Archiv der Kategorie: Früchte

Himbeeren, die Erinnerung an solche aus Zucker und ein Dankeschön

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Im Garten meiner Eltern wuchsen sie zu Hauf. Meine Frau Mutter machte die weichen, roten Früchte zu Saft und Gelee.
Eine sonnenwarme, frischgepflückte Himbeere auf der Zunge zergehen zu lassen, diesen Geschmack vergisst man nie. Die Weichheit der Frucht, die dem Gaumen schmeichelt, warm von der Sonne und doch erfrischend, süß ohne zu kleben…und erst diese Farbe. Unnachahmlich himbeerrot!
Zum Glück habe ich im Garten welche, nicht in Massen, zum naschen reichen sie aber. Und ich brauche auch die Blätter des Strauches für Tee, aber dazu komme ich noch.

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Himbeeren sind gar keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte,  die schon seit der Steinzeit bekannt sind.
Den Schönen ist nicht nur ein einzigartiger süß-sauerer Geschmack zu eigen, sie stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe. Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe in großer Menge sind in ihnen enthalten.
Das lässt sie antibiotisch, appetitanregend, entwässernd und abführend wirken.
Der Genuss – und es ist ein ganz wunderbarer – stimuliert unser Abwehrsystem, unterstützt das Immunsystem und regt den Stoffwechsel an.
Wer von Sodbrennen und Verdauungsstörungen geplagt wird, sollte jetzt zulangen, Himbeeren bringen hier Linderung.
Bemerkenswert viel Eisen ist in den roten Früchtchen enthalten, die rote Farbe ist oft ein Indikator für Eisengehalt.
250 g Himbeeren enthalten 100 mg Kalzium, zusätzlich finden wir Folsäure,  Magnesium, Kalium und Kupfer in ihnen.
1/3 des Tagesbedarfs eines Erwachsenen an Vitamin C sind in 150 g Himbeeren enthalten. Dieser hohe Gehalt des wertvollen Vitamins hilft den großzügigen Eisengehalt im Körper zu verwerten.
Die in den Früchten enthaltene Säure ist zum großen Teil Zitronensäure, sie wirkt sich günstig auf den Harnstoffwechsel aus. Damit ist Hilfe bei Blasen- und Nierenleiden gegeben.
Letztendlich haben Flavoide, die ebenso zu den Inhaltsstoffen zählen, eine blutreinigende, antioxidative Wirkung.
Ein rundum gesundes Naschen, das mit 34 Kilokalorien pro 100 g auch figurbewussten Menschen schmecken sollte.

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Genauso wertvoll sind Himbeerblätter.
Frauen kann der Tee daraus in jedem Alter Gutes tun.
Er wirkt östrogenähnlich zusammenziehend und hilft dadurch bei schmerzhaften Regelblutungen und PMS.
Der Kalziumreichtum der Blätter wirkt dem in den Wechseljahren auftretenden Knochenschwund entgegen und schmeckt auch noch aromatisch.
Mit den Himbeeren selbst zaubere ich leckerste Sachen. Wunderbar sind sie einfach vom Strauch gepflückt und gegessen.
Der Versuchung daraus Eis zu machen werde ich nicht mehr lange wiederstehen können, wobei noch besser wohl ein Sorbet in diesen Sommer passen würde. Fruchtsäfte wie meine liebe Frau Mutter mache ich ungern. Wer sich jedoch dafür entscheidet, hat ein natürliches, fiebersenkendes Mittel im Haus.
Mein Favorit ist samtweiche Himbeermarmelade 1:3.
Genügend Früchte dafür habe ich nicht mehr im Garten, sie sind aufgenascht.
Nicht schlimm! Für Marmelade eignen sich sehr gut Feinfrosthimbeeren, die im besten Reifegrad geerntet werden.

