Monatsarchiv: Oktober 2017

Blick in den Wandel

24.Oktober 2017

Das Lied zur Nacht

Für Herrn Bludgeon und für Emil und für mich

Erinnerungen – meine unbekannten Großeltern

Für meine Mutter

Kann man sich an jemanden erinnern, den man persönlich nicht kennt?
Ich versuche es.
Der Vater meiner Mutter starb vor meiner Geburt, ihre Mutter in meinem ersten Lebensjahr.
Versuche ich ein Bild von ihnen in meinem Kopf abzurufen, taucht nur ein Schwarz-Weiß-Foto auf.
Im Vordergrund einer Gesellschaft sitzt ein Paar Menschen, frühzeitig gealtert, schmale Körper. Abgenagt empfinde ich ihr Aussehen.
Ohne direkten Kontakt neigen sie sich einander zu.
Das Haar der Frau ist streng zurück gekämmt, so wie ich es oft trage.
Komme ich mit dieser Frisur zu meiner Mutter, fällt immer der Satz: „Du siehst aus wie meine Mutter.“
Das ist fast der einzige Satz den meine Mutter über ihre Eltern macht.
Nicht weil sie vergessen sind, sondern weil der Schmerz mancher Verluste niemals abschwächt, ein nicht Erwähnen lebensnotwendig wird, um eben zu überleben.
Verluste hat meine Mutter viele gemacht, mehr als ein Mensch erleben sollte.
Niemals hat sie ihren Überlebenswillen verloren, wenn auch die Heimat und die Eltern und zwei Mal den Mann. Das geschieht vielen, damit muss man leben, ohne das Lachen zu verlieren.
Jetzt, da sie über 80 Jahre alt ist, wohnt das Lachen in Form der Schaukelinhaberin drei Häuser neben ihr und söhnt sie aus.

Meine Großeltern stammen aus Schlesien.
Aus dem kleinem Dorf Teichenau, dem heutigen Bagieniec.

Zirka 200 Menschen lebten dort. Deutsche und Polen, beide Sprachen wurden gesprochen. Schlesien hat eine wechselhafte Geschichte.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bagieniec

Zwischen 1976 und 1979 besuche ich gemeinsam mit meiner Mutter und meinem Stiefvater zwei Mal den Ort.
Noch leben Bekannte dort, die man besuchen kann.
Meine Mutter zieht es in ihre Heimat, mein Stiefvater fährt nur ihr zuliebe mit.
Er war deutscher Soldat, er hat in Rußland im Krieg kämpfen müssen, steht gefühlt immer noch auf deutscher Seite. Seine dramatischen Erlebnisse wird er nie verarbeiten. 30 Jahre später werden sie ihn jede Nacht einholen. Im Schlaf schlägt er schwer träumend so heftig um sich, dass ein Schlafen im gemeinsamen Bett nicht mehr möglich sein wird.
Mir ist die überflutende Gastfreundschaft der Leute in Erinnerung geblieben.
Essen und schlafen, für die willkommenen Gäste vom Besten, was das Haus zu bieten hat.
Endlose Waldwege, der Wald selber voller Him- und Heidelbeeren. Auf frisch gebackenen Waffeln kann man sie in der nächsten Stadt, gesammelt von fleißigen Händen, kaufen – dick mit Sahne bestrichen.
Der Dorfteich, in der Mitte des Dorfes, ist nur von Enten zum Schwimmen genutzt. Als ich in ihm baden gehe bin ich die Dorfsensation.
Wir laufen zu Fuß weitere Bekannte besuchen.
Durstig bin ich.
Aus der langgezogenen Tülle eines Kruges bekomme ich Quellwasser eingeschenkt.
Es ist so süß, frisch und klar, dass ich seinen Geschmack noch immer in Erinnerung habe.
Unsere Gastgeber haben eine Schweinezucht. In dem alten Stall geht alles nur mit aufwendiger Handarbeit.
Beim zweiten Besuch ist der Stall modernisiert und automatisiert.
Die Liebe zu ihm ist nicht mitgewachsen.
Vom Fortgehen nach dem Westen Deutschlands ist die Rede, schon lange.
Leichtere Arbeit, besseres Leben versprechen sich die Menschen.
Anfang 1980 verwirklichen sie diesen, ihren Plan und siedeln nach Deutschland um.
Als wir heim fahren, kommen wir an wogenden Kornfeldern vorbei.
In der heißen Mittagssonne liegen die Bauern im Schatten großer Bäume und gönnen sich die wohlverdiente Mittagspause.
„So sind die Polen.“ sagt mein Stiefvater.
Heute wie damals teile und verstehe ich diese Aussage nicht.
Die Heimfahrt ist die Letzte aus der Heimat meiner Mutter für mich.
1980 schließt die DDR die visumfreie Einreise nach Polen.
Zu groß ist die deutsche demokratische Angst vor den dort beginnenden Veränderungen.
Lange bleibt zwischen meiner Mutter und mir ein Schweigen über die Erlebnisse der Umsiedlung der deutschen Bevölkerung nach Kriegsende aus Schlesien, das nun zu Polen gehört.
Meine Mutter nennt diesen Vorgang Vertreibung.
Als ich mich selbst im Leben zurecht gefunden habe und auch von ihr sicher weiß, dass sie ausgesprochene Erinnerungen ertragen kann, frage ich sie danach.
Die Schaukelinhaberin auf ihrem Schoß haltend, erzählt sie hastig, als wollte sie das alles schnell hinter sich bringen.

