Heißes für Kaltes – Kartoffelsuppe

Ich bin kein Stubenhocker, heute jedoch bringen mich keine zehn Pferde vor die Tür, lieber koch ich uns was. Nach der fehlenden Oktobersonne schlägt die Novemberkälte eisig ins Gesicht. Was hilft dagegen besser als eine Schüssel heißer Kartoffelsuppe, die auch noch satt macht. 

Das war auch der Zweck der Einführung der Kartoffel in die Landwirtschaft,  die nach den Kriegen ausgehungerten Menschen mussten gesättigt werden.

Der Alte Fritz setzte letztendlich den Kartoffelanbau durch.
Bis dahin hatte die Kartoffel eine lange Reise vor sich.
1550 kamen die Ersten mit Seefahrern über die Anden nach Europa.
Mitte des 16.Jahrhunderts waren sie in den Niederlanden,  Italien und Burgund bekannt – als seltene Zierpflanzen in botanischen Gärten.
Nur in Irland wurden sie schon früh zur Ernährung der Bevölkerung eingesetzt.
In Deutschland ließ Ferdinand III. Kartoffeln 1647 in Oberfranken anbauen, zuerst in Pilgramsreuth, dem heutigen Rehau, das nur knappe zwei Autostunden von mir entfernt liegt.
Der Anbau im großen Stil erfolgte in Sachsen ab 1716, in Preußen ab 1738.
1747 begann der Kartoffelanbau bei Braunlage, 1751 verweigerten die Bauern den Anbau. 1756 wurde der Anbau der „Erdtuffel“ vom Alten Fritz vorgeschrieben.
Die Weigerung der Bauern hängt mit der Unkenntnis der Verwertung des Nahrungsmittels zusammen. Nicht umsonst heißt es: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“
Schwierig war es, den Bauern klar zu machen, dass nicht das über der Erde wachsende Kraut gegessen werden sollte, sondern die in der Erde befindlichen Knollen… auch Zubereitungsarten mussten noch erfunden werden.
Als der Alte Fritz die Kartoffelfelder mit einer List von Soldaten bewachen ließ,  war das Interesse der Bauern geweckt, was bewacht wurde, musste wertvoll sein.
Und so begann der Siegeszug der Kartoffeln.
Mir ist sie in jedem Gericht ein Genuß.
Ich bin Fan, seit ich denken kann. Mein Lieblingsgericht als Kleinkind war Kartoffelbrei mit Leberwurst, sagt meine Frau Mutter. Und so gibt es bei mir häufig Kartoffelgerichte.
Im späten Herbst und im Winter wärmt eine gute Suppe Herz und Magen zugleich.

Meine Bauernkartoffeln lachen mich rotschalig an, ab in die Suppe damit. Kartoffelsuppe ist genau das Richtige für kalte Tage. 

Im Kühlschrank aufbewahrt, bietet sie über einige Tage eine warme, schnell aufgewärmte Labe für durchfrorene Heimkehrer.

Es braucht dafür:

Kartoffeln, ca 750g

1,5l Gemüsebrühe

200ml Sahne

Butter

Speck

Estragon

Fenchelsamen

frischen Ananassalbei

Salz und Pfeffer

2 Knoblauchzehen

In der Butter schwitze ich den Speck an und gebe den Knoblauch hinein. Dann die klein geschnittenen Kartoffeln dazu geben und alles anschwitzen. Mit der Brühe und der Sahne auffüllen.

Alles aufkochen und eine halbe Stunde ziehen lassen.

Die Suppe schlage ich mit dem Pürierstab auf, bevor ich mit Pfeffer und Salz nachwürze. Estragon und Fenchel gebe ich dazu und den Ananassalbei, von dem ich mir noch eine Tasse Tee aufgebrüht habe. Der Ananassalbei ist nicht bitter, mild schmeckt er, entfernt erinnert mich sein Geruch, als ich ihn aus dem kalten Garten hole, an Alpenveilchen. Den Kartoffeln gibt er einen Hauch Frische, ebenso wie die Fenchelsamen.

Kurz erwärme ich die Suppe, ohne sie aufzukochen und püriere nochmals.

Duftend wärmt die sättigende, kleine Mahlzeit. Jetzt bekomme ich doch noch Lust nach Draußen zu gehen, die Sonne kommt.

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25 Antworten zu “Heißes für Kaltes – Kartoffelsuppe

  1. Ich kontere mit Brühe, Kartoffeln, Lauch. Fertig.

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  2. Fein!
    (ich auch gerne mit ner Bockwurst)

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  3. Das hört sich interessant an, allein wegen der Gewürze und Kräuter!

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  4. Lecker! Ich habe heute Dein Schmorkraut mittags auf dem Tisch 🙂

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  5. Mmmmmmmmmh, lecker! Kartoffeln gehen wirklich bei fast allem und deine Suppe sieht einfach klasse aus liebe Arabella 🙂

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  6. Ich bin ja mehr „die Reiskocherin.“ 😀

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  7. Pilgramsreuth, Rehau, liegt ja gleich hier um die Ecke. 🙂 Und vor ein paar Jahren noch unerreichbar fern.
    LG und ein schönes Wochenende, Eberhard

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  8. Wir lieben Suppen und solche feinen Klassiker stehen ganz oben auf unserer Lieblingssuppenliste! 🙂

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  9. Oh, wie lecker 😋. Deine Gewürzbeigaben klingen interessant, wird ausprobiert 🌿. LG zum Sonntag von gartenkuss 🙋🍁🍂🐈

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  10. Pingback: Kleines – Feines oder rauchige Kartoffelsuppe mit Schinkenspeck und Schnittlauch | Teil 2 Einfach(es) Leben

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