Monatsarchiv: Dezember 2019

Das Lied zum Tag

www.youtube.com/watch

Leonard Cohen

Hallelujah

Feiertagssuppe mit Eierstich

Festtagsessen ohne Suppe… nicht mit mir.

Es muss für mich da auch kein allzugroßer Aufwand betrieben werden, für mich ist einfach gleich gut.

Da Festtagsessen üppig ausfallen, möchte ich eine leichte Suppe zur Vorspeise, ideal für mich dazu eine klassische klare Rinderbrühe mit Einlage.

Es braucht dafür für 6 Erwachsene:

Für die Brühe:

1 große Beinscheibe oder 2 kleinere

2 rote Zwiebeln

2 kleine Knoblauchzehen

Thymian

Lorbeerblatt

Salz/Pfeffer

so viel Wasser, dass die Beinscheibe(n) gut bedeckt sind

Ich will die Brühe haben, nicht das Fleisch ( aus dem mache ich einen Salat ), darum setze ich die Beinscheibe mit kaltem Wasser an und koche sie so lange auf kleiner Temperatur bis kein Schaum mehr auf der Brühe zu sehen ist. Durch ein mit Küchentuch ausgelegtes Sieb gieße ich sie ab und habe so eine klare Brühe. Die Zwiebel im Kochtopf vorher mit Schale anzurösten, bringt eine wundervolle, goldgelbe Farbe in meine Brühe.

Als Einlage nehme ich Eierstich, leicht ist er so zu machen.

Es braucht dafür:

6 Eier

Muskat/Salz

Die Eier aufschlagen und mit Salz und Muskatnuss würzen.

Es gibt feine Weckgläser mit Deckel, ich serviere Suppe gern in ihnen, hier erfüllen sie einen anderen Zweck sehr gut.

Die Eier hineingefüllt, Deckel drauf und im Wasserbad stocken lassen.

So kann ich alles auch schon einen Tag vorher zubereiten und nichts verdirbt.

Den Eierstich wirklich gut abkühlen lassen, dann lässt er sich hervorragend schneiden.

Wieder in ein sauberes Weckglas gegeben, lässt er sich in der Mikrobing leicht erwärmen und kann dann, dem der ihn mag, in die Suppe gegeben werden.

Ein paar grüne Erbsen, auch im Weckglas erwärmt und frische Petersilie geben grüne Farbe in die Suppe.

Einfach und gut.

Tja…

… wie war mein Jahr?

Ruhig und laut.

Immer mehr fühle ich mich mit mir selbst am Besten.

Keine Tiraden mehr, lieber Gefühle. Meine Gefühle, mein Wunschdenken, meine Sicht auf die Welt. Still in mir drinnen, nicht mehr der Wunsch andere daran bekehrend teilhaben zu lassen. Das bringt mir innerlich Frieden und Kraft. Und genau das wünsche ich euch.

Frohe Weihnachten

Sonntagsmärchen

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern, Hans Christian Andersen

Es war ganz grausam kalt; es schneite und es begann dunkler Abend zu werden; es war auch der letzte Abend im Jahre, Silvesterabend. In dieser Kälte und in diesem Dunkel ging auf der Straße ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten Füßen. Ja, sie hatte ja freilich Pantoffeln angehabt, als sie von zu Hause wegging, aber was konnte das helfen! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre Mutter hatte sie zuletzt benützt, so groß waren sie, und die verlor die Kleine, als sie über die Straße eilte, weil zwei Wagen so schrecklich schnell vorbeifuhren. Der eine Pantoffel war nicht zu finden, und mit dem andern lief ein Junge davon; er sagte, daß er ihn als Wiege benützen könne, wenn er selbst Kinder bekomme.

Da ging nun das kleine Mädchen auf den kleinen, nackten Füßen, die rot und blau vor Kälte waren; in einer alten Schürze trug sie eine Menge Schwefelhölzer, und mit einem Bund in der Hand ging sie dahin. Keiner hatte ihr während des ganzen Tages etwas abgekauft, keiner ihr einen kleinen Schilling gegeben; hungrig und verfroren ging sie dahin und sah so verschüchtert aus, das arme kleine Wurm! Die Schneeflocken fielen in ihre langen, blonden Haare, die sich so schön um den Nacken lockten; – aber an die Pracht dachte sie freilich nicht. Aus allen Fenstern leuchteten Lichte, und dann roch es da in der Straße so herrlich nach Gänsebraten; es war ja Neujahrsabend, – ja, daran dachte sie.

