Zum Tag

Die Nachrichten bringen, dass in Altenheimen offenbar Hilfskräfte zu anderen als den ihnen zugeordneten Tätigkeiten herangezogen werden.

Ach ja! Offenbar??? Ich kann’s nicht fassen.

Meine Freundin ist ausgebildete Ergotherapeutin. Im Pflegeheim ist sie direkt als Hilfskraft eingestellt und wird dementsprechend bezahlt. Sie arbeitet natürlich als Ergotherapeutin dort.

Warum und wieso ist so etwas staatlich erlaubt und wird durch die Sätze für Pflegeleistungen provoziert?

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29 Antworten zu “Zum Tag

  1. Thema ohne Ende 🙄…gespart wird immer bei den untersten Gliedern der Gesellschaft, und zwar in allen Bereichen, nicht nur in der Pflege….
    Trotzdem ein schönes Wochenende. ☺
    VlG

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  2. Klingt übel ! Sind denn die Sätze für Pflegeleistungen so hoch, dass das Heim sich nicht leisten kann Therapeuten einzustellen, oder wie ist das gemeint ?

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  3. Am erstaunlichsten ist für mich die Kurzsichtigkeit der politischen Entscheidungsträger, denn irgendwann (und, wenn man sich den Altersdurchschnitt in Bundestag und -rat ansieht, eher früher als später) werden auch Teile dieser speziellen Bevölkerungsgruppe auf die Hilfe der Menschen angewiesen sein, deren schlechten Stand sie jetzt verursachen. Ich bin schon sehr lange der Meinung, dass es in einer ganzen Reihe von Berufen eine spezielle Zulage für die immense seelische Belastung geben sollte. Und Pflegekräfte stehen ziemlich weit oben auf der Liste der Berufe, die eine solche Zulage UNBEDINGT erhalten sollten.

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  4. Habe selbst fast 35 Jahre als examinierte Altenpflegerin in einem Heim gearbeitet.
    Missstände wohin man schaut.
    Als wir noch staatlich waren wurde wenigstens unangemeldet kontrolliert. Dann wurden wir privatisiert und das Unheil nahm seinen Lauf!
    Darunter zu leiden hatten die alten Leute: weniger Personal bedeutete weniger Zuwendung. Pflege im Minutentakt – denn der MDK gibt die Zeiten vor für Pflege und die Nahrungsaufnahme. Für einen kleinen Plausch oder einfach mal die Hand halten gab es keinerlei zeitliche Vorgabe. Was nicht aufgeführt ist darf auch nicht durchgeführt werden.
    Ich habe dann relativ schnell in den Nachtdienst gewechselt. Allerdings ging der Schuss auch nach hinten los: während zuerst auf jeder Station im Haus zwei Nachtwachen Dienst taten, wurde zwecks Gewinnoptimierung kurz darauf nur noch eine Pflegekraft für beide Stationen eingeteilt. Oftmals mussten ungelernte Kräfte die Nachtarbeit übernehmen, so dass man als examinierte Kraft nachts in ein anderes Haus musste um z.B. eine ärztlich angeordnete Injektion zu verabreichen. 2 Stationen, tw. 60 alte Leute von denen viele regelmäßig gelagert werden müssen, Hilfe benötigen, beobachtet werden sollen.
    Meldungen bei der Heimaufsicht haben scheinbar nichts gebracht – ich hörte nie wieder etwas von denen. Aber als ich krank wurde, hat man es nicht versäumt mir als „Nestbeschmutzer“ die Kündigung schnellstmöglich zukommen zu lassen.
    Und jetzt überlegt man Roboter in der Pflege einzusetzen……
    Armes Deutschland. Wie hier mit den „Alten“ umgegangen wird, zeigt die Verantwortungslosigkeit der Gesellschaft gegenüber den Senioren.

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    • Gelernt habe ich ja Krankenschwester und war als solche in meiner Ausbildung auch in Pflegeheimen. Die damaligen katastrophalen Zustände haben sich nur in geringen Teilen verbessernd geändert.

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  5. Lern schon mal Arabisch 😊

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  6. Ich könnte kotzen, wenn ich an Heime denke – an jedes Heim, sei es für alte oder behinderte Menschen. Meine Kinder wohnen bei mir – aber irgendwann müssen wir alle ins Heim. Ich in ein Altersheim und sie in ein Behindertenheim und ich habe, als Mutter nie gearbeitet und somit nichts verdient…

    Hab ich schon geschrieben, dass mir speiübel ist?

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  7. Das Unding: Der „MDK“ legt minutengenau fest, was wie lange dauern darf. Den da zugrundegelegten „Durchschnittsmenschen“ (dem es noch dazu wesentlich besser geht, als dem durchschnittlich zu Pflegenden) gibt es nicht. Und dann wird noch kürzergerechnet, damit es fast nichts kostet.

    Es ist ein Unding und bleibt es auch, solange fremdbestimmt wird, was nötig und „ökonomisch machbar“ (!!!!!!) ist; es wird nicht besser, ehe nicht endlich das Menschliche wichtiger als das Kapital(istische) wird.

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  8. Manchmal fürchte ich, dass die Menschlichkeit verlorengeht, aber ich glaube, es war schon immer so, dass es Ausbeuter gibt, die Abhängigkeiten schaffen.

    Aber es gibt auch immer Menschen, die sich für Gerechtigkeit und Menschlichkeit einsetzen. Das beruhigt mich, das heißt, Machtspiele und Gewalt werden nie ganz siegen.

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  9. Wenn sie aufmüpfig werden müssen sie nach um den Arbeitsplatz bangen.

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  10. Es ist einfach nur erschütternd, wie das alles läuft. Erschütternd und traurig zugleich!

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  11. Eine Bekannte von mir war als Eineurojobberin in einem Altenheim der Arbeiterwohlfahrt. Eineurojobber dürfen nur Arbeiten übernehmen, wo sie keiner anderen Arbeitskraft die Arbeit ersetzen bzw. wegnehmen. Meine Bekannte war also nur für das Vorlesen von Geschichten vorgesehen. Aber als sie einmal den Flur entlang lief, war da eine Tür offen und eine alte Frau versuchte vergeblich, sich anzuziehen und kam einfach nicht rein in die Strumpfe. Meine Bekannte – als hilfsbereiter Mensch – ging in das Zimmer und half der Seniorin, die das dankbar annahm. Plötzlich stand die Leiterin hinter ihr und kritisierte das Verhalten meiner Bekannten: Sie dürfe solche Tätigkeiten nicht verrichten, wofür andere Kräfte vorgesehen sind ..

    Gehts eigentlich noch .. ??? – – – Zuerst die Vorschrift und dann die Menschlichkeit ???

    Bei der Ergotherapeutin war das plötzlich nicht mehr so wichtig .. Die machen und reden wie sies brauchen. Ich geb mir ne Kugel, wenn ich mal nicht mehr kann – ins Heim geh ich ganz bestimmt nicht .. :/

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  12. so etwas frage ich mich auch immer wieder. Bei uns ist es auch nicht anders, leider

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