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Wenn ich dieses Foto sehe…erinnere ich mich an die Himbeerbonbons aus Kinderzeiten…sie waren eine meine Lieblingsleckerein. Und genauso sahen sie aus. Wie gefrorene Himbeeren. Einen langen Bonbonmoment den Geschmack von gezuckerten Himbeeren auf der Zunge schenkten sie mir unzählige Male.
Für mich ist es eine erfreuliche Tatsache, dass ich sie auch heute noch kaufen kann. Die herstellende Firma, der VEB Bodeta, jetzt Bodeta Süßwaren GmbH Oschersleben, hat es durch die wendigen Zeiten geschafft. Eine Firma, die auf eine lange Familientradition zurückblicken kann, hat überlebt. Ich genieße so etwas. Vor 1933 nannte sich der die Leckereien herstellende Betrieb Fa. Becker und Schmidt, nach 1933 änderte sich der Name in Bodeta. Nachdem die Firma den 2. Weltkrieg überlebte – nicht wenige Schokoladenfabriken wurden in Betriebe für die Herstellung von Kriegszubehör umgerüstet –  wurde sie nach dem am 30.Juni 1946 durchgeführten „Volksentscheid in Sachsen“ über die „Enteignung der Naziaktivisten und Kriegsverbrecher “ enteignet und ging als VEB Bodeta in staatliches Volkseigentum über. Auch diese Jahre hat sie überstanden, genau wie ihre köstlichen Himbeerbonbons.
Zurück zu meinen Himbeeren.
Auftauen und los.
Nachdem ich die Früchte püriert habe, siebe ich die Kernchen heraus und bekomme so eine samtweiche Marmelade, in die ich neben Zitronensäure, die den Geschmack frischer macht und der Farbe Haltbarkeit verleiht, noch einen Spritzer Orangenaroma gebe. Heute sind mir einige der Kernchen durchgerutscht, ein Großteil ist aber entfernt.

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Himmbeerfarbenes Glück entsteht.
Und ein Gläschen davon bin ich Herrn Tigerfour
https://tigerfour.wordpress.com/2015/07/08/kaffemitte/
schuldig. Er hat mir mit seinem selbst gefertigten Geschenk, eine große Freude gemacht.

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Dankeschön. Meine fast samtige Marmelade kommt in den nächsten Tagen.
Und falls du irgendwann in meiner Nähe sein solltest. ..ich habe immer einen Espresso für dich.

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Aprikosen

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Das Jahr schreitet voran und der Sommer schüttet sein Füllhorn über uns aus. All die darin enthaltenen Farben und Düfte, die Blumen und Früchte sind üppig, lebensfroh und bunt wie er selbst. Und voller wertvoller Inhaltsstoffe.
So komme ich von den exotischen Früchten zu denen, die auch bei uns heimisch sind.
Aprikosen wachsen, bei guter Lage, auch in unseren Landen. Also nicht in meinem kühlen Grunde, hier werden nicht einmal Tomaten rot. An sonnigen, geschützten Plätzen allerdings wachsen Aprikosen auch hier, bringen es aber nicht auf die Süße der im Süden gereiften Früchte.
Kräftig orange-gelb, mit roten Bäckchen muss die Frucht sein, dann ist sie reif und schmeckt am Besten. Süß, saftig und voller Aromen. Wenn ich mit dem Daumen leicht in die Frucht drücke, muss das Fruchtfleisch sanft nachgeben, dann ist sie perfekt zum feinen Genuss bereit. Ich selbst kaufe meine Früchte gern bei den hier in Sachsen den Obst-und Gemüsemarkt beherrschenden Vietnamesen. Also wenn es meine Zeit zulässt und ich es auf den Markt schaffe. Die freundlichen Händler sind auch nicht böse, wenn ich dies an e i n e r Frucht ausprobiere. Überhaupt macht das einkaufen in den liebevoll geführten vietnamesischen Geschäften Freude.
Das junge Päarchen, das in meiner Stadt den winzigen, gut sortierten Laden betreibt, ist um seine Kunden bemüht, ohne zu heucheln, und hat sich so einen festen Kundenstamm aufgebaut. Während der wortgewandte Er den – vorwiegend älteren Kunden – mit flotten Sprüchen die Laune aufbessert und schnell noch einen Salat dazu einredet, packt die flinke Sie die ausgesuchte, duftende und immer frische Ware so liebevoll ein, dass selbst eine ältere Dame ihre druckempfindlichenen Schätzchen sicher heimbringen kann. Der Tante Emma Laden lebt!
Zurück zu meinen Aprikosen. In der letzten Woche ist mir einiges auf den Magen geschlagen. Da kommen die goldenen Früchtchen gerade recht. Die in ihnen enthaltene Salicylsäure wirkt antibakteriell und sorgt damit für einen gesunden Magen-Darm-Trakt.
Überreich an Provitamin A (Carotin) sind Aprikosen und sie verfügen zusätzlich über Vitamine B1 und B2, die in stressigen Situationen besonders hilfreich sind. Natürlich ist auch Vitamin C enthalten.
Kalium, Calcium und Phosphor machen die Aprikose zum Schönheitsmittel, sie sorgen für glänzendes, gesundes Haar und für ebensolche Nägel, zusätzlich verhelfen sie zu einem rosigen Teint. Zur Hautpflege wird auch der gemahlene Aprikosenkern eingesetzt, der Grundstoff für natürliche Peelings ist. Im Aprikosenkern sind Dimethylglycine enthalten, die Kopfschmerzen lindern und selbst bei Migräne helfen. Da der Kern ein Mandelaroma besitzt,  wird er zerstossen auch gern als Aromaträger verwendet. Zu finden z.B. im Amaretto- Likör. Bei zu starken Genuss, verlieren die Aprikosenkerne dann leider ihre Wirkung gegen Kopfschmerzen.
Die Dosis macht’s – wie immer.
Mit 40 Kalorien pro 100 g ist die Frucht perfekt für leichte, sommerliche Mahlzeiten. Getrocknete Früchte bringen es auf 241 Kalorien pro 100 g. Da ihr Nährstoffgehalt 5 x höher liegt, gleicht sich das jedoch wieder aus.
Aprikosen stärken unser Immunsystem und kurbeln den Kreislauf an.
Ohne ihren Geschmack und Duft wäre für mich der Sommer nur halb.