„Teichenau war ein kleines Dorf. Das Bürgermeisteramt lag in Kreuzhütte, heute Kryzamowice.
Vor dem Krieg arbeitete mein Vater in Richterstal, heute Zdziechowice. Dort war er auf dem Gut angestellt.“
Der Vater ist ein heimatverbundener Mann, der seine Familie liebt.
Als die Arbeitslosigkeit um sich greift, wird auch er davon betroffen.
Hitler’s Bau der Autobahnen bringt Abhilfe und der Vater schachtet die zukünftigen Kriegswege, um seiner Familie den Lebensunterhalt zu sichern.
Als der Krieg beginnt, wird er nicht eingezogen. Im ersten Weltkrieg verletzt, wird er als kriegsuntauglich zurückgestellt.
Dafür muss er nach Hamburg gehen, in einer Munitionsfabrik Kriegsersatzdienst leisten.
Die Mutter will mit den Kindern nach, der Vater verhindert das.
Ihn treibt die Sehnsucht nach dem heimischen Dorfleben um, ruhiger wird er nur, wenn er aller paar Wochen heim kann, seine Familie besuchen.
Das stille Leben auf dem Dort und die Heimat weiß er zu schätzen, legt seiner Frau nah dort zu warten. Sie gibt dem nach.
Nach dem Abriß der alten Wohnhäuser lebt die Familie meiner Mutter zur Miete bei einem Bauern.
Sie schlachten gelegentlich ein selbstgezogenes Schwein und sichern damit ihre Ernährung.
In den ersten Wochen des Jahres 1945 ist Deutschland dabei den grausamen Krieg zu verlieren, Schlesien wird wenig später an Polen fallen.
Die Russen sind im Anmarsch, die Angst vor ihnen ist überall.
Als der Bruder meiner Mutter auf Soldatenurlaub kommt, bringt er die Nachricht mit – alle Deutschen müssen weg.
Der Vater ist wegen Krankheit zu Hause bei der Familie, nur die älteste Schwester ist in Deutschland, auch sie in einer Munitionsfabrik arbeitend.
Die Familie beschließt nach Landsberg, heute Gorzow Slaski, zu gehen, um einen der letzten Züge zu bekommen.
Der Bruder hatte ein Leben in der Heimat geplant, er will sich von Freunden verabschieden, bei denen er zeitweise gelebt hat und die ihm eine Bäckerlehre ermöglichen wollten. Lange war er krank und schmal, wer wenn nicht ein Bäcker hat Brot zu essen.
Sie übereden ihn, sich mit seiner Familie ihrem Tross anzuschließen und die Flucht mit einer Pferdekutsche zu wagen.

