljahrsbeschwerden.
Eine andere Verwendung des Heilkraut diente zum Gelbfärben von Wolle, die dazu vorher mit Alaun gebeizt wurde,

Mein Rat ist.
Die herrliche Goldgarbe zum Schmücken verwenden und mit der sanft nach Kamille duftenden Schafgarbe den Tee zubereiten.

Große Klette

Ursprünglich in Eurasien beheimatet ist der Primärstandort der Pflanze in Auwäldern zu finden.
Ihre Früchte –  auch als Soldatenknöpfe bekannt – wurden von uns allen in Kindertagen benutzt, um uns damit zu bewerfen. Ihre Haken ermöglichen ein Haften an der Kleidung und ich trieb damit manchen Unfug.

Dabei ist die Große Klette eine Heilpflanzen.
Bereits im 9.Jh. wurde sie von Karl dem Großen in seinem „Capitulare de villis vel curtis imperii “ als „parduna“ erwähnt.

Aus den Wurzeln der Heilpflanze wird die Droge „Radix Bardanae“gewonnen.
Sie zeigt antioxidative Wirkung und könnte in der Zukunft bei der Brustkrebsbekämpfung eingesetzt werden.
Die Volksmedizin kennt ihren Nutzen schon lange und verwendet sie bei Hauterkrankungen,gegen Haarausfall, Leberleiden und auch bei rheumatischen Beschwerden.
Ihre jungen Blätter und die Wurzeln fanden im Mittelalter Verwendung als Gemüse und wurde ähnlich der Schwarzwurzel zubereitet.
In England gibt es seit 1265 ein daraus bereitetes alkoholfreies Getränk „Dandelion and Burdock“(Löwenzahn und Große Klette) .
Na dann:
Auf die Gesundheit.

Physalis

Eine Pflanze mit vielen Namen.
Physallies kommt aus dem altgriechischen und bedeutet Blase.
Ein weiterer Name erklärt sich somit – Blasenkirsche.
Seit mindestens 359 vor Christus ist die Pflanze bekannt,  damit ist ihr aus dem Mittelalter stammender Name Judenkirsche zu erklären.
Zu ihrer Erkennung mussten Juden seit dem frühen Mittelalter Mützen in Farbe und Form der Physalis tragen.

Diese Frucht ist noch unreif und deshalb grün.
Sollten die Beeren eine Reife vor dem Frost erleben, reiche ich ein Foto der ausgereiften Frucht nach.
Winterhart ist das mehrjährige Nachtschattengewächs nämlich nicht.

Ihre ursprüngliche Heimat ist Venezuela und Chile, daher ein weiterer ihrer Namen – Andenkirsche.
Portugiesische Seefahrer brachten die Pflanze mit und siedelten sie rund um’s Kap der guten Hoffnung an und deswegen nun auch noch der Name Kapstachelbeere.

Gern ist sie auch in unseren Breiten zu Hause, da sie recht anspruchslos ist. Entweder man überwintert sie in hellen, geschützten Räumen oder eine Aufzucht aus gewonnenen Samen erfolgt jedes Jahr auf’s Neue.

Die Schönheit der Blüten lohnt die Mühe.
Sollten Früchte ausreifen hat man Vitamin B und C Lieferanten direkt im Garten. Außerdem ist die Beere reich an Pektin,  Phosphor, Eisen und Provitamin A.

Dekorativ sind nicht nur die Blüten, die Frucht selber ist mit ihrem leuchtenden Orange – in der sie wie Geschenkpapier
umgebenden Hülle – sehr dekorativ und deshalb eine beliebte Garnitur.
Marmeladen aus Physalisbeeren sind köstlich und die Früchte geben jedem Rumtopf eine besondere Note.
Habt ihr schon einmal frittierte Physalis in Pfannkuchenteig probiert?
Himmlisch.
Hier noch ein Rezept für Physalismuffins:
130 g Butter
150 g Zucker
3 Eier
200 g Quark
100 g Vaniliejoghurt
150 g Mehl
50 g Weichweizengrieß
1/2 Päckchen Backpulver
200 g Physalis

Den Teig, wie gewohnt anrühren und zum Schluss die gewaschenen und halbierten Früchte unterheben.
In Muffinförmchen geben und circa 25 Minuten bei 180 Grad Umluft backen.
Glasur nach Laune oder einfach mit Puderzucker bestäuben.
Guten Appetit.