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Der Mineralstoffgehalt von Aprikosen ist für Obst einzigartig.

Kirschen

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Einen Großteil meiner Sommerzeit bei den Großeltern verbrachte ich im Kirschbaum.
Die Leiter stand zur Erntezeit immer am Baum und ich saß in ihm. Schattig und mit besten Aussichten. Ich angelte mir Kirschen bis ich Bauchschmerzen bekam. Abends im Bett nahm ich mir vor, am nächsten Tag auf die schwarzglänzenden, prallen Kirschen zu verzichten, doch mit dem neuen Tag war der Vorsatz vergessen und ich im Kirschbaum. Auch damals hingen die süßesten Früchte so weit oben, dass nur die Vögel sie erwischten. Mein Großvater wußte Rat, einen langen Eisenstab bog er an einem Ende zum Haken und nun konnte ich, gemütlich im sicheren Geäst sitzen, mir die Zweige mit den dicken Kirschen herunterbiegen. Hatte ich genug im Bauch und je ein Zwillingspaar als Ohringe zu beiden Kopfseiten hängen, pflückte ich die Taschen meiner Schürze voll und brachte sie meinem Großvater. Nun begann unser liebstes Spiel…Kirschen rösten.
An der Wand der Garage im Schatten stand ein kleiner Tisch, an dem meine Großmutter gern saß und in Heimarbeit Tupfer drehte, damit besserte sie ihre Rente auf. Auf dem Tisch stand immer ein Stövchen, in dem eine Kerze brannte. Nicht das meine Großmutter damit ihren Tee warm gehalten hätte… auf dem Stövchen rösteten mein Großvater und ich uns Kirschen. Auf einen Spieß gesteckt und so lange übers Feuer gehalten, bis sie aufplatzen und der süße Saft aus ihnen tropfte. Dann haben wir sie mit großem Genuss aufgegessen, meine Großmutter konnten wir nie davon überzeugen, dass uns das ganz wunderbar schmeckte.