Über die Tschechei wollen sie nach Bayern.
Am 18.Januar 1945, dem Geburtstag der Mutter meiner Mutter, setzen sie sich in Bewegung.
Die Fahrt verzögert sich der vielen Flüchtenden wegen, tagelang stehen sie im Stau.
Inzwischen ist die russische Armee angekommen.
Die Flüchtenden verstecken sich im Wald, bis die Russen durchgezogen sind.
Hinter sich lassen sie gesprengte Brücken, eine Weiterreise wird unmöglich.
Der Vater erkundet verlassene Häuser, in denen sich die Familie bei ihrer Rückkehr versteckt.
14 Tage lang irren sie umher, bis die Russen sie entdecken.
Sie beschlagnahmen die Pferde und fast alles private Eigentum.
Das 10jährige Kind, das meine Mutter damals war, muss zusehen, wie ein alter Mann, die Pistole an den Kopf gesetzt, seine Stiefel ausziehen und dem Russen geben muss.
Die nackten Füße in der Eiseskälte sind sein Überlebenspreis – für wie lange…
Was für Gedanken gehen –  dabei zusehen müssend – durch den Kopf eines katholisch erzogenen, kleinen Mädchens, dem gelehrt wurde, dem Alter mit Respekt zu begegnen?
Die Straßengräben liegen bald voller Leichen und Tierkadaver.
„Eine junge Frau lag im Straßengraben“ sagt meine Mutter leise, „ihr langes, blondes Haar flutete in den dreckigen Schnee. Sie war seit Tagen tot. Niemals werde ich sie vergessen.“
Dem Vater gelingt es ein einzelnes Pferd einzufangen, das letztes Gebliebenes tragen kann. Sich versteckend, bei Bauern kurzzeitigen Unterschlupf findend, schlägt sich die Familie zu Fuß zurück nach Hause durch.
Die Wohnung die sie vorfinden ist verwüstet.
Alle Habe draußen verstreut, die Gläser mit dem letzten Eingemachten vom geschlachteten Schwein aufgerissen, geleert, der restliche Inhalt im Haus verschmiert.
So gut es geht, richten sie sich für die nächsten Wochen ein.
Der Vater organisiert Essen, kümmert sich um herrenloses Vieh, auf das es nicht umkommt.
Ein viertel Jahr später vertreiben angesiedelte Polen die Deutschen.
Bis dahin erleben die Kinder wechselhafte, unruhige Tage.
Schulbesuch und Schulverbot folgen in regelmäßigen Anständen.
Schließlich kommen die Russen, treiben alles vorhandene Vieh zur Grenze, lassen kaum das Überlebensnotwendigste.
Bei Deutschen die noch ein eigenes Heim haben, findet die Familie meiner Mutter nochmals Obdach in der alten Heimat.
Im Sommer 1946 beschließt die polnische Kommandatur das entweder die polnische Staatsbürgerschaft angenommen werden muss oder ein Verbleiben nicht länger geduldet werden wird.
Die älteste Schwester, das letzte fehlende Familienmitglied ist auf gut Glück heimgereist und hat ihre zurück gekehrte Familie gefunden.
Alle sind zusammen und beschließen, Schlesien zu verlassen.
Am 10.November 1946 steigen sie gemeinsam in Landsberg in ein Viehwagenzugabteil, um nach Deutschland zu fahren.
Meine Mutter trägt dabei ein kleines Säckchen voller Salz.
Salz darf niemals ausgehen, sollen Glück und Wohlstand erhalten bleiben.
So nimmt sie das Glück in dieser Form mit und verliert es im Zug. Bei der Suche danach geht sie selbst verloren, findet die Familie jedoch wieder.
Dieses Erlebnis muss sie tief beeindruckt haben.
Nie, so habe ich von ihr gelernt, darf das Salzfass gänzlich leer werden, soll der Segen weiter auf dem Hauhalt ruhen.
Wenn ich heute noch penibel darauf achte, dass mein Salz nie alle wir, bin ich also meiner unbekannten Großmutter nah.
Nach langer Reise in Deutschland angekommen, lebt die Familie eine Zeit in einem Auffanglager im sächsischen Flöha.
Im Februar 1947 wird ihr ein Aufenthalt in der nahe gelegenen Stadt Frankenberg zugewiesen, die meine Geburtsstadt werden wird.

