Besuch der älteren Generation oder Pistazieneis

Was mache ich an langen Winterabenden – Nüsse knacken natürlich und Pistazien. Am Wochenende besuchen uns die Eltern und meine Schwester mit ihrem Mann, wir wollen bei einem gemütlichen Adventskaffee mit selber gebackenen Stollen den Geburtstag meines Gärtnergatten nachfeiern.

Zu Stollen passt Marzipan, Marzipan passt zu Pistazien und die habe ich gerade geknackt. Ich möchte meinen Gästen ein feines Pistazieneis servieren, diese Eis ist wohl eine der beliebtesten Sorten überhaupt. Mein Pisazieneis wird dem grünen Eis vom Büdchen kaum ähneln, ich verzichte gern auf die dafür notwendige Lebensmittelfarbe und konzentriere mich auf den Geschmack.

Die Pistazien habe ich geschält und klein gehackt. Über Nacht weiche ich die gehackten Kernchen in 250ml Milch ein, damit die Milch den Geschmack annehmen kann. Zudem werden sie so fein weich zum späteren Pürieren. Die Milch mit den Pistazien koche ich kurz auf und püriere danach alles.

Zum Pistazieneis herstellen braucht es:

100g Pistazienkerne

250ml Milch

200ml Sahne

80ml gezuckerte Kondensmilch

30g Marzipanrohmasse

2 Eigelb

Abrieb einer Orange

Mit der gezuckerten Milch habe ich die Eigelbe aufgeschlagen, die Pistazienmilch gebe ich danach hinein und schlage alles schaumig auf.

Von einer Orange ziehe ich mir duftende Zisten und gebe sie dazu, der Rest der Orange findet sich wenig später im Glühwein wieder. 

Marzipan schneide ich klein, gebe es dazu und schlage alles nochmals mit dem Pürierstab auf. Schlagsahne kommt zum Schluss dazu, die nur leicht angeschlagen sein soll.

Ich hebe sie unter und gebe die Eismasse für 35 Minuten in die Maschine.

Gut ist mein Eis geworden, leicht grün und winterlich, nach Pistazien, Marzipan und ein klein wenig Orange schmeckend und duftend. Es passt zum Stollen, Earl Grey, Kaffee und einem Becher Glühwein, auch zu einem Glas meines Brombeerlikörs. Das Würzfleisch zum Abschluss dieses Nachmittags ist unseren Gästen willkommen.

Differenzen in diese familiäre Runde bringen meine laut geäußerten Gedanken zum „Fernsehabusus“ der Generation „Ein Kessel Buntes“ (diese Sendung des Fernsehens der DDR entspricht in etwa dem „Blaunen Bock“), persönlich kann ich dem Kleben an der Mattscheibe und der daraus resultierenden Zwangsabgabe nichts positives abgewinnen. Immer werde ich diese Meinung verbreiten. Nun…kennt irgendwer eine Familie ohne Generationsdebatten… Gut ist es dann, meine mir wieder sehr nah gewordene Schwester an meiner Seite zu haben. Wie früher, als wir noch klein waren und in unseren Betten nebeneinander liegend alle Geheimnisse miteinander teilten, verschwinden wir beide kurz, um den zum Glück nicht gefällten, beleuchteten Weihnachtsbaum eines Nachbarn zu bewundern.

Wer in dieser Runde fehlt, ist mein lieber Stiefvater. Noch immer decke ich den Tisch für acht Personen, erst mein Mann verweist mich auf die falsche Anzahl. Wie kein anderer Mensch hat mein Stiefvater meine Besonderheiten und Vorlieben erkannt und gefördert. Er ist unvergessen und sein letztes Geschenk an uns, der Herrenhuter Adventstern, leuchtet.

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8 Antworten zu “Besuch der älteren Generation oder Pistazieneis

  1. Wunderbare Bilder und ein leckeres Rezept liebe Arabella. Gestern lass ich irgendwo von zwei benötigten Enten, aber die kommen sicher noch und es ist ja noch früh im Dezember und die Schlemmerei hat bereits begonnen. Dir einen wunderbaren Montag 🙂

    Gefällt 3 Personen

  2. Danke für die immer wieder vorzüglichen Rezepte.

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  3. Wir lieben Pistazien! Und eine Hälfte von uns mag auch Mazipan sehr gerne….. Du hättest also mit dem Eis 100 Punkte gemacht. Nein: 110, denn für die fehlende Lebensmittelfarbe gibt es gleich mal 10 Punkte extra!!!! 🙂
    Sei lieb gegrüßt von Deinen Balkoniern

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