Hinten in einer Ecke zwischen zwei Häusern, das eine sprang ein wenig mehr in die Straße vor als das andere, da setzte sie sich hin und kauerte sich zusammen. Die kleinen Beine hatte sie hinaufgezogen unter sich, aber sie fror noch mehr und heimgehen durfte sie nicht, sie hatte ja keine Schwefelhölzer verkauft, keinen einzigen Schilling bekommen, ihr Vater würde sie schlagen. Und kalt war es auch daheim, sie hatten nur grade das Dach über sich, und da pfiff der Wind herein, obschon Stroh und Lumpen in die größten Spalten gestopft waren. Ihre kleinen Hände waren beinahe ganz tot vor Kälte. Ach, ein kleines Schwefelholz konnte gut tun! Hätte sie nur gewagt, eines aus dem Bund zu ziehen, es an der Wand anzustreichen und die Finger daran zu wärmen! Sie zog eines heraus. „Ritsch!“ wie das sprühte, wie es brannte! Es war eine warme klare Flamme wie eine kleine Kerze, als sie die Hand darum hielt; es war ein wunderbares Licht! Dem kleinen Mädchen schien es, als säße sie vor einem großen Eisenofen mit blanken Messingkugeln und Messingtrommel; das Feuer brannte so herrlich, wärmte so gut; nein, was war das! – Die Kleine streckte schon die Füße aus, um auch diese zu wärmen, – da erlosch die Flamme. Der Ofen verschwand, sie saß mit einem kleinen Stumpf eines abgebrannten Schwefelholzes in der Hand.

Ein neues wurde angesteckt, es brannte, es leuchtete, und wie der Schein auf die Mauer fiel, wurde sie durchsichtig wie ein Schleier; sie sah ganz bis in die Stube hinein, wo der Tisch mit einem schimmernden weißen Tuch gedeckt stand mit seinem Porzellan, und herrlich dampfte die gebratene Gans, die mit Pflaumen und Äpfeln gefüllt war; und was noch prächtiger war, die Gans sprang von der Schüssel, wackelte über den Boden mit Gabel und Messer im Rücken, ganz hin zu dem armen Mädchen kam sie; da erlosch das Schwefelholz, und es war nur die dicke, kalte Mauer zu sehen.

Sie zündete ein neues an. Da saß sie unter dem herrlichsten Weihnachtsbaum, der war noch größer und noch mehr geputzt als der, den sie am letzten Weihnachtsabend durch die Glastüre bei dem reichen Kaufmann gesehen hatte. Tausend Lichte brannten an den grünen Zweigen, und bunte Bilder wie die, die die Ladenfenster schmückten, sahen auf sie herab. Die Kleine streckte beide Hände hoch, – da erlosch das Schwefelholz. Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und höher, sie sah, es waren nur die klaren Sterne, einer von ihnen fiel und bildete einen langen Feuerstreifen am Himmel.

„Nun stirbt da jemand!“ sagte die Kleine, denn die alte Großmutter, die die Einzige war, die gut zu ihr gewesen, aber jetzt tot war, hatte gesagt: Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele empor zu Gott!

Sie strich wieder ein Schwefelholz an die Mauer, es leuchtete im Umkreis, und in dem Glanz stand die alte Großmutter, so hell, so leuchtend, so mild und gesegnet.

„Großmutter!“ rief die Kleine, „oh, nimm mich mit! Ich weiß, du bist fort, wenn das Schwefelholz ausgeht, fort, wie der warme Ofen, der herrliche Gänsebraten und der große, prachtvolle Weihnachtsbaum!“ – Und sie strich in Eile den ganzen Rest Schwefelhölzer an, die im Bund waren, sie wollte die Großmutter recht festhalten; und die Schwefelhölzer leuchteten mit einem solchen Glanz, daß es heller war als am lichten Tag. Großmutter war früher niemals so schön gewesen, so groß; sie hob das kleine Mädchen auf ihren Arm, und sie flogen in Glanz und Freude so hoch, so hoch! Und da war keine Kälte, kein Hunger, keine Angst – sie waren bei Gott!

Aber in der Ecke beim Hause saß in der kalten Morgenstunde das kleine Mädchen mit roten Wangen, mit einem Lächeln um den Mund – tot, erfroren am letzten Abend des alten Jahres. Der Neujahrsmorgen ging auf über der kleinen Leiche, die mit Schwefelhölzern dasaß, von denen ein Bund fast abgebrannt war. Sie hat sich wärmen wollen, sagte man; niemand wußte, was sie Schönes gesehen, in welchem Glanz sie mit der alten Großmutter zur Neujahrsfreude eingegangen war!