Während meine Mutter mir das erzählt, rollen vor ihrem geöffneten Fenster deutsche und amerikanische Militärfahrzeuge vorbei.

Die Amerikaner sind auf dem Weg zu einem Nato-Manöver in Estland und tanken in der nahe gelegenen Kaserne der Bundeswehr.
Nach dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag von 1990 dürfen zwar auf dem Gebiet der ehemaligen DDR keine ausländischen Truppen stationiert werden, wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel.
Die Bundeswehr selbst räumt großes Militärfahrzeug, um sich auf einen Besuch der Ministerin für Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland vorzubereiten.
Obwohl die Soldaten freundlich winkend grüßen, kann ich das Kriegsgedröhn nicht ertragen, schließe das Fenster und will nur noch heim in meinen Garten.
Hinten in einer stillen Ecke wächst eine alte Rose.
Der Vater meiner Mutter schenkte sie dem Vater meines Vaters zum Einzug in das neu gebaute Haus.
Sehe ich sie, bin ich meinem unbekannten Großvater nah.
Wie in jedem Jahr und als würde sie Zeit nicht kennen, streckt sie ihre Blütenknospen der Sonne und dem Regen entgegen.

Wie Facebook im Auftrag der Regierung die Demokratie bekämpft – eine Insiderin packt aus

Lesenswert

Jürgen Fritz Blog

Von Hanno Vollenweider und Jürgen Fritz

Eine ehemalige Mitarbeiterin, die mehrere Monate für Facebook in einem Löschzentrum tätig war, sprach mit Hanno Vollenweider. Was sie berichtet, ist reiner Sprengstoff, der die Kraft haben könnte, unser Land zu erschüttern.

I. Vorwort von Jürgen Fritz

Die Bundesrepublik Deutschland ist gemäß Art. 20 Abs. 1 Grundgesetz (GG) ein demokratischer Bundesstaat. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus (Abs. 2) und wird in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt. Eines der wichtigsten Grund- und Menschenrechte ist das Recht auf freie Meinungsäußerung, genauer: die Redefreiheit sowie die Informationsfreiheit gemäß Art. 5 GG. Denn wie sollte ein Staatsvolk seine Souveränität ausüben, wenn es wesentliche Informationen gar nicht erhält bzw. der Einzelne Informationen nicht weiter verbreiten darf?

Grundlage einer jeden qualifizierten Entscheidung ist immer das Abwägen des Für und Wider. Dieses Abwägen erfordert, dass beide Seiten zu hören sind. Der Grundsatz des Audiatur et altera pars (Man höre auch die andere Seite) ist…

Ursprünglichen Post anzeigen 2.901 weitere Wörter

Chemnitz deine Häuser – das König-Albert-Museum

Der Architekt Richard Möbius war Baubeamter in Chemnitz und prägte das kommunale Bauwesen der Stadt.

Zu seinen architektonischen Kindern gehören auch das König-Albert-Museum, 1909 erbaut – das Neue Rathaus – erbaut 1911 – und auch das Küchwaldkrankenhaus, in dem ich lernte, entstand 1915 unter seiner Leitung.

Direkt auf dem Theaterplatz, der im Sommer als Freilichtbühne genutzt wird, liegt das König-Albert-Museum.