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Noch immer habe ich eine große Vorliebe für die schönen Sommerfrüchte.
Und gesund sind sie auch noch.
Kirschen beinhalten außer prallem Sommergeschmack die Vitamine B 1, B 2 und B 6, sowie Vitamin C. Sie sind reich an Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Calcium, Magnesium und der wertvollen Follsäure.  Diese braucht der Körper zur Zellteilung und Blutbildung. Damit wird die Kirsche zur optimalen Nahrungsergänzung für Schwangere. Zusätzlich sind sekundäre Pflanzenstoffe in der Frucht, die das Immunsystems stärken.
Es ist auch eine Legende, dass Kirschen und Wasser Bauchschmerzen erzeugen. Bauchschmerzen bekommt man, so wie ich früher, nur vom übermäßigem Genuss, dann verursachen die Früchte, wie jedes andere Obst auch, Blähungen.
Es ist nicht schlimm, mal einen Kirschkern zu verschlucken, anders als die Gerüchte sagen, führt das nicht zur Blinddarmentzündung und der Blausäuregehalt in den Kernen ist so gering, dass keine Schäden zu befürchten sind. Und auch das Kirschkernspucken ist nur sinnvoll, wenn die Kerne wieder eingesammelt werden und dann in ein kleines Kissen eingenäht. Gekühlt oder erhitzt ist es Hilfe bei vielerlei Wehwechen, die in dem Alter kommen, wenn man nicht mehr selbst in die Kirschbäume klettert, sondern die Enkel schickt. Eine neue, andere, nicht weniger schöne Seite des Lebens. Da mein Kirschbaum aus Altersgründen schon seit Jahren nicht mehr steht, hat der Gärtnergatte einen neuen für unsere Schaukelinhaberin gepflanzt. Beide wachsen momentan um die Wette.
Kirschen haben einen Kaloriengehalt der das Herz jedes figurbewussten Menschen höher schlagen lässt. Süßkirschen bringen es auf 52 kKal pro 100 g, Sauerkirschen haben noch weniger,  22 kKal pro 100 g. Erst seit dem 18.Jahrhundert unterscheidet man in die beiden Sorten.
Zu verdanken haben wir die schöne Süße dem römischen Feldherren Lukullus. 74 vor Chr. brachte er aus dem türkischen Kerasos (heute Giresun) die ersten Kirschbäume mit nach Italien.
Von der Stadt Kerasos leitet sich auch der Name Kirsche ab.
Und. ..eine handvoll Kirschen sind für mich immer noch eine handvoll Glück.

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Kaki

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Diospyros kaki – so ihr wissenschaftlicher Name.
Götterspeise ( Diospyros) also.
Ursprünglich in Japan beheimatet, ist die Frucht längst auch in Europa bekannt.
In Japan symbolisiert sie den Herbst und auch bei uns ist sie vor allem in den späten Herbstmonaten und im Winter im Handel.
Ihr hoher Vitamine-A-Gehalt,
270 Mikrogramm/100g enthält die Kaki, macht sie so wertvoll.
Ansonsten besteht die Frucht zu 80 % aus Wasser, 16 g Kohlenhydraten,  2-3 %  Ballaststoffen und hat rund 107 Kalorien pro Frucht.
Ihr Zuckergehalt ist hoch, ideal also für Sportler, die ihren Glykosespeicher auffüllen wollen.

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Reif sind die orangen Früchte süß und erinnern im Geschmack an Aprikosen mit Vanillearoma.
Unreife Früchte schmecken durch den hohen Tanningehalt eher pelzig. Der Saft unreifer Früchte soll jedoch Blutdruck senkend wirken. Dem Fruchtstiel dagegen wird nachgesagt, Husten lindern zu können.

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Eine gut schmeckende, reife Frucht darf weder zu hart, noch zu weich sein. Am besten ist sie, wenn sie sich wie eine reife Tomate anfühlt.
Dann ist auch ihre Schale eßbar, allerdings mag ich sie geschält lieber.
Im asiatischen Raum wird die Kaki als Mittel gegen Durchfall genutzt.
Mir ist sie willkommener Nachtisch, ihr hoher Vitamin-A-Gehalt schützt Schleimhautzellen und wirkt sich günstig auf die Sehkraft aus.

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Papaya

Wenn ich den Platz sehe an dem Papayas wachsen, muss ich immer an Rosenkohl denken.
Bewusst habe ich Platz  und nicht Baum gesagt, denn aufgrund der fehlenden Verholzung, der Wuchsform und der Langlebigkeit wegen ist die Papaya weder Baum noch Strauch.

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Eher ein sehr, sehr großes Kraut.
In den Blattachseln des gesamten Stammes werden Blüten und dann auch Früchte gebildet.
Wirklich ähnlich wie beim Rosenkohl.

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Die in der Frucht befindlichen Samen enthalten Papain.
Das ist ein eiweißspaltendes Enzym.
In pulverisierter Form ist es ein hervorragender Zartmacher für Fleisch ( das gilt auch für Papayasaft ).
Die Samenkernchen sind essbar.

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Sie haben einen frisch-scharfen Geschmack, der dem der Kapuzinerkresse sehr nahe kommt.
Bis es diese wieder in unseren Gärten gibt, kann man die schmackhaften Blüten im Salat durch Papayasamen sehr gut ersetzen.

