( Koch) Festtag

Während es im Sommer durchaus möglich ist unsere gesamte Familie in den Garten einzuladen, fehlt mir im Winter einfach der Platz dafür. Mehr als acht Personen verursachen in unserer, für uns beide völlig ausreichenden, Wohnküche Platzangst. So hat es sich ergeben, dass wir in jedem Jahr zum Geburtstag meines Gärtnergatten an die Ostsee verschwinden und die Feier selber teilen und vor- bzw. nachverlegen. Unsere Kinder laden wir an diesem Wochenende zum Coq au Vin ein, das Essen ist uns mittlerweile lieb geworden, fast ein vorgezogener Weihnachtsschmaus.

Festlich decke ich den Tisch und bereite alles für das Braten vor.

Besonders beliebt bei diesem eintopfartigem Gericht sind bei uns die in der Soße mitgegarten Möhren. Also schäle ich eine ganze Menge davon, etwas Grün lasse ich an der Möhre, das sieht appetitlich aus. Das Anbraten einer solchen Menge von Hühnerkeulen

macht enormen Küchenputzaufwand, daher lässt mein Gärtnergatte die Sommerküche aufleben und brät das Fleisch draußen an.

Er hat dabei eine gute Erinnerung und ich keine Putzerei, perfekt.

Im Garten duftet es bald so verlockend, dass alle Nachbarskatzen angeschnurrt kommen, heute gehen sie leer aus. Im Haus werden die Hühnerschenkel flambiert

und mit Rotwein aufgegossen. Der angebratene Speck und die Schalotten kommen dazu, bevor obenauf die Möhren zum Garen gelegt werden.

Reichlich glatte Petersilie gibt mein Chefkoch hinein und dann Deckel drauf und schmoren lassen. Auf dem Deckel der Pfanne ziehen in einem geschossenen Topf die Champignons gar.

Nun riecht es auch im Haus verlockend. Die Champignons kommen später, während Hühnerbeine und Möhren im Backofen warm gehalten werden, in die zum Reduzieren kochende Soße.

Mittlerweile sind unsere Kinder eingetroffen, fröhlich beleben sie unser duftendes Haus. Bis alles fertig ist, kann man mit meiner Tischdekoration Aschenputtel umgedreht spielen.

Die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins Töpfchen…bis das Essen auf dem Tisch steht.

Das Fleisch ist so zart, dass es vom Knochen fällt, liegt in der würzigen Soße umgeben von Champignons, köstlich.

Am Allerbesten sind auch diesmal die Möhren, manchem sind sie die ganze Mahlzeit.

So bescheiden bin ich nicht, lasse mir meinen Teller befüllen und wir schmausen vergnügt auf’s Beste.

Coq au Vin zählt zu unseren Lieblingsessen für die ganze Familie und ich bin glücklich alle an meinem Tisch versammelt zu haben, gemeinsam mit ihnen zu essen und zu plaudern. Zu diesem guten Abend gehört natürlich ein Nachtisch. Dafür habe ich Vanilleeis mit Schokosplittern gemacht, das ich gemeinsam mit Arno’s fabelhaften Kuchen im Glas 

https://rosenkocht.wordpress.com/2016/11/08/rosens-geschenk-glas-kuchen/

serviere.

Der süße Kuchen und mein schmelzendes Eis ergänzen sich perfekt. Wir geniessen noch eine ganze Weile diesen guten Abend, sitzen und erzählen. Zurück bleibt bei mir das Gefühl, unsere Kinder kommen sehr gern in ihr Elternhaus, warm fühlt sich das an und es macht mich froh. Wer das Gericht nachkochen mag, findet das genaue Rezept hier, die Familie dazu muss selbst erliebt werden.

https://arabella50.wordpress.com/2014/10/24/und-vom-ganzen-huhnerschmaus-guckt-nur-noch-ein-bein-heraus-teil-1/

https://arabella50.wordpress.com/2014/10/24/und-vom-ganzen-huhnerschmaus-guckt-nur-noch-ein-bein-heraus-teil-2/

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12 Antworten zu “( Koch) Festtag

  1. Das sieht ja super aus! Ich muss auch mal bei Dir vorbei kommen…. 🙂

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  2. Die Sauce … die Sauce!!! Ein Gedicht! Schön, dass ihr einen Abend voller Genuss hattet!
    Deine Servietten gefallen mir auch sehr! 🙂

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  3. Liebste Arabella, abgesehen von meinem erhöhten Rötungsgrad finde ich eure gemeinsame Kochshow einfach großartig 🙂 Der Tisch ist wundervoll gedeckt und den Duft im Haus kann ich mir lebhaft vorstellen. Deinen Gärtnergatten sehe ich immer nur Arbeiten oder er muss warten bis das Essen fotografiert ist, also wünsche ich ihm zum Geburtstag ein Glas Wein und hochgelegte Füße 😀 Dir eine zauberhafte Woche 🙂

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  4. Ein wirklich perfektes Gericht, das ich so wieder neu entdecke. Großartig.

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  5. War sicher wieder eine tolle Familienfeier und ein Festschmaus – wie man sieht!

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  6. Da braucht man mal viel Zeit und ein Fest als Anlass, bei dem die Familie zusammen kommt. Du hast alles richtig gemacht. Beim Marmorkuchen war Rumaroma dabei (das lassen manche weg, aber dann ist es kein Marmorkuchen mehr) und bei der Soße hier sind Möhren dabei (gehört in die braune Soße) und dass diese ganz gelassen werden, ist mal ein Nachkochen wert. Ich schneid sie als Hobbykoch sonst immer in dünne Scheiben. Alle Zutaten gut und günstig zu erwerben. Dann heißt es noch einen Rotwein kaufen, besser einen Kasten und anfangen zu kochen. Ich liebe es mit einer Partnerin zu kochen und dabei schon mal den Wein zu probieren. Das ist fast schon Teil von dem, was nach dem Essen kommen könnte ..

    Ich bin hellauf begeistert und dein Männe sieht ja auch ganz ordentlich aus. Ich dacht schon, dass wär mehr so ein rundlicher, gemütlicher. Einen Rocker hätt ich dir nicht zugetraut. Aber der Typ mit der Kappe sieht aus wie der Gitarrist von Rammstein ^^

    Ich danke dir für die wundervollen Anregungen und Wunder und falls dir am Ende meines Kommentares etwas aufstösst, sieh es als augenzwinkender Auswurf meines rabenschwarzen Humores ❤ ❤ ❤

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