Dieses Haus ist eines der bedeutendsten historischen Bauwerke in Sachsen.
Es wurde zu Ehren König Alberts und seiner Gemahlin Königin Carola errichtet.
Die wettinische Königin Carola, gebürtig aus dem Hause Wasa, blieb kinderlos, vielleicht rührte daher ihr hohes soziales Engagement,  das ihr bis heute einen Platz im Herzen der Chemnitzer sichert, nach ihr ist immer noch mancher Platz und manche Straße benannt.

Das Museum wurde 1909 eröffnet.
Zu DDR-Zeiten stand vor ihm der „Steinerne Wald“ – eine Sammlung fossiler Bäume – die sich nun, sicher vor Umwelteinflüssen,  im „dasTIETZ“ befindet.

Beim Bau wurde auf einheimische Rohstoffe zurück gegriffen und so besteht das Gebäude zum großem Teil aus dem hier heimischen „Roten Granit von Mittweida“.

Wie das Opernhaus und die Petrikirche wurde auch das König-Albert-Museum im 2. Weltkrieg stark beschädigt und befand sich nach der Wende in einem desolaten Zustand.

In den Jahren 1991/1992 wurde es grundlegend saniert.

Dabei wurde auch das kupferbedeckte Ziertürmchen wieder aufgebaut.

Im König-Albert-Museum befindet sich heute das „Museum am Theaterplatz“,  das ein kunsthistorisches Museum ist.
Es beherbergt ca. 60.000 Teile der Kunstsammlungen Chemnitz.
Darunter befindet sich die zweitgrößte Sammlung der Werke von Schmidt-Rottluff und eine Sammlung deutscher Impressionisten,  darunter z.B. Liebermann, Corinth und Slevogt. 

Ein Besuch im König-Albert-Museum verspricht einen gelungen Ausflug in die Welt der Kunst.

Kleines – Feines oder rauchige Kartoffelsuppe mit Schinkenspeck und Schnittlauch

https://youtu.be/1EvnACrlsV8

Nachdem mein liebster Monat – der Oktober – sein Sonnenscheinlimit erfüllt hat, lasse ich gern zu, dass er wird was er ist – ein Herbstmonat.

Natürlich interessiert es den Oktober kein bissel was ich von ihm erhoffe. Um so schöner, wenn er doch ist wie herbei gesehnt. Warme Sonne ohne Hitze, klarer, blauer Himmel, goldgelbleuchtende Bäume.

Der Garten beginnt auszuruhen. Ich lasse ihm Zeit dafür. Abgefallene Blätter werde ich erst später kehren, zu schön für vorzeitiges Beräumen sind diese leuchtenden, raschelnden Teppiche für mich. Irgendwann jedoch müssen sie gefegt werden. Die gekehrten Laubhaufen werde ich dann so entsorgen, dass alle sich darin befindlichen Insekten überleben können. Hinterm Garten beginnt die Wiese zum Wald. Dort die Blätter hingebracht, sorgt für den Erhalt des natürlichen Kreislaufs der Natur.

Gut in diese Zeit passt eine Kartoffelsuppe. Wegen der Vielfalt ihrer möglichen Varianten zählt diese Suppe zu meinen Liebsten.

Frisch im Geschmack – durch Kräuter – wie hier

https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/11/18/heisses-fuer-kaltes-kartoffelsuppe/

oder herzhaft mit dem rauchigen Geschmack eines guten Schinkenspecks.

Für meine rauchig-herzhafte Kartoffelsuppe bracht es für 4 Personen:

750 g Bauernkartoffeln

2 rote Zwiebeln

3 frische Knoblauchzehen

4 Stengel Thymian

200 g geräucherter Schinkenspeck

500 ml Hühnerbrühe

Gute Bauernkartoffel erkennt man ganz einfach – sie müssen gewaschen werden. Wenn an der Kartoffel noch Erdstückchen sind, kann ich sicher sein, dass diese Kartoffel nicht durch eine mit Chemikalien versetzte, industrielle Waschanlage gelaufen ist. 