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Unreife Papayas eignen sich hervorragend für Chutneys und Currys.
Das süßliche, reife Fruchtfeisch schmeckt mit Zitronensaft und Ingwer köstlich zum Nachtisch.
Und ist auch noch gesund.
Ballaststoffe, Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Eisen, Kupfer,  Zink, Phosphor und Selen machen die Frucht zum wertvollen Mineralstoffspender.

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Das in ihr befindliche Papain spaltet Eiweiße und wirkt im sauren und alkalischen Bereich.
Es wird genutzt um Verdauungsbeschwerden zu mindern.
Die Frucht lässt sich einfach zubereiten.
Zerteilen, die Samenkernchen mit einem Löffel entfernen, waschen und separat weiter nutzen.
Die Schale lässt sich leicht abschälen.
Dann die Papaya zerteilen und nach Wusch weiterverarbeiten.

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Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass die Frucht gelbliche Flecken oder Streifen aufweist.
Das und ein süßlicher Geruch, sowie das leichte Eindrücken der Frucht sind Zeichen für ihre Reife.

Physalis

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Die Andenbeere oder Kapstadtbeere wächst auch in unseren Gärten.
Ihre kleinen, zarten Blüten sind schön anzusehen und wenn sie befruchtet sind, wachsen ihre Kelchblätter weiter und bilden einen sternförmigen Kelch

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um die inneliegende, orangefarbene Beere.

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Diese Exemplare sind noch klein und aus eigenen Früchten des vergangenen Jahres gezogen.

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Die Physalis ist nicht winterhart.
Deswegen halte ich sie in Töpfen, die einen sonnigen Standort lieben und außer viel Wasser keine Ansprüche stellen.
Meine Töpfe ziehen vor dem ersten Nachtfrost in’s Winterquartier und reifen dort nach.
Sollte es nicht gelingen die Pflanze zu überwintern, stecke ich einfach einige Beeren und ziehe mir neue Pflanzen selbst.
Reich an Vitamin C, Vitamin B1, Vitamin B6, und Eisen ist es vor allem der Beta-Carotin-Gehalt der Früchte, der sie für die gesunde Ernährung wichtig macht.
Zudem sind die Früchte eine feine Dekoration und sie schmecken köstlich.
Auch als Geschenk macht sich ein kleines, neues Pflänzchen gut und kann durchaus einen Blumenstrauß ersetzten.
Hübsch verpackt, vielleicht mit einem kleinen Beutelchen schon reifer Früchte daran – als Anreiz – sind sie ein Mitbringsel, das Freude bereitet.

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Hier habe ich einfache Töpfe mit Goldfolie beklebt. Einen Topf noch mit bunten Keramikblumen verziert, an dem anderen hängt ein Tütchen mit reifen Früchten – fertig.

Grapefruit

Pampelmusen, so nannten wir die Früchte in der DDR. Und ich glaube, es waren auch welche.
Die Grapefruit entstand aus einer Kreuzung der Pampelmuse mit einer Orange, wohl zufällig um 1750 auf Barbados.
In der DDR gab es Geschäfte, die den besonderen Ernährungsbedürfnissen von Diabetikern gerecht wurden,  oder es zumindest versuchten.
Mir sind sie nur noch unter dem Namen Diabetikerladen bekannt. Vielleicht weiß noch jemand, wie sie wirklich hießen.
Meine Großeltern waren beiden Diabetiker.
Nun konnten in den Läden zwar alle einkaufen, bestimmte Lebensmittel bekam man aber nur bei Vorlage seines Diabetikerausweises, der vom Arzt ausgestellt wurde.
Dazu gehörten die Pampelmusen. Kein Mensch sagte Grapefruit und nur die Wenigsten kannten wohl den Unterschied, was bei dem geringen Angebot von Südfrüchten nicht verwunderlich war.
Mein Großvater ging gern in die Läden.
Hatte er sich morgens seine geliebten Buttercremefrösche geholt, musste das ausgeglichen werden und er spazierte mit mir und seinem Ausweis in den Diabetikerladen.
An den Geruch in dem Geschäft erinnere ich mich noch genau. Eine Mischung von Baldrian und Sauerkraut, jedoch nicht unangenehm.
Er war immer lustig und scherzte mit den Verkäuferinen. So bekam er meist noch eine Frucht mehr und die bekam ich.
Aufgeschnitten und gezuckert, löffelt ich die Beute zu gerne aus.