Quelle: Märchen von Hans Christian Andersen, Berlin 1910

Blick in den Wandel

Einundzwanzigster Dezember 2019

Vorderfrauen

Weihnachtsengel

Zum Tag

Nö!

Ich mach nicht mehr mit!

Geschenke gibt es nur noch für Kinder! Vorbei mit der Umtauscherei!

Aber kochen, ja, das mache ich noch!

Sonntagsmärchen

Die Wichtelmänner
 
Erstes Märchen.

Es war ein Schuster ohne seine Schuld so arm geworden, daß ihm endlich nichts mehr übrig blieb als Leder zu einem einzigen Paar Schuhe. Nun schnitt er am Abend die Schuhe zu, die wollte er den nächsten Morgen in Arbeit nehmen; und weil er ein gutes Gewissen hatte, so legte er sich ruhig zu Bett, befahl sich dem lieben Gott und schlief ein. Morgens, nachdem er sein Gebet verrichtet hatte und sich zur Arbeit niedersetzen wollte, so standen die beiden Schuhe ganz fertig auf seinem Tisch. Er verwunderte sich und wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Er nahm die Schuhe in die Hand, um sie näher zu betrachten; sie waren so sauber gearbeitet, daß kein Stich daran falsch war, gerade als wenn es ein Meisterstück sein sollte. Bald darauf trat auch schon ein Käufer ein, und weil ihm die Schuhe so gut gefielen, so bezahlte er mehr als gewöhnlich dafür, und der Schuster konnte von dem Geld Leder zu zwei Paar Schuhen erhandeln. Er schnitt sie abends zu und wollte den nächsten Morgen mit frischem Mut an die Arbeit gehen, aber er brauchte es nicht, denn als er aufstand, waren sie schon fertig, und es blieben auch nicht die Käufer aus, die ihm soviel Geld gaben, daß er Leder zu vier Paar Schuhen einkaufen konnte. Er fand früh morgens auch die vier Paar fertig; und so ging’s immer fort, was er abends zuschnitt, das war am Morgen verarbeitet, also daß er bald wieder sein ehrliches Auskommen hatte und endlich ein wohlhabender Mann ward. Nun geschah es eines Abends nicht lange vor Weihnachten, als der Mann wieder zugeschnitten hatte, daß er vor Schlafengehen zu seiner Frau sprach: »Wie wär’s, wenn wir diese Nacht aufblieben, um zu sehen, wer uns solche hilfreiche Hand leistet?« Die Frau war’s zufrieden und steckte ein Licht an; darauf verbargen sie sich in den Stubenecken, hinter den Kleidern, die da aufgehängt waren und gaben acht. Als es Mitternacht war, da kamen zwei kleine, niedliche nackte Männlein, setzten sich vor des Schusters Tisch, nahmen alle zugeschnittene Arbeit zu sich und fingen an mit ihren Fingerlein so behend und schnell zu stechen, zu nähen, zu klopfen, daß der Schuster vor Verwunderung die Augen nicht abwenden konnte. Sie ließen nicht nach, bis alles zu Ende gebracht war und fertig auf dem Tische stand, dann sprangen sie schnell fort.
Am anderen Morgen sprach die Frau: »Die kleinen Männer haben uns reich gemacht, wir müßten uns doch dankbar dafür bezeigen. Sie laufen so herum, haben nichts am Leib und müssen frieren. Weißt du was? Ich will Hemdlein, Rock Wams und Höslein für sie nähen, auch jedem ein Paar Strümpfe stricken; mach du jedem ein Paar Schühlein dazu.« Der Mann sprach: »Das bin ich wohl zufrieden,« und abends, wie sie alles fertig hatten, legten sie die Geschenke statt der zugeschnittenen Arbeit zusammen auf den Tisch und versteckten sich dann, um mit anzusehen wie sich die Männlein dazu anstellen würden. Um Mitternacht kamen sie herangesprungen und wollten sich gleich an die Arbeit machen, als sie aber kein Zugeschnittenes Leder, sondern die niedlichen Kleidungsstücke fanden, verwunderten sie sich erst, dann aber bezeigten sie eine gewaltige Freude. Mit der größten Geschwindigkeit zogen sie sich an, strichen die schönen Kleider am Leib und sangen:
»Sind wir nicht Knaben glatt und fein?
was sollen wir länger Schuster sein!«

Dann hüpften und tanzten sie, sprangen über Stühle und Bänke. Endlich tanzten sie zur Thür hinaus. Von nun an kamen sie nicht wieder, dem Schuster aber ging es wohl, so lange er lebte und es glückte ihm alles was er unternahm.
 
Zweites Märchen.

