Heimatliches – Der Denkmalkomplex Saigerhütte Olbernhau-Grünthal

Am Rande des Erzgebirges lebend, trennen mich nur knapp 50km vom direkten Erzgebirge. Ist die Gegend in meiner nahen Umgebung hügelig bis bergig, ist das Erzgebirge selber anders. In ihm herrscht der bergige Charakter vor, umgeben von Nadelgehölzwäldern. Auch der Menschenschlag ist ein anderer, das direkte Erzgebirge hat einen dörflichen Charakter. Das Bild prägen kleine Ortschaften, in denen hauptsächlich in kleinen Eigenheimen gelebt wird. Auch 40 Jahre DDR haben hier nur geringe Spuren hinterlassen. Sieht man gelegentlich höchstens 4-5 stöckige Neubauten der frühen 70er Jahre, fehlen die mir unheimlichen Wohnriesen der 80er Jahre ganz.

Im 16.Jahrhundert, nach der Entdeckung großer Erzvorkommen entwickelte sich sein heutiger Name – Erzgebirge.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Erzgebirge

Das Erzgebirge lebt heute von einigen überlebenden Firmen, die traditionellen, erzgebirgischen Weihnachtsschmuck und vielfältige Holzarbeiten herstellen. Tourismus ist eine weiterer Einnahmequelle, ansonsten zieht es junge Leute weg von dort, dahin wo sich Arbeit leichter finden lässt.

Vielerlei Bergwerke kann ich in dieser Gegend besichtigen oder auch u.a. die Saigerhütte in Olbernhau-Grünthal.

Sie ist ein Zeugnis des Hüttenwesens der Buntmetallurgie aus dem Jahr 1537. Ihr Name kommt von dem zur damaligen Zeit revolutionären Schmelzverfahren zur Entsilberung von Rohkupfer – dem Saigern.

Der gesamte Komplex umfasst zwanzig historische Bauten, die ehemals in sich geschlossen waren und eine privilegierte Industriegemeinde darstellten und noch heute von den Resten einer wehrhaften Mauer umgeben sind.

Der Kupferhammer liegt dem Komplex voraus. In ihm befindet sich ein voll funktionstüchtiges Hammerwerk mit einem sechs Zentner schwerem Breithammer. 

Das Saigern ist das schmelztechnische Trennen von Kupfer und Silber. Unter Zugabe von Blei wurden die unterschiedlichen Schmelztemperaturen und gegenseitigen Löslichkeiten ausgenutzt. Bis 1914 wurden im Kupferhammer Buntmetalle zu Blechen, Schalen und Kesseln verarbeitet. Der Antrieb der drei Hämmer erfolgte mittels eines Wasserrades mit einem Durchmesser von 2,70 m und einer Breite von 1,50 m. Seit 1961 ist er Museum.

Die Geschichte der Saigerhütte veränderte sich im Lauf der Jahrhunderte. 1537 entstand die Saigerhütte zur Entsilberung von Schwarzkupfer im Zentrum des Territoriums. 1562 erfolgte unter den Nachkommen Christoph Uthmanns

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Christoph_Uthmann

ein Neuaufbau. 1576 mussten diese einem Zwangsverkauf an Kurfürst August von Sachsen zustimmen. 1853 endete die Saigerung und es erfolgte eine Nutzung der Anlage als Gießhaus und Werkstatt. 1952 musste wegen Baufälligkeit ein Abriß der „Langen Hütte“ erfolgen. 1992-1994 erfolgte deren Rekonstruktion als Freilichtmuseum mit kostenlosem Eintritt.

Das ehemalige Treibhaus wird nach seiner Sanierung als Mehrzweckhalle für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt.

In der Freianlage „Lange Hütte“ wird anhand von Öfen, Herden und einem Pochwerk die Dimension der Saigerhütte gezeigt.

Besucher finden in der sich innerhalb des Gelände befindlichen Gaststätte, Gelegenheit deftig gut zu speisen. 

Die Anlage an sich bietet noch viel mehr Sehenswertes als mein kurzer Abriss zeigt, eingebettet ist sie in die Schönheit meiner Heimat.

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33 Antworten zu “Heimatliches – Der Denkmalkomplex Saigerhütte Olbernhau-Grünthal

  1. guten Morgen, ein schöner Bericht .
    für dich einen guten Tag!
    Sarah

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  2. Danke für den schönen Bericht. Ich sollte unbedingt mal hinfahren. LG sk

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  3. Danke für den interessanten Einblick … macht neugierig.
    Grüße !

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  4. Guten Morgen liebe Arabella und vielen Dank für den sehr kurzweiligen Geschichtsunterricht! Dir wünsche ich einen wunderbaren Tag!

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  5. Ein schöner Bericht. Deine Formulierung „die Schönheit meiner Heimat“ passt wunderbar und gefällt mir sehr gut.

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  6. Es grüne die Tanne, es wachse das Erz
    Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz
    So tönts aus den Schluchten der Heimat heraus
    von jeglichem Berge, von jeglichem Haus

    Und was man sich wünschet, gefunden wirds hier
    Schlank stehen die Tannen im grünen Revier
    Und unter den Bergen aus Felsengestein
    Da gräbt man die Erze im blitzigen Schein

    Der Frohsinn begleitet im Forste und Schacht
    hier jeden Bewohner bei Tag und bei Nacht
    Daheim bei den Seinen im traulichen Kreis
    beim Schießen und Singen um Ehre und Preis

    Drum hört man den Wahlspruch frühmorgens und spat
    tief unten und oben, auf jeglichem Pfad
    es grüne die Tanne, es wachse das Erz
    Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz
    (Bergmännisches Liederbuch)

    Danke für den kleinen, informativen und schön bebilderten Ausflug ins Erzgebirge.
    <3-liche Grüße und einen schönen Tag gewünscht.

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  7. das passt, echt schön, es riecht nach Frühling, beste Grüße

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  8. Feiner Bericht, danke für die guten Einblicke!

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  9. Vielen Dank für diesen sehr informativen Beitrag und die tolle Bebilderung.

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  10. Wunderbare Fotos. Zum Silberbergbau im Erzgebirge siehe auch MOSAIK von Hannes Hegen Nr.50 und 51

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  11. Schön, wie sie singen! 😊
    Den Denkmalkomplex kannte ich nicht, DANKE fürs Mitnehmen!

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  12. Wieder einmal sagen wir danke für einen wunderbaren Bericht, der uns Deine Heimat näher bringt und unsere Neugier das alles mal mit eigenen Augen zu sehen wachsen lässt. 🙂

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  13. Toler Bericht von einer schönen Gegend. Dir noch einen schönen Sonntag. L.G.

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