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Das mein Großvater die Frucht im Diabetikerladen zur Therapie seines Diabetis erwerben konnte, hatte Sinn.
Nach dem Verzehr von Grapefruit funktioniert nachgewiesen der Zuckerstoffwechsel besser. Der Blutzuckerspiegel sinkt, es muss weniger Insulin hergestellt werden.
Für Diabetiker,  die mit der Insulinproduktion Schwierigkeiten haben ist dies sehr hilfreich.
Die Grapefruit birgt aber auch eine Gefahr, die zu Wechselwirkungen mit einigen Arzneimittel führt.
In ihr enthaltenes Naringenin steigert und erhöht somit die Wirkkraft verschiedener Stoffe und verlängert deren Wirkdauer,  da der Abbau dadurch verzögert wird.
Das ähnlich klingende Naringin vermindert die Aufnahme von Wirkstoffen in’s Blut bis zum Therapieversagen.
Bei regelmäßiger Tabletteneinnahme sollte man von übermäßigen Verzehr abraten.
Vor allem von Grapefruit – Diäten.

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Die Frucht hat bitter schmeckendes Fruchtfleisch, gern wird die geteilte Grapefruit deshalb mit Zucker bestreut genossen.
So bekamen ich sie auch immer von meinem Großvater serviert, der mir die Segmente vorher mit einem Messer löste, ich brauchte das erfrischende Fruchtfleisch nur noch auslöffeln.

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Das er auch auf seine Hälfte Zucker streute,  bekam der den Zuckerhaushalt regulierenden Wirkung weniger.
Aber es machte meinen Großvater zufrieden und das – so finde ich – ist viel wert.
Die Grapefruit ist eine gesunde Frucht, die wertvolle antioxidative Substanzen enthält.
Sie ist reich an Vitamin C und liefert zusätzlich Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Folsäure,  Kalium, Calcium und Magnesium sowie Eisen.
Sie ist hitzebeständig und wächst in Wüsten genauso wie in feuchttropischen Gebieten.
Ihre Saison ist von Oktober bis Mai und damit gerade gut, um uns über die an heimischen Obst mangelnde Zeit zu bringen.
Grapefruit kann man lange lagern, die Frucht will nur nicht unterkühlt werden und ist sonst anspruchslos.
Ihr schöner Name kommt vom englischen Wort „grape“ für Trauben, denn wie in einer Trauben hängen die Früchte eng beieinander am Baum.
Das rosa Fruchtfleisch hat seine Farbe vom Lykopien (das auch die Tomaten rot färbt).
Lykopien soll das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und krebsvorbeugend wirken.
Die Liebe zu einer gesunden Frucht hat mein Großvater mir hinterlassen.

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Ich mag sehr gern einige Tropfen frischen Saft in eine Tasse Earl Grey, mit dessen Bergamotte-Aroma harmoniert das für mich ganz wunderbar.

Ananas

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Meine Tochter heißt Anna-Maria.
Als sie so alt war wie die Schaukelinhaberin jetzt,  gab es nur selten frische Ananas zu kaufen.
Einmal hatte ich eine dieser köstlichen Früchte im wahrsten Sinne des Wortes erstanden und servierte sie voller Freude meiner Kleinen.
Sie weinte zum Erbarmen.
Warum?
Ganz einfach, mit dem Wort Ananas verband sie Anna nass und mit ihrem weinen wollte sie die Ungerechtigkeit der Anschuldigung sie hätte in die Hosen gemacht, rechtfertigen.
Huuhuuu…die Anna…schluchzt… ist nicht nass, war alles was sie zu dieser Frucht von sich geben konnte.

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Dabei hatte ich ihr Calcium, Kalium, Magnesium,  Mangan, Phosphor,  Eisen, Zink und sogar Jod mitgebracht.
Dank all dieser wertvollen Mineralstoffe wirkt die Ananas stark basischen und ist damit ideal um eine Übersäuerung des Körpers abzubauen.
Reich an natürlichem Vanilin ist sie auch ein Stimmungsaufheller und durchaus geeignet, ein weinende Kind köstlichst zu trösten.
Die Aminosäure Tryptophan,  die in der Frucht enthalten ist hat eine antidepressive Wirkung.
Der Genuß von Ananas macht also langfristig glücklich.