Es war einmal ein armes Dienstmädchen, das war fleißig und reinlich, kehrte alle Tage das Haus und schüttete das Kehricht auf einen großen Haufen vor die Thür. Eines Morgens, als es eben wieder an die Arbeit gehen wollte, fand es einen Brief darauf, und weil es nicht lesen konnte, so stellte es den Besen in die Ecke und brachte den Brief seiner Herrschaft, und da war es eine Einladung von den Wichtelmännern, die baten das Mädchen, ihnen ein Kind aus der Taufe zu heben. Das Mädchen wußte nicht was es thun sollte, endlich auf vieles Zureden und weil sie ihm sagten, so etwas dürfte man nicht abschlagen, so willigte es ein. Da kamen drei Wichtelmänner und führten es in einen hohlen Berg, wo die Kleinen lebten. Es war da alles klein, aber so zierlich und prächtig, daß es nicht zu sagen ist. Die Kindbetterin lag in einem Bett von schwarzem Ebenholz mit Knöpfen von Perlen, die Decken waren mit Gold gestickt, die Wiege war von Elfenbein, die Badewanne von Gold. Das Mädchen stand nun Gevatter und wollte dann wieder nach Hause gehen, die Wichtelmännlein baten es aber inständig, drei Tage bei ihnen zu bleiben. Es blieb also und verlebte die Zeit in Lust und Freude, und die Kleinen thaten ihm alles zuliebe. Endlich wollte es sich auf den Rückweg machen, da steckten sie ihm die Taschen erst ganz voll Gold und führten es hernach wieder zum Berge heraus. Als es nach Hause kam, wollte es seine Arbeit beginnen, nahm den Besen in die Hand, der noch in der Ecke stand und fing an zu kehren. Da kamen fremde Leute aus dem Hause, die fragten wer es wäre und was es da zu thun hätte. Da war es nicht drei Tage, wie es gemeint hatte, sondern sieben Jahre bei den kleinen Männern im Berge gewesen und seine vorige Herrschaft war in der Zeit gestorben.
 
Drittes Märchen.

Einer Mutter war ihr Kind von den Wichtelmännern aus der Wiege geholt und ein Wechselbalg mit dickem Kopf und starren Augen hineingelegt, der nichts als essen und trinken wollte. In ihrer Not ging sie zu ihrer Nachbarin und fragte sie um Rat. Die Nachbarin sagte, sie sollte den Wechselbalg in die Küche tragen, auf den Herd setzen, Feuer anmachen, und in zwei Eierschalen Wasser kochen, das bringe den Wechselbalg zum Lachen und wenn er lache, dann sei es aus mit ihm. Die Frau that alles wie die Nachbarin gesagt hatte. Wie sie die Eierschalen mit Wasser über das Feuer setzte, sprach der Klotzkopf:
»Nun bin ich so alt
wie der Westerwald,
und hab nicht gesehen, daß jemand in Schalen kocht.«

Und fing an darüber zu lachen. Indem er lachte, kam auf einmal eine Menge von Wichtelmännerchen, die brachten das rechte Kind, setzten es auf den Herd und nahmen den Wechselbalg wieder mit fort.
* * *

Blick in den Wandel

Vierzehnter Dezember 2019

Zum Tag

Gelegentlich werde ich angemahnt zu schreiben.

Hmm, worüber denn?

Immer noch regen mich Unfassbarkeiten auf. Sei es das Abtingeln von Volksparteien zu Unterhaltungserscheinungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, sei es das Verschwinden kritischer Stimmen wie die eines Uwe Steimles. Wer aus den glücklichen Bundesländern versteht das schon?

Immer noch regen mich überfüllte Busse auf, die unregelmäßig fahren, weil sich für den Hungerlohn der bei grottenschlechten Arbeitszeiten gezahlt wird, einfach kein Personal mehr findet.

Immer noch regen mich meine lieben Mitbürger auf, die brav einkaufen gehen um den Staat mit Mehrwertsteuern zu beschenken, (der setzt die Steuern dann in Beratungsausschüsse um, damit unfähige Minister in Ruhe weiter über Diätenerhöhungen verhandeln können), über pollergeschützte Weihnachtsmärkte stürzen und sich Adventsstimmung antrinken müssen.

Immer noch regen mich pubertäre Mädels auf, die in für mich fast schon terroristischem Gebaren die Meinung einer elitären Minderheit durchsegeln wollen.

Inzwischen sehe ich das alles aber entspannter, ändern kann ich es sowieso nicht, oder?

In diesem Sinne entspanne ich weiter vor mich hinträumend auf dem Sofa und wünsche einen besinnlichen 2.Advent.