In einem großen Topf lasse ich den Schinkenspeck ausgehen. Das duftet wunderbar nach Geräuchertem. Von Bekannten, die sich revanchieren wollten, haben wir eine Seite –  beim Bauern geräucherten Schinkenspecks – bekommen. Auch hier zählt die Güte des Produkts. 

In dem ausgelassenen Speck schmore ich Knoblauch und Zwiebeln an,

gebe dann die klein geschnittenen Kartoffeln dazu und den Thymian. Dann fülle ich mit Hühnerbrühe auf, gebe einen Deckel auf den Topf und gare mein Süppchen bei kleiner Hitze für ca.30 Minuten.

Nach dieser Zeit nehme ich den Topf vom Herd und entferne die Schinkenspeckscheiben, die ich klein schneide und am Ende wieder in die Suppe gebe.

Meine Kartoffelsuppe püriere ich nun, gebe die Schinkenspeckwürfel hinein und reichlich frischen Schnittlauch obendrauf.

Was du Gutes in die Suppe tust, lohnt dir deren Geschmack und dieser ist einfach herzhaft-deftig.

Streng geheim

Alles schwimmt.

Dunkle Schatten vor deinem Auge.

Sie sind nicht der Tod.

Du wechselt, du fällst.

Eine Hand neben dir streicht nass geschwitztes Leid zurück.

Du kannst nicht mehr sprechen, deine Stimme in einer anderen Welt.

Für immer und ewig.

Das Lied zum Tag

Zum Tag

http://m.spiegel.de/politik/deutschland/sachsen-stanislaw-tillich-tritt-als-ministerpraesident-zurueck-a-1173567.html

Sachsens Ministerpräsident ist zurück getreten.

Eine konsequente Entscheidung, die helfen wird die CDU zu erneuern.

Sachsens Bürger haben mit ihrer Protestwahl die Weichen dafür gestellt.

Ob das in Berlin auch gehen könnte?

Seine Entscheidung, dies am 18.Oktober – dem Beginnn der Verhandlungen zu einer dreifarbigen Regierungsbildung – zu verkünden, ist in meinen Augen ein kluger Schachzug.

Nepomuk Hastig schaut von oben, aber nicht herab

https://youtu.be/CGFW03fly2E

Nepomuk Hastig  ist kein Wanderer, kein Bergbezwinger.

Ihn scheut es vor Heubädern und Schnäpsen in Almhütten, deren Sennerinen letzte Möglichkeit der Ausflucht für Allesbesitzende bieten. Dicht gelegen neben der Almhütte von Hipp. 

Sowieso zieht es ihn nicht in Idyllen. Also in die aus Reisekatalogen oder empfehlenden Beschreibungen.

Manchmal läuft Nepomuk – er geht niemals spazieren, Kindheitssonntagserinnerungen lassen dies nicht zu –  durch seine nähere Umgebung. So, als könne er damit Unrecht gut machen. Wer, ihm gleich, ging vor ihm diesen Weg, um ihn zu ebnen, damit – ihm Ungleiche – die Mühe des Aufstiegs nicht wahr nehmen mussten.

Kein Name keiner Burg erinnert an sie.

Nepomuk Hastig schwitzt. Sein unverdienter Schweiß läuft aus den geöffneten Poren seiner Haut, über seine Stirn. Es ist ihm leicht, diesen weg zu wischen. Seine Hände sind so frei wie sein Kopf und wie er – Nepomuk Hastig – selbst.

Nepomuk ist oben angelangt.
Er schnauft.  Er hält inne. Betritt nicht die hoch gelegene Burg, verharrt.

Richtet seinen Blick in’s Tal. Sieht den alten Wald am noch älteren Fluss. Vereint sich in Gedanken mit den längst unter untragbaren Lasten zusammen gebrochenen Steineschleppern und hat wie sie die Freiheit im Blick.

Und alles ist im Fluss…