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Zusätzliche liefert sie uns mit Biotin, Pro-Vitamin-A bzw. Betakarotin und den Vitaminen C und E weitere für unsere Gesundheit wertvolle Vitamine.
Ananassaft wirkt fiebersenkend, entwässert und spült damit Körperschlacken aus.
Er hilft gegen Halsschmerzen, Blasenbeschwerden und Nierenentzündungen.
Ein wichtiger Bestandteil ist das Bromelin, dessen Gehalt in der Frucht hoch ist – und im Gegensatz zur Papaya – auch in der reifen Ananas reichlich vorhanden ist.
Bromelin ist ein wichtiges Verdauungsenzym.
Der Verzehr von Ananas kann als natürliches Wurmmittel angewandt werden und wirkt zudem blutreinigend.

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Nach Europa brachte sie, von seiner 2.Reise nach Guadeloupe, Kolumbus.
Die Portugiesen pflanzten sie dann 1502 auf Sankt Helena an und ab 1700 wurde sie in Mitteleuropa in Gewächshäusern für die Gutbetuchten gezogen.
Mittlerweile ist sie eine der beliebtesten Südfrüchte, ihres unvergleichlichen Aromas wegen.
Eine reife Frucht ist am süssen Duft zu erkennen und das kleinste Blatt sollte sich leicht herausziehen lassen.
Zum servieren einfach oben und unten abschneiden und dann die Seitenteile abschälen. Die Frucht vierteln und den harten Strunk entfernen.
Fertig.

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Mir schmeckt eine reife Frucht am besten pur, aber auch mit Käse oder Fleisch als Toast oder Steak Hawaii ist sie eine leckere Sache.

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Findet inzwischen auch meine Tochter.

Mango

Die Mango zählt zu meinen Lieblingsfrüchten, auch ihres wundervollen Aussehens wegen.
Aromatisch im Geschmack und betörend in Duft und Farbe ist sie ein wahrer Schatz.
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Das sonnige Gelb ihres Fruchtfleisches ist Zugabe zu vielen Vitaminen und Spurenelementen. Mit 36,4 mg/ 100 g Vitamin C schützt die Frucht im Winter vor Schnupfen und im Frühjahr vor Müdigkeit. Dabei hilft auch der hohe Eisengehalt. Weiter finden wir Calcium, Magnesium und Vitamin B in ihr. Und nicht zuletzt Vitamin A und seine Vorstufe Beta- Carotin.
Damit wird unsere Sehkraft, das Immunsystem und elementare Wachstumsprozesse unterstützt.
Der Reifegrad ist nicht an der Färbung der Schale zu erkennen.
Wenn die Frucht aromatisch duftet und sich leicht eindrücken lässt, ist sie reif.
Mangos sollten spätestens 2 – 3 Tage nach dem Kauf verzehrt werden, sie faulen leicht. Von einer Aufbewahrung im Kühlschrank ist abzuraten,  die Frucht verträgt keine Kälte.
Am Besten serviert man die Frucht folgendermaßen.

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Seitlich des flachen Kerns einschneiden und in zwei Hälften teilen, den Kern entfernen.
Das Fruchfleisch in jeder der beiden Hälften gitterförmig einschneiden und einfach nach außen stülpen.

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Mit Löffel und Gabel kann nun das Fruchtfleisch mit Genuß verspeist werden.
Auch die gefürchteten Flecken auf der Kleidung bleiben so aus, sie sind fast nicht zu entfernen.

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Beim Anblick der köstlichen Mango, die aus Indien stammt, will ich gern glauben, dass Buddha selbst im Schatten ihrer Bäume zu gern Ruhe suchte und fand.

Litschis

…sind Baumfrüchte.
Schält man die rosa- oder dunkelrote Frucht, zeigt sich weißes Fruchtfleisch.
Es schmeckt süßsäuerlich, mit leichtem Muskataroma.

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Litschis sind reich an Kohlehydraten (20 %), enthalten aber etwa so viel Vitamin C wie eine Limette.
Außerdem versorgen sie den Körper mit den Mineralstoffen Kalium und Phosphor.
Trotz des hohen Kohlehydratanteils hat die Frucht wenig Kalorien.
100 g Litschi enthalten 74 Kalorien.
Gut gekühlt sind sie pur genauso Genuß wie sie eine Bereicherung in Obstsalaten sind.

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